Saturday Morning Science 2022

Saturday Morning Science ist eine Vortragsreihe junger Studierender der MINT-Fächer in Göttingen in Zusammenarbeit mit dem JungChemikerForum (JCF), der jungen Deutschen Physikalischen Gesellschaft (jDPG), den Fachgruppen der Biologie und Geowissenschaften sowie dem FSR Forst der Georg-August-Universität Göttingen und richtet sich an naturwissenschaftlich interessierte Schüler:innen, die erfahren möchten, wie und woran an einer Universität geforscht wird.

Im Frühjahr 2022 findet die Veranstaltungsreihe Saturday Morning Science endlich wieder in Präsenz statt.

Habt ihr am Samstagmorgen noch nichts vor? Saturday Morning Science ist Wissenschaft am Morgen. An vier Samstagen im April und Mai stellen Professor:innen und Dozent:innen aus den Fakultäten für Physik, Chemie, Geowissenschaften und Forstwissenschaften sowie aus dem Deutschen Primatenzentrum in Göttingen interessant und verständlich aktuelle Forschung aus verschiedensten Gebieten vor.

Diesmal geht es um die Geschichte des Lebens und der Erde, Wahrnehmung und Bildgebung, die Chemie der Zukunft und Smartphone. Falls ihr euch also für die Forschung und Wissenschaft in den Naturwissenschaften interessiert und schon immer mal von echten Expert:innen wissen wolltet, woran an der Uni so geforscht wird, dann schaut vorbei!

Im Anschluss an die Vorträge könnt ihr euch auch noch bei Kaffee und kleinen Snacks mit den Professor:innen und Dozent:innen unterhalten, oder uns Studierende der MINT-Fächer über das Studium ausfragen!

Termine

30.04.2022, Fakultät für Physik HS 1

10:00 Uhr What triggered higher life? (Geologie)

Dr. Michael Tatzel ist Junior-Professor für Sedimentologie/Umweltgeologie am Geowissenschaftlichen Zentrum.

Vor 540 Millionen Jahren treten scheinbar plötzlich alle nahezu alle heute existierenden Tierstämme auf - die "Kambrischen Explosion". Ohne dieses Ereignis gäbe es uns nicht und daher wollen wir verstehen, wie es dazu kam. In diesem Vortrag wird gezeigt, wie wir mit Hilfe moderner Isotopenmethoden herausfinden können, welche Faktoren die Etablierung höheren Lebens verursacht haben könnten.

11:30 Uhr Dialog zwischen Wald und Klima (Forst)

Dr. Anne Klosterhalfen ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Bioklimatologie.

Wälder stehen im ständigen Austausch von Kohlenstoffdioxid und Wasserdampf mit der darüber liegenden Atmosphäre und somit eng mit dem Klima verknüpft. In diesem Zusammenhang beeinflussen sich das Baumwachstum und das Klima gegenseitig. Insbesondere klimatische Extremereignisse haben einen erheblichen Einfluss auf die Funktionen eines Waldes. Die Gruppe von Dr. Anne Klosterhalfen untersucht Daten von über 20 Jahren zum Kohlenstoffdioxid- und Wasserdampfaustausch verschiedener Wälder. Solche langfristigen Beobachtungsreihen leisten einen wichtigen Beitrag zum Verständnis komplexer Ökosysteme.

07.05.2022, Fakultät für Physik HS 1

10:00 Uhr Smartphones als mobile Mini-Labore (Physik)

Dr. Pascal Klein ist Professor für Physik und Ihre Didaktik an der Fakultät für Physik.

Smartphones sind mobile Mini-Labore für die Hosentasche. Im Vortrag geht Prof. Dr. Pascal Klein unter anderem auf folgende Fragestellungen ein, die zum Nachdenken und Nachmachen anregen: Wie können Sie während der Zugfahrt mit dem Drucksensor die Länge von Tunneln bestimmen? Wie können Sie mit Ihrem Smartphone Radioaktivität nachweisen? Und schließlich: Was müssen Sie bedenken, wenn Sie ein Smartphone mit einem Wetterballon in die Stratosphäre schicken möchten?

Darüber hinaus gibt Prof. Dr. Klein einen kurzen Einblick in das Forschungsinteresse seiner Arbeitsgruppe: Sind Experimente dieser Art wirksam, wenn sie im Physikunterricht der Schule oder in der Hochschule eingesetzt werden?

11:30 Uhr Plattentektonik oder Lavalampe (Geologie)

Dr. Thomas Müller ist Professor für metamorphe Petrologie am Geowissenschaftlichen Zentrum.

Die Erde ist derzeit der einzige Planet, der Plattentektonik, d.h. eine vorwiegend horizontale Bewegung der äußersten Gesteinsschichten entwickelt hat. Dieser Übergang ist ein Hauptfaktor für die Entwicklung der Erde zu einem Ort, an dem sich Leben entwickeln konnte. Wann genau der Übergang stattfand, ist umstritten. In diesem Vortrag berichtet Prof. Dr. Thomas Müller von den Erkenntnissen einer Expedition 2017 und was wir aus den Gesteinen, über diese spannende Periode der frühen Erde lernen können.

14.05.2022, Hörsaal des Deutschen Primatenzentrums (DPZ)

10:00 Uhr Das Gehirn bei der Arbeit (Neurowissenschaft)

Dr. Stefan Treue ist Professor für Kognitive Neurowissenschaften am Leibniz Institut für Primatenforschung.

Unsere visuelle Wahrnehmung liefert uns scheinbar ein Abbild unserer Umwelt, vergleichbar mit dem, was eine Kamera erzeugt. In Wirklichkeit ist unsere Wahrnehmung aber ein aktiver Prozess der Filterung, Verstärkung und Umformung. Da uns unsere Sinne mehr Informationen liefern als wir verarbeiten können, steuert unsere Aufmerksamkeit dynamisch die Zuteilung der Verarbeitungskapazitäten des Gehirns zu den von unseren Sinnen gelieferten Informationsbestandteilen. Der Vortrag wird diese Vorgänge und ihre Auswirkungen mit aktuellen Forschungsergebnissen von Wahrnehmungsuntersuchungen an Menschen und neurophysiologischen Studien an Rhesus-Affen erläutern.

11:30 Uhr Chemie von und mit Uran (Chemie)

Dr. Lisa Vondung ist Dozentin und Juniorgruppenleiterin am Institut für Anorganische Chemie.

Die ersten Assoziationen mit Uran führen meist zu den Debatten um Kernkraft und entsprechend schlecht kommt es oft in der öffentlichen Wahrnehmung weg. Doch das schwerste natürlich vorkommenden Element hat faszinierende Eigenschaften, welche von Chemiker:innen zu verschiedenen Zwecken untersucht und genutzt werden. Dieser Vortrag beleuchtet die Chemie des Urans und wie diese in der Zukunft genutzt wird.

21.05.2022

10:00 Uhr Neue biomedizinische Bildgebung (Physik), Fakultät für Physik, HS 1

Dr. Tim Salditt ist Professor für Experimentalphysik am Institut für Röntgenphysik der Fakultät für Physik.

Durchblick mit hochbrillianter Röntgenstrahlung: Prof. Dr. Tim Salditt gibt in seinem Vortrag Einblicke in neue Möglichkeiten der biomedizinischen Bildgebung durch Röntgenoptik und Rekonstruktionsalgorithmen.

11:30 Uhr Elektrokatalysierte C-H und C-C Aktivierung (Chemie), Fakultät für Chemie, HS MN27

Dr. Lutz Ackermann ist Professor für Organische Chemie.

Die oxidative C-H-Aktivierung hat sich zu einem immer leistungsfähigeren Werkzeug der molekularen Synthese entwickelt. Doch obwohl es große Fortschritte im Hinblick auf Atom- und Reaktionsschrittökonomie gab, beruhen diese Transformationen auf der Katalyse mit Edelmetallen und stöchiometrischen Mengen an toxischen Oxidationsmitteln, wodurch die Nachhaltigkeit der C-H-Aktivierungsstrategie stark beeinträchtigt wird. Im Gegensatz dazu verhindert der Einsatz von Elektrooxidation die Bildung von unerwünschten Abfallprodukten und bietet eine effiziente Nutzung von erneuerbaren Energien aus nachhaltigen Quellen für die Bildung chemischer Bindungen. In diesem Vortrag werden die Ergebnisse der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Ackermann zur metallelektrokatalytischen C-H- und C-C-Aktivierung mit besonderem Fokus auf der Verwendung von nachhaltigen Metallressourcen zusammengefasst.