25.08.2020

Pressemitteilung

der Deutschen Physikalischen Gesellschaft e. V.

Eifrig rätselnde Physik-Studierende bereit für internationale Herausforderung

Die Nationalauswahl für den studentischen Knobelwettbewerb PLANCKS steht. Beim deutschen Vorentscheid DOPPLERS lösten mehr als sechzig Studierende knifflige Aufgaben der theoretischen Physik. Nun stehen die Gewinner fest.

Bad Honnef, 25. August 2020 – Trotz Semesterferien und hochsommerlicher Temperaturen widmeten sich vergangenes Wochenende mehr als sechzig Physik-Studierende aus ganz Deutschland der theoretischen Physik. Weil Physik gemeinsam mehr Spaß macht, schrieben sie beim bundesweiten Wettbewerb DOPPLERS in Dreier- oder Vierer-Teams zusammengefasst eine vierstündige Online-Klausur – obgleich sie häufig an verschiedenen Universitäten studieren. Dabei mussten sie auf jedes physikalische Fachgebiet vorbereitet sein.

Wegen des Ausbruchs der Corona-Pandemie konnte der Wettbewerb dieses Jahr allerdings nicht wie geplant vor Ort an der TU Dresden stattfinden. Damit die Teilnehmenden zusammenarbeiten konnten, hat das Organisationsteam daher erstmals eine digitale Version des Wettbewerbs konzipiert. Die Regionalgruppe Dresden der jungen Deutschen Physikalischen Gesellschaft (jDPG) hat die Teams dazu per Videokonferenz verbunden und im Anschluss an die Klausur ein digitales Rahmenprogramm organisiert. Die Jury bekam die Lösungsansätze eingescannt zugeschickt.

Gewonnen haben:

  1. Die Vier(er)Vektoren mit Kilian Bönisch und Eugen Dizer (beide Uni Bonn), Sven Jandura (ETH Zürich) und Arne Wolf (LMU München)
  2. Oachkatzlschwoaf (bayrisch für Eichhörnchenschwanz) mit Jonathan Gräfe und Max Schneider (beide TU Dresden), Lucas Kerstan (Uni Göttingen) und Erik Sünderhauf (TU München)
  3. kʷetwórī́k̑m̥̥tihdwóh₁ (altindogermanisch für 42) mit Johannes Kerstan (Uni Jena), Markus Zetto (Uni Heidelberg) sowie Maximilian Kotz und Christian Schmidt (beide TU Dresden)

„Die Vier(er) Vektoren“ konnten damit ihren Titel aus dem letzten Jahr verteidigen. Die drei Teams starten nun als deutsche Delegation beim internationalen PLANCKS, das voraussichtlich Anfang 2021 in London stattfindet. Der Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), Lutz Schröter, moderierte die Siegerehrung und zeigte sich begeistert vom Engagement und Enthusiasmus des wissenschaftlichen Nachwuchses: „Ich finde es sehr, sehr positiv mit welchem Engagement Sie sich in Ihrer Freizeit solchen Themen widmen. Hut ab!“

PLANCKS und DOPPLERS sind doppeldeutige Akronyme, welche für „Physics League Across Numerous Countries for Kick-Ass Students“ bzw. „Deutsche Olympiade im Physik-Probleme-Lösen Eifrig Rätselnder Studierender“ stehen und gleichzeitig auf die berühmten Physiker Max Planck und Christian Doppler anspielen. Max Planck gilt als Begründer der Quantenphysik und Christian Doppler beschrieb als erster den sogenannten Doppler-Effekt, ein Phänomen der Stauchung und Streckung der Frequenzen von Schal- oder Lichtwellen bei bewegten Quellen, weswegen Sirenen von Krankenwagen beispielsweise höher klingen, wenn sie auf einen zufahren, und tiefer, wenn sich der Krankenwagen entfernt.

Dieses Jahr drehten sich die Klausuraufgaben u. a. um die statistische Physik von Ameisenstraßen, um Wirbelströme in Fluiden und die Wigner-Funktion in der Quantenmechanik. Ein lebendiger Vortrag des Physikers Prof. Marc Timme über nachhaltige Entwicklung von Energiesystemen, ein digitaler Spielenachmittag und die feierliche Siegerehrung mit dem DPG-Präsidenten rundeten die virtuelle Veranstaltung ab. Creditpoints für ihr Hochschulstudium bekamen die Teilnehmenden allerdings nicht.

Die Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. (DPG), deren Tradition bis in das Jahr 1845 zurückreicht, ist die älteste nationale und mit über 55.000 Mitgliedern auch größte physikalische Fachgesellschaft der Welt. Als gemeinnütziger Verein verfolgt sie keine wirtschaftlichen Interessen. Die DPG fördert mit Tagungen, Veranstaltungen und Publikationen den Wissenstransfer innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft und möchte allen Neugierigen ein Fenster zur Physik öffnen. Besondere Schwerpunkte sind die Förderung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses und der Chancengleichheit. Sitz der DPG ist Bad Honnef am Rhein. Hauptstadtrepräsentanz ist das Magnus-Haus Berlin. Website: www.dpg-physik.de