Preisträgerinnen und Preisträger

Der Gustav-Hertz-Preis soll eine hervorragende, kürzlich abgeschlossene Arbeit eines oder mehrerer junger Physiker/innen auszeichnen und so dem Ansporn des Nachwuchses dienen. Dabei soll die auszuzeichnende Arbeit aus den Gebieten der experimentellen oder theoretischen Physik stammen, einen gewissen Abschluss zeigen und neue Erkenntnisse enthalten. "Erkenntnis" wird dabei nicht allein im Sinne der Grundlagen verstanden, sondern es werden auch Ergebnisse im Sinne der Anwendung und Praxis gewertet. Als "junge Physiker/innen" werden auch solche mit abgeschlossener Promotion und in besonderen Fällen mit abgeschlossener Habilitation verstanden, sofern ihnen zum Zeitpunkt des Vorschlags kein Angebot einer Lebensstellung als Hochschullehrer/in oder einer leitenden Stellung in einem hochschulfreien Forschungsinstitut oder in der Industrie vorliegen.

2019

PD Dr. Svend-Age Biehs

Institut für Physik Universität Oldenburg

„für seine wesentlichen Beitra¨ge zum Versta¨ndnis des nahfeldinduzierten Strahlungswa¨rmetransports, insbesondere des Nahfeld-Wa¨rmemikroskops. Sein Beitrag zur Entwicklung eines thermischen Transistors sowie die Entdeckung der thermischen Bistabilita¨t sind von großer Bedeutung. Daru¨ber hinaus sind seine Untersuchungen zur Super-Planckschen-Strahlung hyperbolischer Metamaterialien wegweisend.“

Svend-Age Biehs leistete eine Fülle bahnbrechender Beiträge zu den theoretischen Grundlagen sowie zukünftigen Anwendungen thermischer Nahfeld-Effekte. Seine Theorie des Nahfeld-Raster-Wärmemikroskops, seine Arbeiten zur Super-Planckschen-Strahlung hyperbolischer Metamaterialien und seine brillanten Ideen zur Entwicklung logischer Elemente auf der Grundlage der Nahfeld-Wärmestrahlung erlangten hohe internationale Anerkennung.

Svend-Age Biehs, geboren in Halle (Saale), studierte Physik und promovierte in Oldenburg. Nach zweijährigem Aufenthalt am Institute d'Optique in Palaiseau in der Gruppe von Jean-Jacques Greffet kehrte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter nach Oldenburg zurück, wo er sich 2014 habilitierte und inzwischen als Heisenberg-Stipendiat sein eigenes Team aufbaut.

Die Auszeichnung wird im März 2019 während der DPG-Jahrestagung in Rostock überreicht.

2018

Dr. Lavinia Heisenberg

„Für ihre bahnbrechenden Beiträge zur Entwicklung von Gravitationstheorien. Mit ihren Arbeiten insbesondere zu einer Proca-ähnlichen Lagrangedichte für Vektorfelder und zu deren kosmologischer Relevanz hat sie eine neue Richtung für die Gravitationsforschung eröffnet.“

Lavinia Heisenberg wird für ihre bahnbrechenden Beiträge zur Entwicklung von Gravitationstheorien mit dem Gustav-Hertz-Preis ausgezeichnet. Mit ihren Arbeiten insbesondere zu einer verallgemeinerten, Proca-ähnlichen Lagrangedichte für Vektorfelder auf gekrümmten Raumzeiten und zu deren kosmologischer Relevanz hat sie eine neue Richtung für die Gravitationsforschung eröffnet. Darüber hinaus bearbeitet sie ein weites Spektrum kosmologischer und gravitationstheoretischer Probleme.

Lavinia Heisenberg studierte Physik an der Universität Heidelberg und wurde 2014 an der Universität Genf mit einer mehrfach ausgezeichneten Dissertation über alternative Gravitationstheorien promoviert. Von Genf aus ging sie zunächst als Postdoc an das Nordic Institute for Theoretical Physics (Nordita) und das Oskar Klein Centre in Stockholm und wechselte als Nominated Junior Fellow an das Institute for Theoretical Studies der ETH Zürich.

2017

Prof. Dr. Dennis Meier

„Dennis Meier untersuchte die physikalischen Eigenschaften von Domänenwänden in Multiferroika. Er konnte außergewöhnliche elektronische Phänomene zeigen, welche an Domänenwänden auftreten, und diese als neuartige funktionale Grenzflächen darstellen. Im Gegensatz zu gewachsenen Grenzflächen sind Domänenwände beweglich, was von immenser Bedeutung für die Nutzbarmachung von Multiferroika ist. In Würdigung dieser hervorragenden Arbeiten verleiht die Deutsche Physikalische Gesellschaft Herrn Prof. Dr. Dennis Meier den Gustav-Hertz-Preis 2017.“

Verleihung des Gustav-Hertz-Preises für seine richtungsweisenden Arbeiten zu Domänenwänden in Multiferroika. Durch die von ihm nachgewiesenen besonderen magnetischen und elektrischen Eigenschaften stellen sich diese Wände als eine neuartige Form funktionaler oxidischer Grenzfläche dar. Im Gegensatz zu gewachsenen Grenzflächen sind Domänenwände jedoch beweglich, was von immenser Bedeutung für die Nutzbarmachung von Multiferroika ist.

Dennis Meier studierte Physik an der Universität zu Köln und promovierte als Physiker im Jahr 2010 an der Universität Bonn. Danach forschte er als Feodor-Lynen Stipendiat der Alexander von Humboldt-Gesellschaft an der UC Berkeley in den USA. Ab 2013 arbeitete er als Gruppenleiter an der ETH Zürich, wo er 2015 habilitiert wurde. Seit 2016 ist er Associate Professor und Onsager Fellow an der NTNU in Trondheim, Norwegen.

2016

Dr. Peter Keim

„für seine herausragenden Leistungen zur Beobachtung der Langzeitdynamik in zweidimensionalen, kolloidalen Modellsystemen, insbesondere zum Nachweis des Kibble-Zurek-Mechanismus.“

2015

Dr. Thomas Bretz

„in Anerkennung ihrer entscheidenden Beiträge zur Entwicklung und Anwendung von halbleiterbasierten Photovervielfachern bei Cherenkov-Detektoren in der Gamma-Astronomie.“

Dr. Daniela Dorner

„für ihre mutige und entschlossene Arbeit am erfolgreichen „First Avalanche Photodiode Telescope“ (FACT) Projekt , durch die sie einen originellen und zukunftsweisenden Impuls für die Weiterentwicklung der Astroteilchenphysik gegeben und einer neuen Technologie zum Durchbruch verholfen haben. Damit haben sie ein Fenster zur kontinuierlichen Beobachtung der Variabilität der Gammastrahlung von aktiven Galaxienkernen geöffnet.“

2014

PD Dr. Till Nikolaij Jahnke

„Für seine bahnbrechenden experimentellen Untersuchungen zur langreichweitigen Van-der-Waals-Wechselwirkung in Molekülen, insbesondere für seine Arbeiten zum interatomaren Coulomb-Zerfall.“

7.500,00 EUR

2013

Dr. Eleftherios Goulielmakis

„in Würdigung seiner herausragenden Beiträge auf dem Feld der Attosekunden-Physik, insbesondere für seine eigenständigen Experimente der jüngsten Zeit zur Erzeugung der kürzesten Pulse weicher Röntgenstrahlung, ihre Anwendung zur zeitaufgelösten Messung von Elektronendynamik und die Kontrolle von Lichtfeldern auf der Attosekundenskala. Diese Arbeiten eröffnen neue Wege zur Kontrolle der Materie auf nanoskopischer Skala mit bislang unerreichter Präzision.“

2012

Aldo Antognini

„In Würdigung ihres entscheidenden Beitrags zur Präzisionsmessung der Lambshift in myonischem Wasserstoff. Sie haben damit maßgeblich weitere experimentelle und theoretische Untersuchungen zur Struktur des Protons und der Quantenelektrodynamik gebundener Systeme initiiert.“

Prof. Dr. Randolf Pohl

„In Würdigung ihres entscheidenden Beitrags zur Präzisionsmessung der Lambshift in myonischem Wasserstoff. Sie haben damit maßgeblich weitere experimentelle und theoretische Untersuchungen zur Struktur des Protons und der Quantenelektrodynamik gebundener Systeme initiiert.“

2011

Dr. Jörn Dunkel

„in Anerkennung seiner bahnbrechenden Arbeiten zur Statistischen Physik, insbesondere zur Vereinheitlichung von Spezieller Relativitätstheorie und Thermodynamik“

2010

Dr. Thomas Pohl

„für die theoretische Beschreibung der Formation von Anti-Wasserstoff in hohen Magnetfeldern und der damit verbundenen Schaffung der Grundlage für zukünftige Experimente mit Antiwasserstoff im Grundzustand“

2009

Prof. Dr. Roland Wester

„Für die Abbildung der Dynamik bei Ionen-Molekül-Reaktionen. Mit der kinematisch vollständigen Bestimmung des Ablaufs der nukleophilen Substitution ist ihm ein Durchbruch im Verständnis der physikalischen Prozesse von chemischen Reaktionen gelungen. Hierbei hat er zudem einen neuen dynamischen Reaktionskanal entdeckt.“

2008

Gabriel Martínez Pinedo

„Herr Martínez Pinedo hat einen neuen astrophysikalischen Prozess zur Synthese von Elementen in Sternen entdeckt: den Neutrino-Proton-Prozess. Er hat damit eines der ältesten Probleme auf dem Gebiet der Elemententstehung prinzipiell gelöst und auf elegante Weise eine Verbindung zu astronomischen Beobachtungen hergestellt.“

2007

Prof. Dr. Matias Bargheer

„Herr Matias Bargheer hat wesentliche Beiträge für die Entwicklung der Röntgen-Beugung im Femtosekunden-Bereich geleistet und mit dieser Methode kohärente Phononenoszillationen in Echtzeit beobachtet. Ihm gelang damit die Aufklärung der lange kontrovers diskutierten Anregungsmechanismen von optischen Phononen in Halbleiter-Übergittern.“ “

2006

Prof. Dr. Hartmut Abele

„für Untersuchungen fundamentaler Wechselwirkungen durch Präzisionsmessungen mit kalten und ultrakalten Neutronen zur Überprüfung des Standardmodells der Elementarteilchenphysik im elektroschwachen Sektor und zur Untersuchung der Gravitation bei extrem kurzen Distanzen und im Quantenbereich.“

2005

Prof. Dr. Markus Drescher

„für seine bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der Erzeugung und Charakterisierung von Attosekunden-Strahlungspulsen und deren Anwendung in der Elektronenspektroskopie. Drescher entwickelte ein Messverfahren, bei dem die Elektronenemissionen eines atomaren Augerzerfalls mithilfe eines Laserpulses abgetastet werden. Wie ein Diskobesucher auf der Tanzfläche werden die Elektronen durch den Laser stroboskopisch "angeblitzt". Die Verschlusszeiten dieser atomaren Kamera liegen dabei im Attosekunden-Bereich (Attosekunde = trillionstel Sekunde) und ermöglichen eine zeitliche Verfolgung der Elektronenbewegung.“

2004

Prof. Dr. Klaus Blaum

„Für seine hervorragenden Arbeiten über die Massenbestimmung instabiler Atomkerne. Blaum perfektionierte das so genannte ISOLTRAP-Experiment, das am europäischen Teilchenlabor CERN in der Abteilung ISOLDE betrieben wird. Das Experiment untersucht geladene Atome (Ionen) mit Hilfe so genannter Fallen. Blaum erweiterte den Messaufbau um eine "Kohlenstoffcluster-Quelle". Dank dieser Eichapparatur ist es erstmals möglich, Kernmassen entlang des gesamten Periodensystems der Elemente bzw. der Nuklidkarte präzise zu messen. Kernmassen geben unter anderem Aufschluss über die "Schwache Wechselwirkung" - eine der fundamentalen Naturkräfte - sowie über die Entstehung der chemischen Elemente im Inneren der Sterne.“

2003

Prof. Dr. Christoph Keitel

2002

Prof. Dr. Michael Bonitz

2001

Prof. Dr. Thomas Dekorsy

2000

Gunter M. Schütz

1999

Prof. Dr. Elke Scheer

1998

Prof. Dr. Martin Holthaus

1997

Wolfgang Ketterle

1996

Prof. Dr. Jürgen Köhler

Prof. Dr. Jörg Wrachtrup

1995

Walter Metzner

1994

Markus Horst Donath

1993

Dieter Wintgen