Auf dem Weg zum Physikstudium

Was muss man für ein Physik-Studium mitbringen? Wo soll ich studieren? Wo kann ich mich während des Studiums einbringen? Wie finde ich nach dem Studium die passende Arbeitsstelle?

Voraussetzungen

Wie gesagt - ein "Überflieger" muss man nicht sein. Um an der Uni zu studieren, braucht es in der Regel das Abitur, an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaft kann es meist auch ein Fachabitur oder ein anderer berufsqualifizierter Abschluss sein. Wenn man Physik in den letzten Schuljahren abgewählt hatte, ist das kein Hindernis: Physik-Studiengänge fangen von vorne an; sie bauen also nicht direkt auf Schulwissen auf. Natürlich schadet es aber nicht, wenn man aus der Schule ein Gefühl für physikalische Zusammenhänge mitbringt. Und auch wenn man die eine oder andere Formel schon mal gesehen hat, ist das nicht verkehrt, denn an der Hochschule geht es im Stoff recht zügig voran. Was aber wirklich wichtig ist, sind solide Mathe-Kenntnisse! Das, was man in der Schule gelernt hat, reicht zwar am Anfang völlig aus - allerdings sollte man diesen Schulstoff schon wirklich beherrschen. Und zwar auch die vermeintlich einfachen Sachen aus der Mittelstufe, also Bruchrechnen, binomische Formeln und so weiter.

Die DPG empfiehlt zur Vorbereitung auf ein Physikstudium den kostenlosen Online-Mathematik-Brückenkurs Plus OMB+. Der OMB+ vermittelt einen Eindruck, welches Mathematikniveau man in etwa haben sollte, wenn man Physik studieren möchte. Und falls es noch an einer Stelle hapert, bietet er die Möglichkeit, solche Lücken vor Studienbeginn gezielt zu stopfen.

Welcher Studiengang?

Das Physik-Studium beginnt meist mit einem 3-jährigen Bachelor-Studium, an das sich sehr häufig ein 2-jähriges Master-Studium anschließt (Ausnahme sind manche Lehramts-Studiengänge, die mit einem Staatsexamen abschließen.) Grundsätzlich gibt es folgende Arten von Physik-Studiengängen:

  • Lehramts-Studiengänge qualifizieren zur Physiklehrerin oder zum Physiklehrer. Neben der Physik ist meist noch ein zweites Fach vorgeschrieben, außerdem gibt es Kurse zur Pädagogik und Didaktik. Je nach Schulform und Bundesland sind die Studiengänge unterschiedlich aufgebaut.
  • Fachstudiengänge Physik stehen für das klassische Physik-Studium. Wer einen profunden Überblick über die grundlegenden Zusammenhänge in der Natur bekommen möchte, der ist hier richtig. Fast 90% aller Physik-Studierenden entscheiden sich im Bachelor-Studium für diesen Weg. Auch später, im Master-Studium, bleibt die große Mehrheit der Studierenden auf dieser Spur - und fährt gut damit.
  • Studiengänge mit Schwerpunkt Physik bieten von Anfang an einen Fokus auf ein bestimmtes Teil- oder Randgebiet der Physik, oft mit Seitenblick auf ein anderes Fach. Beispiele sind etwa "Biophysik", "Astrophysik" oder "Umweltphysik". Für jemanden, der von Anfang an weiß, dass sein Interesse in solch eine Richtung geht, sind diese Studiengänge ideal. Meist ist eine Spezialisierung aber auch später im Master-Studium noch möglich. Und oft verschieben oder entwickeln sich die eigenen Interessen auch nochmals während eines Bachelor-Studiums.
  • Studiengänge zu physikalischen Technologien werden meist von Fachhochschulen/Hochschulen für Angewandte Wissenschaft angeboten. Sie sind genau das Richtige für alle, die es gerne etwas handfester und anwendungsnäher haben. Im Gegensatz zu den Studiengängen an Unis (wo fast alle Studierende an den Bachelor noch einen Master anschließen) ist es hier auch so, dass viele Studierende direkt nach dem Bachelor-Studium in den Beruf in ein Unternehmen wechseln.

Welche Hochschule?

Knapp 60 Universitäten und über 25 Fachhochschulen/Hochschulen für Angewandte Wissenschaft bieten in Deutschland Physik- oder physiknahe Studiengänge an. Einen Überblick über alle Studienorte gibt es bei der Konferenz der Fachbereiche Physik KFP (Universitäten) und beim Fachbereichstag Physikalische Technologien FPT (Fachhochschulen/Hochschulen für Angewandte Wissenschaft). KFP und FPT bieten auch einen Studienatlas-Physik an, in dem alle Physik-Studiengänge in Deutschland verzeichnet sind, und über verschiedene Filter der für jeden ideale Studiengang gesucht werden kann.

Generell gilt: Die Entscheidung für den Studienort kann man entspannt angehen! An allen bei KFP und FPT genannten Hochschulen ist ein sehr hohes Niveau der Ausbildung gewährleistet. Abgesehen von einigen Besonderheiten bei Schwerpunktsstudiengängen sind auch die Inhalte des Physik-Studiums deutschlandweit (und darüber hinaus) vergleichbar. Mit einem Bachelor in einem Fachstudiengang Physik sollte daher in den meisten Fällen zum Master-Studium ein Wechsel an eine andere Universität möglich sein. Dennoch gibt es natürlich Unterschiede zwischen den verschiedenen Hochschulen. Das beginnt damit, dass die eine Hochschule in einer Großstadt, die andere in einer Kleinstadt gelegen ist, dass man in der einen mit 20 Kommilitonen im Hörsaal sitzt und an der anderen mit 200. Einen Überblick über solche und andere Kriterien bietet das CHE-Hochschulranking. Dieses ist keine platte "Rangliste" der Hochschulen, sondern eine breit gefächerte Matrix, die verschiedene Aspekte einbezieht. Die Gewichtung dieser Aspekte muss jeder für sich selbst vornehmen. Wenn man mit den Ergebnissen des CHE-Hochschulrankings nicht blind umgeht, sondern sich kritisch mit ihnen auseinandersetzt, bieten sie gute Anhaltspunkte für die Wahl des für jeden persönlich besten Studienorts. Von der Verwendung der meisten anderen Unirankings rät die DPG dagegen ausdrücklich ab! Die Informationen, die in solchen Rankings enthalten sind, sind für die Wahl des Studienortes im besten Fall irrelevant, meist aber irreführend.

 

Online Mathematik Brückenkurs

Die DPG ist Partner beim Online Mathematik Brückenkurs (OMB+), mit dem Schülerinnen und Schüler in kompakter Form den Mathematik-Schulstoff wiederholen können. Der OMB+ vermittelt einen Eindruck davon, welches Mathematik-Niveau beim Physik-Studium vorausgesetzt wird und ermöglicht eine gezielte und frühzeitige Vorbereitung aufs Studium.mehr...

Studienatlas Physik

Der Studienatlas Physik ist ein Angebot der Konferenz der Fachbereiche Physik und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Die Daten zu den Studiengängen werden von den Mitgliedsfachbereichen der Konferenz der Fachbereiche Physik und des Fachbereichstags Physikalische Technologien gepflegt.mehr...