DPG
Mitgliedschaft
Veranstaltungen
Programme
Preise
Veröffentlichungen
Presse
Service
 
Druckversion
Position: www.dpg-physik.de  >  dpg  >  gliederung  >  fv  >  p  >  info  >  plasmaphysiker  >  langmuir.html
Irving Langmuir

Irving Langmuir

1881 - 1957, amerikanischer Chemiker und Physiker




Langmuirsonde im Plasma

Irving Langmuir wurde am 31. Januar 1881 in Brooklyn, New York geboren.

Von frühester Kindheit an versuchten seine Eltern mit Erfolg, sein Interesse an der Naturwissenschaft zu wecken. Einen großen Einfluß auf den jungen Irving Langmuir hatte auch sein älterer Bruder Artur. Artur Langmuir war Chemiker und beantwortete mit Geduld alle Fragen des jüngeren Bruders zu einfachen naturwissenschaftlichen Problemen. Artur war es auch, der Irving dabei half, sein erstes Labor in einer Ecke seines Kinderzimmers aufzubauen.

Im Jahre 1892 zog Familie Langmuir nach Paris. Das dortige Schulsystem war so traditionell und rigide, daß Irving bald die Freude an der Naturwissenschaft verlor. Nach der Rückkehr in die Vereinigten Staaten konnte allerdings ein Privatlehrer Langmuirs Begeisterung wieder wecken. Nach Beendigung der Schulzeit begann Langmuir ein Studium der Metallurgie, welches er mit Abschlüssen an der Pratt Institute's Manual Training High School in Brooklyn und der Columbia University erfolgreich beendete.

Im Jahre 1903 ging Langmuir nach Deutschland, wo er in Göttingen unter Walter Nernst arbeitete. Dort schrieb er 1906 seine Doktorarbeit zum Verhalten von Gasen in der Nähe eines heißen Platindrahtes. Nach seiner Rückkehr nach Amerika arbeitete er zunächst als Chemielehrer in Hoboken, New Jersey, ging aber bald zu General Electric Co.. Die Freiheit in der Forschung, die ihm dort gewährt wurde, ermöglichte ihm zahlreiche Erfindungen, wie die Kondensations-Quecksilbervakuumpumpe, die gasgefüllte Wolfram-Glühlampe, zahlreiche Vakuum-Radioröhren und ein Verfahren zum Schweißen mit atomaren Wasserstoff (Langmuir-Fackel).

Im Rahmen seiner Arbeiten zu Glühlampen untersuchte Langmuir auch die von heißen Metallen emittierten Elektronen. Er prägte die Begriffe 'Plasma' und 'Elektronentemperatur', insbesondere entwickelte er ein Gerät zur Messung der Elektronentemperatur, die sogenannte 'Langmuir-Sonde'.

Ein wichtiges Arbeitsgebiet Langmuirs war die Oberflächenchemie. Dabei betrachtete er die Ausbreitung von Substanzen auf der Wasseroberfläche, die Interaktion von Metalloberflächen mit Gasen und die Adsorption von Atomen an Oberflächen, die eine sogenannte 'Monolage' bilden (ein Atom dicke Schicht). Im Jahre 1932 erhielt Langmuir für seine 'discoveries and investigations in surface chemistry' den Nobelpreis für Chemie.

Weiterhin beschäftigte sich Langmuir mit einer Vielzahl von sehr unterschiedlichen Themen, wie einer Theorie der elektronischen Struktur der Atome, der Herstellung von künstlichen Regen und der Ortung von U-Booten. Auch an Philosophie und Politik war er interessiert. Sein Motto war, daß jede Sache, die man lernt, nützlich ist. Er bestieg das Matterhorn, steuerte Flugzeuge, fuhr Ski.

Irving Langmuir blieb ins hohe Alter aktiv. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er damit, mit seiner Frau durch die Welt zu reisen. Er starb in Woods Hole, Massachusetts am 16. August 1957.

 
© Deutsche Physikalische Gesellschaft | letzte Änderung 31.10.2011, 16:44 | Impressum | Datenschutz | Kontakt | Bearbeiten