Large Space Simulator: Eine Vakuumkammer, die mit flüssigem Stickstoff heruntergekühlt wird und der Satellit gleichzeitig über einen großen Spiegel stark erhitzt. Copyright: ESA/JAXA/Anneke Le Floc'h

ONLINE: Virtuelle ESA-Touren

An direkt zwei Terminen bekamen wir von Robert Willemsen (siehe Bild unten) Einblick in das European Space Research and Technology Centre (ESTEC) der europäischen Weltraumagentur ESA. Das ESTEC ist dabei das technische Herz der ESA, in dem Satelliten und Rover entworfen und getestet werden und zusätzlich zahlreiche neue Technologien für die Raumfahrt erfunden und erprobt werden.

Exomars Rover.jpg
Exomars Rover.jpg

Im 1. Teil bekamen wir Einblick in die Organisation der Vereinigung von ESA und wie die Gelder der 22 Mitgliedsstaaten eingesetzt sind. So investieren einige Länder ihr Geld nur in bestimmte Technologien wie z.B. Telekommunikations-Satelliten und halten sich aus der bemannten Raumfahrt ganz heraus. 
Eine positive Nachricht erhielten wir aber direkt mit: Dadurch, dass Deutschland auch noch weiterhin stark in die ESA und insbesondere der bemannten Raumfahrt investieren wird, hätte jeder der Teilnehmenden eine Chance Astronaut oder Astronautin zu werden.

Mit Hilfe einer virtuellen 3D-Tour sahen wir die Testanlagen, mit denen die Satelliten auf Herz und Nieren geprüft werden und zum Beispiel Temperaturunterschiede von einigen 100 Kelvin aushalten müssen (siehe Bild ganz oben). Insbesondere die Anwendung von 3D-Druck-Verfahren für die Errichtung einer möglichen Mars-Basis aus Mars-Sedimenten traf auf großes Interesse. 

Am 2. Termin ging es um den Einsatz von Robotern und einer Live-Demonstration in einem TED-Talk, bei der ein Roboter trotz 400 km Entfernung detailgetreu mit dem eigenen Arm bewegt werden kann und eventuelle Widerstände oder Blockaden der Anwender ebenfalls im Arm spürt.
Falls jemand vor hätte, ein Startup zu gründen, bietet die ESA außerdem ihre Technologien für kommerzielle Zwecke an. Die oftmals farbigen Bremsbeläge bei Sportwagen sind zum Beispiel ein Produkt aus dem hitzebeständigem Material an der Unterseite von Space Shuttles, um den Temperaturen bei Wiedereintritt in die Atmosphäre standzuhalten. 

Bei dem Themenblock der “Astronautennahrung” wurde uns klar, dass die Gerichte und Inhaltsstoffe teils genauer protokolliert werden als bei jeder Diät die man kennt. Besondere Süßigkeiten darf man dagegen nur bis zu bestimmten Gewichtsgrenzen mitnehmen und man munkelt, dass russische Kosmonauten einmal für “besondere Feierlichkeiten” eine Flasche Wodka mitgenommen haben. 

Wir bedanken uns recht herzlich bei Robert Willemsen für die spannenden Einblicke und die vielen Fun Facts, sodass die Vorträge immer interessant blieben. Wir freuen uns außerdem über die Möglichkeit einer Live-Tour in Noordwijk, sobald die äußeren Zustände es wieder erlauben.


Für weitere Informationen oder der Planung einer eigenen Tour kann Robert Willemsen direkt über erreicht werden.