Preisträgerinnen

Der Hertha-Sponer-Preis wird für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Physik an eine Wissenschaftlerin vergeben. Der Preis soll vor allem jüngere Wissenschaftlerinnen durch öffentliche Auszeichnung ermutigen und so mehr Frauen für die Physik gewinnen.

2019

PD Dr. Adriana Pálffy-Buß

Abteilung für Theoretische Physik Max-Planck-Institut für Kernphysik

„für ihre wegweisenden theoretischen Berechnungen der Wechselwirkung hochenergetischer Strahlung mit Atomkernen basierend auf Quanteneffekten. Diese Vorhersagen der sogenannten starken Kopplung sind hochrelevant für nanoskopische Systeme in der Röntgenquantenoptik.“

Adriana Pálffy-Buß hat in einer Reihe von Pionierarbeiten theoretisch untersucht, wie man Atomkerne für neuartige Anwendungen in der Röntgenquantenoptik verwenden kann. Ihre Vorhersagen über die verstärkte Wechselwirkung zwischen Strahlung und Atomkernen, der sogenannten starken Kopplung, welche in der Quantenoptik als Grundstein vieler Quanteneffekte bekannt ist, wurden vor kurzem experimentell in nanoskopischen Systemen bestätigt.

Adriana Pálffy-Buß hat an der Universität Bukarest Physik studiert und wurde 2006 an der Justus-Liebig-Universität Gießen promoviert. Nach Forschungsaufenthalten in Großbritannien wurde sie 2014 an der Universität Heidelberg habilitiert. Seit 2016 leitet sie eine Minerva-Gruppe der Max-Planck-Gesellschaft am MPI für Kernphysik in Heidelberg.

Die Auszeichnung wird im März 2019 während der DPG-Jahrestagung in Rostock überreicht.

2018

Dr. Karin Everschor-Sitte

„Für ihre wegweisende Forschung zum theoretischen Verständnis von topologisch geschützten magnetischen Strukturen, den Skyrmionen. Insbesondere entwickelt sie innovative Ansätze zur gezielten Erzeugung von Skyrmionen, die zum Beispiel durch homogene Gleichströme kontrolliert werden können. So werden zukünftige Anwendungen in der Spintronik ermöglicht.“

Karin Everschor-Sitte hat in einer Reihe von Pionierarbeiten theoretisch untersucht, wie man winzige magnetische Wirbel, sogenannte Skyrmionen, erzeugen und bewegen kann. Ähnlich einem Knoten sind Skyrmionen topologisch stabil. Everschor-Sitte konnte zeigen, wie man sie trotzdem durch einen homogenen elektrischen Strom erzeugen kann, wenn man die magnetische Anisotropie lokal gezielt verringert. Diese Idee könnte in neuartigen magnetischen Speicherelementen verwendet werden.

Karin Everschor-Sitte hat an der Universität zu Köln Physik und Mathematik studiert und dort 2009 "mit Auszeichnung" in theoretischer Physik promoviert. Nach einer kurzen Anstellung in München ging sie für zwei Jahre als Postdoc nach Austin (Texas). Seit 2015 ist sie als Postdoc in Mainz und leitet seit Ende 2016 eine Emmy-Noether-Gruppe, die magnetische Skyrmionen und ihr Anwendungspotential untersucht.

2017

Dr. Isabelle Staude

„in Anerkennung ihres zukunftsweisenden Beitrags zur Grundlagenforschung in der Nanophotonik. Isabelle Staude hat eine neuartige Methode aufgezeigt, welche die umfassende Kontrolle von Lichtfeldern auf nanoskopischen Längenskalen ermöglicht und dabei weitgehend frei von Absorptions- und Streuverlusten ist. Die von ihr gewonnen Erkenntnisse ermöglichen es Forscherinnen und Forschern, bei der Kontrolle von Licht auf der Nanoskala gänzlich neu zu denken, und eröffnen den Weg zur Entwicklung photonischer Komponenten neuartiger Funktionalität.“

Frau Dr. Staude hat einen neuartigen Weg aufgezeigt, welcher die umfassende Kontrolle von Lichtfeldern auf nanoskopischen Längenskalen ermöglicht und dabei weitgehend frei von Absorptions- und Streuverlusten ist. Dies wird durch die Anregung von Mie-Resonanzen elektrischen und magnetischen Charakters in lithographisch hergestellten Silizium-Nanopartikeln erreicht. Die von ihr gewonnen Erkenntnisse eröffnen den Weg zur Entwicklung extrem dünner photonischer Komponenten neuartiger Funktionalität.

Frau Dr. Staude studierte Physik an der Universität Konstanz. 2011 promovierte sie am Karlsruher Institut für Technologie über “Functional Elements in Three-Dimensional Photonic Bandgap Materials“. Als Postdoktorandin an der Australian National University führte sie von 2011 bis 2015 die hier ausgezeichnete Arbeit durch. Zurzeit leitet sie eine Emmy-Noether Nachwuchsgruppe an der Universität Jena.

2016

2015

Dr. Ilaria Zardo

„für herausragende Arbeiten zum Verständnis der Gitterdynamik und elektronischer Bandstrukturen von Halbleiternanodrähten mit Wurtzit- und Zinkblende-Kristallstrukturen. Ihre wegweisende Forschung leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung komplexer Halbleiter-Nanostrukturen für thermo-elektrische Anwendungen.“

2014

Dr. Anne Schukraft

„für die bisher genaueste Messung von Myon-Neutrinos mit Energien bis zu 10^15 eV mit dem IceCube- Detektor. Ihre hervorragenden Arbeiten haben den Weg zur Entdeckung von hochenergetischen Neutrinos kosmischen Ursprungs bereitet.“

3.000,00 EUR

2013

Dr. Kerstin Tackmann

„für ihre herausragenden Arbeiten auf dem Weg zum Nachweis des Higgs-Bosons am Large Hadron Collider (LHC) am CERN. Als führende Wissenschaftlerin hat sie entscheidend zum Nachweis eines neuen Teilchens beim Zerfall in zwei Photonen beigetragen. Dieses neue Teilchen ist ein vielversprechender Kandidat für das Higgs-Boson, mit dem das bestehende Standardmodell der Elementarteilchenphysik komplettiert würde.“

3.000,00 EUR

2012

Prof. Dr. Katharina Franke

„Für Ihre wegweisenden Arbeiten zum Wechselspiel magnetischer Moleküle mit Supraleitern auf der nano- und mesoskopischen Skala.“

2011

Martina Hentschel

„für ihre herausragenden theoretischen Arbeiten zu mesoskopischen elektronischen und optischen Systemen, insbesondere zu optischen Mikrokavitäten. Die Resultate ihrer Untersuchungen zur Abstrahlcharakteristik von Mikrolasern wurden experimentell eindrucksvoll bestätigt.“

2010

Na Liu

„für ihre wegweisenden Beiträge zur Herstellung und Charakterisierung dreidimensionaler Metallnanostrukturen“

2009

Prof. Dr. Corinna Kollath

„Für ihre herausragenden theoretischen Untersuchungen von Nichtgleichgewichtszuständen ultrakalter bosonischer und fermionischer Atomgase“

2008

Sylvie Roke

„Frau Roke wird ausgezeichnet für ihre herausragenden experimentellen und theoretischen Arbeiten zur nichtlinearen optischen Streuung an Partikeloberflächen.“

2007

Dr. Christine Silberhorn

„für ihre wegweisenden Arbeiten zur Quantenkommunikation mit kontinuierlichen Variablen.“

2006

Ekaterina Shamonina

„aufgrund ihrer herausragenden Beiträge im Gebiet der elektromagnetischen Metamaterialien.“

2005

Elena Vedmedenko

„für ihre herausragenden theoretischen Arbeiten auf dem Gebiet des Magnetismus von Nanostrukturen. Das Verständnis der magnetischen Eigenschaften auf der Nanometerskala spielt eine Schlüsselrolle für die Entwicklung extrem hoher Speicherdichten in der magnetischen Aufzeichnungstechnik. So sind die Fragestellungen des Nanomagnetismus von großer technologischer Bedeutung für Arbeitsfelder wie die "Spintronik" oder "Magnetoelektronik", in denen neueste Konzepte für RAMs und Transistoren untersucht werden.“

2004

Dr. Myrjam Winning

„Für ihre bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der Metallurgie und Materialwissenschaften. Im Mittelpunkt ihrer Forschung stehen so genannte Korngrenzen, die sie per Röntgenstrahlung ("Röntgenbeugung") untersuchte. Diese mikroskopischen Strukturen beeinflussen Festigkeit und Elastizität von Werkstoffen.“

2003

Uta Fritze-von Alvensleben

2002

Prof. Dr. Karina Morgenstern