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Pressemitteilung

der Deutschen Physikalischen Gesellschaft

Nr. 32/2015 (19.11.2015)

DPG-Physikpreisträgerinnen und -preisträger

Bild der Max-Planck-MedailleTraditionell zum Tag der DPG benennt die Deutsche Physikalische Gesellschaft ihre Preisträgerinnen und Preisträger für verschiedene physikalische Disziplinen und Kategorien. Die meisten erhalten ihre Auszeichnungen im kommenden Jahr auf der 80. Jahrestagung der DPG in Regensburg.

Bad Honnef, 19. November 2015 – Die Max-Planck-Medaille, die höchste Auszeichnung für theoretische Physik der DPG, erhält Prof. Dr. Dr. h.c. Herbert Wagner von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Schwerpunkte seiner sehr facettenreichen wissenschaftlichen Arbeit sind die theoretische Festkörperphysik sowie die statistische Physik. Besonders bekannt sind seine Arbeiten zur Dynamik kritischer Phänomene und das Mermin-Wagner-Theorem, das er zusammen mit N. David Mermin von der Cornell University formulierte. Es beschreibt die thermische Stabilität zweidimensionaler Strukturen, beispielsweise von dünnen magnetischen und kristallinen Schichten und besagt, dass es in ein- oder zweidimensionalen Systemen bei Temperaturen oberhalb des absoluten Nullpunkts keinen Ferromagnetismus oder Antiferromagnetismus geben kann, solange diese isotrop sind. Das Theorem ist von immenser Bedeutung bei theoretischen und experimentellen Analysen solcher Systeme.

Die Stern-Gerlach-Medaille, die wichtigste Auszeichnung der DPG für experimentelle Physik, geht an Prof. Dr. Werner Hofmann vom Heidelberger Max-Planck-Institut für Kernphysik. Die Jury würdigt damit seine fundamentalen Beiträge zur Etablierung der Gammastrahlungsastronomie im TeV-Bereich (TeV = Tera-Elektronenvolt = Billiarden Elektronenvolt). Seine Arbeiten ermöglichten die Entwicklung abbildender Cherenkov-Teleskope beispielsweise für das Experiment High Energy Gamma Ray Astronomy (HEGRA) sowie für das High Energy Stereoscopic System (H.E.S.S.). Damit eröffnete sich ein Fenster ins Universum, mit dem sich kosmische Quellen extrem hochenergetischer Teilchen entdecken ließen.

Der mit 10.000 Euro ausgeschriebene Walter-Schottky-Preis für Festkörperforschung geht an Prof. Dr. Ermin Malic von der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg, Schweden. Die Jury würdigt damit seine herausragenden theoretischen Arbeiten zur Dynamik von Ladungsträgern in Graphen. Seine Vorhersage zur Populationsinversion in Landau-quantisiertem Graphen eröffnet optoelektrische Anwendungen wie beispielsweise durchstimmbare Laser auf Basis von Graphen. Das Preisgeld stammt je zur Hälfte von den Technologieunternehmen Infineon Technologies AG und der Robert Bosch GmbH.

Der mit einem Preisgeld von 7.500 Euro dotierte Gustav-Hertz-Preis für junge Physikerinnen oder Physiker geht an Dr. Peter Keim vom Fachbereich Physik der Universität Konstanz. Die Jury würdigt damit seine herausragenden Leistungen zur Beobachtung der Langzeitdynamik in zweidimensionalen, kolloidalen Modellsystemen, insbesondere zum Nachweis des sogenannten Kibble-Zurek-Mechanismus – einer speziellen Art der spontanen Symmetriebrechung.

Der mit 3.000 Euro dotierte Georg-Kerschensteiner-Preis für Beiträge zur Didaktik und Schulphysik geht an Nina und Ingo Wentz von der nordrhein-westfälischen Gesamtschule Hennef. Das Ehepaar erhält die Auszeichnung für die Entwicklung und engagierte Betreuung des Projekts „Physikusse“. Im Rahmen der Talentförderung versammeln sie naturwissenschaftsbegeisterte Schülerinnen und Schüler der Klassen 5. bis 13. In ihrer Freizeit bearbeiten diese physikalische Fragen und stellen sie anschließend publikumswirksam der Öffentlichkeit dar. Gleichzeitig sind die Schülerinnen und Schüler aufgerufen, über ihre Lernfortschritte und ihr Sozialverhalten zu reflektieren und ihre schulische und berufliche Zukunft in den Blick zu nehmen.

Details zu diesen und allen weiteren Preisen finden Sie im Internet unter:
http://www.dpg-physik.de/preise/preistraeger2016.html



Preisträgerinnen und Preisträger 2016

Max-Planck-Medaille 2016

höchste DPG-Auszeichnung für Theoretische Physik

Prof. Dr. Dr. h.c. Herbert Wagner
Ludwig-Maximilians-Universität München


„In Würdigung seiner grundlegenden Beiträge zur Theorie der Phasenübergänge – insbesondere in niederdimensionalen, magnetischen Systemen – und der Dynamik kritischer Phänomene.“

Bild: LMU

Herbert Wagner hat grundlegende Beiträge zu verschiedenen Themen der Statistischen Physik und Theorie der kondensierten Materie geleistet. Seine bekannteste Arbeit ist sicherlich das berühmte Mermin-Wagner-Theorem, in dem er 1966 zusammen mit David Mermin in Cornell bewies, dass ein- oder zweidimensionale isotrope Systeme mit Wechselwirkungen endlicher Reichweite bei Temperaturen oberhalb des absoluten Nullpunkts im thermodynamischen Limes keine spontane Magnetisierung besitzen können. Dieses Theorem, das die entscheidende Rolle der Dimensionalität für Phasenübergänge hervorhebt, hat das physikalische Verständnis der Bedingungen, unter denen langreichweitige Ordnung in kondensierter Materie auftreten kann, entscheidend verändert und ist inzwischen Lehrbuchwissen.

Weiterhin sind Herbert Wagners bahnbrechende Arbeiten auf dem Gebiet der dynamischen kritischen Phänomene zu nennen. Durch eine Lagrange- und Pfadintegral-basierte Formulierung der Renormierungsgruppe gelang es ihm, dynamische kritische Phänomene zu untersuchen und Skalenrelationen, Temperaturabhängigkeiten und Korrekturen zum Skalenverhalten abzuleiten.

Herbert Wagner promovierte 1963 an der Technischen Universität München und war danach Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Physik in München und Postdoktorand an der Cornell-Universität. Ab 1970 wirkte er als Gründungsdirektor am Institut für Festkörperforschung (IFF) am Forschungszentrum Jülich. Von 1976 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2003 war er Inhaber des Lehrstuhls für Theoretische Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1992 wurde er mit der Ehrendoktorwürde der Universität Essen ausgezeichnet.

Die Auszeichnung ist undotiert und besteht aus einer Goldmedaille und einer auf Pergament handgeschriebenen Urkunde, die im März 2016 während der DPG-Jahrestagung in Regensburg überreicht werden. Der Preisträgervortrag findet am 10. März 2016 um 13:15 Uhr im Audimax (H1) in Regensburg statt.


Stern-Gerlach-Medaille 2016

höchste DPG-Auszeichnung für Experimentelle Physik

Prof. Dr. Werner Hofmann
Max-Planck-Institut für Kernphysik Heidelberg


„In Würdigung seiner entscheidenden Beiträge zur Etablierung der TeV-Gammastrahlungsastronomie, basierend auf der Entwicklung abbildender Cherenkov-Teleskope in den Experimenten HEGRA und H.E.S.S. Damit wurde ein neues Fenster ins Universum geöffnet und kosmische Quellen extrem hochenergetischer Teilchen entdeckt.“

Bild: Max-Planck-Institut für Kernphysik

Werner Hofmann ist einer der international führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Hochenergie-Astrophysik. Die unter seiner Leitung gebauten High Energy Stereoscopic System (H.E.S.S.)-Teleskope ermöglichten bahnbrechende Bilder unserer Galaxis in einem neuen Bereich des elektromagnetischen Spektrums, und die detaillierte Beobachtung hochenergetischer kosmischer Gammaquellen wie supermassiver Schwarzer Löcher, Pulsare und Supernovae. Als Sprecher des Cherenkov Telescope Array (CTA)-Konsortiums prägt er maßgeblich die Zukunft dieses Forschungsfeldes.

Werner Hofmann studierte Physik an der Universität Karlsruhe und habilitierte sich 1980 an der Universität Dortmund. Nach einem Forschungsaufenthalt am Lawrence Berkeley Laboratory und einer Professur an der University of Berkeley wurde er 1988 als Direktor an das Max-Planck-Institut für Kernphysik nach Heidelberg berufen und ist zugleich Honorarprofessor an der Universität Heidelberg.

Die Auszeichnung ist undotiert und besteht aus einer Goldmedaille und einer auf Pergament handgeschriebenen Urkunde, die im März 2016 während der DPG-Jahrestagung in Regensburg überreicht werden. Der Preisträgervortrag findet am 2. März 2016 um 11:45 Uhr in Raum VMP4 Audimax 1 in Hamburg statt.


Gustav-Hertz-Preis 2016

für junge Physikerinnen und Physiker

Dr. Peter Keim
Universität Konstanz


„Für seine herausragenden Leistungen zur Beobachtung der Langzeitdynamik in zweidimensionalen, kolloidalen Modellsystemen, insbesondere zum Nachweis des Kibble-Zurek-Mechanismus.“

Bild: privat

Peter Keim hat mit Hilfe eines weltweit einzigartigen zweidimensionalen Modellsystems magnetischer Kolloide fundamentale Fragen der Physik der Phasenübergänge experimentell untersucht. Er verifizierte u. a. die Kosterlitz-Thouless-Halperin-Nelson-Young (KTHNY)-Theorie zum zweistufigen Schmelzen von 2D Kristallen sowie zentrale Vorhersagen des Kibble-Zurek Mechanismus zur universellen Dynamik symmetriebrechender Phasenübergänge fern des thermodynamischen Gleichgewichts. Diese wird auch bei der Strukturbildung des frühen Universums diskutiert.

Peter Keim studierte Physik an den Universitäten Frankfurt und Konstanz. Danach wurde er am Lehrstuhl für experimentelle Physik weicher Materie an der Universität Konstanz promoviert. Nach einem zweijährigen Postdoktoranden Aufenthalt an der Universität Graz kehrte er nach Konstanz zurück, wo er seither eine Nachwuchsgruppe leitet.

Die Auszeichnung wird im März 2016 während der DPG-Jahrestagung in Regensburg überreicht. Der Preisträgervortrag findet am 9. März 2016 um 13:15 Uhr in Raum H15 in Regensburg statt.


Walter-Schottky-Preis 2016

für Beiträge zur Physik der kondensierten Materie

Prof. Dr. Ermin Malic
Technische Hochschule Chalmers Göteborg, Schweden


„Für seine herausragenden theoretischen Arbeiten zur Ladungsträgerdynamik in Graphen im Magnetfeld. Seine Vorhersage einer Populationsinversion in Landau-quantisiertem Graphen eröffnet mögliche optoelektronische Anwendungen wie beispielsweise durchstimmbare graphen-basierte Laser.“

Bild: privat

Seit dem Nobelpreis für Physik in 2010 ist Graphen in den Fokus der Grundlagenforschung gerückt. Die Voraussetzung für die technologische Anwendung von Graphen, insbesondere im Bereich der Nanoelektronik, ist ein grundlegendes Verständnis der Elektronenkinetik. Durch eine anspruchsvolle theoretische Modellierung und enge Zusammenarbeit mit führenden experimentellen Gruppen konnten Ermin Malic und seine Mitarbeiter neue richtungsweisende Einsichten in die ultraschnelle Dynamik angeregter Elektronen in Graphen gewinnen.

Ermin Malic wurde 2008 an der TU Berlin bei Andreas Knorr promoviert. Nach Forschungsaufenthalten am Massachusetts Institute of Technology MIT sowie in Modena, Barcelona und San Sebastian leitet er eine Einstein-Nachwuchsgruppe zu Kohlenstoff-Nanostrukturen an der TU Berlin. Im Jahr 2013 habilitierte er und wurde für seine Forschung mit dem Karl-Scheel-Preis ausgezeichnet. Seit 2015 ist er Assistent Professor an der Chalmers University in Göteborg.

Die Auszeichnung wird im März 2016 während der DPG-Jahrestagung in Regensburg überreicht. Der Preisträgervortrag findet am 10. März 2016 um 13:15 Uhr in Raum H15 in Regensburg statt.


Robert-Wichard-Pohl-Preis 2016

für Beiträge zur Physik von interdisziplinärer Bedeutung

Prof. Dr. Christoph Buchal
Forschungszentrum Jülich


„In Würdigung seiner Leistungen bei der Vermittlung von physikalischen Inhalten in Öffentlichkeit, Schule, Universität und bei zahlreichen Lehrerfortbildungen. Besonders hervorzuheben ist seine erfolgreiche Buchreihe zu gesellschaftsrelevanten, physikalischen Themen. Ohne zu polarisieren und politisch zu werten, werden in seinen Büchern Themen wie Klima und Energie wissenschaftlich korrekt und gut lesbar dargestellt.“

Bild: privat

Christoph Buchal arbeitet seit seiner Promotion (1976, Universität zu Köln) am Forschungszentrum in Jülich. Seine wissenschaftlichen Arbeiten in internationalen Kooperationen führten zu zahlreichen Originalarbeiten und Patenten auf den Gebieten Nanoelektronik, Magnetismus und Supraleitung. Er hat aktuell eine Seniorprofessur der Heraeus Stiftung inne, durch die seine aktive populärwissenschaftliche Arbeit im Bereich Klima, Umwelt und Energie an der Universität zu Köln, dem Forschungszentrum Jülich unterstützt wird. Als Bestseller-Autor populärwissenschaftlicher Bücher und durch rege Vortragstätigkeit wird er gerade bei Jugendlichen durch markante Sprache und klare, wissenschaftlich fundierte Aussagen zu einem Botschafter für wichtige Zukunftsthemen. Er ist seit 2014 Vorstandsmitglied des Arbeitskreises ENERGIE der DPG.

Die Auszeichnung wird im März 2016 während der DPG-Jahrestagung in Regensburg überreicht. Der Preisträgervortrag findet am 8. März 2016 um 13:15 Uhr in Raum H3 in Regensburg statt.


Herbert-Walther-Preis 2016

deutsch-amerikanische Auszeichnung für Beiträge zur Quantenoptik und Atomphysik

Prof. Dr. Peter Zoller
Institut für Theoretische Physik, Universität Innsbruck


„for the pioneering discoveries and development of new interdisciplinary quantum science that unifies quantum optics, atomic, molecular, optical, and condensed matter.“

Bild: C. Lackner

Peter Zoller ist einer der international einflussreichsten Quanten-Theoretiker. Er begründete zentrale Zweige der modernen Quantenphysik und Photonik und trägt maßgeblich zum rasanten Fortschritt der Quantenoptik und der Quanteninformation bei. Viele experimentelle Arbeiten basieren auf seinen Ideen. Ebenso zukunftsweisend sind Zollers Arbeiten zur Physik ultrakalter, quantenentarteter oder stark-korrelierter atomarer Gase sowie seine atomphysikalischen Ansätze zur Untersuchung der kondensierten Materie.

Peter Zoller, geboren 1952 in Innsbruck, studierte Physik an der Universität Innsbruck, wurde dort 1977 promoviert und habilitierte sich 1981 mit einer Arbeit über „Über die lichtstatistische Abhängigkeit resonanter Multiphoton-Prozesse“. Es folgten äußerst fruchtbare Jahre an international führenden Instituten der theoretischen Physik, u.a. an der University of Southern California, der University of Auckland, der Université de Paris-Sud 11, Orsay, sowie am Joint Institute for Laboratory Astrophysics und der University of Colorado. 1994 folgte er einem Ruf zurück an die Universität Innsbruck.

Die Auszeichnung wird gemeinsam von der Optical Society of America und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft im März 2016 während der DPG-Frühjahrstagung der Sektion AMOP in Hannover überreicht. Der Preisträgervortrag findet am 29. Februar 2016 um 11:15 Uhr in Raum e415 in Hannover statt.


Georg-Kerschensteiner-Preis 2016

für Beiträge zur Didaktik und Schulphysik

Nina und Ingo Wentz
Gesamtschule Hennef


„Für das Projekt „Physikusse“, das seit 2001 im Rahmen der Talentförderung naturwissenschaftsbegeisterte Schüler der 5. bis 13. Klasse versammelt, die in ihrer Freizeit fächerübergreifend physikalische Fragestellungen bearbeiten und für die attraktive Darstellung in der Öffentlichkeit aufbereiten. Ausgehend vom Schulunterricht lösen die Teilnehmer dabei nicht nur komplexe theoretische und experimentelle fachliche Aufgaben, sondern reflektieren zusammen mit ihren Betreuern ihre eigenen Lernfortschritte und ihr Sozialverhalten; so werden sie auch angeleitet, ihre schulische und berufliche Zukunft in den Blick zu nehmen.“

Bild: privat

Nina Wentz studierte Archäologie und Medizin an den Universitäten Bonn und Köln und arbeitete zehn Jahre lang im Bereich der Informationstechnologien. Heute ist sie Projektleiterin für die Talentförderung Naturwissenschaften an der Gesamtschule Hennef Meiersheide. In ihrer knapp bemessenen Freizeit kümmert sie sich um schwer kranke und verletzte Igel.

Ingo Wentz studierte Physik an der Universität Kaiserslautern und arbeitet seit 2001 als Physik- und Mathematiklehrer ebenfalls an der Gesamtschule Hennef Meiersheide. Seitdem existieren auch die Physikusse: „Ich möchte Schülern nicht nur Wissen vermitteln, sondern sie begeistern“. Sein Hobby ist das Fliegen mit Ultraleicht-Flugzeugen.

Die Auszeichnung wird im März 2016 während der DPG-Jahrestagung in Regensburg überreicht. Der Preisträgervortrag findet am 29. Februar 2016 um 11:45 Uhr in Raum e415 in Hannover statt.


Max-Born-Preis 2016

deutsch-britische Auszeichnung

Prof. Dr. Christian Pfleiderer
Physik-Department der Technischen Universität München


„Für seine fundamentalen Beiträge zu neuartigen Formen magnetischer Ordnung, insbesondere von Gittern aus Skyrmionen und deren Manipulation durch elektrische Ströme.“

Bild: TUM

Christian Pfleiderers bahnbrechende Entdeckung ist eine exotische magnetische Phase in chiralen Magneten, in der sich ein Gitter magnetischer Texturen ausbildet, die unter dem Namen Skyrmionen bekannt sind. Pfleiderer zeigte, dass diese Texturen mit elektrischen Strömen außerordentlich geringer Stromdichte manipuliert werden können. Dadurch hat er ein neues Forschungsfeld eröffnet, auf dem viele Gruppen weltweit arbeiten und das faszinierende Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Spintronik bietet.

Pfleiderer studierte Physik in Tübingen und in Denver. Im Jahre 1990 schloss er sich der Arbeitsgruppe von Prof Lonzarich an der Universität von Cambridge an und wurde dort im Jahre 1994 promoviert. Nach Aufenthalten in Grenoble und Karlsruhe, wurde er im Jahre 2004 außerordentlicher und 2014 ordentlicher Professor an der Technischen Universität München für magnetische Materialien und der Topologie korrelierter Systeme.

Die Auszeichnung wird im Jahr 2016 in London überreicht. Der Preisträgervortrag findet am 9. März 2016 um 13:15 Uhr im Audimax (H1) in Regensburg statt.


Gentner-Kastler-Preis 2016

deutsch-französische Auszeichnung

Prof. Dr. Astrid Lambrecht
Laboratoire Kastler Brossel CNRS, UPMC, ENS, Collège de France, Université Pierre et Marie Curie, Paris, Frankreich


„Für ihre Arbeiten zu statischen und dynamischen Casimirkräften.“

Bild: privat

Die von Casimir vorhergesagten Kräfte zwischen neutralen Objekten im Vakuum wurden erst in den letzten etwa 15 Jahren präzise gemessen. Lambrecht nimmt als eine experimentnahe Theoretikerin eine führende Rolle in diesem Gebiet ein. Zu ihren wegweisenden Beiträgen gehören quantitative Berechnungen statischer Casimir-Kräfte für reale Materialen und Geometrien sowie die Erweiterung der Theorie auf eine dynamische Konfiguration, bei der eine optische Kavität hoher Güte im Vakuum oszilliert. In den letzten Jahren hat sich Astrid Lambrecht zunehmend auch mit der Rolle von Casimir-Kräften bei der Wechselwirkung von Nanoteilchen, in Materialien mit negativem Brechungsindex und im Kontext der Biophysik beschäftigt.

Astrid Lambrecht wurde t in Paris promoviert. Nach einem Postdoktoranden-Aufenthalt am Max Planck Institut für Quantenoptik ging sie 1996 an das Laboratoire Kastler Brossel der École Normale Supérieure (ENS) in Paris und ist dort seit 2007 Directrice de Recherche. Für ihre Arbeiten wurde sie 2005 mit dem Aimé Cotton Preis der Societé Francaise de Physique sowie 2013 mit einer Silbermedaille des Centre National de Recherche Scientifique (CNRS) ausgezeichnet.

Die Auszeichnung wird im März 2016 während der DPG-Jahrestagung in Regensburg überreicht. Der Preisträgervortrag findet am 8. März 2016 um 13:15 Uhr im Audimax (H1) in Regensburg statt.


Georg-Simon-Ohm-Preis 2016

für physikalische Technik

Lars Lötgering
Hochschule Koblenz, RheinAhr Campus Remagen


„Für seine Masterarbeit mit dem Thema „Diffraction Imaging: Phase Retrieval Algorithms and Applications“. Die Arbeit beschäftigt sich mit physikalischen und mathematischen Grundlagen zur linsenlosen Abbildung und drei-dimensionalen Rekonstruktionen von Objektwellen mit hoher räumlicher Auflösung.“

Bild: privat

Herr Lars Lötgering erhält den Georg-Simon-Ohm-Preis 2016 für seine Masterarbeit mit dem Thema „Diffraction Imaging: Phase Retrieval Algorithms and Applications“. Die Arbeit wurde von Herrn Prof. Dr. Thomas Wilhein an der Hochschule Koblenz betreut und beschäftigt sich mit der linsenlosen Abbildung und drei-dimensionalen Rekonstruktionen von Objektwellen mit hoher räumlicher Auflösung. Der vorgestellte Ansatz ist innovativ und hat hohes Anwendungspotenzial im Bereich der Röntgenstrahlung.

Herr Lars Lötgering hat an der FH Köln sein Bachelorstudium absolviert und anschließend an der HS Koblenz seinen Masterabschluss erworben. Einen Teil seines Studiums konnte er mit einem Fulbright Stipendium in den USA durchführen. In zahlreichen Praktika an renommierten Forschungseinrichtungen hat er aktiv an Forschungsprojekten mit gearbeitet.

Die Auszeichnung wird im März 2016 während der DPG-Jahrestagung in Regensburg überreicht. Der Preisträgervortrag findet am 7. März 2016 um 13:15 Uhr im Audimax (H1) in Regensburg statt.


Medaille für Naturwissenschaftliche Publizistik

Verliehen von der DPG für publizistische Leistungen, die zur Verbreitung naturwissenschaftlich-physikalischen Denkens im deutschsprachigen Raum in hervorragender Weise beitragen.

Die Sendung „Forschung Aktuell“ vom Deutschlandfunk

„Die Sendung schlägt eine Brücke zwischen den Forschungseinrichtungen dieser Welt und den wissenschaftsinteressierten Laien. Die festangestellten und freiberuflichen Journalistinnen und Journalisten von „Forschung aktuell“ verstehen es, spannend aus allen Bereichen der Naturwissenschaften zu berichten. Überzeugt hat die Jury insbesondere die fundierten Reportagen und anschaulichen Berichte aus der Physik – allen voran vom festangestellten Wissenschaftsredakteur Ralf Krauter sowie dem freiberuflich arbeitenden Wissenschaftsjournalisten Frank Grotelüschen.“

Bild: Forschung Aktuell

Die undotierte Auszeichnung beinhaltet eine Silbermedaille, die im November 2016 während des "Tag der DPG" überreicht wurde.


DPG-Preis für herausragende Leistungen in der Vermittlung der Physik an Schulen

Der DPG-Preis für herausragende Leistungen in der Vermittlung der Physik an Schulen wurde im Jahr 2016 zum ersten Mal vergeben und ging gleich an drei überaus engagierte Lehrkräfte aus Bonn, Hannover und Renchen (Baden-Württemberg).

OStR Matthias Borchardt
Tannenbusch-Gymnasium Bonn


„Für seine herausragenden Arbeiten im Bereich der Entwicklung von Simulationssoftware für den Unterricht sowie für sein Engagement in der Lehrerfortbildung und der Durchführung von Förderprogrammen in der Grundschule zusammen mit Schülerinnen und Schülern der Kursstufe.“

Bild: DPG/Heupel

Der Bonner Physiklehrer hat im Laufe seiner Lehrtätigkeit zahlreiche neue Konzepte entwickelt und vor allem in der Oberstufenphysik bedeutende didaktische Impulse gesetzt. Viele seiner kreativen Ideen stellt er frei auf seiner Homepage zum Download bereit. Sie weist mittlerweile über 60 didaktisch wertvolle Programme auf, die sich im Unterricht, zu Hause oder in Prüfungen einsetzen lassen.


OStR’in Dr. Beate Brase
Gymnasium Wilhelm-Raabe-Schule, Hannover


„Für ihre herausragenden Schulprojekte und Unterrichtskonzepte, die von der Untersuchung der Mechanik in Kampfsportarten, Kooperationen mit der ESA und dem DLR, der Organisation von Kinder-Universitäten bis zur Entwicklung eines mobilen Schülerlabors für Grundschulen reichen.“

Bild: DPG/Heupel

Beate Brase ist eine begeisternde Oberstudienrätin, die es durch ungewöhnliche und interdisziplinäre Projekte und innovative Unterrichtskonzepte in besonderer Weise versteht, junge Menschen und Lehrkräfte in einer authentischen Art mitzureißen. Ihr gelingt es in hervorragender Weise, aktuelle Forschung schnell und hautnah in die Schulen zu bringen und ebenso interkulturelle Begegnungen zu ermöglichen.


Rita Isenmann
Pädagogische Hochschule Freiburg / Grimmelhausenschule Renchen


„Für ihren herausragenden und beeindruckenden Einsatz für die Vermittlung der Physik im Unterricht ebenso wie in der breiten Öffentlichkeit, insbesondere von Themen aus der Astronomie und der Luft- und Raumfahrt, vom Bau eines Modell-Marsroboters bis zu den Science Days for Kids.“

Bild: DPG/Heupel

Rita Isenmann greift als Partnerschullehrerin des Deutschen SOFIA Instituts seit Jahren die Themenvielfalt des fliegenden Observatoriums SOFIA auf. Darüber hinaus bietet sie wöchentlich eine Astronomie-AG an sowie zusätzliche Wochenendblöcke und Ausfahrten. Durch regelmäßige Besuche der Schoollabs des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gibt sie ihren Schülerinnen und Schülern zudem die Möglichkeit, außerhalb des üblichen Schulalltags zu experimentieren und das Erlernte in praxisnahmen Umfeld zu erleben.


Die Auszeichnung besteht aus je einem Preisgeld von 500 EUR und je einer Urkunde, die im November 2016 während des "Tag der DPG" überreicht wurden.


Schülerinnen- und Schülerpreis der DPG 2016

für herausragende Leistungen bei internationalen Physik-Wettbewerben

Dieser Preis wird in zwei Kategorien verliehen und geht an insgesamt zehn Schülerinnen und Schüler, die jeweils 500 Euro Preisgeld erhalten. Darunter sind auch Jugendliche, die ihre Schulzeit inzwischen abgeschlossen haben.

Internationale Physikolympiade

Die Preisträger:

Sven Jandura, Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium, Dresden
Friedrich Hübner, Carl-Zeiss-Gymnasium, Jena
Vincent Grande, Wilhelm-Ostwald-Schule, Leipzig
Georg Berger, Werner-Heisenberg-Gymnasium, Leverkusen
Arne Wolf, Wilhelm-Ostwald-Schule, Leipzig

„Die Verleihung erfolgt in Würdigung der Leistungen, die sie als Mitglied der 46. Internationalen Physikolympiade in Mumbai, Indien erreicht haben.“

Bild: IPN Kiel

Die Auszeichnung wird im März 2016 während der DPG-Jahrestagung in Regensburg überreicht.


International Young Physicists' Tournament

Die Preisträger:

Sina Hartung, St. Hildegard Gymnasium, Ulm
Dominika Stronczek, Sankt-Ansgar-Schule, Hamburg
Ann-Kathrin Raab, Ignaz-Günther-Gymnasium, Rosenheim
Jonas Landgraf, Augustinus-Gymnasium, Weiden
Carina Kanitz, Emil-von-Behring-Gymnasium, Spardorf

„Die Verleihung erfolgt in Würdigung der Leistungen, die sie als Mitglied des deutschen Teams beim 28. International Young Physicists' Tournament (IYPT) in Khorat, Thailand erreicht haben.“

Bild: Florian Ostermaier

Die Auszeichnung wird im März 2016 während der DPG-Jahrestagung in Regensburg überreicht.



Dissertationspreis der Sektion Atome, Moleküle, Quantenoptik und Plasmen der DPG (Sektion-AMOP)

Die in der Sektion AMOP zusammengeschlossenen Fachverbände der DPG schreiben einen Dissertationspreis aus. Ziel des Preises ist die Anerkennung herausragender wissenschaftlicher Arbeit und deren exzellenter Darstellung in einem Vortrag.

Dr. Fabian Grusdt

erhält den SAMOP-Dissertations-Preis 2016 für seine Dissertation und den Vortrag mit dem Titel „Many-body physics with impurities in ultracold quantum gases“.

Herr Grusdt wird fuer seine herausragenden Beitraege zur interferometrischen Charakterisierung topologischer Phasen von wechselwirkenden Vielteilchensystemen, insbesondere im Kontext quantenoptischer Experimente mit ultrakalten Atomen, sowie fuer die Entwicklung eines richtungsweisenden Ansatzes zur Beschreibung von Bose-Polaronen bei mittleren Wechselwirkunsgstaerken gewuerdigt. Seine unter der Betreuung von Prof. Dr. Michael Fleischhauer (Kaiserslautern) und in enger Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Eugene Demler (Harvard) in weniger als drei Jahren entstandene Dissertation stoesst auf rege Resonanz nicht zuletzt auch in der experimentellen Quantenoptik. Herr Grusdt ueberzeugte zudem bei der Darstellung seiner Arbeiten durch bemerkenswerte Kompetenz, Eigenstaendigkeit und Begeisterung fuer seine Forschung.

Bild: privat



Dissertationspreis der Sektion kondensierte Materie (SKM)

Die in der SKM zusammengeschlossenen Fachverbände der DPG schreiben einen Dissertationspreis aus. Ziel des Preises ist die Anerkennung herausragender wissenschaftlicher Arbeit und deren exzellenter Darstellung in einem Vortrag.

Dr. Falko Pientka

erhält den SKM-Dissertations-Preis 2016 für seine Dissertation und den Vortrag mit dem Titel "Signatures of Majorana states in magnetic adatom chains".

In seiner Dissertation befasste er sich mit Majoranazuständen in eindimensionalen topologischen Supraleitern. Er entwickelte ein mikroskopisches Modell für Ketten von magnetischen Adatomen auf der Oberfläche von Supraleitern und konnte damit Bänder sogenannter Shibazustände im Supraleiter beschreiben, die in der Nähe der Adatomkette lokalisiert sind. Dies ist von theoretischem Interesse, da hier langreichweitige Kopplungen zu neuartigen Phänomenen und einem unkonventionellen topologischen Phasenübergang führen. Seine Ergebnisse bilden mittlerweile die Grundlage für viele weitere theoretische Arbeiten zu topologischer Supraleitung in atomaren Ketten.

Bild: privat



Dissertationspreis der Fachverbände Gravitation und Relativitätstheorie, Physik der Hadronen und Kerne, Teilchenphysik

Die genannten Fachverbände der DPG schreiben einen Dissertationspreis aus. Ziel des Preises ist die Anerkennung herausragender wissenschaftlicher Arbeit und deren exzellenter Darstellung in einem Vortrag.

Dr. Ingo Tews

erhält den Dissertationspreis der Fachverbände Gravitation und Relativitätstheorie, Physik der Hadronen und Kerne, Teilchenphysik für seine Dissertation und den Vortrag mit dem Titel "Quantum Monte Carlo Calculations with Chiral Effective Field Theory Interactions".

Herrn Tews ist es in seiner Dissertation zum ersten Mal gelungen, Quanten-Monte-Carlo-Simulationen von Neutronenmaterie und Atomkernen basierend auf einer chiralen effektiven Feldtheorie durchzuführen. Dadurch erhält man neue und verbesserte Ergebnisse für die Zustandsgleichung von Neutronenmaterie, die von großer Bedeutung für die Physik kalter Quantengase, für die Kernphysik und für die Astrophysik der Neutronensterne sind.

Bild: privat




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Die Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. (DPG), deren Tradition bis in das Jahr 1845 zurückreicht, ist die älteste nationale und mit über 62.000 Mitgliedern auch größte physikalische Fachgesellschaft der Welt. Als gemeinnütziger Verein verfolgt sie keine wirtschaftlichen Interessen. Die DPG fördert mit Tagungen, Veranstaltungen und Publikationen den Wissenstransfer innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft und möchte allen Neugierigen ein Fenster zur Physik öffnen. Besondere Schwerpunkte sind die Förderung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses und der Chancengleichheit. Sitz der DPG ist Bad Honnef am Rhein. Hauptstadtrepräsentanz ist das Magnus-Haus Berlin. Website: www.dpg-physik.de

 
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