Innovation im Fokus: Quantentechnologie verbindet Forschung und Praxis
Das 7. Forum „Wissens- und Technologietransfer im Dialog“ beleuchtete am 18./19. Juni 2026, wie aus exzellenter Forschung konkrete Wirkung entsteht. Im Mittelpunkt standen Quantentechnologien als Schlüsselinnovation – von Zertifizierung und industrieller Anwendung bis hin zu erfolgreichen Transfermodellen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Start-ups.
Beim 7. Forum „Wissens- und Technologietransfer im Dialog“ brachte Dr. David Schmieders (Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Niedersachsen) das Leitthema prägnant auf den Punkt: „Wie wird aus Wissen Wirkung?“
Im Fokus stand in diesem Jahr die Quantentechnologie – nicht zuletzt durch die Mitwirkung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) und dem Quantum Valley Lower Saxony (QVLS e.V.). Der Preisträgervortrag von Michael Hanke (Quantum Diamonds) veranschaulichte eindrucksvoll, wie quantenphysikalische Effekte zur Analyse von Halbleiterdefekten in modernen Architekturen genutzt werden.
Und so wurden die diversen Facetten des Technologietransfers mit Fokus auf Quantentechnologien beleuchtet:
- Dirk Stenkamp (TÜV Nord) skizzierte die wachsende Bedeutung von Zertifizierungen für QKD, Quantencomputer und Weltraumtechnologie – besonders vor dem Hintergrund, dass erste Rechenzentren Quantenhardware integrieren.
- Chiara Pedersoli (OHB Systems) demonstrierte am Beispiel der QUBE-Initiative erfolgreichen Wissenstransfer zwischen Forschung und Industrie – in beide Richtungen.
- Jürgen Stuhler (Toptica) machte deutlich, wie eng Innovation und Anwendung verzahnt sind: Neue Produkte entstehen aus Forschung – und ermöglichen zugleich neue Forschung.
In der Paneldiskussion herrschte Einigkeit: Verwertung muss früher mitgedacht werden. Der Wandel von Fertigung hin zu Technologie wurde dabei eher als Chance denn als „Deindustrialisierung“ bewertet. Unterschiedlich waren die Perspektiven auf die Förderlandschaft: Während größere Innovationsökosysteme und mehr Offenheit für internationale Start-ups gefordert wurden, betonten andere die bereits starke Unterstützung und deren Fortsetzung als entscheidend.
Abgerundet wurde die Veranstaltung durch Start-up-Pitches lokaler Deep-Tech Unternehmen, eine Postersession und praxisnahe Workshops zu Förderprogrammen sowie IP-Strategien. Den Abschluss bildete ein Blick in die Labore der PTB, in denen die Atomuhr, Quantenchips und Testaufbauten direkt erlebt werden konnten.