Preisträgerinnen

Der Hertha-Sponer-Preis wird für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Physik an eine Wissenschaftlerin vergeben. Der Preis soll vor allem jüngere Wissenschaftlerinnen durch öffentliche Auszeichnung ermutigen und so mehr Frauen für die Physik gewinnen.

2020

© DESY

Dr. Priscilla Pani
DESY

„Für ihre essenziellen Beiträge zur Suche nach dunkler Materie am LHC. Die von ihr geleitete ATLAS-Analyse hat Signaturen dunkler Materie in verschiedenen Modellen untersucht und so neue Grenzen gesetzt, u.a. in Theorien mit Higgs-Bosonen außerhalb des Standardmodells. “

Priscilla Pani hat im Rahmen der ATLAS-Kollaboration als Analysekoordinatorin die Suche nach dunkler Materie am LHC in den Kanälen mit Top- und Bottom-Quarks und die Veröffentlichung der Resultate dieser Analyse geleitet. Sie hat als Haupteditorin auch die kohärente Reinterpretation aller ca. 20 Analysen bei ATLAS, die direkt oder indirekt auf dunkle Materie sensitiv sind, vorangetrieben und darin speziell zur Untersuchung von Modellen mit erweitertem Higgs-Sektor beigetragen.

Priscilla Pani hat an der Universität Rome I Physik studiert und Abschlüsse im Bachelor (2008) und Master (2010) mit Auszeichnung bestanden. Sie wurde dann am niederländischen Forschungszentrum NIKHEF, Amsterdam, als Mitglied der ATLAS-Kollaboration in 2014 promoviert. Nach Postdoc-Zeiten an der Universität Stockholm und am CERN ist sie seit 2018 Leiterin einer Helmholtz-Nachwuchsgruppe bei DESY am Standort Zeuthen.

Die Auszeichnung wird im März 2020 während der DPG-Jahrestagung in Bonn überreicht.

2019

© Konrad Gös, Heidelberg

PD Dr. Adriana Pálffy-Buß
Abteilung für Theoretische Physik, Max-Planck-Institut für Kernphysik

„Für ihre wegweisenden theoretischen Berechnungen der Wechselwirkung hochenergetischer Strahlung mit Atomkernen basierend auf Quanteneffekten. Diese Vorhersagen der sogenannten starken Kopplung sind hochrelevant für nanoskopische Systeme in der Röntgenquantenoptik.“

Adriana Pálffy-Buß hat in einer Reihe von Pionierarbeiten theoretisch untersucht, wie man Atomkerne für neuartige Anwendungen in der Röntgenquantenoptik verwenden kann. Ihre Vorhersagen über die verstärkte Wechselwirkung zwischen Strahlung und Atomkernen, der sogenannten starken Kopplung, welche in der Quantenoptik als Grundstein vieler Quanteneffekte bekannt ist, wurden vor kurzem experimentell in nanoskopischen Systemen bestätigt.

Adriana Pálffy-Buß hat an der Universität Bukarest Physik studiert und wurde 2006 an der Justus-Liebig-Universität Gießen promoviert. Nach Forschungsaufenthalten in Großbritannien wurde sie 2014 an der Universität Heidelberg habilitiert. Seit 2016 leitet sie eine Minerva-Gruppe der Max-Planck-Gesellschaft am MPI für Kernphysik in Heidelberg.

Die Auszeichnung wird im März 2019 während der DPG-Jahrestagung in Rostock überreicht.

2018

© City-Foto / Köln

Dr. Karin Everschor-Sitte
Universität Mainz

„Für ihre wegweisende Forschung zum theoretischen Verständnis von topologisch geschützten magnetischen Strukturen, den Skyrmionen. Insbesondere entwickelt sie innovative Ansätze zur gezielten Erzeugung von Skyrmionen, die zum Beispiel durch homogene Gleichströme kontrolliert werden können. So werden zukünftige Anwendungen in der Spintronik ermöglicht.“

Karin Everschor-Sitte hat in einer Reihe von Pionierarbeiten theoretisch untersucht, wie man winzige magnetische Wirbel, sogenannte Skyrmionen, erzeugen und bewegen kann. Ähnlich einem Knoten sind Skyrmionen topologisch stabil. Everschor-Sitte konnte zeigen, wie man sie trotzdem durch einen homogenen elektrischen Strom erzeugen kann, wenn man die magnetische Anisotropie lokal gezielt verringert. Diese Idee könnte in neuartigen magnetischen Speicherelementen verwendet werden.

Karin Everschor-Sitte hat an der Universität zu Köln Physik und Mathematik studiert und dort 2009 "mit Auszeichnung" in theoretischer Physik promoviert. Nach einer kurzen Anstellung in München ging sie für zwei Jahre als Postdoc nach Austin (Texas). Seit 2015 ist sie als Postdoc in Mainz und leitet seit Ende 2016 eine Emmy-Noether-Gruppe, die magnetische Skyrmionen und ihr Anwendungspotential untersucht.

Die Auszeichnung wird im März 2018 während der DPG-Jahrestagung in Erlangen überreicht.

2017

© Isabelle Staude

Dr. Isabelle Staude
Friedrich-Schiller-Universität Jena

„In Anerkennung ihres zukunftsweisenden Beitrags zur Grundlagenforschung in der Nanophotonik. Isabelle Staude hat eine neuartige Methode aufgezeigt, welche die umfassende Kontrolle von Lichtfeldern auf nanoskopischen Längenskalen ermöglicht und dabei weitgehend frei von Absorptions- und Streuverlusten ist. Die von ihr gewonnen Erkenntnisse ermöglichen es Forscherinnen und Forschern, bei der Kontrolle von Licht auf der Nanoskala gänzlich neu zu denken, und eröffnen den Weg zur Entwicklung photonischer Komponenten neuartiger Funktionalität.“

Frau Dr. Staude hat einen neuartigen Weg aufgezeigt, welcher die umfassende Kontrolle von Lichtfeldern auf nanoskopischen Längenskalen ermöglicht und dabei weitgehend frei von Absorptions- und Streuverlusten ist. Dies wird durch die Anregung von Mie-Resonanzen elektrischen und magnetischen Charakters in lithographisch hergestellten Silizium-Nanopartikeln erreicht. Die von ihr gewonnen Erkenntnisse eröffnen den Weg zur Entwicklung extrem dünner photonischer Komponenten neuartiger Funktionalität.

Frau Dr. Staude studierte Physik an der Universität Konstanz. 2011 promovierte sie am Karlsruher Institut für Technologie über “Functional Elements in Three-Dimensional Photonic Bandgap Materials“. Als Postdoktorandin an der Australian National University führte sie von 2011 bis 2015 die hier ausgezeichnete Arbeit durch. Zurzeit leitet sie eine Emmy-Noether Nachwuchsgruppe an der Universität Jena.

Die Auszeichnung wird im März 2017 während der DPG-Jahrestagung in Münster überreicht.

2015

© privat

Dr. Ilaria Zardo
Technische Universiteit Eindhoven

„Für herausragende Arbeiten zum Verständnis der Gitterdynamik und elektronischer Bandstrukturen von Halbleiternanodrähten mit Wurtzit- und Zinkblende-Kristallstrukturen. Ihre wegweisende Forschung leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung komplexer Halbleiter-Nanostrukturen für thermo-elektrische Anwendungen.“

Die Auszeichnung wird im März 2015 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.

2014

© privat

Dr. Anne Schukraft
Fermilab, Warrenville (USA)

„Für die bisher genaueste Messung von Myon-Neutrinos mit Energien bis zu 10^15 eV mit dem IceCube- Detektor. Ihre hervorragenden Arbeiten haben den Weg zur Entdeckung von hochenergetischen Neutrinos kosmischen Ursprungs bereitet.“

Die Auszeichnung wird im März 2014 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.

2013

© http://www.desy.de/~kerstin/index.html

Dr. Kerstin Tackmann
DESY Hamburg

„Für ihre herausragenden Arbeiten auf dem Weg zum Nachweis des Higgs-Bosons am Large Hadron Collider (LHC) am CERN. Als führende Wissenschaftlerin hat sie entscheidend zum Nachweis eines neuen Teilchens beim Zerfall in zwei Photonen beigetragen. Dieses neue Teilchen ist ein vielversprechender Kandidat für das Higgs-Boson, mit dem das bestehende Standardmodell der Elementarteilchenphysik komplettiert würde.“

Die Auszeichnung wird im März 2013 während der DPG-Jahrestagung in Dresden überreicht.

2012

© http://www.physik.fu-berlin.de/einrichtungen/ag/ag-franke/index.html

Prof. Dr. Katharina Franke
Freie Universität Berlin

„Für Ihre wegweisenden Arbeiten zum Wechselspiel magnetischer Moleküle mit Supraleitern auf der nano- und mesoskopischen Skala.“

Die Auszeichnung wird im März 2012 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.

2011

© privat

Martina Hentschel
MPI für Physik komplexer Systeme, Dresden

„Für ihre herausragenden theoretischen Arbeiten zu mesoskopischen elektronischen und optischen Systemen, insbesondere zu optischen Mikrokavitäten. Die Resultate ihrer Untersuchungen zur Abstrahlcharakteristik von Mikrolasern wurden experimentell eindrucksvoll bestätigt.“

Die Auszeichnung wird im März 2011 während der DPG-Jahrestagung in Dresden überreicht.

2010

© privat

Na Liu
Uni Stuttgart / Univ. of California at Berkeley

„Für ihre wegweisenden Beiträge zur Herstellung und Charakterisierung dreidimensionaler Metallnanostrukturen“

Die Auszeichnung wird im März 2010 während der DPG-Jahrestagung in Regensburg überreicht.

2009

© privat

Prof. Dr. Corinna Kollath
École Polytechnique, Centre de Physique Théorique, Palaiseau (F)

„Für ihre herausragenden theoretischen Untersuchungen von Nichtgleichgewichtszuständen ultrakalter bosonischer und fermionischer Atomgase“

Die Auszeichnung wird im März 2009 während der DPG-Jahrestagung in Hamburg überreicht.

2008

© FOM-Institute für Atomic and Molecular Physics, Amsterdam

Sylvie Roke
MPI für Metallforschung, Stuttgart

„Frau Roke wird ausgezeichnet für ihre herausragenden experimentellen und theoretischen Arbeiten zur nichtlinearen optischen Streuung an Partikeloberflächen.“

Die Auszeichnung wird im März 2008 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.

2007

© Uni Erlangen-Nürnberg

Dr. Christine Silberhorn
Universität Erlangen-Nürnberg

„Für ihre wegweisenden Arbeiten zur Quantenkommunikation mit kontinuierlichen Variablen.“

Die Auszeichnung wird im März 2007 während der DPG-Jahrestagung in Düsseldorf überreicht.

2006

© privat

Ekaterina Shamonina
Universität Osnabrück

„Aufgrund ihrer herausragenden Beiträge im Gebiet der elektromagnetischen Metamaterialien.“

Die Auszeichnung wird im März 2006 während der DPG-Jahrestagung in München überreicht.

2005

Elena Vedmedenko
Universität Hamburg

„Für ihre herausragenden theoretischen Arbeiten auf dem Gebiet des Magnetismus von Nanostrukturen. Das Verständnis der magnetischen Eigenschaften auf der Nanometerskala spielt eine Schlüsselrolle für die Entwicklung extrem hoher Speicherdichten in der magnetischen Aufzeichnungstechnik. So sind die Fragestellungen des Nanomagnetismus von großer technologischer Bedeutung für Arbeitsfelder wie die "Spintronik" oder "Magnetoelektronik", in denen neueste Konzepte für RAMs und Transistoren untersucht werden.“

Die Auszeichnung wird im März 2005 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.

2004

Dr. Myrjam Winning
RWTH Aachen

„Für ihre bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der Metallurgie und Materialwissenschaften. Im Mittelpunkt ihrer Forschung stehen so genannte Korngrenzen, die sie per Röntgenstrahlung ("Röntgenbeugung") untersuchte. Diese mikroskopischen Strukturen beeinflussen Festigkeit und Elastizität von Werkstoffen.“

Die Auszeichnung wird im März 2004 während der DPG-Jahrestagung in München überreicht.

2003

Uta Fritze-von Alvensleben
Universitätssternwarte Göttingen

„Für ihre Arbeiten zur spektralen und chemischen Entwicklung von Galaxien auf kosmologischen Zeitskalen, insbesondere unter dem Einfluss von Wechselwirkungen.“

Die Auszeichnung wird im März 2003 während der DPG-Jahrestagung in Hannover überreicht.

2002

Prof. Dr. Karina Morgenstern
Freie Universität Berlin

„Für ihre fundamentalen Beiträge zum Verständnis der Wachstumsdynamik von Nanostrukturen auf technischen Oberflächen. “

Die Auszeichnung wird im März 2002 während der DPG-Jahrestagung in Leipzig überreicht.