DPG
Membership
Events
Programmes
Prizes
Publications
Press
Service
 
printable version
Position: www.dpg-physik.de  >  programme  >  abi2007  >  index.html

"Abi - ... und los!"

Die DPG-Langzeitstudie zu den Bildungs- und Berufsbiografien von Abiturientinnen und Abiturienten mit hervorragenden Physikleistungen des Jahrgangs 2007


Hätten Sie gedacht,
  • dass 98 % der 2007 von der DPG für Ihre Abiturleistungen ausgezeichneten Schülerinnen und Schüler bis zum Wintersemester 2010/2011 ein Studium aufgenommen haben?

  • dass 84 % dieser Studierenden für ein MINT-Fach (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) eingeschrieben sind – und immerhin 35 % für das Fach Physik?

  • dass „Energie und Umwelt“ der Bereich ist, von dem die Physikstudierenden unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern am ehesten glauben, dass die Physik hier Lösungen für drängende gesellschaftliche Fragen bieten kann?

  • dass nur 14 % aller Studierenden in ihrem Heimatort studieren, aber auch nur 40 % mehr als 100 Kilometer entfernt?

  • dass das Thema „Studiengebühren“ die Studienortentscheidung von 14 % der Studierenden beeinflusst hat?

  • dass 17 % der DPG-Schülerpreisträgerinnen und -träger ein Stipendium erhalten – mehr als viermal so viele wie der Durchschnitt aller Studierenden in Deutschland?

Diese Fakten sind ein kleiner Teil der Ergebnisse, die die bisherigen beiden Befragungsrunden der DPG-Langzeitstudie „Abi – … und los!“ ergeben haben.

Die rund 8.000 Schülerinnen und Schüler, die im Jahr 2007 für hervorragende Abiturleistungen im Fach Physik mit dem Schülerpreis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ausgezeichnet worden sind, werden regelmäßig gebeten, einen Online-Fragebogen zu ihrer Bildungs- und Berufsbiografie auszufüllen. Mit dieser Langzeitstudie liefert die DPG einen wichtigen Beitrag, um Informationen über den (natur-)wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland und seine Erfolge und Schwierigkeiten zu erhalten.

Gleichzeitig ist diese Studie auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in Deutschland zu sehen, da sie Politik und Öffentlichkeit Daten bei der Entscheidung über geeignete (Förder-)Maßnahmen für junge Menschen bereitstellen kann. In ihrer Konzentration auf die spezielle Zielgruppe von Abiturientinnen und Abiturienten mit herausragendem Schulerfolg in den Naturwissenschaften kann die DPG-Abi-Studie damit Auskünfte über eine zukunftsrelevante Gruppe junger Menschen liefern.

Wir waren überrascht und erfreut, dass jeweils mehr als 1.700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Fragebögen der ersten beiden Befragungsrunden 2007 und 2008/2009 ausgefüllt haben und dass an der dritten Befragung 2009/2010 noch über 900 Abiturpreisträgerinnen und -preisträger teilgenommen haben. Das ist eine Antwortquote die weit über dem bei solchen Umfragen üblichen liegt und zeigt, wie sehr die Schülerpreisträgerinnen und -preisträger der DPG verbunden sind und dass auch für sie die Ergebnisse der Studie interessant sind. Wir danken allen, die sich beteiligt haben, sehr – und würden uns freuen, wenn wir auch in den folgenden Befragungsrunden eine so hohe Resonanz erzielen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie alle weiteren Schülerpreisträgerinnen und -preisträger des Abiturjahrgangs 2007, die wir herzlich einladen, sich an den weiteren Befragungsrunden zu beteiligen, können die vollständigen Ergebnisse der Befragungsrunden 2007, 2008 und 2009/2010 mit dem Benutzernamen und Passwort, die sie per E-Mail erhalten haben, herunterladen.

DOWNLOAD Auswertung 2007 [PDF, 16,5 MB]

DOWNLOAD Auswertung 2008/2009 [PDF, 15,5 MB]

DOWNLOAD Auswertung 2009/2010 [PDF, 12,9 MB]

Exklusiv für die bisherigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer:

DOWNLOAD Projektbericht und Zusammenfassung (Stand: November 2011) [PDF, 0,37 MB]

Zu einem späteren Zeitpunkt wird der Projektbericht an dieser Stelle in aktualisierter Form ohne Passwortschutz zugänglich sein.

Über das Projekt

(Artikel erschien im Physik-Journal 1/2008)

einsteinWissen Sie, was Case Modding ist oder Parkour? Nun, es handelt sich dabei um zwei der vielen Hobbys, mit denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der neuen DPG Studie ihre Freizeit verbringen. Aber sonderlich viel Freizeit haben die jungen Frauen und Männer gegenwärtig wohl nicht. Nachdem sie im zurückliegenden Frühsommer ihr Abitur erfolgreich abgelegt haben, geht es für sie nun los: mit einem Studium, einem Auslandsjahr, der Berufsausbildung, mit Wehr- oder Zivildienst. Es handelt sich jedoch um eine ganz besondere Gruppe von Abiturienten, nämlich solche mit hervorragenden Physikleistungen. Und deswegen sind sie für die DPG von großem Interesse.

Woher weiß nun die DPG, welche Abiturienten besonders gut in Physik waren? Seit dem Jahr 2000 betreibt die DPG ein fabelhaftes und sehr erfolgreiches Programm. Sie verleiht jährlich an die Abiturienten mit hervorragenden Physikleistungen kostenfreie einjährige DPG-Mitgliedschaften, an die Besten in dieser Gruppe zusätzlich noch einen Buchpreis. Dieser wird meist im Rahmen der Abiturfeiern verliehen. In diesem Jahr haben sich 2700 Schulen an dem Programm beteiligt. Die dortigen DPG-Kontaktpartner sind engagierte Physiklehrer. Sie haben etwa 8000 Schülerinnen und Schüler für die kostenfreie Mitgliedschaft nominiert und von diesen ca. 3000 zusätzlich für den DPG-Buchpreis. Seit Juli gehören die Preisträger zur DPG, seit Oktober auch zur Leserschaft des Physik Journals. Da drängt sich fast zwangsläufig die spannende Frage auf, welche Pläne diese Personengruppe wohl hat und was aus den Preisträgern werden wird. Im achten Jahr des Programms möchte die DPG dieser Frage nun auf den Grund gehen und hat eine Studie gestartet: „Abi’07 - ... und los! Die DPG-Studie zu den Bildungs- und Berufsbiografien von Abiturientinnen und Abiturienten mit hervorragenden Physikleistungen des Jahrgangs 2007“. In einem langfristig angelegten Projekt möchte die DPG die Bildungs- und Berufskarrieren dieser Personengruppe dokumentieren. Dazu werden die Teilnehmer einmal im Jahr per E-Mail um die Beantwortung eines kurzen Online-Fragebogens gebeten. Im Jahr 2007 wurden zunächst Informationen zur Schulbiografie und zu den Plänen (Studium, ggf. Studienfach etc.) erbeten. In den Folgejahren werden Momentaufnahmen zur jeweiligen Ausbildungssituation etc. erhoben.

Nicht nur die besondere Personengruppe, auch der Beginn der Studie im Jahr 2007 verspricht hochinteressante Ergebnisse, da hier erstmals der überwiegende Teil eines Abiturjahrgangs seine (Hochschul)ausbildung im neuen Bologna-System mit Bachelor- und Masterstudiengängen durchläuft. Zusätzlich handelt es sich um eine Gruppe von „High Potentials“, die ganz überwiegend Berufe in zukunftsträchtigen Bereichen anstreben. Daher könnten die Ergebnisse auch jenseits der DPG auf großes Interesse stoßen. Übrigens ist es für die Studie nicht entscheidend, ob die Abiturienten ein Physikstudium aufnehmen (was etwa 500 Teilnehmer geplant haben) oder nach dem kostenfreien Jahr weiterhin Mitglied der DPG bleiben.

Die bisherige Resonanz unter den angeschriebenen 8000 Abiturienten ist immens: Etwa 1750 von ihnen haben sich bereit erklärt, an der Studie teilzunehmen und bereits den Fragebogen für 2007 ausgefüllt. Eine für vergleichbare Studien ausgezeichnete Quote, und das, obwohl man nichts gewinnen kann, sondern zunächst „nur“ zu einer – nicht nur für die DPG – sehr spannenden Langzeitstudie beiträgt. Nun hoffen die Mitarbeiter in der DPG-Geschäftsstelle, die die Studie in Abstimmung mit dem Vorstand und den Fachgremien betreuen, dass möglichst viele Teilnehmer über den geplanten Zeitraum von sechs bis sieben Jahren dabei bleiben. Natürlich möchte die DPG den Studienteilnehmern auch etwas bieten: Sie werden als erste über die jährlichen Ergebnisse informiert, über die danach im Physik Journal berichtet wird. Für die Auftaktbefragung 2007 geschieht dies im Frühjahr 2008. Weitere Angebote für die Teilnehmer werden gerade entwickelt. Für die DPG hat die Studie bereits erste Früchte getragen: Fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie brachten am Tag der DPG 2007 ihre Sicht als betroffene Erstsemester in die Diskussionsveranstaltung zu den Berufsaussichten des Bachelor ein.

In der Auftaktbefragung wurden die Teilnehmer auch um die Nennung ihrer Hobbys gebeten. Zum Abschluss also noch die Auflösung der Eingangsfrage. Frei nach Wikipedia ist Parkour eine Sportart oder sogar Kunst, bei welcher der Traceur mit artistischem Geschick und ästhetischem Anspruch unter Überwindung sämtlicher Hindernisse einen geraden Weg von Startpunkt A zum Ziel B nimmt. Er überwindet dabei auch Zäune, Mauern oder Gebäude. Case Modding ist primär das Verändern der äußeren Erscheinungsform des PCs zur optischen Aufwertung. Briefmarkensammeln ist bei den Teilnehmern übrigens nicht mehr angesagt.

Bernd Spindler


Kontakt

Dr. Anja Metzelthin
DPG-Geschäftsstelle
Hauptstr. 5
53604 Bad Honnef
Tel.: 02224-9232-34
E-Mail:
 
© Deutsche Physikalische Gesellschaft | last modification 29.11.2011, 15:21 | Impressum | Datenschutz | Contact | Modify