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Prof. Dr. Eberhard Umbach, Karlsruhe
am 26. Februar 2008

Rede des Präsidenten
anlässlich des Abendessens
zu Ehren der DPG-Preisträger
in der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt Berlin (PTB)

Liebe Preisträgerinnen und Preisträger,
Sehr geehrter Herr Staatssekretär Husung,
Lieber Herr Mlynek, liebe Frau Volkert,
Sehr geehrter Herr Meyer-Viol,
Lieber Herr Göbel, lieber Herr Buck,
Dear Presidents and General Secretaries of the Physical Societies of Austria, Czechia, Denmark, France, United Kingdom, Poland and Switzerland,
Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Festgäste.

Ich freue mich sehr, Sie hier in der Berliner Dependance der Physikalisch Technischen Bundesanstalt begrüßen zu dürfen. Ganz herzlich möchte ich mich im Namen der DPG bei Herrn Göbel und Herrn Buck dafür bedanken, dass wir - wie im Einsteinjahr 2005 - und zu anderen Gelegenheiten auch im Max-Planck-Jahr 2008 wieder bei Ihnen zu Gast sein dürfen.

Für die heutige Verleihung der Preise und das Festessen hätte wohl kaum ein passenderer Ort gefunden werden können. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt ist wie die DPG eine traditionsreiche Gesellschaft, deren Wurzeln bis in das Jahr 1887 zurückreichen. Ihre Gründung als Physikalisch-Technische Reichsanstalt erfolgte durch die herausragenden Persönlichkeiten Karl-Heinrich Schellbach, Werner Siemens und Hermann von Helmholtz, der von 1878-1895 der dritte Präsident der DPG war und heute als Namensgeber für die Helmholtz Gemeinschaft dient. Er war also DPG Präsident seiner Zeit als erster Präsident der PTB bzw. der damaligen PTR. Die damaligen Aufgaben der PTR bestanden zunächst darin, das Maß-, Gewichts- und Zeitwesen im Staat zu vereinheitlichen. Heute ist die Physikalisch-Technische Bundesanstalt ein exzellentes Forschungs- und Metrologie-Institut mit wissenschaftlich-technischen Dienstleistungsaufgaben und vertritt die Bundesrepublik in diesbezüglichen Fragen gegenüber entsprechenden Einrichtungen des Auslands und internationalen Organisationen. Vor allem aber beschäftigt sich die PTB in Kooperation mit Universitäten, Forschungsinstitutionen und Industrie mit Entwicklungen und Grundlagenforschung im Bereich der Metrologie. Herzlichen Dank, dass wir wieder hier sein dürfen, wir haben, Ihnen Herr Göbel, deshalb auch ein kleines Gastgeschenk mitgebracht, das wir Ihnen gerne überreichen wollen.

Meine Damen und Herren, ich freue mich, dass wir wieder einmal hier in Berlin sind. Die faszinierende Metropole Berlin, die "mehr ein Weltteil als eine Stadt" ist, wie einmal der deutsche Literat Jean Paul (1763-1825) gesagt hat, die jeden, manche auch nur temporär, zum "Berliner" werden lässt, (Sie erinnern sich vielleicht an John F. Kennedy) ist eine ganz besondere Stätte, um hier die Jahrestagung der DPG mit der Ehrung der Preisträger abzuhalten. Berlin war im Zuge seiner höchst wechselhaften Geschichte mehrfach Hauptstadt und stellt auch heute wieder ein bedeutendes Zentrum der Politik, der Kultur und natürlich der Wissenschaften dar. Diese Stadt der historischen Brüche, der Widersprüche und Neuanfänge wuchs und wächst zu einer ganz neuen und auch alten traditionsreichen, immer aber lebendigen Hauptstadt zusammen. Sie hat viel Wasser und mehr Grünanlagen und Parks als jede andere deutsche Stadt, und sie hat mehr Brücken als Venedig, vielleicht benötigt Berlin diese Brücken auch im übertragenen Sinne zwischen Ost und West und zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Gerade diese Kontraste sind Teil der Faszination Berlins.

Zu dieser Faszination leistet die DPG ihren eigenen Beitrag, denn ich freue mich sehr, dass dieses Jahr mehr als 5.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus einem hochrangigen internationalen Forscherfeld zu der größten Physikkonferenz des Jahres 2008 in Europa gekommen sind. Drei Nobelpreisträger sind anwesend, von denen die beiden aktuellen Preisträger und DPG-Mitglieder, Peter Grünberg und Gerhard Ertl morgen während des Festakts geehrt werden. Ich möchte Sie, lieber Herr Ertl, lieber Herr Grünberg, und natürlich auch Sie, lieber Herr von Klitzing, ganz herzlich zum heutigen Preisträgerabend begrüßen.

Der heutige Abend ist besonderer Höhepunkt dieser 72. Jahrestagung. Im Hinblick auf die große Zahl exzellenter Forscher, die die DPG auszeichnen darf, stehe ich nun vor einem Problem: Es ist mir fast unmöglich, ihre Persönlichkeiten und Leistungen in der begrenzten Zeit des heutigen Festaktes auch nur annähernd zu würdigen, soll das Abendessen darüber nicht kalt werden. Doch bei Physikern steigern Probleme bekanntlich die Kreativität, sie sind doch gerade dazu da, um gelöst zu werden. Denn in Problemen stecken ja auch immer Chancen. Albert Einstein sagte einmal so schön treffend:

    "Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern durch Arbeit und eigene Leistung (Albert Einstein)".

Aus diesem Grund möchte ich die Zeit heute nutzen, um von den Leistungen der Preisträger zu sprechen, wenn auch nur kurz. Auf andere Themen zum Beispiel aus der Wissenschaftspolitik werde ich morgen in meiner Festrede eingehen. Das hat auch den großen Vorteil, dass Ihnen noch die Spannung für den morgigen Tag erhalten bleibt, und mir auch. Im Übrigen freuen wir uns natürlich sehr darauf, Sie alle morgen beim Festakt wieder als unsere Ehrengäste begrüßen zu dürfen - selbst wenn es heute Abend etwas später werden sollte.

Eine Preisverleihung ist eine sehr wichtige Angelegenheit in der Wissenschaft. Die Vergabe von Preisen und die Information der Öffentlichkeit darüber werten ein Fach und eine Forschungsleistung nicht nur auf, sondern machen im gleichen Maße deutlich, welch hohen Stellenwert Preise in der Gesellschaft vor allem in der Wissenschaft haben. Die DPG hat es sich deshalb zu einer ihrer vornehmsten Aufgaben gemacht, physikalische Spitzenleistungen mit Auszeichnungen von internationalem Renommee zu würdigen. Die DPG hat hier eine ganz besondere Verpflichtung, denn ihre Wurzeln gehen auf das Jahr 1845 zurück und sind im Berliner Boden angelegt. Im Magnus-Haus Berlin am Kupfergraben 7 erblickte sie das Licht der Welt. Sie ist damit nicht nur die älteste, sondern mit etwa 55.000 Mitgliedern auch die größte physikalische Fachgesellschaft der Welt. Und es ist kaum zu glauben, sie wächst weiterhin. Alleine in den letzten drei Jahren haben wir fast 5.000 neue Mitglieder gewonnen. Darunter auch sehr viele junge Menschen und Nachwuchsphysikerinnen, so dass das mittlere Alter unserer Mitglieder gegenwärtig bei 34,5 Jahren liegt. Die Mitglieder der DPG befinden sich übrigens nicht nur in Deutschland, sie sind auf der ganzen Erde verteilt, und zeitweise sogar im Weltall - wie Hans Schlegel in der letzten Woche.

Den Interessierten ein Tor zur Physik zu öffnen und Begeisterung für die Naturwissenschaften im Allgemeinen zu wecken, ist eine Herzensangelegenheit der DPG. Preisverleihungen sind dabei eine unverzichtbare Plattform, um für die naturwissenschaftliche Bildung zu werben. Denn Naturwissenschaften vermitteln neben Faktenwissen viele andere Kompetenzen wie Analysefähigkeit, Problemlösungskompetenz, Urteilsvermögen und das Denken in interdisziplinären Zusammenhängen. Naturwissenschaftliche Bildung wirkt damit weit über die Grenzen der naturwissenschaftlichen Disziplinen hinaus in alle Lebensbereiche. Dazu tragen Sie als Preisträger in höchstem Maße bei, denn ein Preisträger ist immer auch ein Vorbild: Sowohl für Einsatzbereitschaft und unermüdliches Forschen als auch für Kreativität und Teamgeist, dabei insbesondere für den wissenschaftlichen Nachwuchs und für die heranwachsende Generation. Begeisterung für die Naturwissenschaften zu wecken, ist eine der größten Herausforderungen für uns alle.

Da ich Sie, liebe Preisträger und Preisträgerinnen, heute Abend ehren und Ihnen keine zu schweren Bürden auferlegen möchte, möchte ich jetzt mit der eigentlichen Preisverleihung beginnen.

Beginnen werden wir mit dem Gaede-Preis

Es freut mich ganz besonders, dass bei dieser Tagung nicht nur die DPG-Preise, sondern traditionell auch der Gaede-Preis verliehen wird, denn vor Ihnen steht als Präsident einer der ersten Gaede-Preisträger. Es ist gute Tradition, dass dieser Preis auf der Jahrestagung der DPG durch die Deutsche Vakuumgesellschaft überreicht wird. Ohne die Ehrung vorwegzunehmen, die gleich durch Herrn Jousten vorgenommen wird, möchte ich erwähnen, dass dieser Preis für hervorragende Arbeiten jüngerer Wissenschaftler aus einem der Bereiche verliehen wird, die von der Deutschen Vakuumgesellschaft betreut werden. Diese Arbeiten sollen entweder aus der Grundlagenforschung oder aus wichtigen Anwendungsgebieten stammen. Ich möchte für die Verleihung des Preises nun Herrn Jun.-Prof. Stefan Mayr von der Universität Göttingen und Herrn Jousten nach vorne bitten.

Nun komme ich zu den DPG-Preisen. Beginnen möchte ich mit dem Gentner-Kastler-Preis. I now switch to English and apologize for not speaking French. The "Gentner-Kastler-Prize" is a bi-national prize which is alternately awarded to French and German Physicists, respectively. This year the prize is given to a French Physicist, namely Professeur Bernard Barbara from the Laboratoire Louis Néel in Grenoble. Bernard Barbara was born in 1942 in Tunisia. In 1961 he moved to France to study physics. Today Bernard Barbara is "Directeur de Recherches" de Laboratoire Louis Néel, which belongs to the French Science Organisation CNRS. He recently received the Alexandre Joannidès prize of the French Academy of Sciences and in 2002 he received, together with Wolfgang Wernsdorfer and Roberta Sessoli, the Agilent Prize of the European Physical Society.
Monsieur Barbara is honored by the German and the French Physical Society for his outstanding contributions in the field of magnetism, in particular of nano-objects, their tunneling and relaxation properties, and of magnetic qubits. I like to ask the prize winner Prof. Bernard Barbara and the president of the French Physical Society, ma chère collègue Madame la Présidente Michelle Leduc to join me.

I cite from the Laudatio which is in German:

"Hat bahnbrechende Beiträge zum Magnetismus von Festkörpern, Nanostrukturen und Molekülen geleistet. Hervorzuheben ist das makroskopische Quantentunneln von magn. Domänenwänden und die Quantendynamik magn. Moleküle."

Meinen ganz herzlichen Glückwunsch zu dieser Auszeichnung. Mes félicitations cordials.

Nun komme ich zum Robert-Wichard-Pohl-Preis:

Dieser Preis geht dieses Jahr an einen Didaktiker, nämlich an Prof. Hans-Joachim Schlichting. Herr Schlichting wurde 1946 in Pewsum geboren und studierte Physik in Hamburg. Nach seiner Promotion 1974 und einer dreijährigen Assistententätigkeit an der Universität Hamburg, wechselte er an die Universität Osnabrück, wo er 1983 habilitierte und bis 1990 als außerplanmäßiger Professor tätig war. Zwischen 1991 bis 1999 übernahm er den Lehrstuhl für Didaktik der Physik an der Universität Essen, bis er einem C4 Ruf nach Münster folgte. Herr Schlichting ist ein sehr engagierter Kollege: Unter anderem war bzw. ist er Sprecher des Arbeitskreises der Dozenten der Didaktik der Physik in NRW, DPG-Vorstandsratsmitglied, Vorstandsmitglied in der Arbeitsgemeinschaft für Didaktik der Mathematik und Naturwissenschaften und seit 2002 Official Member of International Commission of Physics Education.

Herr Schlichting hat sich um die "Elementarisierung moderner Phänomene der Physik" besondere Verdienste erworben. Er entwickelt Unterrichtskonzepte zur Thermodynamik, zur nichtlinearen Dynamik und zur Optik, wobei er sich vor allem mit irreversiblen Prozessen und Energiedissipation, Chaos und Selbstorganisation sowie optischen Naturphänomenen beschäftigte. Durch Entwicklung und Verbreitung von Freihandexperimenten zu physikalischen Phänomenen des Alltags trug er auch zur Popularisierung der Physik bei. Hinsichtlich seiner Aktivitäten im Bereich der Lehrerfortbildung und als Lehrbuchautor entwickelte er neue und wichtige Konzepte für den Schulunterricht. Ich darf Herrn Schlichting nach vorne bitten.

Ich zitiere den Text seiner Laudatio:

"Herr Prof. Schlichting hat besondere Verdienste bei der Elementarisierung moderner Phänomene der Physik. Er widmete sich der Entwicklung von Unterrichtskonzepten zur Thermodynamik, zur nichtlinearen Dynamik und zur Optik. Es standen irreversible Prozesse und Energiedissipation, Chaos und Selbstorganisation sowie optische Naturphänomene im Mittelpunkt seines Interesses. In Bezug auf die Popularisierung der Physik brillierte er mit der Entwicklung und Verbreitung von Freihandexperimenten zu physikalischen Phänomenen des Alltags. Hervorzuheben sind seine Aktivitäten als Lehrbuchautor und im Bereich der Lehrerfortbildung."

Nun erfolgt die Verleihung des Hertha-Sponer-Preises:

Der Hertha-Sponer-Preis geht dieses Jahr an Dr. Sylvie Roke. I again switch to English.
Born 1977 in the Netherlands, Ms Roke studied physics at the University of Leiden and chemistry at the University of Utrecht. After her doctorate in 2004 she was holder of a Humboldt scholarship at the University of Heidelberg. Since November 2005 she leads the group "spectroscopy of biological interfaces" at the Max-Planck Institute of Metal Research in Stuttgart. Already in the course of her doctorate Ms Roke developed innovative techniques in "non-linear optical spectroscopy" with which microscopic surface processes can be investigated. In her research Ms Roke works with colloid suspensions, polymers, and model membranes. I also like to ask Ms Roke to join me.

I quote from the Laudatio:

"Mrs. Roke is distinguished for her prominent experimental and theoretical work to the surface spectroscopy in biological and organic surfaces".

Our cordial congratulations. Ganz herzlichen Glückwunsch.

Kommen wir nun zu dem Georg-Kerschensteiner-Preis:

Dieser wird an Studienrat Klaus-Peter Haupt verliehen. Herr Haupt unterrichtet an der Albert-Schweitzer-Schule in Kassel die Fächer Physik, Mathematik, Astronomie und Philosophie. Er ist Fachleiter für Physik am Studienseminar in Kassel. Im Rahmen seiner außerordentlichen Begabung, junge Menschen für Naturwissenschaften zu begeistern, gründete er 2002 den "Physik Club", eine Kinder- und Jugendakademie an der Albert-Schweitzer-Schule, wo derzeit 70 Schülerinnen und Schüler aus 17 nordhessischen Schulen in 26 physikalischen Projekten arbeiten und die Gelegenheit wahrnehmen können, sich frühzeitig mit wissenschaftlichen Arbeitsmethoden vertraut zu machen. Dieser Umstand hat bereits zu einer großen Zahl von erfolgreichen "Jugend forscht" - Projekten geführt. Herr Haupt, der bereits mehrfach für sein hervorragendes Wirken in der physikalischen Jugendarbeit ausgezeichnet wurde, organisiert über den Schulunterricht hinaus Workshops für Hochbegabte, führt Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte durch und bietet als Leiter des Astronomischen Arbeitskreises Kassel regelmäßig öffentliche Abendvorträge an. Über seine Initiativen hinaus engagiert sich Herr Haupt auch erfolgreich für die Vermittlung von Physik und Naturwissenschaften in der breiten Öffentlichkeit. Dass Klaus-Peter Haupt erst kürzlich mit dem "Klaus-von-Klitzing-Preis" ausgezeichnet und damit zum "Lehrer des Jahres für naturwissenschaftliche Fächer" gekürt wurde, dokumentiert eindrücklich seine herausragenden Verdienste. Herr Haupt, bitte kommen Sie nach vorne.

Ich verlese seine Laudatio:

Er "wird für seine Verdienste in der Förderung des Interesses von Schülerinnen und Schülern an der Physik durch den Georg-Kerschensteiner-Preis ausgezeichnet. Durch Gründung und Leitung des PhysikClub Kassel gelingt es ihm, eine erstaunlich große Zahl von Schülern aus vielen Schulen für die Physik zu begeistern und ihnen die Gelegenheit zu geben, frühzeitig wissenschaftlich zu arbeiten. Dies hat unter anderem zu einer großen Zahl von erfolgreichen "Jugend forscht"-Projekten geführt. Insbesondere durch seine Initiative für den Astronomischen Arbeitskreis Kassel engagiert er sich außerdem mit großem Erfolg um die Vermittlung von Physik und Naturwissenschaften in der breiten Öffentlichkeit."

Georg-Simon-Ohm-Preises

Nun möchte ich den Georg-Simon-Preis verleihen. Er geht dieses Jahr an Frau Dipl.-Ing. Karoline Schäffner. Frau Schäffner wurde 1983 in Neuburg an der Donau geboren. Sie studierte Physikalische Technik an der Fachhochschule München, verbrachte ein Auslandssemester an der University of Queensland in Brisbane und absolvierte mehrere Praktika als Werksstudentin. Im Rahmen ihrer Diplomarbeit zum Thema "Entwicklung einer Methode zur berührungslosen, induktiven Messung der lokalen Übergangstemperatur supraleitender, dünner Filme", untersuchte Frau Schäffner lokal aufgelöste Sprungtemperaturen in dünnen Wolframschichten und entwickelte eine induktive kontaktlose Messmethode. Frau Schäffner erhält den "Georg-Simon-Ohm-Preis" für die Entwicklung einer Messtechnik, die im Detektorbereich der Elementarteilchenphysik eingesetzt wird. Das Verfahren dient der Überprüfung supraleitender Metallfilme aus Wolfram, die wiederum wichtige Bauteile eines "Tieftemperaturkalorimeters" sind. Ihre Arbeit entstand im Rahmen des internationalen Forschungsprojekts CRESST, dessen Ziel der Nachweis so genannter WIMPs ist, die für einen wesentlichen Anteil der rätselhaften "Dunklen Materie" verantwortlich gemacht werden. Frau Schäffner, darf ich Sie nach vorne bitten.

Die Auszeichnung mit dem Georg-Simon-Ohm-Preis erfolgt

"für ihre Entwicklung einer Methode zur berührungslosen, induktiven Messung der lokalen Übergangstemperatur supraleitender, dünner Wolframfilme für ein Tieftemperaturkalorimeter",

wie es in der Laudatio heißt.

Auch hierzu meinen ganz herzlichen Glückwunsch.

Als nächstes erfolgt die Vergabe des Promotionspreises des AKF, des Arbeitskreises Festkörperphysik, der eigentlich schon Sektion Kondensierte Materie heißt. Die Preisverleihung dieses brandneuen Preises an Frau Dr. Renate Fetzer wird Herr Prof. Haug, Sprecher des AKF vornehmen. Ich darf Sie beide nach vorne bitten.

Ich freue mich nun, unsere ganz jungen Mitglieder für ihre tollen Leistungen würdigen zu dürfen, und zwar die Teilnehmer an der Internationalen Physikolympiade und am International Young Physicists' Tournament, IYPT.

Beginnen möchte ich mit den Teilnehmern an der Physikolympiade. Der "Schülerinnen- und Schülerpreis der DPG" geht an die fünf Mitglieder des deutschen Teams für ihre erfolgreiche Teilnahme an der 38. Internationalen Physikolympiade. Dieser Wettbewerb fand im Juli 2007 im iranischen Isfahan statt. Unsere deutschen Teilnehmer gewannen eine Silber-Medaille. Und das bei harter und großer Konkurrenz: 69 Länder nahmen an dieser Physikolympiade teil. Die Physikolympiade ist ein jährlich stattfindender Einzelwettbewerb, der eine theoretische Klausur und eine praktische Prüfung mit experimentellen Aufgaben umfasst. In diesem Jahr mussten sich die Teilnehmer unter anderem mit Doppelsternen, Airbagsensoren und Halbleiterschichten auseinandersetzen. Geehrt werden heute:

Tobias Holder, Bildungszentrum Weissacher Tal (Kreis Rems-Murr/Baden-Württemberg)
Bastian Hacker, Gymnasium Stein (Kreis Fürth/Bayern)
Johannes Hofmann, Görres-Gymnasium Koblenz (Rheinland-Pfalz)
Erich Eckner, Carl-Zeiss-Gymansium Jena (Thüringen)
Ilja Göthel, Johannes-Kepler-Gymnasium Chemnitz (Sachsen)

Eine solche Leistung ist nur in einem gut funktionierenden Team möglich. Deshalb möchte ich den Betreuern des deutschen Teams meinen herzlichen Dank aussprechen. Es handelt sich dabei um die Herren

Dr. Gunnar Friege und Dr. Stefan Petersen,
beide vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften an der Universität Kiel (IPN)

Ich darf Sie nun alle bitten, nach vorne zu kommen.

"Die Verleihung erfolgt in Würdigung der Leistungen, die sie als Mitglied der deutschen Mannschaft bei der 38. Internationalen Physikolympiade in Isfahan (Iran) erreicht haben."

Ihnen allen meinen ganz herzlichen Glückwunsch.

Physik und Teamgeist: Der "Schülerinnen- und Schülerpreis der DPG" geht an die fünf Mitglieder des deutschen Teams, das beim 20th International Young Physicists' Tournament einen hervorragenden Platz 5 erreicht und damit eine Bronzemedaille gewonnen hat. Dies ist eine Superleistung. Zu diesem wissenschaftlichen Wettstreit hatten sich im vergangenen Juli Jugendliche aus 23 Ländern in Seoul (Südkorea) getroffen. Auch hier war die Konkurrenz traditionell extrem groß. Im Unterschied zur Physikolympiade ist das IYPT ein Teamwettbewerb. Vor dem Turnier, das auch "Physik-Weltcup" genannt wird, hatten die Teilnehmer rund ein halbes Jahr Zeit, um 17 physikalische Fragestellungen zu bearbeiten. Ihre Ergebnisse präsentieren sie dann während des Turniers. In diesem Jahr ging es dabei unter anderem um das Versinken im Schlamm und um erdbebensichere Gebäude. Hier ist der Teamgeist von besonderer Bedeutung.

Das Team, das heißt unsere heutigen Preisträger sind:

Max Grönke, Gymnasium Schramberg (Zollernalbkreis/Baden-Württemberg)
Benedikt Stegmaier, Kreisgymnasium Riedlingen (Kreis Bieberach/Baden-Württemberg)
Hannah Wenk, Hebel-Gymnasium Lörrach (Baden-Württemberg)
Pavel Zorin, Gymnasium Hechingen (Zollernalbkreis/Baden-Württemberg)
Andreas Landig, Störck-Gymnasium Bad Saulgau (Kreis Sigmaringen/Baden-Württemberg)

Ohne die großen Mühen der Betreuer kann eine solche Topleistung nicht zustande kommen. Deshalb möchte ich auch den Betreuern des IYPT meinen herzlichen Glückwunsch und meinen Dank aussprechen. Dies sind, fast möchte ich sagen traditionell,

Herr Bernd Kretschmer, Studiendirektor am Hans-Thoma-Gymnasium Lörrach und Leiter des Schülerforschungszentrums Lörrach-Dreiländereck, der heute durch Herrn Friege vertreten wird, und

Herr Rudolf Lehn, Studiendirektor am Störck-Gymnasium und Leiter des Schülerforschungszentrums Südwürttemberg.

Ich darf Sie nun alle nach vorne bitten.

"Die Verleihung erfolgt in Würdigung der Leistungen, die sie als Mitglied des deutschen Teams beim 20th International Young Physicists' Tournament (IYPT 2007) in Seoul in Südkorea erbracht haben."

Wir haben noch drei weitere Preisträger dieses Jahr in Berlin zu würdigen. Es sind die Preisträger unserer beiden höchsten Auszeichnungen, der Max-Planck Medaille, Detlev Buchholz, und der Stern-Gerlach Medaille, Konrad Kleinknecht, sowie der diesjährige Träger des Walter-Schottky Preises, Fedor Jelezko. Sie werden morgen im Festakt ausgezeichnet, sollen aber heute nicht unerwähnt bleiben, denn Sie feiern natürlich heute Abend mit uns.

Damit möchte ich für heute Abend auch den feierlichen Teil meiner Ansprache beenden. Ich danke Ihnen für das Zuhören, wünsche Ihnen einen unterhaltsamen Abend und natürlich einen guten Appetit.

 
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