Deutsches Nationalteam gewinnt europäischen Physikwettbewerb
Am Wochenende holten sich drei Schüler:innen aus Konradsreuth, Wyhlen und Germering beim Physikwettbewerb AYPT in Österreich die Goldmedaille. Ferner steht nun das Nationalteam für die internationale Physik-Meisterschaft in Zürich fest: Dort vertreten Anfang Juli fünf Schüler aus Lörrach, München und Berlin Deutschland.
Am vergangenen Wochenende errangen Philipp Adelbrecht (15) vom Hans-Thoma-Gymnasium in Lörrach, Elisa Schöps (18) vom Gymnasium Münchberg bei Hof und Ayush Yadav (17) vom Gymnasium Freiham in München beim Physikwettbewerb Austrian Young Physicists’ Tournament (AYPT) den ersten Platz. Während der zweitägigen Vorrunde in Leoben, Österreich, erkämpfte sich das deutsche Nationalteam erfolgreich einen Platz im Finale. Dort wurden ihre Physikkenntnisse im Titelkampf gegen die Nationalteams aus Österreich und der Slowakei erneut auf die Probe gestellt. „Es war großartig, unsere Forschungsergebnisse nun auch international präsentieren zu dürfen. Trotz der kurzen Vorbereitungszeit und obwohl wir uns vorher nicht kannten, ist es uns gelungen, als Team zusammenzuwachsen und gemeinsam unsere Stärken optimal einzubringen.“, fasst Team-Captain Elisa Schöps ihre Eindrücke zusammen.
Elisa Schöps präsentierte ihre Ergebnisse zur Aufgabe „Magnetic Newton’s Cradle“. Beim klassischen Newton Pendel, welches im Physikunterricht gern zur Demonstration der Impulserhaltung genutzt wird, schlagen Metallkugeln aneinander. Schöps ersetzte die Kugeln in ihrem Experiment durch sich abstoßende Magneten, was zur Folge hat, dass überraschende Bewegungsmuster entstehen können. Diese untersuchte sie umfangreich mittels Videotracking und entwickelte eine fundierte Theorie, welche die Bewegung der Pendel beschreibt.
Im Finale hielt Ayush Yadav die Opposition zur Aufgabe „The Singing Ruler“: Wenn ein Lineal an einem Ende festgeklemmt und am anderen angeschlagen wird, schwingt es und gibt einen charakteristischen Ton von sich. Im sehr guten Vortrag vom slowakischen Team wurde gezeigt, wie dieser Ton von Parametern, wie der Länge oder Elastizität des Lineals abhängt. Yadav konnte jedoch während der anschließenden wissenschaftlichen Diskussion u.a. klarstellen, dass die zuvor vorgestellte Theorie nur für kleine Auslenkungswinkel gilt und hatte außerdem einige Vorschläge, wie die entstehenden Töne noch weitreichender gemessen bzw. ausgewertet werden können.
Der Jüngste im Team, Philipp Adelbrecht, bekommt auch nach diesen intensiven Tagen nicht genug von Physik: „Ich bin schon super gespannt auf die neuen Aufgaben im nächsten Wettbewerbsjahr. Denn was ich hier bereits gelernt habe, wird mir mit Sicherheit helfen, dass ich es nächstes Jahr vielleicht sogar zum internationalen Wettbewerb IYPT schaffe.“
Die drei Jugendlichen präsentierten beim AYPT die Forschungsergebnisse der Aufgaben, die sie bereits für den deutschen Bundeswettbewerb (German Young Physicists‘ Tournament, GYPT) Anfang März vorbereitet hatten und die jährlich vom International Young Physicists‘ Tournament (IYPT) für Schülerinnen und Schüler weltweit zur Verfügung gestellt werden. In die Teambewertung der Wettbewerbe fließen neben der Bewertung der eigenen Vorträge aber auch die Qualität sogenannter „Oppositionen“ ein. Die Teammitglieder diskutieren dabei die vorher unbekannte Lösung der Aufgabe eines anderen Teams und versuchen, Schwachstellen in den wissenschaftlichen Methoden und Argumenten aufzudecken oder Unklarheiten des Vortrags zu zeigen. Hier zeigt sich das physikalische Verständnis der Schülerinnen und Schüler, da sie die Vorträge des gegnerischen Teams und die dahinterstehende Forschung schnell durchblicken müssen.
Das deutsche Nationalteam wurde vor Ort von Liane Brandt, Physikerin an der Universität Ulm und Niklas Brütting, Physik-Student der Universität Bayreuth betreut: „Als ehemaliger IYPT-Teilnehmer hat es mich besonders gefreut, das Team dieses Jahr auf den internationalen Wettbewerb vorbereiten und begleiten zu können. Gleichgesinnte aus anderen Ländern kennenzulernen und sich mit ihnen zu messen, ist ein ganz besonderes Erlebnis und legt direkt einen Grundstein für die internationalen Kooperationen, die in der Physik genauso üblich wie wichtig sind.“ sagt Brütting.
Nominierung des IYPT-Teams
Anfang März haben zwölf Schüler:innen im Bundeswettbewerb des GYPTs gezeigt, dass sie zu den besten Physiktalenten gehören, und sich dabei gegen insgesamt 84 Mitstreiter:innen durchgesetzt. In einem anschließenden zweitägigen Workshop mussten sie erneut theoretisches Wissen, praktische Experimentierfähigkeit und die schnelle Erarbeitung neuer Projekte nachweisen, bevor die Teams, die Deutschland beim AYPT und IYPT vertreten, feststanden. Das AYPT-Team hat sein Können nun unter Beweis gestellt. Das Team, das Deutschland beim 39. IYPT vom 5. bis 12. Juli 2026 in Zürich, Schweiz, vertritt, besteht aus:
- Johann Hoffmann (17), Hans-Thoma-Gymnasium Lörrach
- Philip Klippel (18), Gymnasium Grünwald Landkreis München
- Linus Konnerth (16), Herder Gymnasium Berlin
- Jonathan Osswald (17), Hans-Thoma-Gymnasium Lörrach
- Nikita Petrov (17), Gymnasium Neubiberg Landkreis München
Die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung finanziert das GYPT von Anfang an ebenso wie die Teilnahme der deutschen Schülerinnen und Schüler an den internationalen Wettbewerben.