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Prof. Dr. Gerd Litfin, Göttingen
am 14. November 2008

Rede des Präsidenten zur Einleitung der Verleihung der Medaille für Naturwissenschaftliche Publizistik im Physikzentrum Bad Honnef

Sehr geehrte Frau Feiden, sehr geehrtes Maus-Team, sehr geehrte Damen und Herren,

es ist mir eine große Freude, Sie im Namen der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, DPG, zur heutigen Verleihung der Medaille für Naturwissenschaftliche Publizistik und anschließenden Podiumsdiskussion begrüßen zu dürfen. Obwohl ich hier im Physikzentrum Bad Honnef natürlich in viele bekannte Gesichter schaue, möchte ich im Hinblick auf unsere Gäste kurz erklären, wer die Deutsche Physikalische Gesellschaft überhaupt ist und in welchem Gebäude Sie sich hier befinden. Aber keine Angst, da ich weiß, dass alle Anwesenden gespannt auf die Maus sind, werde ich meine Rede kurz halten.

Die DPG, deren Wurzeln bis in das Jahr 1845 zurückreichen, ist damit die älteste und mit gegenwärtig mehr als 55.000 Mitgliedern größte physikalische Fachgesellschaft der Welt. Berühmte Präsidenten waren insbesondere Albert Einstein, Hermann von Helmholtz und Max Planck. Die DPG versteht sich als Forum und Multiplikator für die Physik. Sie unterstützt den Gedankenaustausch innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft, fördert den Physik-Unterricht und möchte darüber hinaus allen Neugierigen ein Fenster zur Physik öffnen. In der DPG sind Professorinnen und Professoren, Studierende, Lehrerinnen und Lehrer, in der Industrie Tätige oder einfach nur an Physik interessierte Personen ebenso vertreten wie Wissenschaftsjournalisten, Patentanwälte und gegenwärtig neun Nobelpreisträger. Da sich die DPG in ganz besonderem Maße auch der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses widmet, freut es mich ganz besonders, dass die DPG mit einem mittleren Alter ihrer Mitglieder von 34,5 Jahren im internationalen Vergleich eine sehr junge Fachgesellschaft ist. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet die junge DPG, die ein Netzwerk von jungen Physikerinnen und Physikern in der DPG ist. Die junge DPG wächst stetig und ihre Mitglieder engagieren sich mit größtem Einsatz. Meinen ganz herzlichen Dank für diese Leistung.

Der Sitz der Geschäftsstelle der DPG ist hier in dem am 12. Juni 1976 gegründeten Physikzentrum Bad Honnef in dem historischen Gebäude von 1906. Dieses Physikzentrum hat sich im Laufe seines über 30jährigen Bestehens zum herausragenden Begegnungszentrum und wissenschaftlichen Diskussionsforum der Physik in Deutschland und der DPG entwickelt. Es hat sich als ein internationales Markenzeichen etabliert, das im Aktivwortschatz der Physikerinnen und Physiker weltweit einen festen Platz innehat. Und natürlich ist das Physikzentrum ein wesentlicher Bestandteil der Wissenschaftsregion Bonn – Köln – Aachen sowie eine zentrale Institution für die Physik in Bonn – ein Schwerpunkt der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Durch die Partnerschaft von privaten Trägern, der Universität Bonn und des Landes Nordrhein-Westfalen stellt das Physikzentrum eine Plattform dar, auf der international hochrangige Spitzenforscher ihre neuesten Ergebnisse vorstellen und durch die Einbindung von jungen Menschen deren wissenschaftliche Neugier befördern. Die vielfältigen wissenschaftlichen Veranstaltungen im Physikzentrum haben im Jahr 2008 weit über 5.000 Wissenschaftler, Studenten und Lehrer erreicht, die Zahl der Übernachtungen im Physikzentrum liegt jährlich bei über 12.000, Tendenz steigend. Die Partner bemühen sich derzeit intensiv, die 30jährige Erfolgsgeschichte des Physikzentrums mit einer langfristigen Perspektive in die Zukunft zu versehen. Dazu gehört natürlich auch eine Aufwertung der Zimmerausstattung im alten Teil des Gebäudes.

Von zentraler Bedeutung für die Aktivitäten des Physikzentrums Bad Honnef ist die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung. Seit Jahren finanziert sie die exzellenten Heraeus-Seminare. Bis zu 20 dieser Forschungsseminare finden jährlich im Physikzentrum statt. Neben diesem großzügigen finanziellen Engagement hat die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung auch den Bau des nach ihr benannten „Heraeus-Hörsaals“, dem Hörsaal, in dem Sie hier gerade sitzen, in ganz besonderem Maße möglich gemacht. Auch dafür möchte ich der Heraeus-Stiftung im Namen der DPG meinen ganz herzlichen Dank aussprechen.

Den Sitz der DPG-Hauptgeschäftsführung in Bad Honnef anzusiedeln und hier zu belassen, war in vielerlei Hinsicht eine ausgezeichnete Entscheidung. Der Bad Honnefer Hauptsitz wird durch die Dependance in der Bundeshauptstadt Berlin, das Magnus-Haus, hervorragend ergänzt. Seit ihrer Vereinigung mit der Physikalischen Gesellschaft der DDR im Jahre 1990 unterhält die Deutsche Physikalische Gesellschaft dieses Haus. Das 1760 vollendete Stadtpalais, das den Namen des Naturforschers Gustav Magnus trägt, ist eng mit der Geschichte der DPG verbunden: Aus einem Gelehrtentreffen, das hier regelmäßig stattfand, ging im Jahre 1845 die „Physikalische Gesellschaft zu Berlin“, die spätere DPG hervor. Heute finden hier Kolloquien und Vorträge zu physikalischen und gesellschaftspolitischen Themen statt. Gleichzeitig befindet sich im Magnus-Haus auch das historische Archiv der DPG.

Eine wichtige Aufgabe der DPG ist auch die öffentliche Würdigung und Anerkennung von hervorragenden Leistungen und außergewöhnlichem Engagement für die Physik und die Naturwissenschaften. Damit möchte ich zu der Verleihung der Medaille für Naturwissenschaftliche Publizistik an die „Sendung mit der Maus“ kommen. Es freut mich sehr, dass wir in diesem Jahr diesen Preis an das Maus-Team verleihen dürfen. Die „Sendung mit der Maus“ beweist jeden Sonntagvormittag aufs Neue, dass es möglich ist, auch komplexe naturwissenschaftliche Sachverhalte so anschaulich zu vermitteln, dass jedes Kind und viele Erwachsene mit Gewinn und Genuss zuschauen. Warum das so ist und warum die Sendung mit der Maus auch Physikerinnen und Physiker so begeistert, wird Ihnen nun Frau Welzel-Breuer erklären, die jetzt die Laudatio halten wird. Frau Welzel-Breuer ist eine echte Kennerin der Maus und im Bereich der DPG als Vorstandsmitglied insbesondere für die jungen Menschen zuständig, nämlich den Schulbereich, in dem sie sich mit großen Engagement dafür einsetzt, Begeisterung an Naturwissenschaften im Allgemeinen und an spannender Physik im Besonderen zu wecken. Als Fachdidaktikerin ist sie wie die Maus eine Spezialistin für die Vermittlung von komplexen naturwissenschaftlichen Zusammenhängen.

 
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