Leading for Tomorrow: Zehn Jahre Führungskräfteförderung in der Physik
Unter dem Motto „Zurückblicken. Reflektieren. Zukunft gestalten.“ kamen am 20. Juni auf dem GLS Campus in Berlin rund 100 Teilnehmende zum Future Leaders Forum zusammen. Anlass waren zwei besondere Jubiläen: Zehn Jahre Leading for Tomorrow (L4T), das Führungskräfteprogramm der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), und fünf Jahre L4T-Alumni-Netzwerk.
Was 2016 konzipiert wurde und 2017 mit dem ersten Jahrgang startete, hat sich zu einem festen Bestandteil der Nachwuchsförderung in der Physik entwickelt. Seit mittlerweile zehn Jahren vermittelt L4T Kompetenzen, die im klassischen Universitätsstudium oft zu kurz kommen: Selbstführung, Kommunikation, Zusammenarbeit, Veränderungsmanagement und die Fähigkeit, Ideen wirksam umzusetzen. Fähigkeiten, die in Wissenschaft, Wirtschaft, Start-ups und Politik gleichermaßen gefragt sind.
Möglich gemacht wurde diese Entwicklung durch die kontinuierliche Förderung der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung. Rund zwei Millionen Euro flossen in den vergangenen zehn Jahren in das Programm. Jährlich werden 50 Teilnehmende über ein mehrstufiges Auswahlverfahren aufgenommen. Seit 2025 wird L4T zusätzlich in englischer Sprache angeboten, um das Programm zugänglicher zu gestalten.
Unter den Gästen befanden sich zahlreiche Alumni und Personen, die das Programm über die Jahre geprägt haben. Dazu zählen Gutachter:innen, Förder:innen, Mitglieder von Präsidium, Vorstand und Geschäftsstelle der DPG sowie die Trainer:innen von osb-i Berlin, die das Programm inhaltlich entwickelt haben und bis heute begleiten.
Ein Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf der Rolle des 2021 gegründeten Alumni-Netzwerks. Mit inzwischen über 300 aktiven Mitgliedern - rund zwei Dritteln aller Absolvent:innen - ist daraus eine lebendige Community entstanden. Workshops, Vernetzungsangebote und gemeinsame Weiterbildungsformate sorgen dafür, dass der Austausch weit über die eigentliche Programmteilnahme hinaus fortgeführt wird. Passend dazu fand unmittelbar vor dem Forum das jährliche zweitägige Alumni-Sommertreffen unter dem Motto „Miteinander und voneinander lernen“ statt.
Doch das Jubiläum war mehr als ein Rückblick. Im Mittelpunkt stand auch die Frage, wie gute Führungskultur in der Physik künftig gestaltet werden kann. In einem Impact Panel berichteten sechs Alumni, welchen Einfluss L4T auf ihren beruflichen und persönlichen Werdegang hatte. Dabei wurden auch Herausforderungen offen angesprochen: die Förderung von Diversität, die Sichtbarkeit von Frauen und Minderheiten sowie die Verankerung moderner Führungskultur im wissenschaftlichen Umfeld.
In moderierten Breakout-Sessions diskutierten die Teilnehmenden zentrale Zukunftsfragen: Welche Impulse braucht Führung in der Physik? Welche Rolle spielen Netzwerke? Wie lassen sich junge Talente noch wirksamer fördern? Ein Ergebnis kristallisierte sich besonders deutlich heraus: Die Sichtbarkeit des Alumni-Netzwerks soll gestärkt und seine Aktivitäten stärker mit bestehenden DPG-Formaten verzahnt werden.
Zum Abschluss wurden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise um die Entstehung, Weiterentwicklung und Förderung des Programms verdient gemacht haben. Die starke Präsenz der Alumni auf der Bühne - als Moderator:innen, Panelgäste und Berichterstatter:innen - machte dabei eines besonders sichtbar: L4T hat nicht nur Führungskompetenzen vermittelt, sondern eine Gemeinschaft geschaffen, die Verantwortung übernimmt und die Zukunft aktiv mitgestaltet.
Mit dem Start des 11. Jahrgangs im Jahr 2027 blickt das Programm nun nach vorn. Die Botschaft des Tages war klar: Physiker sind nicht nur exzellente Fachkräfte. Sie übernehmen Verantwortung, gestalten Organisationen und prägen die Zukunft. Dafür braucht es Führung - und Orte, an denen sie gelernt werden kann.