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Prof. Dr. Knut Urban, Forschungszentrum Jülich

Rede zur Präsidentschaftsübergabe 31. März 2006 im Magnus-Haus, Berlin

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
meine Damen und Herren,

vor zwei Jahren, am 2. April 2004, trafen wir uns zur, so weit wir zurückblicken können, ersten formalen Präsidentschaftsübergabe in der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in Bad Honnef. Lassen Sie mich am Ende meiner zweijährigen Amtszeit als Präsident einige Einsichten in vier Abschnitten vortragen, die gleichwohl schon Prämissen meines Herangehens an dieses Amt waren und somit durch das, was wir gemeinsam in dieser Zeit versucht und in einigen Fällen auch erreicht haben, vertieft und erweitert worden sind.

  1. Die DPG und die Politik
  2. Als in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts in Deutschland viele der heute traditionsreichen Naturvereine und wissenschaftlichen Gesellschaften gegründet wurden, folgten ihre Gründerväter und -mütter einem im Zuge der bürgerlichen Entwicklung gewachsenen Bedürfnis, sich mit Gleichgesinnten zusammenzutun. Zwar warb man im gemeinsamen Bekenntnis nach Außen für die der Gemeinschaft zugrunde liegende Idee, diese jedoch durch Einflußnahme auf die Öffentlichkeit oder gar die Politik zu befördern, lag nicht nur außerhalb der Möglichkeiten, die meisten dieser Vereinigungen verstanden sich als strikt unpolitisch.

    Wenn dagegen heute die naturwissenschaftlichen Fachgesellschaften auf dem gewachsenen Boden ihrer Geschichte stehend über die Zukunft und über den Beitrag, den sie zu ihrer Gestaltung leisten können, nachdenken, dann tun sie das in dem Bewußtsein, daß sie öffentlich wirksam werden, sich einmischen, kurz, politisch werden müssen.

    Auch wenn die Männer, die 1845 die Berliner Physikalische Gesellschaft gründeten, sich nicht als politisch verstanden, sie waren Handelnde der Vormärzbewegung. Die Verehrung der neu entdeckten Natur, die in Alexander von Humboldts Schriften zum Ausdruck kommt, er begann mit der Veröffentlichung seines Kosmos-Werkes just im Jahr 1845, nimmt diese Natur, noch ganz im Sinne der Romantik, als Metapher für eine der menschlichen Unvollkommenheit entzogene Welt.

    Daß Naturwissenschaft die Technik ermöglichte, wurde von den Wissenschaftlern dieser Zeit als eine Bestätigung für die Wahrheit der von ihnen gefundenen Naturgesetzmäßigkeiten gewertet. Gleichzeitig beförderte dieser Dualismus des Intellektuellen und des Ingenieursmäßigen, personifiziert in der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin durch das Gründungsmitglied Emil du Bois-Reymond und durch den früh als Mitglied aufgenommenen Werner Siemens, die Utopie einer auf Naturwissenschaft und Technik beruhenden besseren Welt.

    Dagegen ist das Grundmerkmal unserer Zeit, neben der alles umfassenden Dynamik, die auch schon frühere Generationen empfunden haben, ein globaler Wettbewerb der Länder, der nicht etwa, wie manche glauben, lediglich ein Wettbewerb der Kosten der Arbeit ist, sondern - weit grundlegender und weit schwieriger - ein Wettbewerb der Kreativität. Dazuhin ist die Utopie des unbedingten Fortschritts der Erkenntnis der Ambivalenz jedes Fortschritts gewichen.

    Im Jahre der Gründung der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin befand sich die Gesellschaft am Anfang eines Transformationsprozesses an dessen Ende der moderne Begriff des Politischen steht, der neben der klassischen Wurzel der staatlichen Ordnung auch die mannigfaltigen Verflechtungen mit der Gesellschaft und der Ökonomie umfaßt. Das Handeln und die Gestaltung des Neuen wird nun in einem Wettbewerb um Prioritäten ermittelt, der - weil er alles umfassende Folgen hat - grundsätzlich immer politischer Natur ist.

    Dabei erwartet die Öffentlichkeit von den Fachgesellschaften, daß sie dort, wo sie kompetent sind, ihre Stimme erheben und mit ihrer Expertise zu einem guten Ergebnis der öffentlichen Meinungsbildung beitragen. Die Menschen versprechen sich davon auch einen gewissen Beistand gegen Lobbyismus, welcher den Entscheidungsprozeß zugunsten von Partikularinteressen zu manipulieren versucht.

    Ich glaube, daß wir es in den letzten beiden Jahren geschafft haben, durch zahlreiche Kontakte zu Politikerinnen und Politikern - von den Inhabern der höchsten Ämter im Bund und in den Ländern bis zu den Exponenten der Politik in den Ministerien - das Vertrauen der Politik in die Deutsche Physikalische Gesellschaft weiter zu stärken. Diese Kontakte waren ermutigend, und es gilt sie fortzusetzen. Lassen Sie mich an dieser Stelle all denen danken, die mir geholfen haben, diese Verbindungen zu knüpfen.

    Allerdings ist angesichts der Vielfalt und Komplexität der Problembereiche und des von allen Seiten auf die Politik ausgeübten Drucks die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, daß auch unsere Gesellschaft in die Versuchung geraten könnte, Sacharbeit durch Agitation, nach wissenschaftlichen Prinzipien erarbeitete Expertise durch Meinung und Neutralität durch Gruppeninteresse zu ersetzen.

    Wir wären aber kaum gut beraten, nach dem Motto „Der Zweck heiligt die Mittel“ uns auf diese Ebene zu begeben. Um in den Naturwissenschaften Einsichten zu gewinnen, muß man die Subjektivität ablegen, an der Wahrheit orientiert sein und differenziert denken. Das ist genau das, was die Öffentlichkeit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zuzuerkennen, bereit ist. Die so erarbeitete Expertise verleiht ihrem Rat besonderes Gewicht. Wer aber nur Agitation und verkürzte Sichtweisen zu bieten hat, wird schnell das Vertrauen verlieren.

    In diesem Sinne haben wir in den letzten beiden Jahren eine Studie zu Bachelor- und Masterstudiengängen in der Physik einschließlich einer sorgfältigen und schlüssigen Begründung des Forschungsjahres im Masterstudiengang ausgearbeitet, das die seitherige Diplomarbeit ersetzt. Hinzu kommt eine Studie über den Zugang zur Hochschullaufbahn, welche das Instrument der Juniorprofessur in einem Gesamtkontext betrachtet. Gleichzeitig haben wir den Erfolg und die Aussichten der Juniorprofessur in der Physik durch Befragung aller 58 Physikfachbereiche und Interviews mit praktisch allen Juniorprofessorinnen und -professoren untersucht. Ende vergangenen Jahres konnten wir mit sehr viel Resonanz in der Öffentlichkeit eine Studie zu Klima und Energieversorgung in Deutschland 1990 bis 2010 vorstellen. Eine vierte Studie, die „Thesen für ein modernes Lehramtstudium im Fach Physik“ haben wir Anfang des Monats der Öffentlichkeit vorgestellt. Das letzte Projekt, die Studie zur Promotion in der Physik, welche wir zusammen mit der Konferenz der Fachbereiche Physik herausbringen wollen, steht kurz vor der Fertigstellung.

    Diese Art der Sacharbeit bildet das Fundament, auf das die DPG ihr politisches Engagement begründet hat und in Zukunft weiter begründen wird.

    Auch hier gilt mein Dank den Kolleginnen und Kollegen, die wesentliche Teile dieser Studien getragen haben.

    Die Deutsche Physikalische Gesellschaft hat sich früher schwer damit getan, mit Stellungnahmen durch ihren Präsidenten zu aktuellen politischen Fragen zeitnah an die Öffentlichkeit zu treten. Dies liegt unter anderem daran, daß die aktuelle Satzung vorschreibt, daß dazu in jedem Fall die Autorisierung durch den Vorstandsrat einzuholen ist. Auf die Gefahren einer solchen Regelung habe ich bereits in meiner Antrittsrede hingewiesen, und ich bin dankbar, daß schon damals wie dann auch später in Diskussionen im Vorstandsrat mich viele von Ihnen in der Sichtweise bestärkt haben, daß der Präsident grundsätzlich autorisiert sein muß, sich zu jeder Zeit im Sinne der Grundanliegen unserer Gesellschaft in der Öffentlichkeit zu äußern, bzw. daß Studien und andere schriftliche Stellungnahmen zeitnah herauszubringen sind.

    Ich haben dies auch durchweg so gehalten. Ich habe in zahlreichen Presseerklärungen und Medieninterviews zu aktuellen politischen Themen Stellung genommen. Dadurch wurde die Sichtbarkeit der DPG mit Bezug auf diese Themen ganz wesentlich erhöht.

    Allerdings habe ich mich zu jeder Zeit allen Ansinnen versagt, das in der Öffentlichkeit gewonnene Vertrauen zur Beförderung bestimmter Ziele zu instrumentalisieren. Und ich habe mich verschiedentlich geweigert, der Agitation dienende Appelle, Offene Briefe und verkürzte politische Stellungnahmen anderer Fachgesellschaften, Gruppen und Individuen mitzutragen und zu unterschreiben.

    Lassen Sie mich diesen Abschnitt mit zwei sehr positiven Erfahrungen mit Bezug auf die Beziehungen zu anderen Fachgesellschaften beschließen.

    Der Begegnung mit der Chinesischen Physikalischen Gesellschaft galt 2004 meine erste Auslandsreise für die DPG. Ich habe mich daher sehr darüber gefreut, daß wir Anfang dieser Woche das Kooperationsabkommen mit der Chinesischen Physikalischen Gesellschaft im Rahmen eines Besuches einer Chinesischen Wissenschaftlerdelegation in Dresden unterzeichnen konnten. Dieses Abkommen ist eine Investition in die Zukunft, der ich hohe Bedeutung beimesse.

    Ganz besonders hervorheben möchte ich das freundschaftliche und kollegiale Verhältnis mit der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh). Auch wenn wir nicht in allen Fragen einer Meinung sind, wir lernen von einander, und der Wert des Austauschs von den Geschäftsstellen über die Hauptgeschäftsführer bis zu den Präsidenten ist nicht zu überschätzen. Wir haben uns auch spontan zu gemeinsamen Pressemitteilungen zusammengetan, beispielsweise zur Föderalismusdiskussion und zur Frage der Einführung von Studiengebühren. Und Präsident Hopf und ich haben gemeinsam Bundeskanzlerin Merkel zu ihrem Amtsantritt geschrieben. Ein weiteres Symbol unserer Beziehungen ist die gemeinsame Genugtuung darüber, daß es uns letztes Jahr gelungen ist, den Otto Hahn-Preis neu zu begründen und zwar als ein gemeinschaftliches Unternehmen der DPG, der GDCh und der Stadt Frankfurt.

  3. Die DPG und die Hochschulen
  4. Meine Damen und Herren, lassen Sie mich zu einem zweiten Thema kommen.

    Der Bund und die Länder haben sich im vergangenen Jahr mit dem Pakt für Forschung und Innovation auf eine jährliche Steigerung der Zuwendungen für die Finanzierung der außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie der DFG um 3 % jährlich bis 2010 festgelegt.

    Gleichzeitig zeigen die neuen Hochschulgesetzte, Hochschulvereinbarungen und Finanzierungskonzepte wie beispielsweise das sogenannte „Hochschulfreiheitsgesetzt“ das in Nordrhein-Westfalen im Jahre 2007 in Kraft treten soll, die Richtung auf, in die die Reise für die Hochschulen geht. Sie werden noch weitere Selbständigkeit erhalten, aber auch mehr finanzielle Eigenverantwortung. Dies zwingt die Hochschulen, sich wie Wirtschaftsunternehmen zu verhalten und sich neue Einkommensquellen zu verschaffen. Eine Möglichkeit dafür, sind neue Formen der Kooperation mit der Industrie. Der Präsident der Europäischen Rektorenkonferenz hat sich in den letzten Tagen für einen Finanzierungsmix im Verhältnis zwischen Öffentlicher Hand und Privaten von eins zu eins ausgesprochen.

    Auf ihrer Werbetour bei den Firmen, werden die Hochschulen aber noch andere Mitbewerber treffen. Neben der Fraunhofergesellschaft werden dies unter anderen die Institute der Helmholtz-Gemeinschaft und der Leibniz-Gemeinschaft sein. Die Reduzierung der institutionellen Förderung zugunsten einer Stärkung der projektorientierten Förderung wird diese Forschungseinrichtungen ebenfalls in Richtung von Industriekooperationen treiben. Und daß dies in der Politik auch so gewollt und von der Öffentlichkeit unterstützt wird, wird in einem kürzlichen Artikel der Financial Times Deutschland deutlich, in dem die Befürchtung geäußert wird, daß die von der neuen Bundesregierung bis 2010 versprochene Steigerung der Ausgaben für Forschung auf 3 % des Bruttoinlandsproduktes zweckentfremdet für Grundlagenforschung eingesetzt werden könnte.

    Die Hochschulen sehen sich dementsprechend - trotz Exzellenzinitiative und Hochschulpakten - als Verlierer der gegenwärtigen Bewegung in der Forschungspolitik. Viele der Hochschulkollegen glauben eine gewollte Konzentration der Forschung in den außeruniversitären Forschungseinrichtungen erkennen zu können. Und, sie können sich durch die Rede bestätigt fühlen, die vorgestern der Ministerpräsident von Sachsen, Prof. Milbradt, bei der Frühjahrstagung des Arbeitskreises Festkörperphysik in Dresden gehalten hat. In seiner Beschreibung der Stärken der sächsischen Forschung kamen nur die außeruniversitären Forschungseinrichtungen, nicht aber die Universitäten vor.

    Ich habe in den letzten zwei Jahren einen Schwerpunkt meiner Arbeit bei den Hochschulen gesehen. Die Studie zu Bachelor- und Masterstudiengängen und die Richtlinien zur Gestaltung des Masterstudiums sind als Orientierung von den Physikfachbereichen sehr gut aufgenommen und vielfach sehr direkt umgesetzt worden. Insbesondere hat das von der DPG propagierte und in Kooperation mit der Konferenz der Fachbereiche Physik ausgearbeitete Modell der Aufteilung des Masterstudiengangs in eine einjährige fachliche Vertiefungsphase und in eine einjährige Forschungsphase, welche dem Fachgebiet der Masterarbeit gewidmet ist, allgemeine Akzeptanz gefunden. Daß wir dieses Modell als einziges Fach mit der Kultusministerkonferenz direkt absprechen konnten, ist ein besonderer Erfolg. Ich möchte in diesem Zusammenhang Herrn Mlynek und Herrn Treusch danken, die geholfen haben, die entsprechenden Kontakte herzustellen.

    Die DPG hat sich seit der Bologna-Folgekonferenz in Bergen im vergangenen Jahr, in deren Abschlußcommuniqué die strukturierte Promotion als Dritter Zyklus der Universitätsausbildung festgelegt wird, in öffentlichen Erklärungen gegen jede Art der Verschulung der Promotion im Fach Physik ausgesprochen. Die Promotionsphase ist in der Physik bereits ein Teil der Berufszeit. Tatsächlich werden in Deutschland Zweidrittel der Forschungsleistung in der Physik an Universitäten und Forschungseinrichtungen von Doktorandinnen und Doktoranden erbracht. Alles, was durch Erweiterung von deren Kompetenz die Effizienz und Effektivität dieses Anteils erhöhen kann, verdient unsere Unterstützung. Aber die Promotion ist nicht dazu da, die strukturellen Defizite der Bachelor- und Master-Studiengänge zu beheben.

    Die unverzichtbaren Grundsätze mit Bezug auf die Promotion im Fach Physik habe ich in einem Beitrag in der Februar-Ausgabe des Physikjournals beschrieben, der auch als Argumentations- und Orientierungshilfe für die Faschbereiche gedacht ist, die in diesen Tagen ihre Antrage für Graduiertenschulen im Rahmen der Exzellenzinitiative ausarbeiten.

    Dies soll unterstreichen, daß die Hochschulen mit allen ihren Problemen auch in Zukunft ein Schwerpunkt der Arbeit der DPG sein müssen. Wenn ein Mindestmaß an Kohärenz in Deutschland mit Bezug auf die Studiengänge in der Physik erhalten bleiben soll, dann kann das nur über die DPG im verein mit der KFP erreicht werden. Ich habe die Bereitschaft der DPG sich hier mit aller Energie einzubringen, durch meine Präsenz bei den KFP-Sitzungen unterstrichen. Die außerordentlich positive Reaktion darauf, obwohl ich nicht immer ein bequemer Gast war, zeigt, wie sehr die DPG hier als Koordinatorin gefragt ist. Wir haben, um diese gemeinsame Arbeit nachhaltig weiter zu verbessern die Einrichtung eines Ständigen Ausschusses der KFP angeregt, mit dem das Benehmen herzustellen ist, wenn das DPG-Vorstandsamt für Bildung und Ausbildung zu besetzen ist, dessen Inhaberin oder Inhaber die Leitung der KFP ex officio obliegt.

  5. Die DPG und die Innovationsdiskussion
  6. Meine Damen und Herren, es spricht vieles dafür, daß wir uns mitten in einem Prozeß befinden, der dadurch zu charakterisieren ist, daß auf unabsehbare Zeit die globale Produktivität wesentlich schneller wachsen wird als die wissenschaftliche und industrielle Basis, auf der sich weiteres Innovationspotential entfalten kann.

    Drei Faktoren machen dieses Innovationspotential aus: Die Wissenschaft, die ingenieurmäßige Umsetzung und das Unternehmertum. Es bereitet mir große Sorgen, daß die deutsche Öffentlichkeit bis in die politischen Entscheidungsebenen hinein nur ein unklares Bild davon hat, was auf diesen drei Ebenen geschieht und wie jede davon zum Ganzen beiträgt.

    Ich glaube, daß es an der Zeit ist, hier einerseits aufklärend zu wirken, und zum anderen einen Dialog zwischen Forschung, Industrie und Wirtschaft anzuregen, mit dem Ziel, auf der Basis von mehr gegenseitigem Verständnis ein Miteinander zu erreichen. Dieses Verständnis erscheint mir bitter nötig, denn schließlich gilt die globale Herausforderung für unser Land insgesamt und nicht nur für die Wirtschaft.

    Und es muß einen betroffen machen, wenn ich bei Treffen als DPG-Präsident mit Kollegen aus der Wirtschaft immer wieder die Erfahrung gemacht habe, daß man die Physiker zwar als Menschen bewundert, die sich mit geheimnisvollen Erscheinungen beschäftigen und schwierige Dinge verstehen, aber nicht als solche, denen man einen entsprechen hohen Anteil am Bestehen der Herausforderungen zutraut, denen sich unser Land gegenübersieht. Wie ganz anders sieht es da mit dem eigenen Selbstverständnis der Wissenschaftler aus, das nicht selten mit einer Art von Sendungsbewußtsein einhergeht.

    In den Neunzigerjahren wurde es üblich, davon zu sprechen, daß es keinen Sinn mehr mache, von Grundlagen- und Anwendungsforschung in getrennten Kategorien zu sprechen. Ich glaube, daß wir auf diese Weise wesentlich dazu beigetragen haben, und noch laufend dazu beitragen, daß in der Öffentlichkeit nicht verstanden wird, wie sich Grundlagen- und Anwendungsforschung zueinander verhalten und in welchem Verhältnis sie zur dritten Kategorie, der industriellen Entwicklung stehen. Die Folge ist, daß zwar in Deutschland zunehmend über Forschung geredet wird, daß aber je nach Provenienz der Verlautbarungen etwas anderes damit gemeint ist und nicht selten schlicht aneinander vorbeigeredet wird.

    Als Peter Grünberg und Albert Fert - um dies an einem konkreten Beispiel aufzuzeigen - Ende der Achtzigerjahre den Riesenmagnetowiderstand, den GMR entdeckten, haben sie Grundlagenforschung betrieben. Es ging ihnen allein darum, etwas über die elektronische Kopplung dünner Schichten zu lernen, um damit etwas zum Gebäude der Festkörperphysik beizutragen. Eine technische Anwendung hatten sie nicht im Sinn. Das konnten sie auch gar nicht, weil sie ja nicht ahnen konnten, daß sie bei ihren Arbeiten einen interessanten Effekt entdecken würden.

    Auch als es in jahrelanger Arbeit darum ging, die Ursachen des GMR zu verstehen, handelte es sich um Grundlagenforschung. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse haben die Festkörperphysik nämlich nicht etwa nur in einer Richtung sondern als Ganzes erweitert. Grundlagenforschung schafft ein Wissensgebäude, dessen größte Stärke es ist, daß es universell und nicht primär auf einen bestimmten Zweck ausgerichtet ist. Nicht auf einen bestimmten Zweck ausgerichtet zu sein, bedeutet aber nicht, daß es nicht zweckdienlich wäre. Denn das Gebäude der Grundlagenforschung ist der einzige Ort, von dem eines Tages an irgendeiner Stelle eine Innovation ihren Ausgangspunkt nehmen wird.

    Um aus einem physikalischen Effekt ein Produkt zu machen - in unserem Beispiel die moderne Computerfestplattentechnologie - braucht es im allgemeinen noch viele Jahre der Anwendungsforschung. Daß dies in der Öffentlichkeit nicht verstanden wird, ist eines der vielen Defizite mit Bezug auf die Forschung in Deutschland.

    Anwendungsforschung bildet die Brücke zur industriellen Produktentwicklung. Sie ist weitläufig, zeitaufwendig, und muß bereits unter der Berücksichtigung von Markt- und Kostenkriterien durchgeführt werden. Es ist ein Grundsatz, und auch das wird in der Öffentlichkeit so gut wie nicht wahrgenommen, daß die Anwendungsforschung um so teurer ist, je näher sie an der industriellen Entwicklung angesiedelt ist.

    Die schwierigste Phase beim Schaffen eines Produktes ist die der industriellen Entwicklung. Diese Phase wird von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gemeinhin unterschätzt. Hier geht es um Prozeßtechnik zur Herstellung unter industriellen Realbedingungen. Es geht um Verläßlichkeit, Kompetitivität und finanzielle Machbarkeit. Das Risiko ist groß, Zeitfaktoren spielen eine große Rolle und die Kosten steigen exponentiell. Kommt das Produkt nicht früh genug oder gar fehlerhaft auf den Markt dann steht nicht selten das Weiterbestehen der Sparte im Betrieb oder das Überleben der ganzen Firma auf dem Spiel.

    Im Zusammenhang mit wirtschaftlichen Niederlagen, die wir auf den Weltmärkten erleiden, wird oft kritisiert, die Forschung interessiere sich zu wenig für die Herausforderungen, vor die sich die Industrie gestellt sieht. Zweifellos geht es hier aber um nichts anderes als Produktentwicklung. Produktentwicklung ist genuines Aufgabengebiet der Wirtschaft. Hier fließen nicht nur gewaltige Finanzmittel sondern alle Wasser ein, mit denen ein Unternehmen gewaschen sein muß, um erfolgreich für den Markt zu produzieren. Niemand kann im Ernst daran denken, sich solche Dinge von Angestellten des öffentlichen Dienstes besorgen zu lassen.

    Doch, machen wir uns nichts vor: Solche Hinweise und auch die üblichen obligaten Verweise auf die früheren Früchte der Grundlagenforschung reichen nicht aus, wenn wir Wissenschaftler heute der Öffentlichkeit klarmachen wollen, daß mehr Geld für die Grundlagenforschung auszugeben sei. Was wir brauchen ist eine Forschungskultur, bei der erstens jeder weiß, was eigentlich gemeint ist, und bei der zweitens Grundlagenforschung das sein kann, was sie ist, nämlich eine Investition in die Zukunft, die nicht aus argumentativen Gründen als Anwendungsforschung ausgegeben wird und bei der, drittens, Anwendungsforschung nicht mit Entwicklung gleichgesetzt wird. Dafür sollte die DPG in ihren Gremien arbeiten. In einer solchen Kultur muß die Grundlagenforschung, die Anwendungsforschung, die industrielle Entwicklung und auch die Würdigung des unternehmerischen Risikos in adäquaten Proportionen vorkommen.

    Eine meiner ersten Amtshandlungen war in Kooperation mit Herrn Egelhaaf und dem AIW ein neues Vorstandsamt für Industrie und Wirtschaft einzurichten. Wir konnten dafür Frau Mattern-Klosson von der Firma Leybold gewinnen. Damit verfügt der Vorstand der DPG neben dem für Berufsfragen und Wissenschaftlicher Nachwuchs über ein zweites Vorstandsamt, das grundsätzlich mit Kolleginnen und Kollegen aus der Wirtschaft zu besetzen ist. Unsere Arbeitsfähigkeit ist dadurch an einer entscheidenden Stelle verstärkt worden.

    Nutzen wir diese, um konstruktiv und im gerade ausgeführten Sinne die DPG im Innen- wie im Außenverhältnis in eine Diskussion einzubringen, die unser Land schon lange nötig hat, und die ein konstruktives Miteinander von Forschung und Industrie zum Ziele haben muß. Diese Diskussion brauchen wir letztendlich auch deshalb, weil Deutschland, das habe ich bereits erwähnt, sich in einem Umbruch der Finanzierungsstruktur seiner Forschung befindet. Es wird daher nötig sein, daß alle Beteiligten, die Politik, die Hochschulen, die Wissenschaft und die Industrie, aufeinander zu gehen, um die Option, die man Private-Public-Partnership nennt, zu aktivieren.

  7. Die DPG im Umgang mit sich selbst
  8. Meine Damen und Herren, die Deutsche Physikalische Gesellschaft hat in den letzten Jahrzehnten mit Bezug auf ihre Mitgliederzahl einen enormen Aufschwung genommen, um den uns die naturwissenschaftlichen Fachgesellschaften weltweit beneiden. Im Sommer vergangenen Jahres konnte ich bei einer Veranstaltung im Friedrichstadtpalast zusammen mit Frau Bulmahn das fünfzigtausendste Mitglied, einen Studenten der Physik in einem der ersten Semester, begrüßen. Und: Mit einem Durchschnittsalter von 34 Jahren ist die größte, älteste und traditionsreichste Physikalische Gesellschaft der Welt auch die altersmäßig dynamischste ihrer Art.

    Offenbar besitzt unsere Gesellschaft für die jungen Leute eine stabile Anziehungskraft. Dabei halte ich es für wichtig, daß wir uns alleine mit unserer Arbeit für die Physik als Kulturgut profilieren und keinerlei Fringe-Benefits anbieten. Um unser Angebot für die jungen Leute weiter zu verbessern, haben wir im vergangenen Jahr die „Junge DPG“ gegründet. Lassen Sie mich hier Herrn Kollegen Schultz und Herrn Dr. Freudenberger danken, die dazu die Initiative ergriffen haben.

    Zur Zeit stellen die Studierenden, Promovierenden und Nachwuchswissenschaftler 54 % unserer Mitglieder. Es wäre wunderbar, wenn es uns gelingen würde, davon die meisten in der DPG zu halten und damit insbesondere die Zahl der Mitglieder in der Industrie zu erhöhen, das sind derzeit etwa 10 %. Dabei geht es mir in erster Linie darum, die DPG mit Bezug auf den Dialog zwischen öffentlich geförderter Forschung und Industrie und Wirtschaft noch besser aufzustellen, als dies bislang der Fall ist.

    Vieles hat sich in den letzten Jahrzehnten in der DPG verändert, aber in einem Punkt hat unsere Gesellschaft ihre überkommenen Strukturen bewahrt. Ich halte es für eine gute Tradition, daß wir im Vorstand und in den Fachverbänden eine Art von doppelter Exekutive haben. Es ist daher elementar, daß diese beiden Exekutiven so gut wie irgend möglich zusammenarbeiten. Mein Angebot, die Leiterinnen und Leiter der Fachverbände weit mehr als bisher in die Arbeit des Vorstandes einzubeziehen und einen Dialog zu führen, ist von vielen Faschverbandsvorsitzenden sehr positiv aufgenommen worden. Insbesondere glaube ich, daß wir mit der Einrichtung des Konvents, einer gemeinsamen Gesprächsrunde zwischen den Mitgliedern des Vorstandes und den Fachverbandsvorsitzenden, ein großes Stück weitergekommen sind. Es wäre mir ein großes Anliegen, daß diese Einrichtung weitergeführt wird und daß es von Mal zu Mal leichter werden möge, dafür in den Terminablaufplänen der Jahrestagung und des Tages der DPG die benötigten Stunden unterzubringen.

    Ich habe von den sieben Frühjahrstagungen der DPG in diesem Jahr vier besucht. Dies wurde sehr positiv aufgenommen. Interessant war dabei aber die Erfahrung, daß die Fachverbände auf solches Interesse von seiten den Vorstandes nicht gefaßt und die Tagungsprogramme darauf nicht immer optimal eingestellt sind. Ich habe daher in der letzten Vorstandssitzung den Antrag eingebracht, daß das Gespräch mit den Fachverbandsvorsitzenden für eine neue Form gemeinsamer Gestaltung der Tagungen aufgenommen wird.

    Wenn wir über die innere Stärkung des Gemeinschaftsgefühls sprechen, dann gehört unbedingt dazu, daß mit der Übernahme der Position des Hauptgeschäftsführers durch Herrn Nunner eine neue Zeit der Kooperation der Geschäftsstelle mit den Gremien der DPG begonnen hat. Von einem gewaltig vergrößerten Leistungsangebot der Geschäftsstelle bis hin zur Mitorganisation der Tagungen, ist in diesen zwei Jahren ganz Außerordentliches geleistet worden.

    Die Öffentlichkeit ist heute weit mehr bereit, der DPG zuzuhören als dies früher der Fall war. Nicht nur das, die Öffentlichkeit erwartet, daß die DPG sich zu Wort meldet und bereit ist, an der Lösung der aktuellen Probleme mitzuwirken. Die Umsetzung dieses Auftrages wird aber dadurch erschwert, daß die DPG personalmäßig über unzureichende Ressourcen verfügt. In den Geschäftsstellen der APS, der GDCh, des IOP, um einige der Gruppen zu nennen, die Maßstäbe setzen, arbeiten jeweils über 50 Personen. Die DPG bringt es gerade mal auf etwa ein Zehntel davon. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bad Honnef und Berlin sind mit den Geschäften unserer Gesellschaft, von der internen Verwaltung bis zu internationalen Kontakten, von der Veranstaltungs- und Tagungsorganisation bis zur DPG GmbH mehr als ausgelastet. Die eigentliche Sacharbeit liegt weitestgehend bei den Vorstandsmitgliedern und den Mitgliedern, die in den Fach- und Regionalverbänden mitarbeiten. Die Basis ist weiterhin, wie zu alten Zeiten, die nebenberufliche freizeitlimitierte Mitarbeit der Vorstandsmitglieder und einiger Dutzend Idealisten im Lande.

    Das, was die DPG zur Zeit für die Physik und die Anliegen ihrer Mitglieder erreichen kann, wird daher im wesentlichen durch die viel zu geringe Personalkapazität und, bei den ehrenamtlichen Mitarbeitern durch deren im Grunde nicht vorhandene Freizeit begrenzt. Dies kann keine tragfähige Struktur für die Zukunft sein. Die DPG muß sich der Konkurrenz der anderen Player im öffentlichen Leben stellen, wenn sie etwas tun möchte und gehört werden will.

    Ein weiterer Punkt hierzu. Die DPG muß sich endlich Strukturen zulegen, die es leichter machen, führende Persönlichkeiten aus Forschung und Industrie für die Übernahme von Vorstandsämtern zu gewinnen. Die berufliche Belastung derjenigen, die für eine Berufung in den Vorstand in Frage kommen, nimmt stetig weiter zu und läßt kaum noch Zeit für arbeitsintensive Nebentätigkeit. Als Folge davon ist es in den letzten Jahren zunehmend schwieriger geworden, Kandidaten bzw. Kandidatinnen für Vorstandsämter zu finden.

    Daher kommt meine Forderung, der ich während meiner Präsidentschaft so viel Zeit gewidmet habe: Die DPG muß sich zusätzliche Arbeitsfähigkeit in Form einer Gruppe von Referenten zulegen, die unter der Anleitung von Herrn Nunner die Vorstandsämter spiegeln. Ich denke an etwa fünf junge Leute, die gebiets- und projektbezogen die Basisarbeit leisten, welche einerseits nicht unbedingt von dem zuständigen Vorstandsmitglied erledigt werden muß und andererseits eine gewisse Form der Kontinuität erfordert, welche bei wechselnden Vorstandsmitgliedern nicht so ohne weiteres zu erreichen ist.

    Wie Sie sich erinnern werden, nahm in meiner Bestandsaufnahme bei der Amtsübernahme vor zwei Jahren die Beschreibung der damaligen finanziellen Probleme der DPG einigen Raum ein. Daher war zu dieser Zeit an eine Realisierung dieses Vorhabens nicht zu denken. Zu dieser Zeit waren durch den Hörsaalneubau in Bad Honnef, durch die hohen Investitionen in das New Journal of Physics und die schwierige Lage des Anzeigengeschäfts beim Physik-Journal auf der Seite der Rücklagen, wie auf der Seite der Einnahmen in unserem Haushalt sehr unbefriedigende Zahlen zu verzeichnen. Hinzu kam das finanzielle Risiko der Tagung zum Einsteinjahr. In der Zwischenzeit konnte auf allen drei Ebenen eine wesentliche Verbesserung erzielt werden. Sowohl das New Journal of Physics als auch der Ertrag des Physik-Journals hat sich großartig entwickelt. Unsere Rücklagen sind wieder aufgefüllt und die Einnahmenseite hat sich nachhaltig verbessert.

    Somit verfügen wir jetzt, insbesondere wenn wir die Einnahmensteigerung über die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge noch hinzunehmen, über eben die Mittel, welche wir benötigen, um uns diesen Ausbau der Geschäftsstelle und den Aufbau der Fachreferentengruppe finanziell leisten zu können. Tatsächlich konnten wir zu Anfang dieses Jahres den ersten Fachreferenten, Herrn Dr. Genath, einstellen, und wir sind zuversichtlich, daß wir im Laufe dieses Jahres noch weitere eine bis zwei Personen dazugewinnen werden.

    Dieser Ausbau auf der Personalseite benötigt eine glückliche und geschickte Hand, denn wir wollen dabei die derzeitigen guten sozialen Strukturen nicht beschädigen. Auch hier haben wir in Herrn Nunner einen ausgezeichneten Mann. Doch das ist noch nicht hinreichend, es wird auch einsichtiger Vorstände bedürfen, um diese Struktur effizient und kohärent zu praktizieren.

  9. Schluß
  10. Meine Damen und Herren, am Abend des 2. April 2004 wurde es spät. Nachdem der letzte Teilnehmer sich zurückgezogen hatte, löschte ich im Kellerraum das Licht. Die Türe oben zur Halle ging nur schwer auf und ich versuche sie leise zu schließen. Es war ein eigenartiger Eindruck, dieses sonst so lebendige Haus jetzt so still zu erleben. Ich hörte das Echo meiner Schritte, und ich hatte das Gefühl, daß das Haus jetzt mir ein wenig zugehörte und ich ihm.

    Diese beiden Jahre gehören mit zu den eindrucksvollsten Jahren meines Berufslebens, und es sind die, die wohl auch am schnellsten vergangen sind. Es war ein Privileg das Einsteinjahr mitgestalten zu dürfen. Vieles gewann dadurch Größe und zusätzliche Intensität.

    Ein Präsident kann nicht für alles Kompetenz mitbringen. Ich danke daher denjenigen, die sich auf meinen Wunsch bereit erklärt haben, einem persönlichen Beraterkreis anzugehören. Dies waren Herr Egelhaaf, Herr Eschrig, Herr Großmann, Herr Lehn, Herr Mlynek, Herr Samwer und Herr Treusch. Ich verdanke Ihnen manchen guten Rat und Ihre Mithilfe verlieh mir zusätzlich Sicherheit.

    Ich danke meinem Vizepräsidenten Herrn Sauerbrey. In unserer gemeinsamen Arbeit ist ein sehr vertrauensvolles Verhältnis entstanden, und Herrn Sauerbreys Eigenschaft, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, hatte verschiedentlich einen mäßigenden Einfluß auf mich, wenn ich all zu ungeduldig war und mit meinen Erwartungen an meine Umgebung zu weit zu gehen drohte.

    Ich danke auch meinen Mitvorständen, Herrn Bechte, Herrn Botz, Herrn Haase, Frau Mattern-Klosson, Herrn Sauer, Herrn Schultz, Herrn Weigelt, Frau Welzel und Frau Zippelius. Die Zusammenarbeit mit Ihnen betrachte ich vom Menschlichen bis zum Fachlichen als einen persönlichen Gewinn.

    Ein herzliches Dankeschön geht an die Damen und Herrn der Geschäftsstelle in Bad Honnef und hier in Berlin. Nicht nur daß ich mich zu jeder Zeit bestens unterstützt fühlte, das persönliche Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat mich sehr beeindruckt. Erlauben Sie mir bitte, daß ich Frau Ranft, stellvertretend für alle, diesen Blumenstrauß überreiche.

    Nun komme ich zu zwei Männern, die in einem gewissen Sinne eine Entdeckung waren. Ja, tatsächlich, ich habe beide entdeckt. Der erste ist mein Assistent, Herr Dr. Tillmann. Herr Tillmann ist ein ausgezeichneter und hart arbeitender Wissenschaftler. Und deshalb danke ich ihm besonders, daß er es sich zusätzlich zugemutet hat, zwei Jahre lang die Funktion des Assistenten des Präsidenten zu übernehmen. Er hat dies hervorragend gemacht. Unter anderem verdanken wir es ihm und seinem allzeit sanften Druck auf die Vorstandsmitglieder, daß wir die neue Form der Vorbereitung der Vorstands- und Vorstandsratssitzungen realisieren konnten, die uns nicht nur einen hohen Wirkungsgrad auf diesen Sitzungen bescherte, sondern auch eine dramatische Verkürzung. Ich habe auch den Eindruck, daß Herr Tillmann die Zeit genutzt und in seinem Amt eine Menge dazugelernt hat. Erlauben Sie mir, daß ich Herrn Tillmann dieses Buch als Zeichen meines Dankes überreiche.

    Der zweite den ich entdeckt habe, und den ich bewußt an das Ende dieser Danksagungen stelle, um ihn dadurch zusätzlich noch herauszuheben, ist Herr Nunner. Ich habe schon einige Male gesagt, daß die Wahl von Herrn Nunner, der sich um die Position des Hauptgeschäftsführers beworben hatte, vielleicht das Wichtigste und Dauerhafteste ist, was ich - zusammen mit Herrn Mosch, der mit mir die Interviews mit den Bewerbern führte - für die DPG habe tun können.

    Lieber Herr Nunner, wir wurden beide gemeinsam ins kalte Wasser geworfen, als wir praktisch zum selben Zeitpunkt beginnend uns unmittelbar das Einsteinjahr vornehmen mußten. Es war ein Privileg, mit Ihnen zusammen zu arbeiten. Mein Respekt mit Bezug auf Ihre Kompetenz. Respekt und Anerkennung für das, was Sie in diesen zwei Jahren geleistet haben. Sie und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verkörpern eine neue Art der Geschäftsführung und der Organisation der Infrastruktur der DPG: Effizient, professionell, hochengagiert, breit wirkend, bestimmt und dennoch mit einer Kollegialität und menschlichen Wärme, die uns lange gefehlt hat.

    Auch Ihnen möchte ich ein Geschenk überreichen. Es handelt sich um drei Flaschen besonders edlen Weins, die Sie bitte zusammen mit Ihrer Frau genießen mögen, die Sie in letzter Zeit der vielen Arbeit wegen viel zu wenig gesehen hat. Meine Damen und Herren, ich habe die Freude in Herrn Umbach eine gleichgesinnten Nachfolger zu bekommen. Sein hohes Ansehen und seine Erfahrung wird unserer Gesellschaft und ihren Zielen zugute kommen. Ich werde die Ehre haben, mit ihm als Vizepräsident zusammenzuarbeiten. Ich darf sagen, ich freue mich darauf.

Meine Damen und Herren,

ich übergebe hiermit das Amt des Präsidenten der Deutschen Physikalischen Gesellschaft an Professor Eberhard Umbach von der Universität Würzburg. Ich wünsche ihm viel Erfolg.

 
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