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Prof. Dr. Eberhard Umbach, Karlsruhe
am 27. Februar 2008

Ehrung der DPG-Nobelpreisträger
Gerhard Ertl und Peter Grünberg
anlässlich des Festakts der DPG
in der Technischen Universität (TU) Berlin

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

der große Jubel über die Vergabe der Nobelpreise für Physik und Chemie im letzten Jahr hat uns alle außerordentlich bewegt. Wann immer Sie, lieber Herr Grünberg und Sie lieber Herr Ertl in der Öffentlichkeit auftreten, wie zum Beispiel am Montagabend oder heute Abend in der Urania, spürt man diese Begeisterung und die damit verbundenen Emotionen. Natürlich hat das mit dem hohen Stellenwert des Nobelpreises und dessen Öffentlichkeitswirksamkeit zu tun. Es hat aber auch damit zu tun, dass mit Ihnen beiden die herausragenden Vertreter von zwei Fachgebieten gewürdigt wurden und werden, in denen deutsche Forscherinnen und Forscher enorm viel geleistet haben und seit vielen Jahren eine hohe internationale Sichtbarkeit besitzen. Vor allem aber ehren wir zwei außerordentliche Leistungsträger der Wissenschaft, die ihre jeweiligen Fachgebiete und die Forschung und Anwendung weit darüber hinaus nachhaltig beeinflusst und geprägt haben. Dass diese Leistungen auch noch von zwei Persönlichkeiten erbracht wurden, die mit Ihrer Bescheidenheit, Ihrem Einsatz und ihrer menschlichen Ausstrahlung als Vorbilder für junge Menschen und für uns alle wirken, ist ein besonderer Glücksfall.

Wir alle freuen uns außerordentlich, dass Sie beide alle Einladungen der DPG angenommen haben, dass sie in der Urania jeweils einen öffentlichen Abendvortrag gehalten haben bzw. halten werden, dass Sie gestern Abend beim traditionellen Festessen der Preisträger teilgenommen haben und dass Sie heute dabei sind, damit wir Sie im Rahmen dieses Festaktes ehren dürfen. Ich sage ganz bewusst „dürfen“, denn es ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit, dass Sie trotz des großen öffentlichen Interesses und der damit verbundenen großen Zahl an Terminen und Wünschen diese Tortur von Veranstaltungen für die DPG auf sich genommen haben, auch wenn Sie beide langjährige, treue DPG-Mitglieder sind.

Lieber Herr Ertl, lieber Herr Grünberg. Der heutige Festakt ist etwas ganz Besonderes in der Geschichte der DPG. Natürlich muss man mit dem Begriff „historisch“ sparsam umgehen, aber heute trifft der Begriff eines „historischen Augenblicks“ zu, denn meines Wissens konnte die DPG noch nie zuvor in ihrer Geschichte den Gewinn des Physik- und des Chemie Nobelpreises jeweils durch DPG Mitglieder im Rahmen eines einzigen Festakts bei einer Jahrestagung feiern. Wir freuen uns außerordentlich, dass Sie unsere Einladung angenommen haben und wir Ihnen so noch einmal im Kreise Ihrer „DPG-Familie“ unsere herzlichen Glückwünsche und unsere hohe Anerkennung für Ihre großartigen Leistungen aussprechen dürfen.

Wenn ich vorhin davon gesprochen habe, dass wir Sie auch in unserem Kreise noch einmal ehren dürfen, so ist das eigentlich unvollständig und ein wenig unbescheiden. Wir sollten vielmehr in Bescheidenheit anerkennen, dass wir kaum in Konkurrenz mit den Ehrungen treten können, die Sie in letzter Zeit erhalten haben: den Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten, den israelischen Wolf-Preis, den Japanpreis, den Otto-Hahn Preis und den Nobelpreis, um nur wenige zu nennen. Deshalb ist nachher auch die Überreichung einer Faksimile Urkunde vor allem als symbolischer Akt unserer Anerkennung und unserer Dankbarkeit zu verstehen.

Unvollständig ist der Begriff „Ehrung“ nämlich auch, weil wir Sie natürlich feiern wollen, weil wir Ihnen aber vor allem auch sehr herzlich unsere Dankbarkeit dafür ausdrücken wollen, was Sie gegenwärtig und in Zukunft für uns und für unsere Wissenschaft in Deutschland tun. Es ist Ihnen natürlich sehr bewusst, dass man jetzt auf Sie hört und Ihre Ratschläge und Aussagen ernst nimmt. Sie sind damit jetzt die Botschafter der physikalischen und der chemischen Forschung in Deutschland. Die Öffentlichkeit nimmt Sie quasi als glänzende Sterne des deutschen Wissenschaftssystems wahr, und dieser Glanz fällt auch ein wenig auf uns alle. Dass Sie alle damit verbundenen Strapazen ohne zu zögern und zu klagen auf sich nehmen, dass Sie überall präsent sind und für die Naturwissenschaften einstehen, auch hier auf der DPG Tagung, das erfüllt uns alle mit Hochachtung und mit tief empfundener Dankbarkeit.

Aber nun genug der Worte von mir. Ehre, wem Ehre gebührt:

Ich darf Sie nun beide auf die Bühne bitten, um einige wenige Worte an uns zu richten. Anschließend darf ich den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit und den Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner ebenfalls auf die Bühne bitten.

 
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