Preisträgerinnen und Preisträger

Der Robert-Wichard-Pohl-Preis wird für hervorragende Beiträge zur Physik verliehen, die eine besondere Ausstrahlung auf andere Disziplinen in Wissenschaft und Technik haben, für außergewöhnliche Leistungen in der Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis in der Lehre, im Unterricht und in der Didaktik der Physik.

2020

© Privat

Prof. Dr. Heinz-Jürgen Kluge
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI), Darmstadt

„Für seine wegweisenden Experimente auf dem Gebiet der Atom- und Kernphysik und für die Entwicklung neuer Experimentiertechniken, die heute weltweit genutzt werden. Dabei hat er sich nicht nur als genialer Forscher erwiesen, sondern auch als motivierender Lehrer mit kreativem, gesellschaftlichen Engagement.“

Heinz-Jürgen Kluge hat sich mit seinen wissenschaftlichen Arbeiten auf besonders anspruchsvolle Experimente an den Beschleunigern an der GSI und am CERN konzentriert und herausragende Ergebnisse auf dem Gebiet der optischen Spektroskopie und Massenspektroskopie an Atomen und superschweren Kernen erzielt. Viele exotische Isotope und atomare Zustände wurden von ihm präzise vermessen. Er gilt als Pionier der Entwicklung von höchst-auflösenden Penning-Fallen. Seine Messungen von Masse, Spin, magnetischen und Quadrupol-Momenten und Kernradien liefern wichtige Beiträge zur Quantenelektrodynamik. Zugleich hat er sich sehr intensiv eingesetzt für die verständliche Verbreitung von naturwissenschaftlichem Sachwissen, beispielsweise in Form von mehrtägigen Symposien für junge Menschen, die er gemeinsam mit kirchlichen Organisationen zu großen Erfolgen geführt hat.

Heinz-Jürgen Kluge studierte in Bonn und Heidelberg, wo er auch promoviert wurde. Er wurde berufen zum Professor für Physik an den Universitäten Mainz und Heidelberg. Seine Arbeiten an den Beschleunigern an der GSI und am CERN wurden unter anderem mit dem Lise-Meitner-Preis der Europäischen Physikalischen Gesellschaft ausgezeichnet. Heinz-Jürgen Kluge lebt in Mainz und ist noch immer an der GSI anzutreffen.

Die Auszeichnung wird im März 2020 während der DPG-Jahrestagung in Bonn überreicht.

2019

© QNP Group / University of Vienna

Prof. Dr. Markus Arndt
Universität Wien / Quantum Nanophysics Group

„Für seine herausragenden Beiträge zur Entwicklung, Demonstration und Anwendung von Materiewelleninterferometrie mit Makromolekülen, die sowohl für Fachleute als auch für ein breites Publikum auf einzigartige Weise die elementaren Gesetze der Quantenphysik vermitteln. Seine Methoden eröffnen außerdem neue Anwendungen im Bereich der molekularen Spektroskopie.“

Markus Arndt gilt als Pionier auf dem Gebiet der Materiewelleninterferometrie mit Makromolekülen. Mit der Beobachtung von Quanteninterferenz an großen organischen Molekülen stellen er und sein Team regelmäßig neue Weltrekorde auf. Darüber hinaus ermöglichen die entwickelten Methoden völlig neue Anwendungen in der physikalischen Chemie, etwa zur Bestimmung von elektronischen oder Struktur-Eigenschaften komplexer Moleküle. Seine Experimente, etwa der mit Anton Zeilinger gemeinsam durchgeführte Doppelspaltversuch mit C60-Molekülen („Buckyballs“) oder die Beobachtung von Dekohärenz durch Wärmestrahlung, gehören mittlerweile zum Standardrepertoire von Lehrbüchern und Vorlesungen.

Markus Arndt studierte Physik an der LMU München und promovierte 1994 am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching bei Theodor Hänsch. Nach Postdoc-Aufenthalten an der ENS Paris in der Gruppe von Jean Dalibard und der Universität Innsbruck bei Anton Zeilinger ist er seit 2004 Professor an der Fakultät für Physik der Universität Wien. Er ist derzeit Sprecher der Vienna Doctoral School of Physics.

Die Auszeichnung wird im März 2019 während der DPG-Jahrestagung in Rostock überreicht.

2018

© privat

Prof. Dr. Dr. Hartmut Wiesner
LMU München

„Für seine herausragenden Verdienste um die physikdidaktische Forschung und Entwicklung während der letzten 40 Jahre. Neben seinen hochkarätigen, solide empirisch belegten Forschungsergebnissen, die alle Schulstufen bis hin zur Hochschuldidaktik betreffen, hat er ein besonderes Augenmerk auf die Erstellung von praxisrelevantem Unterrichtsmaterial gelegt und damit den Physikunterricht nachhaltig und didaktisch sinnvoll bereichert.“

Hartmut Wiesner hat wie kaum ein anderer die vergangenen 40 Jahren der physikdidaktischen Forschung und Entwicklung in Deutschland geprägt. Neben seinen hochkarätigen, solide empirisch belegten Forschungsergebnissen, die alle Schulstufen bis hin zur Hochschuldidaktik betreffen, hat er ein besonderes Augenmerk auf die Erstellung von praxisrelevantem Unterrichtsmaterial gelegt und damit den Physikunterricht nachhaltig bereichert.

Nach einer Lehre als Betonbauer studierte Hartmut Wiesner Physik an den Universitäten in Leipzig, Marburg und Frankfurt a. M. Er promovierte in Theoretischer Physik (1975) und in Erziehungswissenschaften (1988). 1993 habilitierte er in Didaktik der Physik. Seit 1994 ist Wiesner Professor für Didaktik der Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität.

Die Auszeichnung wird im März 2018 während der DPG-Jahrestagung in Erlangen überreicht.

2017

© Lutz Kampert/TU Dortmund

Prof. Dr. Metin Tolan

„In Anerkennung seiner Verdienste bei der Verbreitung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse und Denkweisen in der interessierten Öffentlichkeit. Er hat dafür neue Formate entwickelt, die er mit hohem didaktischem Geschick vermittelt. Unabhängig von Alter und Vorbildung wird sein lesendes, zuschauendes oder hörendes Publikum ausgehend von Alltagsthemen in den Bann vermeintlich einfacher Fragen gezogen, bei deren Beantwortung Tolan die Erkenntnisse der aktuellen Physik – darunter auch Ergebnisse seiner eigenen hochkarätigen Forschung – auf faszinierende Weise einfließen lässt.“

Die Auszeichnung wird im März 2017 während der DPG-Jahrestagung in Münster überreicht.

2016

© privat

Prof. Dr. Christoph Buchal

„In Würdigung seiner Leistungen bei der Vermittlung von physikalischen Inhalten in Öffentlichkeit, Schule, Universität und bei zahlreichen Lehrerfortbildungen. Besonders hervorzuheben ist seine erfolgreiche Buchreihe zu gesellschaftsrelevanten, physikalischen Themen. Ohne zu polarisieren und politisch zu werten, werden in seinen Büchern Themen wie Klima und Energie wissenschaftlich korrekt und gut lesbar dargestellt.“

Die Auszeichnung wird im März 2016 während der DPG-Jahrestagung in Regensburg überreicht.

2015

© privat

Prof. Dr. Reinhard Dörner
Universität Frankfurt

„Für die Entwicklung einer neuen Messmethode und bahnbrechende Arbeiten in der Atom- und Molekülphysik. Das COLTRIMS-Reaktionsmikroskop hat nicht nur für die Physik, sondern auch für die Chemie und andere benachbarte Forschungsgebiete völlig neue Forschungsziele eröffnet. Ihr individueller und didaktisch ansprechender Vortragsstil ist unverwechselbar und überträgt ihren Enthusiasmus auf Mitarbeiter und Studenten bis hin zu fachfremdem Publikum.“

Die Auszeichnung wird im März 2015 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.

© privat

PD Dr. Robert Moshammer
MPI Heidelberg

„Für die Entwicklung einer neuen Messmethode und bahnbrechende Arbeiten in der Atom- und Molekülphysik. Das COLTRIMS-Reaktionsmikroskop hat nicht nur für die Physik, sondern auch für die Chemie und andere benachbarte Forschungsgebiete völlig neue Forschungsziele eröffnet. Ihr individueller und didaktisch ansprechender Vortragsstil ist unverwechselbar und überträgt ihren Enthusiasmus auf Mitarbeiter und Studenten bis hin zu fachfremdem Publikum.“

Die Auszeichnung wird im März 2015 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.

2014

© www.polymerphysik.uni-freiburg.de/abb/fotos/strobl

Prof. Dr. Gert Strobl
Universität Freiburg

„Für seine außergewöhnlichen Leistungen zum Verständnis und in der Verbreitung wissen-schaftlicher Erkenntnisse im Bereich der Physik der Polymere und der Weichen Materie. Seine Lehrbücher leisten seit vielen Jahren einen wesentlichen Beitrag in der universitären Lehre. Darüber hinaus zeigen seine wissenschaftlichen Beiträge eine besondere Ausstrahlung auf die Chemie und die angewandten Wissenschaften im Bereich der Polymere.“

Die Auszeichnung wird im März 2014 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.

2013

© http://idw-online.de/pages/de/newsimage?id=35816&size=screen

Prof. Dr. Michael Vollmer
FH Brandenburg

„Für seine außergewöhnlichen Leistungen in der Verbreitung von neuer, physikalischer Erkenntnis. Aufbauend auf seinen langjährigen Erfahrungen auf dem Gebiet der Laserspektroskopie hat sich Herr Vollmer in dem Forschungsgebiet der atmosphärischen Optik und der Infrarotthermographie zu einem herausragenden Wissenschaftler entwickelt. Mit dem Preis wird sein hohes persönliches Engagement und der Erfolg bei zahlreichen Vorträgen für die Öffentlichkeit und der Organisation von vielen Lehrerfortbildungen auf nationaler und internationaler Ebene gewürdigt.“

Die Auszeichnung wird im März 2013 während der DPG-Jahrestagung in Dresden überreicht.

2012

© http://didaktik.physik.fu-berlin.de/home/nordmeier.html

Prof. Dr. Volkhard Nordmeier
Freie Universität Berlin

„Für seine weithin sichtbare didaktische Forschung im Bereich der modernen Physik, sowie das außergewöhnliche und langjährige Engagement für die Lehreraus- und -weiterbildung. Darüber hinaus hat er sich besondere Verdienste erworben mit der Schaffung der internetbasierten Zeitschrift PhyDid A als einer etablierten Plattform für die fachdidaktische Forschung.“

Die Auszeichnung wird im März 2012 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.

2011

© IBM Research - Zurich

Dr. Gerhard Meyer
IBM Research Zurich

„Für seine bahnbrechenden Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Rastersondenmikroskopie und -spektroskopie. Seine Experimente ermöglichen die Veranschaulichung chemischer Prozesse. Die Arbeiten umfassen die Abbildung von Molekülorbitalen und die gezielte Manipulationen auf atomarer Skala. Seine eindrucksvollen Ergebnisse stellen einen weiteren Schritt dar, die Welt der Atome begreifbarer zu machen, und haben inzwischen Eingang in Standardlehrbücher gefunden.“

Die Auszeichnung wird im März 2011 während der DPG-Jahrestagung in Dresden überreicht.

2010

© privat

Prof. Dr. Ulrich Platt
Universität Heidelberg

„Für seine hervorragenden Verdienste bei der Entwicklung des DOAS-Verfahrens zur atmosphärischen Spektroskopie. Dieses erlaubt die räumlich aufgelöste Messung fast aller für die Atmosphärenchemie relevanten Spurenstoffe mit sehr hoher Genauigkeit. Der Einsatz des DOAS-Verfahrens für die Fernerkundung hat die Entwicklung von Atmosphärenmodellen revolutioniert.“

Die Auszeichnung wird im März 2010 während der DPG-Jahrestagung in Hannover überreicht.

2009

© privat

Harald Rose
TU Darmstadt

„Für seine herausragenden Verdienste in der Entwicklung aberrationskorrigierter Elektronenmikroskope“

Die Auszeichnung wird im März 2009 während der DPG-Jahrestagung in Dresden überreicht.

2008

© privat

Prof. Dr. Hans-Joachim Schlichting
Westfälische Wilhelms-Universität Münster

„Herr Prof. Schlichting hat besondere Verdienste bei der Elementarisierung moderner Phänomene der Physik. Er widmete sich der Entwicklung von Unterrichtskonzepten zur Thermodynamik, zur nichtlinearen Dynamik und zur Optik. Es standen irreversible Prozesse und Energiedissipation, Chaos und Selbstorganisation sowie optische Naturphänomene im Mittelpunkt seines Interesses. In Bezug auf die Popularisierung der Physik brillierte er mit der Entwicklung und Verbreitung von Freihandexperimenten zu physikalischen Phänomenen des Alltags. Hervorzuheben sind seine Aktivitäten als Lehrbuchautor und im Bereich der Lehrerfortbildung.“

Die Auszeichnung wird im März 2008 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.

2007

© Uni Bonn

Prof. Dr. Dieter Meschede
Universität Bonn

„Für seine langjährige innovative und international anerkannte wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der optischen Atom- und Molekülphysik und gegenwärtig der Quanteninformationsverarbeitung. Herr Meschede hat Pionierarbeiten zum Ein-Atom-Maser, zur Resonator-Quantenelektrodynamik, zur Manipulation einzelner kalter Atome und zur Atomlithographie geleistet. Darüber hinaus hat er sich vielfältig erfolgreich engagiert, physikalisches Wissen mit Lehrbüchern zu vermitteln und die breite Öffentlichkeit für die Physik zu begeistern.“

Die Auszeichnung wird im März 2007 während der DPG-Jahrestagung in Düsseldorf überreicht.

2006

© MPIPKS

Prof. Dr. Frank Jülicher
MPI für Physik komplexer Systeme, Dresden

„In Würdigung seiner Arbeiten auf dem Gebiet der Biophysik. Herr Jülicher hat moderne theoretische Konzepte der nichtlinearen Dynamik auf hochaktuelle biologische Phänomene angewendet. Die Arbeiten haben enormes Potential für die weitere Forschung zur Aufklärung zellulärer Vorgänge und strahlen somit weit in den Bereich der Biologie und Medizin aus.“

Die Auszeichnung wird im März 2006 während der DPG-Jahrestagung in München überreicht.

2005

Prof. Dr. Dr. Volker Dose
MPI für Plasmaphysik, Garching

„für seine herausragenden interdisziplinären Beiträge zur Physik des atomaren und molekularen Wasserstoffs, zur Elektronenbandstruktur des Festkörpers sowie zur Bayes'schen Wahrscheinlichkeitstheorie. Diese ermöglicht als Werkzeug der Datenanalyse die Interpretation selbst fehlerhafter und unvollständiger Informationen. "Eine Anwendung des gesunden Menschenverstands mithilfe geeigneter Rechenvorschriften", so Dose, der in zahlreichen Arbeiten die Methoden der Bayes'schen Statistik auf ein breites Spektrum unterschiedlichster Problembereiche angewandt hat. Diese reichen von der Plasmaphysik über die Röntgenastronomie bis hin zur Klimaforschung.“

2004

Hans-Joachim Wilke
TU Dresden

„Der Physik-Didaktiker hat sich um die klassische Experimentierkultur zur Vermittlung physikalischer Sachverhalte verdient gemacht. Wilke hat in hervorragender Weise zu einer attraktiven Physikausbildung beigetragen und begeistert mit seinen Vorführungen ein breites Publikum. Die Markenzeichen seiner Vorträge sind spektakuläre Experimente mit "Aha-Effekt".“

Die Auszeichnung wird im März 2004 während der Physikertagung in München überreicht.

2003

Prof. Dr. Klaas Bergmann

2002

Hanns Ruder

„In Würdigung seiner herausragenden Verdienste um die didaktische Vermittlung komplexer physikalischer Probleme, insbesondere aus der Astrophysik.“

Die Auszeichnung wird im März 2002 in Leipzig überreicht.

2001

Werner Martienssen

2000

Prof. Dr. Dietrich Menzel

1999

Prof. Dr. Dr. Herbert Welling

1998

Prof. Dr. Franz Bader

1997

Dr. Anton Oed

1996

Prof. Dr. Wolfgang Helfrich

Martin Schadt

1995

Wolfgang Eisenmenger

1994

Gustav Gerber

1993

Prof. Dr. Bruno Lüthi

1992

Hans-Christoph Siegmann

1990

Prof. Dr. Peter E. Toschek

1989

Prof. Dr. Wolfgang Paul

1988

Hans-Herbert Gutbrod

Prof. Dr. Reinhard Stock

1987

Dr. Johannes Bednorz

Karl Alex Müller

1982

Wilfried Kuhn

1981

Karl Hecht

1980

Roman Sexl