11.06.2026

Quantastische Comics. Entdeckungsreisen in die seltsame Welt der Quanten

Zum 100. Geburtstag der Quantentheorie lud ELINAS, das Erlanger Zentrum für Literatur und Naturwissenschaft, Comicschaffende zu einem offenen Experiment ein - einem künstlerisch-wissenschaftlichen Dialog über Quantenphysik, das zusammen mit der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) organisiert wurde. Das Projekt ging aus der Initiative „Quantum meets Arts“ hervor, die im Quantenjahr 2025 gestartet wurde.

Quantenphänomene können durch physikalische Experimente und theoretische Modelle erfahren werden; man kann sich ihnen aber auch durch visuelle Imaginationen von Künstler:innen und narrative Techniken von Autor:innen nähern. Comics vereinen diese beiden Kunstformen und sind somit die ideale Darstellungsform, um Quanten durch Bilder und Geschichten erlebbar zu machen.

Bei der Gestaltung der Comics waren der künstlerischen Freiheit keine Grenzen gesetzt. Voraussetzung war jedoch der Dialog mit den Expert:innen der Quantenphysik. Zuerst durch die Teilnahme an einem dreitägigen Workshop mit Vorträgen und Laborführungen am Department Physik der Universität Erlangen; anschließend durch Diskussion der Comic-Entwürfe mit einem Physiker oder einer Physikerin. Es sind 26 verschiedene Blicke auf die Quantenphysik entstanden – mal als Superhelden- oder Fantasy-Geschichten, mal als verrückte Reisen in Quantenwelten oder als kreative Bilder. Alles, um zu zeigen, wie Kunst und Wissenschaft miteinander kombiniert werden können. Beteiligt haben sich die Comic-Autor:innen Aike Arndt, Larissa Bertonasco, Jeff Chi, Hamed Eshrat, Nathalie Frank, David Füleki, Tim Gaedke, Thomas Gilke, Jens Harder, Eva Hartmann, Claus Daniel Herrmann, Henry Holland-Moritz, Michael Jordan, Berrin Jost, Johannes Kretzschmar, Axel Kuckuk, Katharina Netolitzky, Lisa Neun, Felix Pestemer, Jutta Pilgram, Barbara Schunk, Dirk Schwieger, Tine Steen, Burcu Türker, Kristian Ujhelji und Anne Zimmermann. 

Gezeigt wurden die Comics zum ersten Mal beim 22. Internationalen Comic-Salon vom 4.-7. Juni 2026 in einer großen Ausstellung, die Quantenphysik mit Manga und Cosplay verschränkte sowie das Thema 'Comics und Quanten' in Vorträgen vertiefte. Begleitet wurde die Ausstellung zudem durch eine Podiumsdiskussion zu "Quanten in Panels – Eine ästhetische Auseinandersetzung mit der Welt der Quanten", in denen die Künstler:innen selbst zu Wort kamen und über ihre Erfahrungen mit der zum Teil ersten Begegnung mit Physik berichteten.
Damit dies nicht zu nebulös abstrakt bleibt, wurden Quanten durch eine laufende Nebelkammer des Erlanger Zentrums für Astroteilchenphysik (ECAP) auch live in Aktion gezeigt, sowie durch eine Licht-Installation des Toric-Codes und durch die "Quantum History Wall" (www.quantum-history.de), die von der DPG (Fachverband Geschichte der Physik) für das Internationale Quantenjahr geschaffen wurde. 

Es waren bisher ca. tausend Besucher in der Ausstellung, die bis zum 14. Juni im "Zentrum für Austausch und Machen" (ZAM) läuft und im Herbst 2026 im Comic-Museum Erlangen für drei Monate gezeigt wird. Noch dieses Jahr soll ein Buch mit allen Comics und einfachen Begleittexten zur Quantenphysik erscheinen. 

Weitere Informationen

Das Projekt "Quantastische Comics" mit dem Workshop, der Ausstellung und einem geplanten Buch wurde von ELINAS zusammen mit dem Kulturamt Erlangen und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) organisiert mit großzügiger finanzieller Unterstützung der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung.

  • Kontakt: 
    Prof. Dr. Klaus Mecke, Department Physik, FAU –
  • Ankündigung und Pressemitteilung Comicsalon Erlangen