NFDI

Wie wollen wir zukünftig Forschungsdaten speichern, um sie später wiederzuverwenden? Mit der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) wird aktuell in Deutschland eine Cloud-Infrastruktur für das Mangement von Forschungsdaten aufgebaut und unser Ziel als A-Team NFDI ist in diesen Prozess die Perspektive der jungen Physikerinnen und Physiker einzubringen, welche mit dieser Infrastruktur in fünf bis zehn Jahren arbeiten werden.

Die Wissenschaft schreitet stets voran. Doch wertvolle Forschungsdaten werden oft nur lokal und vorübergehend gespeichert, sind also nicht für die gesamte Wissenschaftsgemeinschaft zugänglich oder gehen mit der Zeit gar verloren. Deshalb wurde ein digitaler und vernetzter Wissensspeicher ins Leben gerufen: die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI), eine Cloud mit dem Ziel die wachsende Menge digitaler Forschungsdaten zu archivieren, langfristig zu verwalten, die Qualität und Weiterverwendbarkeit dieser Daten zu sichern und sie der Wissenschaftsgemeinschaft lizensiert zugänglich zu machen.

Die NFDI soll strukturiert sein als eine gemeinnützige Kooperation aus bis zu 30 Konsortien aus
allen Wissenschaftsbereichen. Dazu zählen momentan Kultur-, Sozial- und Ingenieurswissenschaften, sowie Medizin, Biologie und Chemie. Für Bereiche der Physik bewerben sich die vier Konsortien DAPHNE, PUNCH4NFDI, FAIRMAT und NFDI4Phys.

Im Allgemeinen sollen diese die Daten ihres Wissenschaftsschwerpunkts eigenständig verwalten und zugänglich machen. Ihre Vernetzung innerhalb der NFDI soll dabei die Kompatibilität der Archive und Systeme aller Konsortien garantieren. Im Herbst 2019 starteten Ausschreibungsrunden zur Finanzierung der Konsortien, wobei die Finanzierung zu Teilen von Bund und Länder getragen wird. Nach Antragstellung werden die Bewerbungen durch ein Expertengremium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geprüft und durch die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) gebilligt.

Ein Konsortien-übergreifendes Thema ist, wie der Umgang mit Daten bereits im Studium vermittelt werden soll. Die Konferenz der Fachbereiche Physik (KFP) ist dabei das Sprachrohr in die Universitäten, um beispielsweise die Einbindung des Datenmanagements in die Lehre zu diskutieren. Die DPG nimmt die Rolle des Vermittlers zwischen physiknahen Konsortien ein und dient als Plattform zum Austausch und zur Vernetzung.

Auf der Mitgliederversammlung der jDPG 2019 hat sich schließlich auf Initiative von Benjamin Wolba hin unser A-Team NFDI gegründet. In Workshops, Artikeln oder Events wollen wir über das Thema NFDI informieren und dabei vor allem die Interessen junger Physiker:innen ansprechen. Wir kooperieren dabei eng mit der Zusammenkunft aller Physik-Fachschaften e.V.

Zum weiterlesen:

Bundesministerium für Bildung und Forschung: „Nationale Forschungsdateninfrastruktur“
(30.11.2020)

Jonah E. Nitschke, Merten Dahlkemper, Anastasia Boushmelev, Samuel Ritzkowski:
„NFDI“ – Newsletter der AKjDPG (28.10.2020)

Gemeinsame Wissenschaftskonferenz GWK: „Informationsinfrastrukturen / NFDI“
(30.11.2020)

„Der Aufbau einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) – Zweite
Stellungnahme des NFDI-Expertengremiums“, DFG (11.2020)

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Leitung: Benjamin Wolba