Preisträgerinnen und Preisträger

Die Stern-Gerlach-Medaille ist die höchste Auszeichnung der DPG für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der experimentellen Physik. Sie wird für Arbeiten aus dem gesamten Bereich der Physik vergeben.

2019

Prof. Dr. Peter Braun-Munzinger

GSI, Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung

Johanna Stachel, Universität Heidelberg, und Peter Braun-Munzinger, GSI Darmstadt, werden für ihre gemeinsam erbrachten, herausragenden Forschungsleistungen in der Hochenergie- Schwerionenforschung geehrt. Nach Bau und Betrieb zentraler Detektoren der ALICE-Kollaboration am CERN gelang ihnen - nach ihrer Vorhersage des Anstiegs der J/Psi-Mesonenzahl als Signal für Deconfinement in heißer Materie - nun in der ALICE Kollaboration der Nachweis dieses Anstiegs.

Peter Braun- Munzinger wurde an der Universität Heidelberg promoviert. Er ging an die Universität Stony Brook, USA, wurde dort zum ordentlichen Professor berufen. Er folgte Mitte der 90er Jahre einem Ruf an die TH Darmstadt und übernahm von Rudolf Bock die Leitung des Bereiches Relativistische Schwerionenexperimente an der GSI und forscht seitdem am CERN. Er ist Träger des Lise-Meitner-Preises der European Physical Society (EPS).

Die Auszeichnung ist undotiert und besteht aus einer Goldmedaille und einer auf Pergament handgeschriebenen Urkunde, die im März 2019 während der DPG-Jahrestagung in Rostock überreicht werden.

Prof. Dr. Johanna Stachel

Physikalisches Institut Universität Heidelberg

Johanna Stachel, Universität Heidelberg, und Peter Braun-Munzinger, GSI Darmstadt, werden für ihre gemeinsam erbrachten, herausragenden Forschungsleistungen in der Hochenergie-Schwerionenforschung geehrt. Nach Bau und Betrieb zentraler Detektoren der ALICE-Kollaboration am CERN gelang ihnen - nach ihrer Vorhersage des Anstiegs der J/Psi-Mesonenzahl als Signal für Deconfinement in heißer Materie - nun in der ALICE Kollaboration der Nachweis dieses Anstiegs.

Johanna Stachel wurde an der Universität Mainz promoviert und ging dann als Postdoktorandin an die Universität Stony Brook, USA. Ihre Entdeckung des hydrodynamischen Flusses der Kernmaterie am Alternating Gradient Synchrotron (AGS) in Brookhaven führte rasch zur ordentlichen Professur. Mitte der 90er Jahre folgte sie einem Ruf an die Universität Heidelberg. Sie war Präsidentin der DPG, erhielt den Lise-Meitner-Preis der European Physical Society (EPS) und ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes.

Die Auszeichnung ist undotiert und besteht aus einer Goldmedaille und einer auf Pergament handgeschriebenen Urkunde, die im März 2019 während der DPG-Jahrestagung in Rostock überreicht werden.

2018

Prof. Dr. Karsten Danzmann

„Für seine entscheidenden Beiträge zur Entwicklung von Gravitationswellendetektoren. Seine bahnbrechenden Arbeiten haben den direkten Nachweis von Gravitationswellen ermöglicht und damit eine neue Ära astrophysikalischer Forschung eingeleitet.“

Karsten Danzmann wird für den erstmaligen direkten Nachweis von Gravitationswellen ausgezeichnet. Dieser Nachweis ist ein gemeinsamer Erfolg der einschlägigen Forschergemeinde weltweit. Nach ersten Versuchen mit tonnenschweren Zylinderantennen-Detektoren wurde ab etwa 1970 der Nachweis durch Laser-Interferometer erforscht. Seit 1990 ist Danzmann maßgeblich an der Entwicklung dieser letztendlich erfolgreichen Detektoren beteiligt, die zum diesjährigen Nobel-Preis geführt haben.

Karsten Danzmann, Jahrgang 1955, studierte Physik in Clausthal und Hannover und promovierte 1980. Nach Tätigkeiten an der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, der Stanford University als Assistant Professor und seit 1990 als Leiter der Gruppe am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching, die das Ziel hatte, Gravitationswellen nachzuweisen, wurde er 1993 Professor in Hannover. Seit 2002 ist er dort Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik.

2017

Prof. Dr. Laurens W. Molenkamp

„für die experimentelle Beobachtung des topologischen Isolatorzustands in HgTe-Quantentöpfen, eines neuen Zustands der kondensierten Materie. Seine bahnbrechenden Arbeiten haben die Basis für das neue Forschungsgebiet der topologischen Quantenmaterialien gelegt und eröffnen faszinierende Anwendungen.“

Laurens W. Molenkamp ist einer der weltweit führenden Experimentalphysiker auf dem Forschungsgebiet des Quantentransports neuartiger Materialen. Hierbei hat er sich insbesondere durch wegweisende Arbeiten zu den physikalischen Eigenschaften topologischer Isolatoren ausgezeichnet. Dieses Forschungsfeld hat durch seine Pionierarbeit, die zur Entdeckung des Quanten Spin Hall Effekts führte, eine stürmische Entwicklung erfahren, die nach wie vor zu wichtigen Erkenntnissen führt.

Laurens W. Molenkamp studierte Chemie an der Universität Groningen in den Niederlanden, wo er im Jahr 1985 in der physikalischen Chemie promoviert wurde. Anschließend verbrachte er zunächst fast zehn Jahre als Wissenschaftler am Philips Forschungslabor in Eindhoven in den Niederlanden. Im Jahr 1994 wurde er zunächst an die RWTH Aachen berufen. Seit 1999 lehrt und forscht er an der Universität Würzburg.

2016

Prof. Dr. Werner Hofmann

„in Würdigung seiner entscheidenden Beiträge zur Etablierung der TeV Gammastrahlungsastronomie, basierend auf der Entwicklung abbildender Cherenkov-Teleskope in den Experimenten HEGRA und H.E.S.S.. Damit wurde ein neues Fenster ins Universum geöffnet und kosmische Quellen extrem hochenergetischer Teilchen entdeckt.“

2015

Prof. Dr. Karl Jakobs

„für seine herausragende Rolle und seinen immensen Einsatz, die zu der epochalen Entdeckung des Higgs-Teilchens führten. Seine Beiträge zur Entwicklung von Detektoren für hochenergetische Teilchenkollisionen sowie seine richtungsweisenden Ideen zu Experimentiertechniken und Analysestrategien bei der Higgs-Suche spielten eine Schlüsselrolle für den überzeugenden Nachweis dieses fundamentalen Teilchens. Diese Entdeckung ist ein Meilenstein für das Verständnis des Aufbaus der Materie.“

2014

Prof. Dr. Gerhard Abstreiter

„Für seine grundlegenden Arbeiten zu niederdimensionalen Elektronensystemen in Halbleiterheterostrukturen und Halbleiternanostrukturen, die die Basis für das Verständnis von Halbleiterquantenstrukturen gelegt haben und Meilensteine für konkrete Anwendungen in heutigen Bauelementen der Mikro- und Nanoelektronik darstellen.“

2013

Prof. Dr. Dieter Pohl

„Für die Entwicklung der optischen Nahfeldmikroskopie. Damit gelang es erstmals, bei mikroskopischen Abbildungen eine räumliche Auflösung weit unterhalb der Beugungsgrenze zu erhalten. Mit diesen Arbeiten hat er das Forschungsgebiet der Nahfeldoptik und die daraus hervorgegangenen Gebiete der Nanooptik, der Plasmonik und der optischen Antennen begründet.“

Prof. Dr. Wolfgang Dieter Pohl

„für die Entwicklung der optischen Nahfeldmikroskopie. Damit gelang es erstmals, bei mikroskopischen Abbildungen eine räumliche Auflösung weit unterhalb der Beugungsgrenze zu erhalten. Mit diesen Arbeiten hat er das Forschungsgebiet der Nahfeldoptik begründet und die daraus hervorgegangenen Gebiete der Nanooptik, der Plasmonik und der optischen Antennen mitbegründet.“

Pergament, Medaille

2012

Prof. Dr. Rainer Blatt

„Für seine Arbeiten auf den Gebieten der Metrologie und Quanteninformationsverarbeitung mit elektromagnetisch gespeicherten Ionenkristallen. Die experimentelle Demonstration grundlegender Bausteine und Algorithmen eines Quantenprozessors, die Teleportation von Quantenzuständen der Materie, die erste Realisierung eines Quantenbytes und die Simulation von Quantensystemen haben neue wissenschaftliche Forschungsgebiete eröffnet und den Weg in eine zukünftige Quantentechnologie gewiesen. “

2011

Prof. Dr. Günter Wolf

„für seine herausragende Rolle bei der Konzeption und Durchführung von Experimenten zur Streuung von Elektronen an Positronen und an Protonen, die unter anderem zur Entdeckung des Gluons, dem Feldquant der starken Wechselwirkung, führten. Seine Entdeckungen haben das Verständnis der fundamentalen Bausteine der Materie entscheidend geprägt. Über viele Jahrzehnte hat Herr Professor Wolf durch seine wegweisende Ideen Schlüsselexperimente der Teilchenphysik initiiert und zum Erfolg geführt. Seine Urteilsfähigkeit und seine Leistungen als Wissenschaftler machen ihn zu einer international hochgeschätzten Persönlichkeit, die für viele junge Physiker zum Vorbild geworden ist.“

2010

Prof. Dr. Horst Schmidt-Böcking

„Die Stern-Gerlach Medaille 2010 wird Herrn Prof. Horst Schmidt-Böcking in Anerkennung seiner bahnbrechenden Leistungen bei der Entwicklung der „Cold Target Recoil Ion Momentum Spectroscopy“ (COLTRIMS)-Methode verliehen. Diese Arbeiten ermöglichten einen völlig neuartigen Einblick in die innere Dynamik von atomaren und molekularen Reaktionen. Die COLTRIMS-Methode und die hieraus hervorgegangenen „Reaktions-Mikroskope“ besitzen in ihrer Anwendung eine enorme Ausstrahlung auch auf viele andere Bereiche der Physik, von der Atom- und Molekülphysik bis hin zur Oberflächenphysik.“

2009

Friedrich Wagner

„Damit sollen seine Arbeiten in der Hochtemperaturplasmaphysik und Fusionsforschung, vor allem die Entdeckung selbstorganisierender Transportbarrieren (H-Mode) gewürdigt werden, die wegweisend für die Beherrschung von Fusionsplasmen sind.“

2008

Prof. Dr. Konrad Kleinknecht

„in Würdigung seiner führenden Rolle in eleganten Präzisionsexperimenten, insbesondere zur Verletzung der CP-Symmetrie im Ko-System. Die Experimente haben Schlüsselinformationen zum Standardmodell der Teilchenphysik geliefert und auch wesentlich zur Kosmologie beigetragen. Diese Errungenschaften basieren nicht zuletzt auf seinen grundlegenden Entwicklungen auf dem Gebiet von Teilchendetektoren.“

2007

Prof. Dr. Peter Grünberg

„in Würdigung seiner Entdeckung der Austauschkopplung in magnetischen Schichtsystemen und dem Riesenmagnetowiderstand. Diese Arbeiten initiierten das Forschungsgebiet Spinelektronik und führten zu revolutionären Fortschritten im Bereich der Magnetspeicher“

2006

Prof. Dr. Erich Sackmann

„in Anerkennung seiner bahnbrechenden Resultate zum Verständnis der Dynamik von Membranen und Biopolymer-Netzwerken, der mechanischen Eigenschaften von Membranen sowie der Zell-Oberflächenwechselwirkung. Damit hat er die Physik der Biosysteme begründet.“

2005

Prof. Dr. Bogdan Povh

„für seine hervorragenden Arbeiten zur starken Wechselwirkung in der komplexen Umgebung von Atom-kernen, insbesondere zur Spektroskopie der Hyperkerne. Povh und seine Mitarbeiter entwickelten die wegweisende Methode der rückstoßfreien Produktion von Hyperonen. Einmal im Atomkern gebunden, können diese Teilchen als "Sonden" zur Untersuchung der Kernbausteine genutzt werden. Povhs Beiträge haben über die Hyperkern-Spektroskopie hinaus in vielfältiger Weise zur Entwicklung der Kern- und Teilchenphysik der vergangenen vierzig Jahre beigetragen.“

2004

Prof. Dr. Frank Steglich

„Für die bahnbrechende Entdeckung einer besonderen Form der Supraleitung ("Schwere-Fermionen-Supraleitung") und seine Beiträge zur Physik der kondensierten Materie, insbesondere zum Magnetismus und zur Supraleitung "stark korrelierter" Elektronensysteme.“

2003

Prof. Dr. Reinhard Genzel

2002

Prof. Dr. Jan Peter Toennies

2001

Prof. Dr. Dr. Achim Richter

2000

Prof. Dr. Theodor W. Hänsch

1999

Prof. Dr. Siegfried Hunklinger

1998

Herbert Walther

1997

Prof. Dr. Peter Armbruster

1996

Heinz Maier-Leibnitz

1995

Prof. Dr. Joachim Trümper

1994

Wolfgang Kaiser

1993

Klaus Winter

1992

Dr. Wolfgang Krätschmer

1991

Walter Mampe

Prof. Dr. Dirk Dubbers

1990

Horst Keller

1989

Manfred Faubel

1988

Erich Gerdau