Ein transparentes, neues Beitragsmodell ab 2021

Das aktuelle Beitragsmodell für die individuellen DPG-Mitglieder ist nicht gerade für seine simple Logik bekannt. Das wundert wenig, schließlich ist dieses Modell über viele Jahrzehnte organisch gewachsen. Immer wieder wurden neue Beitragsgruppen hinzugefügt und -grenzen verschoben, um dem grundlegenden Wandel der DPG und ihrer Mitglieder gerecht zu werden.

Dies nahm der Vorstandsrat zum Anlass, eine grundsätzliche Überarbeitung der Struktur des bestehenden Beitragsmodells anzuregen. Schnell fand sich eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern des Vorstandsrates, des Vorstands und der Geschäftsstelle, die ein systematisches, zeitgemäßes und transparentes Modell erarbeitet hat. Nach ausführlicher Diskussion wurde das neue Beitragsmodell vom Vorstandsrat in seiner Sitzung am 8. November 2019 in Bad Honnef beschlossen und tritt zum 1. Januar 2021 in Kraft.

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Das neue Modell orientiert sich am Lebens- und Berufsweg der DPG-Mitglieder. Um den vielfältigen Ausbildungswegen und Lebensabschnitten von Physikerinnen und Physikern Raum zu geben, besteht es aus zwei Phasen:

Die erste Phase steht allen Mitgliedern in bestimmten Intervallen ihres Lebensalters offen und ist in zwei Abschnitte unterteilt: Im ersten Abschnitt sind vor allem die Mitglieder miteinander verbunden, die sich in der Physik-Ausbildung befinden. Der zweite Abschnitt vereint im Wesentlichen junge Berufstägige, ganz gleich, ob sie an der Universität, in Unternehmen, Schulen oder all den anderen Stellen unserer Gesellschaft arbeiten, an denen junge Physikerinnen und Physiker ihr Berufsleben beginnen.

Die Altersgrenzen zu diesen beiden Beitragsgruppen ermöglichen es den jungen DPG-Mitgliedern künftig, sanft durch die Beitragsgruppen zu gleiten, ohne selbst aktiv werden zu müssen. Das neue Modell beginnt mit der Beitragsgruppe E bis zu einem Alter von 27 Jahren für 18 Euro im Jahr, was etwa einem Mensakaffee (1,50 Euro) pro Monat entspricht. Darauf folgt die Gruppe Y für Mitglieder mit einem Alter von 28 bis 35 Jahren, die 36 Euro pro Jahr, also zwei Mensakaffee pro Monat, an Beitrag zahlt.

Nach Vollendung des 36. Lebensjahres folgt die zweite Phase des Modells. Sie lässt sich flexibel per Selbsteingruppierung an die jeweilige Lebenssituation anpassen. Liegt beispielsweise wegen Elternzeit, eines Berufswechsels oder aus anderen Gründen das Bruttojahreseinkommen unter 30.000 Euro, ermöglicht die entsprechende einkommensabhängige Beitragsgruppe A einen Jahresbeitrag, der verglichen mit der Beitragsgruppe Y unverändert niedrig bei 36 Euro liegt. Typischerweise verdienen Physikerinnen und Physiker nach dem Studium mehr als 30.000 Euro pro Jahr und können sich somit zunächst der Beitragsgruppe B bis 45.000 Euro pro Jahr mit einem Jahresbeitrag von 72 Euro zuordnen. Für beruflich Etablierte mit einem Jahreseinkommen ab 45.000 Euro gibt es die Beitragsgruppe C, die sich sich als wesentliches Element eines Generationenmodells versteht, das viele der DPG-Nachwuchsinitiativen erst möglich macht. Um der im Allgemeinen finanziell oft angespannten Situation beim Berufseinstieg Sorge zu tragen, wurden die bisherigen Einkommensgrenzen nach oben angepasst.[1]

Möchten Mitglieder die Arbeit der DPG über das normale Maß hinaus unterstützen, ermöglicht es die Selbsteingruppierung als Fördermitglied, den Mitgliedsbeitrag nach eigenem Ermessen selbst festzulegen.[2] Eine solche Förderung hilft der DPG bei ihrem Bestreben, die Herausforderungen der Zukunft anzunehmen. Die Mitglieder werden daher gebeten zu prüfen, ob sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu einer solchen besonderen Förderung der DPG entschließen können.

Die ermäßigte Beitragsgruppe für Partner*innen steht weiterhin allen offen, bei denen beide Partner*innen DPG-Mitglied sind und eine Partnerin / ein Partner einer Beitragsgruppe für Mitglieder mit einem Einkommen von mehr als 30.000 Euro pro Jahr zugeordnet oder Fördermitglied ist. Ferner können Mitglieder, die aus finanziellen Gründen keine höheren Beiträge zahlen können, unabhängig vom Alter einen Antrag auf Eingruppierung analog zur Beitragsgruppe bis 27 Jahre stellen – also für 18 Euro im Jahr.

Nach Vollendung des 65. Lebensjahres können Mitglieder im Ruhestand wie bisher formlos eine Beitragsermäßigung von 50 Prozent für die Folgejahre beantragen. Mitglieder mit einem Bruttojahreseinkommen von mehr als 30.000 Euro, die einer der beiden entsprechenden Beitragsgruppen angehören, zahlen auch künftig einen um 25 Prozent verminderten Mitgliedsbeitrag, wenn sie sowohl der DPG als auch einer unserer Partnergesellschaften angehören. Mit dem neuen Modell entfallen viele Fragen, die unseren Mitgliedern aus der Vergangenheit sicher gut bekannt waren: Wie lange gehört man zu den Studierenden? Dürfen sich Schülerinnen und Schüler als Studierende eingruppieren? Ist die Vorbereitung auf eine Promotion ein Berufsanfang oder gehört man schon in die einkommensabhängigen Beitragsstufen, um nach der Promotion wieder in „Berufsanfänger“ zu wechseln?

Mit der Umstellung auf das neue Modell kommt es durch die Verschiebung der Einkommensgrenzen, den Wegfall der Beitragsgruppe 3 sowie die Einführung der altersabhängigen Beitragsgruppen bis 27 Jahre und bis 35 Jahre zu Umgruppierungen, die die Geschäftsstelle gerne für Sie vornimmt. Zuvor werden alle Betroffenen individuell angeschrieben und auf ihre Möglichkeiten hingewiesen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

[1] von < 27.000 €/Jahr auf < 30.000 €/Jahr und von < 41.000 €/Jahr auf < 45.000€/Jahr

[2] Mind. 144 €/Jahr