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Prof. Dr. Eberhard Umbach, Würzburg

Rede anlässlich der Trauerfeier zum Tode von
Professor Dr. Dr. h.c. mult. Herbert Walther


Liebe Frau Walther,
liebe Angehörige,
werte Trauergemeinde,

wir trauern um einen großen Physiker und außergewöhnlichen Menschen. Herbert Walther war ein leidenschaftlicher und begnadeter Wissenschaftler, von großer Schaffenskraft und außerordentlicher Kreativität. Da diese Eigenschaften mit visionärer Vorstellungskraft, hoher Zielstrebigkeit und besonderen Führungsqualitäten verbunden waren, konnte er zu einem Pionier der Quantenoptik, der Atom- und Laserphysik werden und an erster Stelle dazu beitragen, dass sich diese zu bedeutenden Forschungsgebieten in Deutschland entwickelt haben. Dies gelang ihm auch, weil er immer bereit war, seine reichhaltigen Erfahrungen zu teilen und anderen mit klugem Rat und konstruktiver Kritik beiseite zu stehen. Seine offene, sehr zuvorkommende und höflich-freundliche Art machten die Bekanntschaft und die Zusammenarbeit mit ihm ganz besonders angenehm. Ein vielfach ausgezeichneter und hoch angesehener Wissenschaftler, der höchste Kompetenz und klare Zielorientierung mit Bescheidenheit und Menschlichkeit zu verbinden weiß, verdient unsere ganz besondere Achtung und Bewunderung.

Herbert Walther hinterlässt in der Gemeinschaft der deutschen Physiker, hier vertreten durch die Deutsche Physikalische Gesellschaft, die DPG, eine große und schmerzliche Lücke. Wir alle haben ihm viel zu verdanken und werden ihn auch deshalb in ehrendem Andenken behalten. Wir verabschieden uns heute von einem Menschen, für den es selbstverständlich war, der Physik in Deutschland und der DPG durch verschiedene ehrenamtliche Tätigkeiten in vorbildlicher Weise zu dienen. Er hat dies mit ungezwungener Selbstverständlichkeit, großem Engagement und vorbildlicher Zuverlässigkeit getan. Durch seine positive Lebenseinstellung hat er Selbstvertrauen gegeben und Freude am Gestalten vermittelt. Erwähnen möchte ich seine langjährige Herausgeberschaft der Physikalischen Blätter und des Physik Journals, wodurch er maßgeblich zum hohen Ansehen unserer Mitgliederzeitschriften beigetragen hat. Im gleichen Maße wirkte er als Leiter des Fachausschusses Atomphysik und im DPG-Vorstand für Wissenschaftliche Preise und Programme sowie als Mitglied in den Physikpreis- und Robert-Wichard-Pohl-Preiskomitees. Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde ihm 1978 der Max-Born-Preis des Institute of Physics und der DPG verliehen, und 1998 erhielt er die Stern-Gerlach-Medaille, die höchste Auszeichnung der DPG für einen Experimentalphysiker. Besonders aber ist die ihm im Jahre 2003 verliehene Ehrenmitgliedschaft der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ein Symbol der besonderen Verehrung für Herbert Walther sowie die höchste Anerkennung und Wertschätzung seiner Verdienste. Sie ist übrigens eine Auszeichnung, welche die DPG nur ganz außerordentlich selten vergibt, bisher nur sieben Mal. Die genannten Preise und Ehrungen stellen jedoch nur einen Bruchteil der nationalen und internationalen Ehrungen dar, die ihm zuteil wurden, denn für seine Leistungen wurde er weit über 30mal im In- und Ausland ausgezeichnet – Ausdruck seiner großen internationalen Reputation.

Große Reputation und Anerkennung hat er sich ebenfalls als Gründungsmitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung erworben, die mit der Deutschen Physikalischen Gesellschaft aufs engste verbunden ist. Viele Jahre lang hat Herbert Walther maßgeblich dazu beigetragen, die Förderprogramme der Heraeus-Stiftung zu gestalten und voranzubringen. Durch sein großes Engagement hat er in diesem Amt nicht nur der Heraeus-Stiftung und der DPG, sondern vor allem der Förderung von jungen Physikerinnen und Physikern in Forschung und Lehre unschätzbare Dienste erwiesen. Hier gibt es auch einen persönlichen Berührungspunkt mit Herbert Walther. Als ich Ende 2003 seine Nachfolge als Beiratsmitglied der Heraeus-Stiftung antrat und wir noch eine gemeinsame Sitzung in Berlin hatten, habe ich seine höchst kompetente und kluge Beratung kennen gelernt und gespürt, welche Zuneigung, Achtung und Wertschätzung ihm durch die Kollegen zuteil wurden.

Im Namen aller Mitglieder der Deutschen Physikalischen Gesellschaft spreche ich Ihnen, liebe Frau Walther, und allen Angehörigen unser tief empfundenes Mitgefühl aus. Herbert Walthers großartige Leistungen, seine unermüdliche Schaffenskraft und Kreativität, sein vorbildliches Pflichtbewusstsein und seine Zuverlässigkeit, verbunden mit großer Warmherzigkeit und Hilfsbereitschaft werden uns immer in Erinnerung bleiben.

 
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