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Prof. Dr. Edward G. Krubasik, Starnberg
am 7. Oktober 2014

Grußwort des Präsidenten
anlässlich der Bekanntgabe des Physik-Nobelpreises im Magnus-Haus Berlin

(Es gilt das gesprochene Wort)

 

Sehr geehrter Herr Gesandter Hemrå,

sehr geehrter Herr Eberhardt, Wissenschaftlicher Leiter des Magnus-Hauses,

sehr geehrte Medienvertreter,

sehr geehrte Gäste,

heute wird in Stockholm wieder der Physik-Nobelpreis bekannt gegeben. Auch in diesem Jahr laden wir Sie herzlich dazu ein, das Ereignis per Live-Übertragung gemeinsam mit zahlreichen Physikerinnen und Physikern hier im Berliner Magnus-Haus zu verfolgen.

Ich freue mich sehr, dass wir auch in diesem Jahr einen Repräsentanten Schwedens zu Gast haben, nämlich den stellvertretenden schwedischen Botschafter, den Gesandten Staffan Hemrå.

  • Wir möchten Ihnen, sehr geehrte Medienvertreter, mit dieser Veranstaltung „Live aus Stockholm“ wieder die einzigartige Gelegenheit bieten, der Nobelpreis-Verkündung unmittelbar beizuwohnen.
  • Zusätzlich bieten wir Ihnen die Möglichkeit, sich Einschätzungen von Fachleuten aus der Physik geben zu lassen, die Ihnen für Interviews und Hintergrundgespräche zur Verfügung stehen.
  • Überdies ist – unmittelbar nach der Bekanntgabe des Nobelpreises – eine exklusive Live-Schaltung nach Stockholm vorgesehen, die Ihnen die Möglichkeit gibt, ein Mitglied des Nobel-Komitees direkt zu befragen.

Warum ist der Nobelpreis für die Physik so wichtig:

  • Er ist natürlich die höchste Anerkennung für wissenschaftliche Leistung – weltweit. Und unter den bisherigen 80 deutschen Nobelpreisträgern befinden sich 24 Nobelpreise für Physik. Das ist die größte Gruppe nach den USA.
  • Der Preis ist auch für die gesellschaftliche Wahrnehmung der Physik von großer Bedeutung. Die Verleihung des Physik-Nobelpreises ist eine der wenigen herausragenden und jährlich wiederkehrenden Gelegenheiten, auf die Bedeutung der Physik in der Weltöffentlichkeit hinzuweisen, insbesondere wenn so spektakuläre Entdeckungen wie die Entdeckung des sogenannten Higgs-Bosons geehrt wurden.

Diese Wertschätzung der Öffentlichkeit für den Physik-Nobelpreis möchte die DPG nutzen, um die positive gesellschaftliche Wahrnehmung der Physik zu verstärken.

Warum ist uns das so wichtig?

  • Eines ist klar: Die Physik hilft jedem, unsere Welt – ob Natur, Technik oder Kosmos – besser zu verstehen; sie gibt Erklärungen für Kernfragen unserer Gesellschaft.
  • Die Physik ist für die Lebensqualität unserer Gesellschaft von grundlegender Bedeutung: Von Technologien in der Medizin über die Energieversorgung bis zu Kommunikation oder Mobilität – überall ist Physik drin! JEDEN Tag verlassen wir uns auf Physik-basierte Technologien im Beruf, im Haushalt, in der Freizeit.
  • Daher ist es wichtig zu vermitteln, dass die Physik eine für unsere Gesellschaft wichtige Wissenschaft ist und dieses Studien- und Schulfach sehr spannend sein kann – und jedem zugänglich ist, auch wenn die Bretter, die es dort zu bohren gilt, manchmal etwas dicker sind.
  • Daher würde es uns freuen, möglichst viele Entscheider in Bund und Ländern zu überzeugen, dass eine exzellente Forschung und Ausbildung in Deutschland eine Stärke bleiben muss, und möglichst viele Eltern zu überzeugen, ihre Kinder zu einem Physikstudium zu ermutigen – und zwar genauso selbstverständlich ihre Töchter wie ihre Söhne.
  • Nur wenige hier im Raum werden wahrscheinlich genau verstehen können, was die heute in Schweden erkorenen Nobelpreisträger oder Nobelpreisträgerinnen genau erforscht haben. In solche Spezialgebiete und zu solchen Spitzenleistungen dringen in der Tat nur wenige vor. Aber auch von diesen hatten die meisten wohl in der Jugend einen Förderer, der ihr Interesse weckte und jungen Menschen half, ihre Talente zu entfalten.
  • Heute ist es nicht mehr kokett, damit zu prahlen, dass man schon in der Schule schlecht in Physik oder Mathematik gewesen sei. Stattdessen wird sicher jeder Benachteiligte besseren Unterricht fordern. Das würde eher der Rolle der Physik für unsere Gesellschaft gerecht. Junge Talente müssen wir aber entdecken, begeistern und fördern und ihr Interesse für den Physikunterricht wecken. Nur das sichert uns auch exzellenten Nachwuchs in der Physik und den vielen anderen technischen Disziplinen!
  • Schließlich zeigen sich einer jungen Physikerin oder einem jungen Physiker später vielfältige berufliche Perspektiven auf!

Diese Chance möchten wir auch im nächsten Jahr für die Physik nutzen. Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2015 zum „Internationales Jahr des Lichts“ ausgerufen. Damit würdigen die Vereinten Nationen die besondere Rolle des Lichts für die Forschung und Kultur. In Deutschland koordiniert die DPG das Jahr des Lichts in Zusammenarbeit mit der Deutschen UNESCO-Kommission. Die DPG wird ein Jahr lang bundesweit mit Tagungen und Veranstaltungen Werbung für die Physik machen.

Mit „Licht“ kommen wir auch schon zum Schluss: Wir hoffen nun, dass bald Licht ins Dunkel gebracht wird, wer wofür in diesem Jahr den Physik-Nobelpreis erhält. Ich bin sehr gespannt!

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und übergebe an den Gesandten Herrn Hemrå!

 
© Deutsche Physikalische Gesellschaft | letzte Änderung 08.10.2014, 11:19 | Impressum | Datenschutz | Kontakt | Bearbeiten