Erster jDPG-PSSF-Austausch
Im Februar trafen sich Studierende aus Polen und Deutschland zum ersten gemeinsamen Austausch zwischen der jungen DPG (jDPG) und dem polnischen Verband der Physikstudierenden (PSSF).
Als Teil der International Association of Physics Students (IAPS) pflegt die junge DPG zahlreiche internationale Kontakte. In diesem Rahmen gibt es verschiedene Austauschprogramme. 2026 kam mit dem ersten jDPG-PSSF-Austausch ein neues Format dazu, das die Freundschaft der Physikstudierenden aus Polen und Deutschland vertieft. Vom 25. bis 28. Februar war es endlich so weit: In Jena trafen sich 40 Studierende für vier Tage voller Austausch, Vernetzung und Wissenschaft.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein vielseitiges Programm, das den Teilnehmenden Einblicke in den Wissenschaftsstandort Jena bieten sollte. Dafür wurde ein viertägiges Programm mit zahlreichen Höhepunkten zusammengestellt, um die Physik in Jena aus unterschiedlichen Perspektiven zu erleben. Historisch bedingt hat die Physik in Jena verschiedene Standorte in der Stadt. Dadurch gestaltete sich das Programm als mehrtägige Stadtführung. Der Wechsel zwischen den verschiedenen Stationen integrierte willkommene Pausen in das Programm und ermöglichte, sich immer wieder in neuen Gruppen zusammenzufinden und damit die Vernetzung zu fördern.

Bei verschiedenen Laborführungen wurden zum Beispiel POLARIS, der größte Laser in Jena, die Ionenbeschleuniger Romeo und Julia sowie Verfahren der Elektronenstrahllithographie im Reinraum vorgestellt. Ebenso wurde den Teilnehmenden das Ziehen von Fasern in Türmen erklärt: Die anfangs rund 2200 Grad heiße Faser kühlt während des Ziehens ab und kann dabei vermessen werden. Daher sind besonders hohe Türme vorteilhaft. Ergänzt wurden die praktischen Programmpunkte durch ausgewählte Vorträge. Timo Mappes gab dabei einen anschaulichen Einblick in den aktuellen Umbau des Deutschen Optischen Museums hin zu einem interaktiven Museum mit Konferenzzentrum, der die Teilnehmenden sichtlich beeindruckte. Statt eines einfachen Vortrags über ein Museum wurde deutlich, wie viel konzeptionelle Arbeit in der modernen und zugänglichen Gestaltung eines Museums steckt und wie spannend dieser Prozess ist. Ebenso viel Begeisterung für seine Forschung vermittelte Axel Kleidon: Er beschreibt klimatische Vorgänge mittels Entropie. In seinem Vortrag ging er dafür auf das Beispiel der Umwandlung von Energie ein, um diese nutzbar zu machen. Auch ein Firmenbesuch konnte im vielseitigen Programm nicht fehlen. Die Teilnehmenden konnten sich nach ihren Interessen ein Ziel aussuchen. Eine Gruppe besuchte die Firma Jena-Optronik, die Lageerkennungssensoren für Satelliten entwickelt und damit an aktuellen Raumfahrtmissionen beteiligt ist. Bei der Erklärung dieser Sensoren war es bemerkenswert, dass für die Positionsmessung mit Absicht defokussiert wird. Dadurch wird die Point Spread Function besser und es lässt sich genauer bestimmen, wo ein gemessener Stern liegt. Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung ergab sich beim Besuch des Astrophysikalischen Instituts: Bei wunderbarem Wetter wurde auf dem Dach die Sonne beobachtet, dabei war zusätzlich ein Halo-Phänomen zu sehen.

Neben der Wissenschaft spielte die Vernetzung eine große Rolle. Am ersten Abend fand eine Kneipentour statt, bei der sich neben dem ersten Kennenlernen über die Unterschiede des Physikstudiums in Polen und Deutschland ausgetauscht wurde. Das Konferenzdinner lieferte einen Einblick in die thüringische Küche und die lokalen Bierspezialitäten. Im Anschluss gab es eine spontane Nachtwanderung, bei der das erleuchtete Jena von oben bewundert werden konnte. Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Postersession, bei der die Teilnehmenden ihre eigene Forschung präsentieren konnten. Sie bot die Gelegenheit, fachliche Diskussionen zu vertiefen sowie Kontakte zu festigen, bevor die Teilnehmenden ihre Heimreise antraten. Die Organisation, Planung und Durchführung des ersten jDPG-PSSF-Austauschs hat viel Spaß gemacht. Wir freuen uns darauf, im nächsten Jahr in Polen ein ebenso spannendes Programm zu erleben.



Bericht: Samuel Ritzkowski