Neutrinos: was man mit ihnen tatsächlich, im Prinzip und prinzipiell nicht machen kann

Berliner Industriegespräch

Vortrag
Datum:
Mi, 05.06.2019 18:30  –   Mi, 05.06.2019 20:00
Sprecher:
Dr. Christian Spiering, ehem. Leiter der Neutrino-Astronomie, Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY, Zeuthen
Adresse:
Magnus-Haus Berlin
Am Kupfergraben 7, 10117 Berlin, Germany

 
Anmeldung erforderlich
Sprache:
Deutsch
Kontaktperson:
Andreas Böttcher,
DPG-Vereinigung:
Arbeitskreis Industrie und Wirtschaft (AIW)  

Beschreibung

Christian Spiering, geboren 1948, studierte an der Humboldt-Universität Physik und wurde dort 1974 promoviert. Anschließend arbeitete er 4 Jahre am Joint Institute for Nuclear Research in Dubna/UdSSR und danach am heutigen DESY Zeuthen. 1988 wechselte er von der reinen Teilchenphysik in die Neutrino-Astrophysik und baute sie zu einem Zeuthener Schwerpunkt auf. Von 1997 bis 2005 war er europäischer Sprecher von AMANDA, dem Vorläuferexperiment von IceCube, und 2005-2007 IceCube-Sprecher. Von 2006 bis 2012 leitete er das Roadmap Committee für die europäische Astroteilchenphysik. Er ist Autor des Buches „Auf der Suche nach der Urkraft“ (1986). Gegenwärtig ist er ehrenamtlicher Mitarbeiter des DESY und Gastprofessor am Moscow Engineering and Physics Institute.

Die geringe Reaktionsneigung von Neutrinos ist legendär. Gerade deswegen eignen sie sich jedoch als Informationsträger aus Regionen, die über elektromagnetische Strahlung nicht zugänglich sind, zum Beispiel aus dem Innern der Sonne oder aus der Umgebung schwarzer Löcher, die mit dem IceCube-Neutrinoteleskop am Südpol untersucht wird. Das wirft die Frage auf, ob man Neutrinos auch für näherliegende Dinge ausnutzen kann: zum Monitoring von Kernreaktoren, zur Informationsübermittlung auf der Erde oder gar zur Energiegewinnung oder für die Waffentechnologie. Der Vortrag illustriert das, was erwiesenermaßen geht, und beleuchtet die darüber hinaus möglichen Anwendungen sowie schließlich auch Ideen, die prinzipiell nicht realisierbar sind.

Diskussionsleitung: Dr. Hartmut Kaletta, DPG Arbeitskreis Industrie und Wirtschaft

Diese Veranstaltung wird gefördert durch die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung.