"Gravitationswellenastronomie – quo vadis?"

Öffentlicher Abendvortrag auf der DPG-Frühjahrstagung 2026 in Dresden

Vortrag
Datum:
Mi, 11.03.2026 19:00  –   Mi, 11.03.2026 20:00
Sprecher:
Prof. Dr. Michèle Heurs, Leibniz Universität Hannover, Deutschland — Deutsches Zentrum für Astrophysik (DZA), Görlitz, Deutschland — Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY, Zeuthen, Deutschland
Adresse:

Hörsaalzentrum, Bergstr. 64, 01069 Dresden, Deutschland
HSZ/AUDI
Sprache:
Deutsch
Kontakt­person:
Tagungsteam,
Externer Link:

Beschreibung

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Seit der ersten direkten Detektion von Gravitationswellen (GWn) im Jahr 2015 haben wir ein völlig neues Beobachtungsfenster zum Universum aufgestoßen (komplementär zu elektromagnetischem Spektrum, Neutrinos und kosmischer Strahlung) und damit das Zeitalter der Multi-Messenger-Astronomie mit GWn eingeläutet. Eine Fülle wissenschaftlicher Erkenntnisse wurde bereits gewonnen – aber es gibt noch so viel mehr zu entdecken!

Die Empfindlichkeit aktueller laserinterferometrischer GW-Detektoren ist so aberwitzig hoch, dass das durch die Quantenmechanik gegebene Rauschen des verwendeten ultrastabilen Laserlichts die Messungen limitieren würde. Dies erfordert die Verwendung von nichtklassischem (sog. „gequetschtem“) Licht, das bereits routinemäßig in der aktuellen (zweiten) Generation von GW-Detektoren, z. B. aLIGO und AdVirgo, eingesetzt wird. Viele zusätzliche Rauschquellen, wie seismisches und thermisches Rauschen, stellen weitere Herausforderungen für die Detektoren der nächsten (dritten) Generation dar, z. B. für das Einstein-Teleskop, ein geplantes unterirdisches GW-Observatorium in Europa.

Um mehr über unser Universum zu lernen, benötigen wir höhere Detektionsraten für eine aussagekräftige Gravitationswellenastronomie; dafür benötigen wir höhere Detektionsempfindlichkeit und größere Detektionsbandbreite. In meinem Vortrag werde ich das Prinzip der interferometrischen GW-Detektion einführen, einige der fortschrittlichen Technologien (bereits eingesetzt oder in Entwicklung) erläutern und die Pläne für zukünftige interferometrische Gravitationswellenobservatorien wie das Einstein-Teleskop beleuchten.

Der öffentliche Abendvortrag ist offen für alle Tagungsteilnehmer:innen und die interessierte Öffentlichkeit. Der Eintritt ist frei und eine Registrierung zur Tagung ist nicht notwendig.