Übersicht der Preisträgerinnen und Preisträger

Übersicht der Preisträgerinnen und Preisträger

Max-Planck-Medaille

Die Max-Planck-Medaille ist die höchste Auszeichnung der DPG für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der theoretischen Physik.

© Privat

Prof. Alexander M. Polyakov
Princeton University, USA

„In Würdigung seiner wegweisenden Pionierarbeiten zur Quantenfeldtheorie und Statistischen Mechanik, speziell zu Monopolen und Instanton-Lösungen von Yang-Mills-Theorien, zum konformen Bootstrap und zur Eich-String-Dualität.“

Alexander Polyakovs breit gestreutes Lebenswerk überragt durch zahlreiche Durchbrüche und wegweisende Anstöße auf dem Gebiet zwischen Quantenfeldtheorie und Statistischer Mechanik. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen die Pfadintegral-Quantisierung für bosonische Strings, topologische Lösungen (Monopole, Instantonen) von Eichtheorien, der „Bootstrap“ in der konformen Feldtheorie, und die Dualität zwischen Korrelationsfunktionen von Eich- und Stringtheorien.

Alexander M. Polyakov studierte Physik am Moskauer Institut für Physik & Technologie. Seine Promotion erfolgte 1969 am Landau-Institut für Theoretische Physik in Chernogolovka. Dort leitete er die Abteilung für Quantenfeldtheorie, bis er im Zuge der Auflösung der Sowjetunion an die Princeton University (USA) wechselte. Seit 1999 ist er "Joseph Henry Professor of Physics" in Princeton.

Stern-Gerlach-Medaille

Die Stern-Gerlach-Medaille ist die höchste Auszeichnung der DPG für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der experimentellen Physik. Sie wird für Arbeiten aus dem gesamten Bereich der Physik vergeben.

© PTB

Prof. Dr. Joachim Ullrich
Physikalisch-Technische Bundesanstalt, Braunschweig

„In Würdigung seiner bahnbrechenden experimentellen Beiträge zur Atom- und Molekülphysik, insbesondere der Entwicklung und Anwendung von Reaktionsmikroskopen zur vollständigen kinematischen Rekonstruktion der Wechselwirkungsprozesse zwischen Atomen, Molekülen und Photonen.“

Joachim Ullrich ist ein Pionier auf dem Gebiet der Vielteilchen Koinzidenzmessungen von Elektronen und Fragmentionen aus den verschiedensten atomaren und molekulare Reaktionen. Seit seiner Doktorarbeit hat er die Entwicklung der COLTRIMS Reaktionsmikroskope vorangetrieben. In bahnbrechenden Experimenten hat er z. B. Elektronenkorrelationen in Atomen mit relativistischen Ionen und Laserpulsen untersucht. Seine visionären Ideen und einzigartigen Experimentaufbauten sind zentral für den Erfolg der Atomphysikprogramme an den Freie-Elektronenlasern in Hamburg, Japan und USA.

Joachim Ullrich studierte Physik Geophysik an der Goethe Universität in Frankfurt am Main, wo er 1987 bei Horst Schmidt-Böcking promoviert wurde. Nach Stationen an der GSI Darmstadt und der Kansas State University wurde er 1997 auf eine Professur in Freiburg berufen. 2001 wechselte als Direktor ans Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg. Seit 2012 ist er Präsident der Physikalisch Technischen Bundesanstalt in Braunschweig.

Gentner-Kastler-Preis

Der Gentner-Kastler-Preis wird gemeinsam von der DPG und der Société Française de Physique verliehen. Er wird für besonders wertvolle wissenschaftliche Beiträge zur Physik jährlich abwechselnd einem Physiker / einer Physikerin mit Lebens- und Tätigkeitsmittelpunkt in Deutschland bzw. Frankreich zuerkannt.

© Privat

Dr. Nathalie Picqué
Max-Planck-Institute of Quantum Optics, Garching und Centre National de la Recherche Scientifique, Paris (Frankreich)

„Für ihre herausragenden Beiträge zur hochauflösenden Breitband-Molekülspektroskopie mit Frequenzkämmen.“

Nathalie Picqué hat seit mehr als 10 Jahren neue bahnbrechende Methoden zur Nutzung von Frequenzkämmen in der hochauflösenden Molekülspektroskopie entwickelt, die inzwischen schon in über 100 Arbeitsgruppen weltweit eingesetzt werden.

Nathalie Picqué ist seit 2001 Forscherin am französischen „Centre National de la Recherche Scientifique“ und arbeitet seit 2008 am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching. Ihre wissenschaftliche Laufbahn begann an der Ecole Polytechnique und der Universität „Pierre et Marie Curie“ in Paris; 1998 promovierte sie in Orsay, wo sie 2006 auch habilitiert wurde. 1999-2000 war sie „Marie-Curie-Fellow“ am europäischen Labor für nichtlineare Spektroskopie (LENS) in Florenz.

Max-Born-Preis

Der Max-Born-Preis wird für besonders wertvolle und aktuelle wissenschaftliche Beiträge zur Physik gemeinsam vom britischen Institute of Physics (IOP) und der DPG in Erinnerung an das Wirken Max Borns in Großbritannien und Deutschland verliehen. Er wird jährlich abwechselnd einem Physiker / einer Physikerin mit Lebens- und Tätigkeitsmittelpunkt in Deutschland bzw. Großbritannien zuerkannt.

© Hiranya Peiris

Prof. Hiranya Peiris
University College London, Großbritannien

„Für ihre herausragenden Beiträge auf dem Gebiet der Kosmologie, insbesondere für die Schaffung neuer interdisziplinärer Verbindungen zwischen der Kosmologie und Hochenergiephysik.“

Hiranya Peiris hat herausragende Beiträge im Bereich der Kosmologie geleistet und neue Verknüpfungen zwischen der Kosmologie und der Teilchenphysik aufgezeigt. Ihre Forschungsarbeiten sind durch das Zusammenspiel von Messungen, fortschrittlichen Analysemethoden und Anwendungen der theoretischen Physik charakterisiert. Insbesondere ist es ihr gelungen, kosmologische Daten mit fundamentaler Physik in Beziehung zu setzen.

Hiranya Peiris studierte Natural Sciences (Physik) in Cambridge, UK und wurde in Princeton, USA, in Astrophysik promoviert. Nach einem Aufenthalt an der Universität Chicago kehrte sie 2007 an die Universität Cambridge zurück. 2009 wechselte sie an das University College London. Sie ist dort Professorin für Astrophysik und außerdem Direktorin des Oskar Klein Zentrums in Stockholm.

Smoluchowski-E.-Warburg-Preis

Der Marian-Smoluchowski-Emil-Warburg-Preis wird für herausragende Beiträge in der reinen oder angewandten Physik gemeinsam von der Polnischen Physikalischen Gesellschaft und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in Erinnerung an das Wirken von Marian Smoluchowski in Polen und Emil Warburg in Deutschland verliehen. Der Preis wurde mit Hilfe der Meyer-Viol-Stiftung eingerichtet. Er wird in zweijährigem Rhythmus abwechselnd einem Physiker / einer Physikerin mit Lebens- und Tätigkeitsmittelpunkt in Deutschland bzw. Polen zuerkannt.

© Privat

Prof. Dr. Grzegorz Karczewski
Polish Academy of Sciences, Warszawa (Poland)

„Für seine grundlegenden Beiträge zur Entwicklung der Molekularstrahlepitaxie und der damit einhergehenden Vertiefung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit in der Festkörperphysik.“

Der Smoluchowski-E.-Warburg-Preis wird an Herrn Grzegroz Karczewski für seine grundlegenden Beiträge zur Entwicklung der Molekularstrahl-Epitaxie und dem Einsatz der Technik in verschiedenen Bereichen der Festkörperphysik verliehen.

Grezegorz Karczewski hat in Warschau Physik studiert, wo er auch promoviert wurde und habilitierte. Er hat in den USA z. B. am National High Magnetic Field Laboratory und am Hochfeldlabor in Grenoble in Frankreich als Post Doktorand gearbeitet. Karczewski hat als Humboldt Professor sowie Mercator Fellow in Würzburg geforscht.

Herbert-Walther-Preis

Der Herbert-Walther-Preis ehrt herausragende Beiträge in der Quantenoptik und der Atomphysik sowie hervorragende Leistungen in der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft. Der Preis wird gemeinsam von der Optical Society of America (OSA) und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) in Erinnerung an Herbert Walther vergeben, der in den USA und in Deutschland mit großem Erfolg geforscht und sich durch sein Wirken für die OSA und DPG in hervorragender Weise verdient gemacht hat. Die Verleihung erfolgt jährlich abwechselnd in den USA und in Deutschland.

© Fotostudio Hofstätter / W. Schleich

Prof. Dr. Wolfgang P. Schleich
Universität Ulm

„Für sein maßgebliches Wirken bei der Konsolidierung des Gebiets der Quantenwissenschaft und -technologie und seine langjährigen Beiträge zur Theorie der Quantenoptik, insbesondere seinen Phasenraum-Ansatz und die Theorie der Materiewellen-Interferometrie.“

Der Herbert-Walther-Preis 2021 wird Wolfgang P. Schleich für seine breiten und bahnbrechenden Beiträge auf dem Gebiet der Quantenoptik in Kombination mit der Allgemeinen Relativitätstheorie verliehen. Seine Forschungsgebiete sind die Grundlagen der Quantentheorie, der Zahlentheorie, der Freie-Elektronen-Laser und der Materiewellenoptik, um nur einige zu nennen. In der Materiewellen-Interferometrie leistete er bedeutende Beiträge zum Verständnis spezieller und allgemeiner relativistischer Effekte in Materiewellen-Interferometern, zur Entwicklung interferometrischer Methoden und leistete Pionierarbeit für die Realisierung und Nutzung der Bose-Einstein-Kondensation im Weltraum. Als treibende Kraft einer Vielzahl von Kollaborationen vervielfachte Wolfgang P. Schleich das Vermächtnis von Herbert Walther.

Wolfgang Schleich war bereits am Max-Planck-Institut für Quantenoptik tätig, während er an der Ludwig-Maximilians-Universität Physik studierte. Beginnend mit seiner Diplomarbeit über Quantenfluktuationen in Ringlasern (abgeschlossen 1981) und während seiner Doktorarbeit über optische Relativitätstests (abgeschlossen 1984) arbeitet er bis heute mit M. O. Scully zusammen. Mit J. A. Wheeler und H. Walther leistete er sowohl theoretisch als auch experimentell Pionierarbeit auf dem Gebiet der Quantenoptik im Phasenraum. Bald nach seiner Habilitation 1989 erhielt er 1991 den Lehrstuhl für Theoretische Physik in Ulm, und kürzlich, 2019, wurde er Gründungsdirektor des Instituts für Quantentechnologie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Er erhielt zahlreiche Preise und Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Akademien.

Die Auszeichnung wird voraussichtlich gemeinsam von der Optical Society of America und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft auf der LASER World of Photonics München im Juni 2021 überreicht.

DPG-Technologietransferpreis

Der Technologietransferpreis wird an die am Technologietransfer beteiligten Parteien, also an das Institut, aus dem die Technologie kommt, an die für den Technologietransfer verantwortliche Stelle und an das die Technologie umsetzende Unternehmen, gemeinsam verliehen.

Hahn-Schickard Gesellschaft für angewandte Forschung e.V.

Universität Freiburg Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) und ZFT

Spindiag GmbH

„Für die herausragende Übertragung von wissenschaftlichen Erkenntnissen auf dem Gebiet der zentrifugalen Mikrofluidik für den Einsatz in Einweg-Testträgern und die Integration in ein Analysegerät zur Infektionsdiagnostik mit äußerst kurzen Analysezeiten, sowie für den erfolgreichen Transfer dieser Technologie in eine Ausgründung aus der Universität und für die gelungene wirtschaftliche Verwertung dieser Technologie auf dem Gebiet der Infektionsdiagnostik.“

Robert-Wichard-Pohl-Preis

Der Robert-Wichard-Pohl-Preis wird für hervorragende Beiträge zur Physik verliehen, die eine besondere Ausstrahlung auf andere Disziplinen in Wissenschaft und Technik haben, für außergewöhnliche Leistungen in der Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis in der Lehre, im Unterricht und in der Didaktik der Physik.

© Privat

Prof. Dr. Michael Düren
Universität Gießen

„In Würdigung seiner Experimente auf dem Gebiet der Teilchen- und Hadronenphysik sowie für sein unermüdliches und vielfältiges Engagement als Wissenschaftsvermittler in der Zivilgesellschaft und sein kompetentes Werben für eine globale Energiewende.“

Es sind die verschiedenen Facetten von Michael Düren, seine erfolgreiche Tätigkeit in der anspruchsvollen Experimentalphysik an Großgeräten einerseits, wie auch andererseits seine verantwortungsbewusste Öffentlichkeitsarbeit für die Zivilgesellschaft, die ihn auszeichnen. Seine vielseitigen Aktivitäten umfassen Schülerprojekte, Hochbegabtenförderung, Lehrerfortbildung und vielfältige öffentliche Auftritte. Er vertritt dabei das generelle Ziel, die am CERN praktizierte, streng zielorientierte und dennoch höchst demokratisch ablaufende Organisation einer internationalen, interkulturellen und diversen Gemeinschaft von Wissenschaftlern möglichst auch auf die gesamte Zivilgesellschaft zu übertragen. Im Jahr 2008 war er einer der Mitbegründer der DESERTEC Foundation und es bleibt sein Verdienst, diese vernünftige und noch immer zukunftsfähige Idee trotz aller politischen Widerstände und Wirren weiterhin zu erläutern und zu propagieren.

Michael Düren studierte Physik an der RWTH Aachen, wo er auf dem Gebiet der Kern- und Teilchenphysik promoviert wurde. Seine berufliche Laufbahn führte ihn zu Experimenten am CERN, zum MPI für Kernphysik Heidelberg, zum DESY Hamburg und über die Universitäten Erlangen-Nürnberg und Bayreuth zur Justus-Liebig-Universität Gießen. Parallel zu seiner Forschung im Bereich der Teilchenphysik engagiert er sich intensiv im Arbeitskreis Energie der DPG und im Vorstand des Zentrums für internationale Entwicklungs- und Umweltforschung (ZEU) in Gießen.

Walter-Schottky-Preis

Der Walter-Schottky-Preis dient der Auszeichnung einer in den letzten beiden Jahren, bevorzugt im letzten Jahr, auf dem Gebiet der Festkörperforschung veröffentlichten, hervorragenden Arbeit eines oder mehrerer junger Physiker/innen.

© Andreas Hüttel

Dr. Andreas Hüttel
Uni Regensburg / Aalto University, Espoo, Finland

„Für seine herausragenden Leistungen zur Quantenkontrolle in der Nano-Elektromechanik. In einem bahnbrechenden Experiment ist es ihm gelungen, die starke Kopplung eines freitragenden Nanoröhren-Quantenpunkts an einen Mikrowellenresonator nachzuweisen.“

Andreas Hüttel ist ein Experte auf dem Gebiet des Quantentransports in Nanostrukturen. Durch die Integration von ultra-reinen freitragenden Kohlenstoff-Nanoröhren in supraleitende Mikrowellenschaltkreise konnte er deren nano-mechanische Vibrationen an die Quantenzustände einzelner Elektronen auf dem Resonator koppeln. Dies eröffnet neue Möglichkeiten der Verschränkung von mechanischen, elektronischen und photonischen Freiheitsgraden.

Nach seiner Promotion an der LMU München ging Andreas Hüttel 2006 an die TU Delft, wo er erste bahnbrechende Experimente zur Nanomechanik von Kohlenstoff-Nanoröhren durchführte. Danach kehrte er nach Deutschland zurück und wurde 2010 Leiter einer Emmy-Noether-Gruppe an der Universität Regensburg. Seit 2020 hat er eine Gastprofessur an der Aalto University, der Nachfolgeeinrichtung der Technischen Universität Helsinki, inne.

Gaede-Preis

Der Gaede-Preis, 1985 von Dr. Manfred Dunkel gestiftet, wird durch die Gaede-Stiftung finanziert und von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft e.V. (DPG) vergeben. Seit 2017 zählt der Gaede-Preis zu den genuinen DPG-Preisen. Der Preis wird in der Regel auf der DPG-Frühjahrstagung der Sektion Kondensierte Materie (SKM) überreicht. Die Auszeichnung besteht aus einem Preisgeld von bis zu 10.000 Euro, einem durch Leybold gestifteten Modell der ersten Molekularluftpumpe von Prof. Wolfgang Gaede und einer Urkunde.

© Privat

Prof. Dr. Richard Wilhelm
Technische Universität Wien, Österreich

„In Würdigung seiner herausragenden Arbeiten zu Ionen-Oberflächen-Wechselwirkungen speziell bei zweidimensionalen Materialien.“

Richard A. Wilhelm ist ein herausragender, junger Oberflächenphysiker, der das Feld der Ionen-Oberflächen-Wechselwirkung in den letzten Jahren signifikant vorangetrieben hat. Besonders bemerkenswert sind seine neuesten Arbeiten zur Wechselwirkung von langsamen, hoch-geladenen Ionen mit freistehenden, zweidimensionalen Materialien. Das Verständnis der grundlegenden Prozesse hat wichtige Auswirkungen auf Anwendungen in der Oberflächenphysik, Nanotechnologie und Dünnschichttechnologie.

Richard A. Wilhelm studierte Physik an der TU Dresden und wurde 2014 für seine Arbeit zur "Wechselwirkung langsamer hochgeladener Ionen mit Ionenkristalloberflächen und ultradünnen Kohlenstoffmembranen" promoviert. Nach zwei Jahren Post-doc am HZDR wurde er zunächst Projekt- und ab 2017 Universitätsassistent an der TU Wien. 2019 wurde er Assistenzprofessor am Institut für Angewandte Physik der TU Wien.

Gustav-Hertz-Preis

Der Gustav-Hertz-Preis soll eine hervorragende, kürzlich abgeschlossene Arbeit eines oder mehrerer junger Physiker/innen auszeichnen und so dem Ansporn des Nachwuchses dienen. Dabei soll die auszuzeichnende Arbeit aus den Gebieten der experimentellen oder theoretischen Physik stammen, einen gewissen Abschluss zeigen und neue Erkenntnisse enthalten. "Erkenntnis" wird dabei nicht allein im Sinne der Grundlagen verstanden, sondern es werden auch Ergebnisse im Sinne der Anwendung und Praxis gewertet. Als "junge Physiker/innen" werden auch solche mit abgeschlossener Promotion und in besonderen Fällen mit abgeschlossener Habilitation verstanden, sofern ihnen zum Zeitpunkt des Vorschlags kein Angebot einer Lebensstellung als Hochschullehrer/in oder einer leitenden Stellung in einem hochschulfreien Forschungsinstitut oder in der Industrie vorliegen.

© Privat

Dr. Benedict Seiferle
Ludwig-Maximilians-Universität München

„Für seine herausragenden Beiträge zur Charakterisierung des Thorium-229-Isomers, insbesondere die erstmalige direkte und präzise Bestimmung der Anregungsenergie des Isomers als Grundlage einer künftigen Realisierung einer Kernuhr.“

Die Genauigkeit unserer Zeitmessung wird derzeit von Atomuhren bestimmt. Eine auf einem Kernübergang basierende 'Kernuhr' könnte Atomuhren an Leistungsfähigkeit übertreffen und völlig neue Anwendungsgebiete erschliessen. Durch wegweisende Experimente hat Seiferle die Eigenschaften des Thorium-229-Isomers als derzeit einzigem Kernuhr-Kandidaten charakterisiert und damit die Grundlagen zu seiner künftigen laserbasierten Kontrolle für die erstmalige Realisierung einer Kernuhr geschaffen.

Benedict Seiferle studierte Physik an der LMU München und beschäftigt sich seit seiner MSc-Arbeit mit dem exotischen Th-229-Isomer. 2019 schloss er seine Dissertation an der LMU mit "summa cum laude" ab, die Ergebnisse publizierte er in 'Nature' und erhielt 2020 den Promotionspreis der LMU. Derzeit forscht er als Postdoktorand im Rahmen des ERC-Synergy-Projekts 'ThoriumNuclearClock' an der LMU.

Hertha-Sponer-Preis

Der Hertha-Sponer-Preis wird für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Physik an eine Wissenschaftlerin vergeben. Der Preis soll vor allem jüngere Wissenschaftlerinnen durch öffentliche Auszeichnung ermutigen und so mehr Frauen für die Physik gewinnen.

© FotoIkatz, Donostia – San Sebastián (E) / Leo

Dr. Naëmi Riccarda Leo
CIC nanoGUNE, San Sebastian, Spain

„Für ihre hervorragenden Beiträge zur Untersuchung und Charakterisierung von künstlichen Metamaterialien und ferroischen Systemen.“

Naëmi Riccarda Leo leistete fundamentale Beiträge zur Entwicklung, Charakterisierung und theoretischen Beschreibung neuartiger magnetischer Ordnungsphänomene, die an der Schwelle zwischen der mikroskopischen und der makroskopischen Welt auftreten. Dazu gehören Kopplungsprozesse zwischen Domänen in Materialien mit gleichzeitiger magnetischer und elektrischer Ordnung, den so genannten Multiferroika, ebenso wie Korrelationen in künstlichen als Spineis bezeichneten Systemen.

Naëmi Riccarda Leo hat an der Universität Bonn Physik studiert und wurde 2014 an der ETH Zürich promoviert. Als Posdoktorandin arbeitete Sie zunächst am Schweizer Paul-Scherrer-Institut. 2018 trat sie nach einem Aufenthalt an der University of Tokyo dem Forschungszentrum CIC nanoGUNE in San Sebastian unter dem Maria de Maeztu Postdoctoral Program bei. Derzeit arbeitet sie dort als Marie-Sklodowska-Curie-Fellow.

Georg-Simon-Ohm-Preis

Der Georg-Simon-Ohm-Preis soll eine hervorragende, kürzlich abgeschlossene Arbeit eines Studenten oder einer Studentin der physikalischen Technik oder verwandter Studiengänge an Fachhochschulen auszeichnen und so dem Ansporn des physikalisch-technischen Nachwuchses dienen.

© Jost Herkenhoff

Jost Herkenhoff
Hochschule Bremen (HSB)

„Für ein im Rahmen seiner Bachelorarbeit entwickeltes digitales Rückkopplungssystem für fortgeschrittene Techniken der Ionenmanipulation in einer Penning-Falle. Die damit erreichbaren relativen Massengenauigkeiten stellen einen Durchbruch in der Massenspektrometrie von hochgeladenen Ionen dar.“

In seiner Bachelorarbeit hat Herr Herkenhoff ein neuartiges und innovatives Steuer- und Regelungssystem mit einem System-on-Chip (SoC) auf einem FPGA für fortgeschrittene Techniken der Ionenmanipulation in einer Penning-Falle entwickelt und implementiert. Das SoC wird erfolgreich sowohl zum aktiven Kühlen von Ionen als auch für neue Messverfahren mit einer relativen Massengenauigkeit im Bereich von wenigen 1E-12 am Massenspektrometer PENTATRAP am MPI für Kernphysik eingesetzt.

Jost Herkenhoff absolvierte die Fachoberschule in Lüneburg mit sehr guten Ergebnissen. Anschließend studierte er von September 2016 bis Mai 2020 Elektrotechnik im Profil Informationstechnik an der Hochschule Bremen (HSB). Neben einer Infineon Summer School in Villach (A), stellte er seine herausragenden interdisziplinären Fähigkeiten im Praxissemester am DFKI unter Beweis.

Georg-Kerschensteiner-Preis

Der Georg-Kerschensteiner-Preis kann für hervorragende Leistungen auf folgenden, der Vermittlung der Physik dienenden Gebieten, verliehen werden: a) Lehre im Bereich Schule, Hochschule und Weiterbildung, b) Erforschung der Lehr- und Lernprozesse im Physikunterricht und c) Entwicklung und Erforschung neuer Konzepte und Medien für die Lehre und deren wissenschaftliche Evaluation.

© luise.aedtner photography

Kim N. Ludwig-Petsch
Deutsches Museum München

„Für seine vielfältigen Outreach-Aktivitäten, u.a. das Projekt „experimentierbar", das an ungewöhnlichen Orten durch ein gelungenes Zusammenspiel aus Wissensvermittlung und Unterhaltung überzeugt. Mit einfachen Mitteln probieren, erfahren und erleben Laien und Fachpublikum die Physik.“

Kim Ludwig-Petsch überzeugt mit innovativen Konzepten und Outreach-Aktivitäten. Er begeistert als Entertainer im Deutschen Museum und an ungewöhnlichen Orten durch ein gelungenes Zusammenspiel aus Wissensvermittlung und Unterhaltung. Durch den Einsatz von alltäglichem Experimentiermaterial erlebt das Publikum die Physik auf neue Weise. Er stellt die geradezu körperliche Erfahrung physikalischer Phänomene ins Zentrum seines didaktischen Wirkens und sieht die Physikvermittlung als Lebensinhalt.

Kim Ludwig-Petsch studierte Physik und Chemie auf Lehramt. Er war Leiter der Didaktik im Swiss Science Center Technorama und entwickelt seit 2015 im Deutschen Museum didaktische Konzepte. Er erforscht seit 2018 an der TU Kaiserslautern den Einsatz neuer Medien zur Physikvermittlung im Museum und engagiert sich freiberuflich als Wissenschaftskommunikator in Science Shows und Science Dinners.

Schülerinnen- und Schülerpreis (PhysikOlympiade)

Der Preis wird an Schülerinnen und Schüler für besondere physikalische Leistungen verliehen. Er wurde 1982 - 91 von der Physikalischen Gesellschaft der DDR vergeben und von der DPG übernommen. Es werden die fünf besten deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der jährlichen PhysikOlympiade ausgezeichnet.

© PhysikOlympiade, IPN Kiel

Janek Darowski
Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium, Frankfurt-Oder

Maximilian Hauck
Elisabeth-Langgässer-Gymnasium, Alzey

Franz Loose
Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium, Dresden

Tobias Messer
Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium, Dresden

Richard Wohlbold
Landesgymnasium für Hochbegabte, Schwäbisch Gmünd

„Die Verleihung erfolgt in Würdigung der Leistungen, die sie 2020 im deutschen Team bei der Europäischen PhysikOlympiade (EuPhO) erreicht haben.“

Foto: Teilnehmende der Finalrunde der PhysikOlympiade beim Auspacken der Materialien für die experimentelle Klausur

Ehrenmitglied

Prof. Dr. Joachim Treusch

„In Anerkennung seiner herausragenden Verdienste um die Wissenschaft, namentlich der Physik in Deutschland. Joachim Treusch hat über mehrere Jahrzehnte als Physiker und durch seine leitenden Tätigkeiten in der Forschungsorganisation richtungweisend und nachhaltig zur Entwicklung der modernen Strukturen der Forschung und des Wissenschaftsbetriebs sowie der modernen Formen des Dialogs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft beigetragen. Als Vorsitzender des Vorstands der Wilhelm und Else HeraeusStiftung hat er wesentlichen Anteil am Ausbau des Physikzentrums in Bad Honnef und am qualifizierten Wachstum der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Seine Tatkraft und sein persönlicher Rat haben die Deutsche Physikalische Gesellschaft geprägt und ihr Gestaltungsmöglichkeiten verliehen.“