Preisträgerinnen und Preisträger

Die Max-Planck-Medaille ist die höchste Auszeichnung der DPG für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der theoretischen Physik.

2019

Prof. Dr. Detlef Lohse

Department of Physics – Physics of Fluids University of Twente, Enschede, Niederlande

„in Würdigung seiner bedeutenden theoretischen Beiträge zum Verständnis der Einzelblasen-Sonolumineszenz sowie zur Physik turbulenter Strömungen.“

Detlef Lohse hat mit herausragenden Arbeiten zur Theorie des fluiden Zustandes die moderne Hydrodynamik wesentlich beeinflusst. Insbesondere löste er das physikalische Rätsel der Sonolumineszenz von Einzelblasen, und er entwickelte (mit Siegfried Großmann) die führende Theorie für den Übergang zu turbulenter thermischer Konvektion. Seine Arbeiten über Tropfen und Blasen auf mikroskopischer Ebene kamen u.a. in Tintenstrahldruckern und bei Kontrastmitteln in der Herz-Ultraschalldiagnostik zur Anwendung.

Detlef Lohse (geb. 1963) studierte Physik in Kiel und Bonn und promovierte 1992 in Marburg. Seit 1998 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Physics of Fluids am Department of Applied Physics der University of Twente, Niederlande. Lohse wurde schon mehrfach hoch ausgezeichnet (u.a. Spinoza und Balzan Prize). Er ist Mitglied der Nationalen Akademie Leopoldina und der Royal Dutch Academy of Science.

Die Auszeichnung ist undotiert und besteht aus einer Goldmedaille und einer auf Pergament handgeschriebenen Urkunde, die im März 2019 während der DPG-Jahrestagung in Rostock überreicht werden.

2018

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. J. Ignacio Cirac

„… für seine herausragenden Beiträge auf dem Gebiet der Quanteninformationstheorie und Quantenoptik.“

J. Ignacio Cirac hat grundlegende Beiträge zur Quanteninformation und Quantenoptik geleistet. Seine Forschungsarbeiten umfassen ein breites wissenschaftliches Spektrum, das von theoretisch-mathematischen Themen der Quanteninformation und Quantenvielteilchenphysik bis hin zu Fragen der Implementierung durch quantenoptische Systeme reicht. Hierzu gehören insbesondere seine Vorschläge eines Quantencomputers mithilfe gespeicherter Ionen, von Quantensimulatoren mit kalten Atomen in optischen Gittern und von Quantenkommunikation in quantenoptischen Netzwerken. Seine theoretischen Arbeiten waren wegweisend für die experimentellen Entwicklungen in der Atomphysik und Quantenoptik.

J. Ignacio Cirac, Jahrgang 1965, studierte an der Universidad Complutense de Madrid (Spanien) und promovierte dort im Jahr 1991. Von 1991 bis 1996 war er „Profesor Titular de Universidad“ an der Universität in Castilla-La Mancha (Spanien) und von 1996 bis 2001 Professor für Theoretische Physik an der Universität Innsbruck (Österreich). Seit 2001 ist er Direktor der Theorie-Abteilung des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik in Garching und seit 2002 zusätzlich Honorarprofessor am Physik-Department der Technischen Universität München. Er wurde für seine wissenschaftlichen Leistungen bereits mehrfach mit hohen Preisen ausgezeichnet – unter anderem mit dem 6th International Quantum Communication Award (2006), dem Carl Zeiss Research Award (2009), der Benjamin Franklin Medal (2010), der Niels Bohr Institute Medal of Honor (2013) und dem Wolf-Preis (2013).

2017

Prof. Dr. Herbert Spohn

„In Würdigung seiner bedeutenden Beiträge zur Statistischen Physik hinsichtlich der Aufklärung des Übergangs von mikroskopischer Physik zu makroskopischem Verhalten.“

2016

Prof. Dr. Herbert Wagner

„in Würdigung seiner grundlegenden Beiträge zur Theorie der Phasenübergänge – insbesondere in niederdimensionalen, magnetischen Systemen – und der Dynamik kritischer Phänomene.“

2015

Prof. Dr. Viatcheslav F. Mukhanov

„In Würdigung seiner grundlegenden Beiträge zur Kosmologie und insbesondere zur Strukturbildung aufgrund von Quantenfluktuationen im frühen Universum.“

2014

Prof. Dr. David Ruelle

„„Für seine grundlegenden Beiträge zur relativistischen Quantenfeldtheorie, statistischen Mechanik und Theorie der dynamischen Systeme mit Anwendungen auf das Problem des Einsetzens von Turbulenz.““

2013

Prof. Dr. Werner Nahm

„für seine wichtigen Arbeiten über magnetische Monopol-Lösungen in Yang-Mills-Theorien und seine Klassifizierung der für die String-Theorien wichtigen modularen Partitionsfunktionen und der Super-Lie-Algebren.“

Goldmedaille, Pergament

2012

Prof. Dr. Martin Zirnbauer

„„Für seine bedeutenden Beiträge zur Verknüpfung von Supersymmetrie und Zufallsmatrizen und deren Anwendungen in Kernen, ungeordneten mesoskopischen Systemen und chaotischen Quantensystemen, sowie zu anderen Gebieten der mathematischen Physik.““

2011

Prof. Dr. Giorgio Parisi

„„für seine bedeutenden Beiträge in der theoretischen Elementarteilchenphysik und Quantenfeldtheorie und der Statistischen Physik, insbesondere von Systemen mit eingefrorener Unordnung, vor allem Spingläser““

2010

Prof. Dr. Dieter Vollhardt

„„In Würdigung seiner bedeutenden Beiträge zur Ableitung einer neuen Meanfield-Theorie korrelierter Quantensysteme und zum Verständnis von Vielteilchenproblemen in der Quantentheorie kondensierter Materie“ “

2009

Prof. Dr. Robert Graham

„„Prof. Graham hat sehr bedeutende Beiträge zu den Gebieten der Quantenoptik geliefert, der Statistischen Mechanik offener stationärer Systeme außerhalb des thermodynamischen Gleichgewichts, der Quantenflüssigkeiten und Quantengase sowie des Quantenchaos. Darüber hinaus hat er auch Quantenaspekte der Kosmologie behandelt.“ “

2008

Prof. Dr. Detlev Buchholz

„„für seine herausragenden Beiträge zur Quantenfeldtheorie““

2007

Prof. Dr. Joel L. Lebowitz

„„für seine bedeutenden Beiträge zur statistischen Physik der Gleichgewichts- und Nicht-Gleichgewichtssysteme, insbesondere für seine Beiträge zur Theorie der Phasenübergänge, der Dynamik unendlicher Systeme und der stationären Zustände im Nicht-Gleichgewicht. Ferner wird er dafür gewürdigt, dass er an vorderster Front neue Strömungen des Fachs gefördert und mit großer Begeisterung mehrere Generationen von Wissenschaftlern an das Gebiet herangeführt hat.“ “

2006

Prof. Dr. Wolfgang Götze

„für seine bedeutenden Beiträge zur Theorie der kondensierten Materie, insbesondere zur Entwicklung der Moden-Kopplungstheorie und ihre erfolgreiche Anwendung auf das Verständnis des Glasübergangs.“

2005

Prof. Dr. Peter Zoller

„für seine bedeutenden Beiträge auf dem Gebiet der Quantenoptik, insbesondere der Wechselwirkung von Laserlicht mit Atomen. Besonders hervorzuheben sind seine Arbeiten zur Erreichung langer Kohärenzzeiten in Quantencomputern mittels kalter Ionen in einer linearen Falle und zum ultrakalten Bosonengas im optischen Gitter (Bose-Hubbard-System). “

2004

Prof. Dr. Klaus Hepp

„Für seine bedeutenden Beiträge zur Quantenfeldtheorie und Laserphysik sowie für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Neurowissenschaften. Der gebürtige Kieler mit Schweizer Pass hat seit den 1970ern die Informationsverarbeitung des menschlichen Gehirns erforscht - insbesondere das Zusammenspiel zwischen Seh-, Bewegungssinn und Augenbewegung. Diese neuronale Abstimmung versagt bei Menschen mit Gleichgewichtsstörungen, auch bei Seekranken ist sie aus dem Takt geraten.“

2003

Martin Gutzwiller

2002

Jürgen Ehlers

2001

Prof. Dr. Jürg Fröhlich

2000

Prof. Dr. Martin Lüscher

1999

Prof. Dr. Pierre Hohenberg

1998

Raymond Stora

1997

Gerald Brown

1996

Ludwig Faddejew

1995

Prof. Dr. Dr. Siegfried Großmann

1994

Hans-Jürgen Borchers

1993

Prof. Dr. Kurt Binder

1992

Prof. Dr. Elliott Lieb

1991

Wolfhart Zimmermann

1990

Prof. Dr. Dr. Hermann Haken

1989

Bruno Zumino

1988

Valentine Bargmann

1987

Julius Wess

1986

Prof. Dr. Franz Wegner

1985

Yoichiro Nambu

1984

Res Jost

1983

Nicholas Kemmer

1982

Prof. Dr. Hans-Arwed Weidenmüller

1981

Kurt Symanzik

1979

Markus Fierz

1978

Paul Ewald

1977

Walter Thirring

1976

Ernst Stueckelberg

1975

Gregor Wentzel

1974

Léon van Hove

1973

Nikolai Bogolubov

1972

Herbert Fröhlich

1970

Rudolf Haag

1969

Freeman Dyson

1968

Walter Heitler

1967

Harry Lehmann

1966

Gerhart Lüders

1964

Samuel Goudsmit

George Uhlenbeck

1963

Rudolf Peierls

1962

Ralph Kronig

1961

Eugene Wigner

1960

Lew Landau

1959

Oskar Klein

1958

Wolfgang Pauli

1957

Carl-Friedrich von Weizsäcker

1956

Victor Weisskopf

1955

Hans Bethe

1954

Enrico Fermi

1953

Walther Bothe

1952

Paul Dirac

1951

James Franck

Gustav Hertz

1950

Peter Debye

1949

Otto Hahn

Lise Meitner

1948

Max Born

1944

Walther Kossel

1943

Friedrich Hund

1942

Pascual Jordan

1938

Louis de Broglie

1937

Erwin Schrödinger

1933

Werner Heisenberg

1932

Max von Laue

1931

Arnold Sommerfeld

1930

Bohr Niels

1929

Max Planck

Albert Einstein