ONLINE: Walther Gerlach: Ein Physiker im politischen Feld

Abendvortrag zum 177. Gründungsjubiläum der Deutschen Physikalischen Gesellschaft

Lecture
Date:
Fr, 14.01.2022 19:00  –   Fr, 14.01.2022 20:00
Sprecher:
Prof. Dr. Ulrich Herbert, Leiter der Forschungsgruppe Zeitgeschichte, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Adresse:
Magnus-Haus Berlin
Am Kupfergraben 7, 10117 Berlin, Germany

ausschließlich ONLINE zu verfolgen
Language:
Deutsch
Contact person:
Andreas Böttcher,
Zugangsdaten für die Online-Übertragung

Description

Update: Dieser Vortrag wird in Präsenz OHNE Publikum im Magnus-Haus gehalten und ist ausschließlich ONLINEzu verfolgen. Nutzen Sie den obigen Link für die Anforderung der Zugangsdaten für die Online-Teilnahme.

Walther Gerlach war einer der bedeutendsten Akteure im deutschen Wissenschaftssystem. Dabei nahm er höchst unterschiedliche Rollen ein. Als Forscher gelang ihm gemeinsam mit Otto Stern eine bahnbrechende Entdeckung: 1921/22 wiesen die beiden Physiker die Richtungsquantelung des Drehimpulses von Silberatomen in einem inhomogenen Magnetfeld nach. Gerlach war jedoch auch einer der effizientesten Wissenschaftsmanager des NS-Regimes und engagierte sich in der Frühzeit der Bundesrepublik Deutschland u. a. als Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft und der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Zur Person: Ulrich Herbert war von 1992 bis 1995 Direktor der Forschungsstelle für die Geschichte des Nationalsozialismus in Hamburg. Anschließend nahm er einen Ruf auf einen Lehrstuhl auf den Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Freiburg an, den er bis zu seiner Emeritierung 2019 leitete. Derzeit leitet er die Forschungsgruppe Zeitgeschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, die von Herbert geleitete Drittmittelprojekte umfasst, darunter das Editionsprojekt „Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland“.

Herbert leitete mehrere Forschungsgruppen. Davon ist eine hier besonders relevant: Von 2000 bis 2008 leitete Herbert zusammen mit Rüdiger vom Bruch eine Forschergruppe, die im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft deren Geschichte von 1920 bis 1970 untersucht. Das Vorhaben umfasste 19 Einzelprojekte, bis 2010 sind elf Bände über die Geschichte der DFG erschienen.

Herbert wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet: 1999 erhielt er den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 2014 erhielt er den Bayerischen Buchpreis in der Kategorie „Sachbuch“ für sein Buch Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert, 2018 den Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft.

Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der Geschichte des Nationalsozialismus und der Migrationsgeschichte im 19. Und 20. Jahrhundert. Zuletzt erschien von ihm im C.H. Beck Verlag das Buch „Wer waren die Nationalsozialisten?“.

Grußworte von:
Prof. Dr. Oliver Benson, Vorsitzender der PGzB
Dr. Lutz Schröter, Präsident der DPG

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