31.07.2026

Neues Arbeitsset „Die Quantenphysikerinnen“ für Schule und Universität

Nach der erfolgreichen Artikelserie im Physik Journal stehen nun die zehn Porträts von Physikerinnen, die wesentlich zur Entwicklung der Quantenphysik beigetragen haben, in Form eines Arbeitssets für den schulischen und universitären Einsatz kostenfrei zur Verfügung.

Das Arbeitsset will die Einsicht, dass auch Frauen wesentliche Beiträge für die Entwicklung der Quantenphysik geliefert haben, in die Physikausbildung integrieren und so anhand jüngerer Ergebnisse der Physikgeschichte verbreitete Mythen von „Knabenphysik“ und „Drei-Männer-Arbeit“ gar nicht erst aufkommen lassen. Die angebotenen Arbeitsmaterialien lassen sich in vielfältiger Weise in den Physikunterricht an Schulen und den Anfangssemestern eines Physikstudiums einbeziehen.

Jeder Lebensweg einer Quantenphysikerin war individuell – aber jeder ist es wert, genauer betrachtet zu werden. Unter diesem Motto lädt das Arbeitsset dazu ein zu erforschen, wie zu verschiedenen Zeiten und an unterschiedlichen Orten die Barrieren und die Chancen für eine Karriere in der Quantenphysik andere waren. Insbesondere Frauen stießen an Grenzen, manchmal konnten sie diese überwinden, häufig gelang dies erst mit Verzögerung.

Die zehn Porträts erlauben es, sehr verschiedene Fälle zu betrachten und etwa zunächst allein, zu zweit oder zu dritt einen Fall kennenzulernen, um diesen dann in der Diskussion in der Gruppe mit den anderen Karrierewegen zu vergleichen. Einige Anregungen zur Diskussion und ein Schema der vielfältigen Einflussfaktoren auf Wissenschaftlerinnenkarrieren werden gegeben und können hierbei helfen. Ergänzend gibt es Einleitungs- und Ausblickstexte, die zur Unterrichtsvorbereitung oder zur Vertiefung in der Gruppe herangezogen werden können.

Über das Projekt

Projektinitiator Arne Schirrmacher war zunächst bei einer Physiklehrerfortbildung zur Geschichte der Quantenphysik auf das große Interesse an passenden Lehrmaterialien zu Quantenphysikerinnen aufmerksam geworden und hatte die Artikelserie zu Quantenphysikerinnen von Anfang an in Hinblick auf eine Verwendung in der Lehre konzipiert. Auf Autor:innenworkshop am Deutschen Museum wurde mit Kolleg:innen ein Format entwickelt, das auf lediglich drei Seiten Einblick in das Leben und die physikalischen Leistungen der Quantenphysikerinnen gibt und sich dadurch von den vorhandenen Publikationen absetzt, die für den Einsatz in der Lehre meist viel zu umfangreich sind. Insbesondere werden Fotos eingesetzt, die bereits visuell viel von den Herausforderungen vermitteln, mit denen Frauen in der Physik konfrontiert waren. Eine vierte Seite motiviert zur Lektüre und bietet Raum, Eindrücke festzuhalten und Einflussfaktoren in einem Schema einzutragen.

Das Arbeitsset ist in begrenzter Auflage gedruckt in einer Sammelmappe erhältlich und kann alternativ im DIN-A3 oder DIN-A4 Format digital heruntergeladen werden. Die Konzeption als doppelseitige DIN-A3-Blätter für jedes Porträt (deren Falzkante rechts liegt) sorgt dafür, dass sich das Leben und die Physik jeder Quantenphysikerin übersichtlich entfalten und dass kein Durcheinander von Blättern entsteht, wenn mehrere Fälle auf dem Tisch liegen. Die Artikelserie und das zugehörige Arbeitsset werden durch die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung unterstützt.