Übersicht der Preisträgerinnen und Preisträger

Übersicht der Preisträgerinnen und Preisträger

Max-Planck-Medaille

Die Max-Planck-Medaille ist die höchste Auszeichnung der DPG für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der theoretischen Physik.

© Fakultät für Physik / Uni Göttingen

Prof. Dr. Annette Zippelius
Georg-August-Universität Göttingen

„In Würdigung ihrer fundamentalen Beiträge, welche die statistische Physik kondensierter Materie konzeptionell wie methodisch nachhaltig beeinflusst haben; insbesondere für ihre herausragenden Arbeiten zu den Schmelzübergängen dünner Filme, zur statistischen Theorie neuronaler Netze und zur Dynamik granularer Gase.“

Das Lebenswerk von Annette Zippelius zeichnet sich durch beeindruckende Tiefe und Innovation im breiten Feld hochkomplexer physikalischer und biologischer Systeme aus. Besonders bekannt ist sie u. a. für Arbeiten über die Dynamik von Spingläsern, ein exakt lösbares, asymmetrisches Modell neuronaler Netze, eine hydrodynamische Theorie von Defekten in der Nähe des zweidimensionalen Schmelzübergangs, sowie eine Theorie der Energierelaxation und der Korrelationen in Freiheitsgraden granularer Gase.

Annette Zippelius studierte Physik an der TU München und an der University of Colorado in Boulder, USA. Nach der Promotion (TUM, 1976) und Postdoc-Jahren in USA (Harvard, Cornell) habilitierte sie sich 1982 in München. Ab 1983 arbeitete sie am Forschungszentrum Jülich. 1988 wurde sie an die Universität Göttingen berufen, als erste C4-Professorin in theoretischer Physik in der Bundesrepublik Deutschland.

Die Auszeichnung wird voraussichtlich im März 2022 während der DPG-Jahrestagung in Erlangen überreicht.

Stern-Gerlach-Medaille

Die Stern-Gerlach-Medaille ist die höchste Auszeichnung der DPG für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der experimentellen Physik. Sie wird für Arbeiten aus dem gesamten Bereich der Physik vergeben.

© MPE/Jan Greune

Dr. Frank Eisenhauer
Max Planck Institute for Extraterrestrial Physics (MPE), Garching

„In Würdigung seiner bahnbrechenden Arbeiten zur Entwicklung und Nutzung von Instrumenten in der Infrarotastronomie und zur adaptiven Optik, die Teleskope mit innovativen Fähigkeiten ausgestattet haben. Er hat damit in führender Weise zu wissenschaftlichen Durchbrüchen beigetragen.“

Frank Eisenhauer wird für seine Pionierarbeit auf dem Gebiet der hochauflösenden Infrarotastronomie ausgezeichnet, die spektroskopische wie auch astrometrische Studien revolutioniert haben. Seit 20 Jahren ist er der kreative Leiter der Entwicklung von innovativen Instrumenten in der bodengebundenen Infrarotastronomie, z. B. SINFONI und GRAVITY am Very Large Telescope der ESO in Chile, mit Erkenntnissen über schwarze Löcher, aktive Galaxienkerne, Exoplaneten sowie Stern- und Galaxienentstehung.

Frank Eisenhauer wurde an der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert und beschäftigte sich schon damals mit der Entwicklung neuartiger astronomischer Instrumente. Seine Laufbahn setzte er am Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik (MPE) fort, wo er die Entwicklung großer astronomischer Instrumente und Experimente leitet, bedeutungsvoll u. a. für den Nobelpreis für Physik 2020.

Die Auszeichnung wird voraussichtlich im März 2022 während der DPG-Jahrestagung in Erlangen überreicht.

Gentner-Kastler-Preis

Der Gentner-Kastler-Preis wird gemeinsam von der DPG und der Société Française de Physique verliehen. Er wird für besonders wertvolle wissenschaftliche Beiträge zur Physik jährlich abwechselnd einem Physiker / einer Physikerin mit Lebens- und Tätigkeitsmittelpunkt in Deutschland bzw. Frankreich zuerkannt.

Wird zu einem späteren Termin bekannt gegeben.

Max-Born-Preis

Der Max-Born-Preis wird für besonders wertvolle und aktuelle wissenschaftliche Beiträge zur Physik gemeinsam vom britischen Institute of Physics (IOP) und der DPG in Erinnerung an das Wirken Max Borns in Großbritannien und Deutschland verliehen. Er wird jährlich abwechselnd einem Physiker / einer Physikerin mit Lebens- und Tätigkeitsmittelpunkt in Deutschland bzw. Großbritannien zuerkannt.

© Sven Döring

Prof. Dr. Claudia Felser
MPI für Chemische Physik fester Stoffe, Dresden

„For her seminal contributions to the fields of magnetic and chiral topology, in prediction, single crystal growth, and experimental observations. -- Für ihre bahnbrechenden Beiträge auf den Gebieten von magnetischer und chiraler Topologie, in Vorhersagen, Einkristallzüchtung und experimentellen Beobachtungen.“

Claudia Felser ist weltweit führend auf dem Gebiet des Designs und der Entdeckung neuer anorganischer Verbindungen, insbesondere sogenannter Heusler-Verbindungen und anderer topologischer Quantenmaterialien. Sie ist Mitglied u. a. der Leopoldina, der acatech, der National Academy of Sciences und der National Academy of Engineering (USA), der European Academy of Science, sowie u. a. Elected Fellow von APS, IEEE, und IOP. Neben zahlreichen Preisen gewann sie 2011 und 2017 zwei ERC Advanced Grants.

Claudia Felser ist seit 2011 Direktorin am Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden. Sie studierte an der Universität Köln Chemie und Physik und wurde dort 1994 in Chemischer Physik promoviert. Danach forschte sie am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart, beim CNRS in Nantes und an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wo sie 2001 habilitierte und 2003 C4-Professorin wurde.

Die Auszeichnung wird voraussichtlich im Herbst 2022 in London (UK) überreicht.

Herbert-Walther-Preis

Der Herbert-Walther-Preis ehrt herausragende Beiträge in der Quantenoptik und der Atomphysik sowie hervorragende Leistungen in der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft. Der Preis wird gemeinsam von der OPTICA (früher OSA) und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) in Erinnerung an Herbert Walther vergeben, der in den USA und in Deutschland mit großem Erfolg geforscht und sich durch sein Wirken für die OPTICA und DPG in hervorragender Weise verdient gemacht hat. Die Verleihung erfolgt jährlich abwechselnd in den USA und in Deutschland.

© Steven Burrows, JILA

Professor Jun Ye
JILA University of Colorado at Boulder, USA

„For an extensive body of work in optics, including ultra-stable lasers, ultra-cold polar molecules, ultra-high resolution spectroscopy, and ultra-high accuracy optical clocks. -- Für ein umfassendes Werk in der Optik, von ultra-stabilen Lasern über ultra-kalte polare Moleküle zu höchstauflösender Spektroskopie und höchst genauen optischen Uhren. “

Der Herbert-Walther-Preis 2022 wird Jun Ye für seine bahnbrechenden Beiträge auf dem Gebiet der Quantenoptik verliehen. Prof. Ye ist weltweit führend in mehreren Bereichen der Atomphysik, der Molekülphysik und der Optik, von ultrapräzisen Gitteruhren bis fundamentalen Tests, von wegweisenden Experimenten in Polarmolekülen (zusammen mit D. Jin) bis zu optischen Femtosekunden-Frequenzkämmen. Jun Ye ist ein außergewöhnlicher Lehrer und wissenschaftlicher Visionär, der weltweit mehrere Generationen von Wissenschaftler:innen entscheidend geprägt hat.

Jun Ye studierte an der Jiao Tong Universität in Shanghai, an der Universität New Mexico und erhielt 1997 sein Ph.D. in Physik unter der Betreuung des Nobelpreisträgers J. L. Hall. Nach einem postdoktoralen Aufenthalt in der Gruppe von H. J. Kimble in Caltech, kehrte er 1999 zurück nach Colorado. Er ist JILA Fellow seit 2001, NIST Fellow seit 2004 und Professor an der Universität Colorado. Er hat zahlreiche wissenschaftliche Preise erhalten, darunter u. a. 2015 den Presidential Rank Award, 2019 den Norman F. Ramsey Preis und 2022 den Breakthrough Preis in fundamentaler Physik.

Die Auszeichnung wird voraussichtlich im März 2022 während der DPG-Jahrestagung in Erlangen überreicht.

DPG-Technologietransferpreis

Der Technologietransferpreis wird an die am Technologietransfer beteiligten Parteien, also an das Institut, aus dem die Technologie kommt, an die für den Technologietransfer verantwortliche Stelle und an das die Technologie umsetzende Unternehmen gemeinsam verliehen.

abberior Instruments GmbH

Max-Planck-Innovation GmbH

Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie

„Für die herausragende Übertragung wissenschaftlicher Erkenntnisse auf dem Gebiet der hochauflösenden Fluoreszenzmikroskopie auf den Einsatz in Lichtmikroskopen unterhalb der Beugungsgrenze, für den erfolgreichen Transfer dieser Technologie in eine Ausgründung aus dem Institut und für die erfolgreiche wirtschaftliche Verwertung dieser Technologie auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften.“

abberior vermarktet global die weltweit einzigen Lichtmikroskope mit molekularer Hochauflösung. Als Ausgründung aus der Abteilung des Nobelpreisträgers Prof. Stefan Hell (Chemie Nobelpreis 2014) vom MPI für biophysikalische Chemie wurden dazu grundlegende wissenschaftliche Erkenntnisse der hochauflösenden Fluoreszenzmikroskopie von Max-Planck-Innovation lizensiert. abberior beschäftigt mittlerweile mehr als 85 Mitarbeiter an fünf Standorten auf drei Kontinenten (Europa, USA und China).

Die Auszeichnung wird voraussichtlich im März 2022 während der DPG-Jahrestagung in Erlangen überreicht.

Robert-Wichard-Pohl-Preis

Der Robert-Wichard-Pohl-Preis wird für hervorragende Beiträge zur Physik verliehen, die eine besondere Ausstrahlung auf andere Disziplinen in Wissenschaft und Technik haben, für außergewöhnliche Leistungen in der Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis in der Lehre, im Unterricht und in der Didaktik der Physik.

© Privat

Prof. Dr. Klaus D. A. Wendt
Institut für Physik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

„Für seine herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Atom- und Kernphysik sowie der Spurenanalytik, wie auch für die Entwicklung von Lasersystemen, die inzwischen weltweit in Verwendung sind. Darüber hinaus hat Klaus Wendt mit seiner mitreißenden Art und enormem Engagement Schülerinnen und Schüler und die Öffentlichkeit für die Physik begeistert und neue Konzepte für die Ausbildung von Lehrkräften und Studierenden entwickelt.“

Klaus Wendt hat herausragende Leistungen zu Laseranwendungen im Gebiet der Atom- und Kernphysik sowie der Spurenanalytik gezeigt, wie auch zur Entwicklung von neuen Lasersystemen. Diese sind inzwischen weltweit im Einsatz. Darüber hinaus hat er auf mitreißende Art und mit enormem Engagement Schülerinnen und Schülern sowie die Öffentlichkeit für die Physik begeistert, wobei er neue Konzepte für die Ausbildung von Lehrkräften und Studierenden sowie für die Vermittlung von Wissenschaft für die breite Öffentlichkeit entwickelt.

Klaus Wendt studierte Physik an der Universität Mainz und promovierte bei Ernst Otten von 1981 bis 1985 als Wissenschaftler am Kernforschungszentrum CERN. 1999 Habilitation in Mainz. 2006 erhielt er einen Ruf auf eine Universitätsprofessur an das Institut für Isotopenphysik der Universität Wien, den er ablehnte. Seit 2007 arbeitet er als apl. Professor am Institut für Physik der Uni Mainz.

Die Auszeichnung wird voraussichtlich im März 2022 während der DPG-Jahrestagung in Erlangen überreicht.

Walter-Schottky-Preis

Der Walter-Schottky-Preis dient der Auszeichnung einer in den letzten beiden Jahren, bevorzugt im letzten Jahr, auf dem Gebiet der Festkörperforschung veröffentlichten, hervorragenden Arbeit eines oder mehrerer junger Physiker/innen.

© Felix Büttner

Dr. Felix Büttner
Helmholtz-Zentrum Berlin

„Für seine bahnbrechenden Leistungen auf dem Gebiet magnetischer Skyrmionen. Seine Arbeiten haben maßgeblich zum Verständnis der ultraschnellen Erzeugung und der Eigenschaften dieser topologischen Zustände beigetragen.“

Magnetische Skyrmionen sind Spintexturen, die sich wie Quasiteilchen verhalten und eine nichtriviale Topologie besitzen. Felix Büttner hat entscheidend zum grundlegenden Verständnis der Dynamik von Skyrmionen unter Berücksichtung ihrer Topologie beigetragen. So hat er zeitaufgelöste Röntgenholografie und Streuexperimente an Röntgenlasern genutzt, um die Mechanismen der Erzeugung von Skyrmionen durch kurze Laserpulse aufzuklären und die Möglichkeiten zur schnellen und effizienten Bewegung von Skyrmionen durch Strompulse in Leiterstrukturen zu verbessern.

Felix Büttner hat in Göttingen studiert und wurde 2013 für seine Arbeit an der Schnittstelle von Magnetismus (Mathias Kläui, JGU Mainz) und Röntgenphysik (Stefan Eisebitt, TU Berlin) promoviert. Nach einer Station in der Industrie bei der Daimler AG arbeitete er 2015-2020 als Postdoktorand am Massachusetts Institute of Technology mit G.S.D. Beach. Seit 2020 leitet er eine unabhängige Forschergruppe am Helmholtz Zentrum Berlin für Materialien und Energie.

Die Auszeichnung wird voraussichtlich im März 2022 während der DPG-Frühjahrstagung in Regensburg überreicht.

Gaede-Preis

Der Gaede-Preis, 1985 von Dr. Manfred Dunkel gestiftet, wird durch die Gaede-Stiftung finanziert und von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft e.V. (DPG) vergeben. Seit 2017 zählt der Gaede-Preis zu den genuinen DPG-Preisen. Der Preis wird in der Regel auf der DPG-Frühjahrstagung der Sektion Kondensierte Materie (SKM) überreicht. Die Auszeichnung besteht aus einem Preisgeld von bis zu 10.000 Euro, einem durch Leybold gestifteten Modell der ersten Molekularluftpumpe von Prof. Wolfgang Gaede und einer Urkunde.

© Philip Willke

Dr. Philip Willke
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

„Für seine herausragenden experimentellen Arbeiten zur Erforschung von einzelnen Elektronen- und Kernspins mittels Elektronenspinresonanz an einzelnen Atomen auf Oberflächen.“

Philip Willke widmet sich mit seiner Nachwuchsgruppe der Forschung im Grenzbereich von Quantentechnologien und Nanowissenschaften. Die von ihm zur Reife entwickelte Technik der Einzel-Atom-Elektronenspinresonanz ist derzeit ein aufregendes Feld in der Festkörper- und Oberflächenphysik. Die individuelle Vermessung der quantenmechanischen Eigenschaften einzelner Atome und Moleküle auf Oberflächen eröffnet völlig neue Möglichkeiten, atomare Strukturen zu manipulieren und künstliche Quantensysteme zu kreieren.

Philip Willke studierte Physik in Göttingen und wurde 2017 mit einer Arbeit zum Transport auf atomarer Skala in Graphen promoviert. Nach Post-doc-Aufenthalten am IBM Almaden Research Center und am IBS Center for Quantum Science in Seoul wurde er 2020 in das Young Investigator Group Preparation Program des KIT aufgenommen und ist dort nun Leiter einer von der DFG geförderten Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe.

Die Auszeichnung wird voraussichtlich im März 2022 während der DPG-Frühjahrstagung in Regensburg überreicht.

Gustav-Hertz-Preis

Der Gustav-Hertz-Preis soll eine hervorragende, kürzlich abgeschlossene Arbeit eines oder mehrerer junger Physiker/innen auszeichnen und so dem Ansporn des Nachwuchses dienen. Dabei soll die auszuzeichnende Arbeit aus den Gebieten der experimentellen oder theoretischen Physik stammen, einen gewissen Abschluss zeigen und neue Erkenntnisse enthalten. "Erkenntnis" wird dabei nicht allein im Sinne der Grundlagen verstanden, sondern es werden auch Ergebnisse im Sinne der Anwendung und Praxis gewertet. Als "junge Physiker/innen" werden auch solche mit abgeschlossener Promotion und in besonderen Fällen mit abgeschlossener Habilitation verstanden, sofern ihnen zum Zeitpunkt des Vorschlags kein Angebot einer Lebensstellung als Hochschullehrer/in oder einer leitenden Stellung in einem hochschulfreien Forschungsinstitut oder in der Industrie vorliegen.

© Max Hofstetter/NOMIS Foundation

Dr. David Brückner
Ludwig-Maximilians-Universität München

„Für seine herausragenden theoretischen Arbeiten zur Migration von Zellen in räumlich eingeschränkten Umgebungen. Seine dynamische Modellierung komplexer Systeme zeigt ein neues Verständnis der Bewegung von Krebszellen und deren Wechselwirkung. Die Arbeit ist in höchstem Maße interdisziplinär und besitzt Relevanz sowohl für die Biologie als auch für die Medizin.“

Migrierende Zellen, wie Immun- und Krebszellen, passieren auf ihren Wegen zahlreiche Hindernisse wie engmaschige Gewebe. Brückner kombinierte Methoden aus der statistischen und nichtlinearen Physik, um Modelle für die stochastische Bewegung solcher Zellen direkt aus experimentellen Daten abzuleiten. Der datengestützte Ansatz dieser Arbeit eröffnet neue Perspektiven für die Entwicklung theoretischer Ansätze in der Biophysik.

David Brückner studierte Physik an der University of Cambridge (UK). Im Rahmen seiner Doktorarbeit in der Gruppe von Chase Broedersz an der LMU München untersuchte er die stochastische Dynamik migrierender Zellen. Derzeit forscht er als Postdoktorand und Fellow der NOMIS Stiftung am IST Austria in den Arbeitsgruppen von Edouard Hannezo und Gašper Tkacik zur Physik entwicklungsbiologischer Systeme.

Die Auszeichnung wird voraussichtlich im März 2022 während der DPG-Jahrestagung in Erlangen überreicht.

Hertha-Sponer-Preis

Der Hertha-Sponer-Preis wird für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Physik an eine Wissenschaftlerin vergeben. Der Preis soll vor allem jüngere Wissenschaftlerinnen durch öffentliche Auszeichnung ermutigen und so mehr Frauen für die Physik gewinnen.

© Franziska Clauß (CMCB, TU Dresden)

Dr. Elisabeth Fischer-Friedrich
Exzellenzcluster Physics of Life (PoL) an der Technischen Universität Dresden

„Für ihre herausragenden theoretischen und experimentellen Beiträge zur Charakterisierung der mechanischen Eigenschaften von Zellen und Proteinkondensaten.“

Elisabeth Fischer-Friedrich hat mit ihren Untersuchungen wesentlich zur Charakterisierung der mechanischen Eigenschaften von Zellen und Proteinkondensaten beigetragen. Zu diesem Zweck hat sie Techniken entwickelt, die Experiment und Theorie miteinander verknüpfen. Ihre Arbeiten liefern Einblicke in zuvor unbekannte mechanische Eigenschaften von Zellen. Zum Beispiel konnte sie zeigen, dass die Metastasenbildung von Karzinomen eng mit Veränderungen der Steifheit von Krebszellen verbunden ist.

Elisabeth Fischer-Friedrich hat Physik an den Universitäten in Leipzig und Edinburgh studiert und wurde an der Universität des Saarlandes promoviert. Es folgten Postdoc-Aufenthalte am Weizmann Institut in Israel und an den MPIs für Zellbiologie und Genetik und Physik komplexer Systeme in Dresden. Dr. Fischer-Friedrich ist seit 2019 Gruppenleiterin am Exzellenzcluster Physics of Life (PoL) an der Technischen Universität Dresden. Davor war sie als Gruppenleiterin am BIOTEC des CMCB der TU Dresden tätig.

Die Auszeichnung wird voraussichtlich im März 2022 während der DPG-Jahrestagung in Erlangen überreicht.

Georg-Simon-Ohm-Preis

Der Georg-Simon-Ohm-Preis soll eine hervorragende, kürzlich abgeschlossene Arbeit eines Studenten oder einer Studentin der physikalischen Technik oder verwandter Studiengänge an Fachhochschulen auszeichnen und so dem Ansporn des physikalisch-technischen Nachwuchses dienen.

© Luis Azevedo Antunes

M. Sc. Luis Azevedo Antunes
Hochschule für Angewandte Wissenschaften München

„Für den Aufbau und die Evaluierung einer Simulationsumgebung zur Modellierung des Einflusses von Sauerstoffdefekten auf die Bildung der ferroelektrischen Phase in dotiertem Hafniumdioxid auf Basis von Dichtefunktional-Rechnungen.“

Mit seiner herausragenden Abschlussarbeit im Master-Studiengang Mikro- und Nanotechnik mit dem Titel "Die Auswirkungen von Sauerstoffdefekten auf die Bildung der ferroelektrischen Phase in dotiertem HfO2 auf Basis von Dichtefunktional-Rechnungen" leistet er durch das verbesserte Verständnis der Wirkungsmechanismen von extrinsischen und intrinschen Defekten einen wichtigen Beitrag zur Prozessentwicklung ferroelektrische HfO2-Dünnschichten

Luis Azevedo Antunes absolvierte an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften München den Bachelorstudiegang Physikalische Technik und anschliessend den Masterstudiengang Mikro- und Nanotechnologie, mit Auslandsaufenhalt in den USA. an der Clemson University. Seit März 2021 promoviert er an der Hochschule München kooperativ zusammen mit der TU Dresden.

Die Auszeichnung wird voraussichtlich im März 2022 während der DPG-Jahrestagung in Erlangen überreicht.

Georg-Kerschensteiner-Preis

Der Georg-Kerschensteiner-Preis kann für hervorragende Leistungen auf folgenden, der Vermittlung der Physik dienenden Gebieten, verliehen werden: a) Lehre im Bereich Schule, Hochschule und Weiterbildung, b) Erforschung der Lehr- und Lernprozesse im Physikunterricht und c) Entwicklung und Erforschung neuer Konzepte und Medien für die Lehre und deren wissenschaftliche Evaluation.

© Hauke Bartels

Prof. Dr. Horst Schecker
Universität Bremen

„Für seine wesentliche Rolle bei der Etablierung eines kompetenzbildenden Physikunterrichts und seine Beiträge zur Entwicklung und Erforschung neuer Konzepte und Medien. Über einen bemerkenswerten Zeitraum hat er die empirische Physikdidaktik nachhaltig geprägt und weiterentwickelt. In allen Projekten war und ist es ihm besonders wichtig, höchste methodische wissenschaftliche Standards einzuhalten und gleichzeitig die Schulrelevanz nicht aus den Augen zu verlieren.“

Horst Schecker hat die Physikdidaktik über Jahrzehnte wie kein anderer geprägt. Herausragend sind seine Untersuchungen des Vorverständnisses von Schülerinnen und Schülern im Bereich der Mechanik, die Erforschung ihrer experimentellen Fähigkeiten sowie die Analysen der Erklär-Kompetenz von Lehrenden. Er hat an mehreren der wichtigsten Lehrwerke der Physikdidaktik als Herausgeber und Autor mitgewirkt. Gerade erscheint das Werk „Unterrichtskonzeptionen für den Physikunterricht“.

Horst Schecker besitzt beide Staatsexamina für das gymnasiale Lehramt der Fächer Physik und Englisch. Er wurde 1985 über Schülervorstellungen zur Newton’schen Mechanik promoviert. 1995 erfolgte die Habilitation im Bereich Computereinsatz im Physikunterricht (Schwerpunkt Systemdynamische Modellbildung im Physikunterricht). Horst Schecker war bis 2021 Professor für Didaktik der Physik an der Universität Bremen.

Die Auszeichnung wird voraussichtlich im März 2022 während der DPG-Jahrestagung in Erlangen überreicht.

Schülerinnen- und Schülerpreis (IYPT)

Der Preis wird an Schülerinnen und Schüler für besondere physikalische Leistungen verliehen. Es werden die fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmer des deutschen Nationalteams des International Young Physicists' Tournament ausgezeichnet.

© DPG/Carstensen

Tarek Bećić
Frankenwald-Gymnasium, Kronach

Adam Muderris
Hans-Thoma-Gymnasium, Lörrach

Michael Ott
Augustinus-Gymnasium, Weiden in der Oberpfalz

Silvius Perret
Geschwister-Scholl-Gymnasium, Löbau

Maxim Jonah Walther
Schiller-Gymnasium, Hameln

„Die Verleihung erfolgt in Würdigung der Leistungen, die sie als Mitglieder des deutschen Teams beim ersten virtuellen International Young Physicists' Tournament (OYPT) erzielt haben.“

Die Auszeichnung wird voraussichtlich im März 2022 während der DPG-Jahrestagung in Erlangen überreicht.

Schülerinnen- und Schülerpreis (PhysikOlympiade)

Der Preis wird an Schülerinnen und Schüler für besondere physikalische Leistungen verliehen. Er wurde 1982 - 91 von der Physikalischen Gesellschaft der DDR vergeben und von der DPG übernommen. Es werden die fünf besten deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der jährlichen PhysikOlympiade ausgezeichnet.

© IPhO - IPN

Andreas Feuerpfeil
Gymnasium Alexandrinum, Coburg

Anton Tizian Haas
Max-Steenbeck-Gymnasium, Cottbus

Jonas Hübner
Friedrichs-Gymnasium, Kassel

Théo Lequy
Werner-von-Siemens-Gymnasium, Magdeburg

Seán Sdahl
Paracelsus-Gymnasium, Stuttgart

„Die Verleihung erfolgt in Würdigung der Leistungen, die sie als Mitglieder des deutschen Teams bei der 51. Internationalen Physikolympiade (online) erzielt haben.“

Die Auszeichnung wird voraussichtlich im März 2022 während der DPG-Jahrestagung in Erlangen überreicht.