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Pressemitteilung

der Deutschen Physikalischen Gesellschaft

Nr. 26/2013 (14.11.2013)

Die Physikpreisträgerinnen und -preisträger 2014

Bild der Max-Planck-MedailleBad Honnef, 14. November 2013 – Die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) benennt ihre 21 Preisträgerinnen und Preisträger für das Jahr 2014. Die Auszeichnungen in diversen Kategorien und physikalischen Disziplinen werden im kommenden Jahr auf der 78. Jahrestagung der DPG in Berlin verliehen.

David Ruelle vom Institut des Hautes Études Scientifiques, Bures-sur-Yvette in Frankreich, erhält die Max-Planck-Medaille, die höchste Auszeichnung für theoretische Physik der DPG. Der mathematische Physiker leistete grundlegende Beiträge zur relativistischen Quantenfeldtheorie, statistischen Mechanik und Chaostheorie.

Die Stern-Gerlach-Medaille, die wichtigste Auszeichnung der DPG für experimentelle Physik, geht an Gerhard Abstreiter vom Walter Schottky Institut in Garching (TU München). Abstreiter ist einer der weltweit bekanntesten und angesehensten Wissenschaftler in der Halbleiterphysik und in den Nanowissenschaften. Die industrielle Entwicklung des „High Electron Mobility Transistor (HEMT)“ ist auf seine Arbeiten zurückzuführen.

Der mit 3.000 Euro dotierte Georg-Kerschensteiner-Preis für Beiträge zur Didaktik und Schulphysik geht an Michael Kobel von der TU Dresden. Er wird u. a. für das erfolgreiche Programm Netzwerk Teilchenwelt ausgezeichnet. Aus der Reihe der Nachwuchspreise geht der ebenfalls mit 3.000 Euro dotierte Hertha-Sponer-Preis an Anne Schukraft von der RWTH Aachen. Schukraft führte die bisher genauste Messung von Myon-Neutrinos mit dem IceCube-Neutrinoteleskop durch, das einen Durchmesser von 1 km besitzt und für das fast 3 km tiefe Löcher ins Eis der Antarktis gebohrt wurden.

Diese und alle weiteren Preise:
http://www.dpg-physik.de/preise/preistraeger2014.html



Preisträgerinnen und Preisträger 2014

Max-Planck-Medaille 2014

höchste DPG-Auszeichnung für Theoretische Physik

Prof. Dr. David Ruelle
Institut des Hautes Études Scientifiques, Bures-sur-Yvette (Frankreich)


„Für seine grundlegenden Beiträge zur relativistischen Quantenfeldtheorie, statistischen Mechanik und Theorie der dynamischen Systeme mit Anwendungen auf das Problem des Einsetzens von Turbulenz.“

Bild: www.ihes.fr~ruelle

David Ruelle hat auf drei zentralen Gebieten der modernen theoretischen Physik – der axiomatischen Quantenfeldtheorie, der statistischen Mechanik und der Theorie dynamischer Systeme – grundlegende und wegweisende Beiträge geleistet. Seine Arbeiten über Streuvorgänge in der Quantenfeldtheorie, über die Eigenschaften des thermischen Gleichgewichts und von Phasenumwandlungen, sowie über die Entstehung und die Natur von Turbulenz in Flüssigkeiten sind Klassiker der modernen mathematischen Physik. Ruelle ist unter anderem Autor von sieben prägnant geschriebenen Büchern, von denen einige – insbesondere die Monographie „Statistical Mechanics: Rigorous Results” – gerade auch in Deutschland sehr einflussreich waren.

David Ruelle schloss sein Studium der Mathematik und Physik im Jahr 1957 an der Université Libre de Bruxelles ab und wurde dort 1959 promoviert. Grundlage seiner Dissertation waren Untersuchungen, die er an der ETH Zürich unter der Anleitung von Prof. Res Jost durchgeführt hatte. Nach Postdoktorandenjahren an der ETH Zürich und am Institute for Advanced Study in Princeton wurde Ruelle als Professor an das Institut des Hautes Études Scientifiques, Bures-sur-Yvette, in der Nähe von Paris berufen, wo er seit 1964 arbeitet. Ruelle wurde für seine Forschungsarbeiten vielfach ausgezeichnet und ist Mitglied von fünf Akademien.

Die Auszeichnung ist undotiert und besteht aus einer Goldmedaille und einer auf Pergament hangeschriebenen Urkunde, die im März 2014 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht werden.


Stern-Gerlach-Medaille 2014

höchste DPG-Auszeichnung für Experimentelle Physik

Prof. Dr. Gerhard Abstreiter
Technische Universität München


„Für seine grundlegenden Arbeiten zu niederdimensionalen Elektronensystemen in Halbleiterhetero- und Nanostrukturen, die die Basis für das Verständnis von Halbleiterquantenstrukturen gelegt haben und Meilensteine für konkrete Anwendungen in heutigen Bauelementen der Mikro- und Nanoelektronik darstellen.“

Bild: Privat

Gerhard Abstreiter hat das Gebiet der niederdimensionalen Elektronensysteme in breiter und außerordentlich vielfältiger Hinsicht begründet und weltweit anerkannte Pionierarbeit in diesem Gebiet geleistet. Dies gilt für die ersten Bestimmungen der Ladungsträgereigenschaften in Silizium MOS-Systemen ebenso wie für seine bahnbrechenden Erkenntnisse, dass sich in Silizium-Germanium durch Verspannung hochbewegliche Elektrongase erzeugen lassen. Abstreiter ist auch einer der Erfinder des Heterostruktur-Feldeffekt-Transistors, und er hat das Gebiet der Halbleiter-Quantenpunkte durch den ersten Nachweis der diskreten Schalenstruktur der Elektronen und Exzitonen begründet und mit vielen weiteren Pionierarbeiten zur Blüte gebracht.

Gerhard Abstreiter studierte Physik an der der TU München und wurde dort 1975 auch promoviert. Nach seiner Habilitation im Jahr 1984 in experimenteller Physik an der TU München hatte er eine Gastprofessur an der Universität Innsbruck inne. Seit 1987 ist Abstreiter Professor für experimentelle Halbleiterphysik und Direktor am Walter Schottky Institut, Garching (TU München). Für seine Leistungen auf dem Gebiet der Halbleiterphysik und Nanowissenschaften wurde Gerhard Abstreiter vielfach ausgezeichnet. Er bekleidet eine Reihe von Ehrenämtern in nationalen und internationalen Gremien.

Die Auszeichnung ist undotiert und besteht aus einer Goldmedaille und einer auf Pergament hangeschriebenen Urkunde, die im März 2014 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht werden.


Gustav-Hertz-Preis 2014

für junge Physikerinnen und Physiker

PD Dr. Till Nikolaij Jahnke
Goethe-Universität Frankfurt a. M.


„Für seine bahnbrechenden experimentellen Untersuchungen zur langreichweitigen van-der-Waals-Wechselwirkung in Molekülen, insbesondere für seine Arbeiten zum interatomaren Coulomb-Zerfall.“

Bild: Horst Schmidt-Böcking

Till Jahnke hat mit modernsten Multi-Koinizidenz-Imaging-Verfahren bahnbrechende Untersuchungen zum Energietransfer zwischen van-der-Waals-gebundenen Atomen und Molekülen gemacht. Die direkte experimentelle Beobachtung von langreichweitig dynamisch verschränkten Elektronenpaaren (z. B. Cooperpaare in Hochtemperatur-Supraleitern) im Impulsraum ist bisher eine fast unlösbare Aufgabe geblieben. Jahnke gelang es erstmals, die Dynamik solcher langreichweitigen Elektronenpaarprozesse in Edelgasdimeren mit einer Zeitauflösung von unter einer Femtosekunde zu visualisieren.

Till Jahnke wurde 2005 an der Universität Frankfurt mit der Arbeit „Interatomic Coulombic Decay” promoviert und habilitierte sich 2013 an der Universität Frankfurt. Für seine Forschungsbeiträge erhielt er 2009 den Röntgenpreis der Universität Gießen und 2013 den IUPAP Young Scienstist Prize in Atomic, Molecular, and Optical Physics.

Die Auszeichnung wird im März 2014 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.


Walter-Schottky-Preis 2014

für Beiträge zur Physik der kondensierten Materie

Prof. Dr. Sven Höfling
University of St. Andrews, Schottland (UK)


„Für die Demonstration eines elektrisch getriebenen Polaritonen-Lasers.“

Bild: Privat

In den letzten Jahren konnten auf Quanteneffekten basierende Bauelementkonzepte, wie Einzelphotonenquellen und Grundlagenexperimente zur Licht-Materie-Wechselwirkung, beispielsweise der Nachweis der starken Kopplung in Halbleiterresonatoren, realisiert werden. Sven Höfling ist mit einem internationalen Team die Demonstration eines elektrisch gepumpten Polaritonen-Lasers gelungen, bei dem die kohärente Strahlung durch die Polaritonenkondensation bewirkt wird und nicht auf stimulierter Emission basiert. Dies eröffnet den Weg zu Halbleiterlasern mit neuen Eigenschaften.

Nach dem Studium der Angewandten Physik an der Fachhochschule Coburg und einer Diplomarbeit am Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik, Freiburg, zu GaN-basierenden LEDs wechselte Sven Höfling an den Lehrstuhl für Technische Physik der Universität Würzburg. Nach seiner Promotion zu Quantenkaskadenlasern und vielbeachteten Arbeiten zu zukünftigen photonischen Bauelementen trat er im Oktober 2013 eine Professur an der Universität St. Andrews an.

Die Auszeichnung wird im März 2014 während der DPG-Frühjahrstagung in Dresden überreicht.


Robert-Wichard-Pohl-Preis 2014

für Beiträge zur Physik von interdisziplinärer Bedeutung

Prof. Dr. Gert Strobl
Universität Freiburg


„Für seine außergewöhnlichen Leistungen zum Verständnis und in der Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse im Bereich der Physik der Polymere und der Weichen Materie. Seine Lehrbücher leisten längerfristig einen wesentlichen Beitrag in der universitären Lehre. Darüber hinaus zeigen seine wissenschaftlichen Beiträge eine besondere Ausstrahlung auf die Chemie und die angewandten Wissenschaften im Bereich der Polymere.“

Bild: www.polymerphysik.uni-freiburg.de/abb/fotos/strobl

Gert Strobl forschte an grundlegenden Fragen zum Verständnis der molekularen Struktur und Dynamik von Polymeren. Besonders hervorzuheben sind seine Arbeiten über teilkristalline Polymere. Aus seiner Lehrtätigkeit entstanden die Lehrbücher „The Physics of Polymers“ und „Physik der kondensierten Materie – Kristalle, Flüssigkeiten, Flüssigkristalle und Polymere“ mit denen er einen wesentlichen Betrag zur Überführung des Wissens aus der aktuellen Forschung in die universitäre Lehre geleistet hat.

Gert Strobl studierte in Stuttgart. Nach dem Diplom in der Festkörperphysik wechselte er in die Polymerphysik an die Universität Mainz, wo er 1970 promoviert wurde. Nach der Habilitation (1975) und einer Professur (1978) für Physikalische Chemie, wurde er 1985 auf eine Professur für Experimentelle Polymerphysik an der Universität Freiburg berufen, die er bis zu seiner Pensionierung 2006 innehatte.

Die Auszeichnung wird im März 2014 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.


Herbert-Walther-Preis 2014

deutsch-amerikanische Auszeichnung für Beiträge zur Quantenoptik und Atomphysik

Prof. Dr. Massimo Inguscio
LENS Florence University, Florenz (Italien)


„For ground breaking experiments in modern atomic, molecular, and optical physics, from spectroscopy of metastable helium to Anderson localization of ultra-cold atoms.“

Bild: http://www.sif.it/associazione/elezioni/inguscio

Massimo Inguscio leistete grundlegende Arbeiten in atomarer, molekularer und optischer Physik. Seine richtungsweisende Forschung reicht von spektroskopischen Untersuchungen am metastabilen Helium bis zur Andersen-Lokalisierung in ultrakalten Atomgasen. Besondere Beachtung findet seine Arbeit auf dem Gebiet der Kühlung von Gasen. So entdeckte er bei der gleichzeitigen Kühlung von atomaren Gasen eine bemerkenswerte Instabilität der Atome, die an supermassive Sterne am Ende ihres Lebens erinnern.

Massimo Inguscio lehrte nacheinander an den Universitäten Lecce, Pisa und Neapel bevor er 1991 Professor in Florenz wurde. In diese Zeit fallen auch mehrere Aufenthalte als Gastforscher an renommierten Instituten in aller Welt. Unter anderem war er genau in dem Jahr, als Theodor Hänsch den Nobelpreis für Physik 2005 erhielt, bei diesem als Humboldt‐Preisträger am Max‐Planck-Institut für Quantenoptik in Garching bei München.

Die Auszeichnung wird gemeinsam von der Optical Society of America und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft im März 2014 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.


Hertha-Sponer-Preis 2014

für Physikerinnen

Dr. Anne Schukraft
Fermilab, Warrenville (USA) / RWTH Aachen


„Für die bisher genaueste Messung von Myon-Neutrinos mit Energien bis zu 1015 eV mit dem IceCube-Detektor. Ihre hervorragenden Arbeiten haben den Weg zur Entdeckung von hochenergetischen Neutrinos kosmischen Ursprungs bereitet.“

Bild: Privat

Die Messung hochenergetischer kosmischer Neutrinos ist eine der größten Herausforderungen der Astroteilchenphysik. Mit ihrer Entdeckung im IceCube-Experiment wird ein neues Beobachtungsfenster zum Universum geöffnet und möglicherweise kann das mehr als 100 Jahre alte Rätsel des Ursprungs der kosmischen Strahlung gelöst werden. Mit ihren Arbeiten gelang Schukraft ein erheblich verbessertes Verständnis systematischer Fehlerquellen und eine deutliche Erhöhung der experimentellen Empfindlichkeit von IceCube. Ihre Resultate sind eine wesentliche Grundlage der jüngsten Beobachtungen von IceCube.

Anne Schukraft studierte Physik an der RWTH Aachen und wurde dort im Jahr 2013 über die Suche nach hochenergetischen kosmischen Neutrinos mit dem IceCube-Neutrinoteleskop promoviert. Sie war Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Deutschen Telekom Stiftung. Für ihre herausragenden Leistungen erhielt sie zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Zurzeit arbeitet sie an Neutrinooszillationen als Postdoktorandin am Fermi National Accelerator Laboratory, Warrenville (USA).

Die Auszeichnung wird im März 2014 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.


Georg-Kerschensteiner-Preis 2014

für Beiträge zur Didaktik und Schulphysik

Prof. Dr. Michael Kobel
Technische Universität Dresden


„Für sein langjähriges, aktives Engagement in der Popularisierung der Physik und in der Vermittlung von Teilchenphysik an Jugendliche, insbesondere für die Programme „Netzwerk Teilchenwelt“ und „International Masterclasses“, die sich durch besondere Breitenwirkung auszeichnen und jährlich viele Tausend Jugendliche erreichen.“

Bild: DPG/Socher

Michael Kobel hat zwei Projekte entwickelt, die Schülerinnen und Schülern den Zugang zu der Welt der Elementarteilchen ermöglichen: Im „Netzwerk Teilchenwelt“ und den „International Masterclasses“ lernen die Jugendlichen Experimente am Teilchenbeschleuniger LHC des Kernforschungszentrums CERN in Genf kennen und werten dabei aktuelle Daten von Teilchenkollisionen aus.

Michael Kobel hat in Erlangen Physik studiert und wurde dort auch promoviert; habilitiert wurde er an der Universität Freiburg. Nach seiner Professorentätigkeit an der Universität Bonn wurde er 2006 auf eine Professur für Teilchenphysik an die TU Dresden berufen, wo er heute als Direktor das Institut für Kern- und Teilchenphysik leitet. Sein Forschungsgebiet ist die Suche nach Erweiterungen des Standardmodells der Teilchenphysik. Kobel bekleidet eine Reihe von Ehrenämtern in nationalen und internationalen Gremien.

Die Auszeichnung wird im März 2014 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.


Max-Born-Preis 2014

deutsch-britische Auszeichnung

Prof. Dr. Alexander I. Lichtenstein
Universität Hamburg


„Für seine herausragenden Beiträge zur Theorie des Magnetismus und der elektronischen Korrelationen in realen Materialien.“

Bild: Privat

Alexander Lichtenstein ist ein international renommierter Festkörperphysiker und Pionier auf dem Gebiet der theoretischen Untersuchung elektronisch korrelierter Materialien. Er hat fundamentale Beiträge unter anderem zu dem heutigen Verständnis der magnetischen Eigenschaften realer Materialien geleistet. Die von ihm und seinen Mitarbeitern eingeführten Austauschwechselwirkungsparameter im Rahmen der „Lokalen Spindichtenäherung“ erlauben es, magnetische Kopplungen in Metallen zu berechnen. Diese Methode fand inzwischen Eingang in alle modernen Programmpakete wie VASP und Wien2k. Weiterhin war Lichtenstein einer der Wegbereiter bei der Vereinigung konventioneller Techniken zur Berechnung elektronischer Bandstrukturen mit Methoden der modernen Vielteilchentheorie. Insbesondere erlaubt der sogenannte LDA+DMFT Zugang – eine Verknüpfung der „Lokalen Dichtenäherung“ (LDA) mit der „Dynamischen Molekularfeld-Theorie“ (DMFT) – die Untersuchung komplexer, elektronisch korrelierter Materialien. Auch bei der Entwicklung analytischer und numerischer Methoden zur Lösung der LDA+DMFT-Gleichungen mit Hilfe von Super-Computern haben Lichtenstein und Mitarbeiter wichtige neue Zugänge entwickelt.

Alexander Lichtenstein wurde im Jahr 1982 an der Universität von Jekaterinburg promoviert. Nach der Anstellung am Institute for Solid State Chemistry des Ural Science Center zog es ihn 1989 nach Deutschland. Von 1989 bis 1995 arbeitete er am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart und von 1995 bis 1998 am Forschungszentrum Jülich. 1998 wurde er zum Professor für Theoretische Physik an der Universität von Nijmegen, Niederlande, berufen. Seit 2004 ist Lichtenstein Professor für Theoretische Physik an der Universität Hamburg. Er wurde für seine Arbeiten u. a. mit dem Intel-RUSNANO Prize for High-Performance Computing in Nanotechnology, 2008, ausgezeichnet.

Die Auszeichnung wird im Herbst 2014 in London überreicht.


Gentner-Kastler-Preis 2014

deutsch-französische Auszeichnung

Directeur de Recherches François Biraben
Laboratoire Kastler Brossel, Paris (Frankreich)


„Für bahnbrechende Beiträge zur Präzisionsspektroskopie in Atomen und zur Messung fundamentaler Konstanten.“

Bild: privat

Biraben erzielte wegweisende Beiträge zur Doppler-freien Spektroskopie atomarer Übergänge und zur Präzisionsmessung fundamentaler Konstanten. Auf der Grundlage seiner frühen Arbeiten zur Doppler-freien Spektroskopie mit Hilfe von Zwei-Photonen-Übergängen haben François Biraben und seine Gruppe am Laboratoire Kastler Brossel seit den 80er Jahren der klassischen Spektroskopie von Wasserstoff neue Dimensionen eröffnet. Neben der Bestimmung der Rydberg-Konstanten mit einer Unsicherheit im Bereich 10-12 hat Biraben einen entscheidenden Anteil an Präzisionsmessungen des Proton-Radius aus der Lamb-Verschiebung von myonischem Wasserstoff, dessen Wert signifikant von bisherigen Daten abweicht, geleistet.

François Biraben hat an der École Nationale Superieur (ENS) studiert und wurde dort 1977 promoviert. Er leitet seit 1983 eine Gruppe an der ENS, die sich mit der Messung fundamentaler Konstanten befasst.

Die Auszeichnung wird im März 2014 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.


Georg-Simon-Ohm-Preis 2014

für physikalische Technik

Andrej Krimlowski, B.Sc.
Technische Hochschule Wildau (FH)


„Für seine Bachelor-Arbeit mit dem Titel „Investigation of charge transfer efficiency of CCD image sensors for the scientific small satellite mission ‚AsteroidFinder‘“.“

Bild: Privat

Defekte durch hochenergetische Teilchenstrahlen sind eine wichtige Barriere für den Einsatz von CCD-Detektoren, die zum Nachweis von Asteroiden eingesetzt werden. Andrej Krimlowski hat eine Möglichkeit untersucht, mit Hilfe einer homogenen Hintergrundbeleuchtung defektbedingte Potentialmulden zu füllen, sodass das Nutzsignal weitgehend ungehindert durch den Detektor transportiert wird. Dadurch wurde die Transporteffizienz der Ladungsträger um eine Größenordnung verbessert, was zu einer Verlängerung ihrer Einsatzdauer führt. Dies hat hohe Bedeutung für die Verwendung solcher Detektoren in der Raumfahrt.

Die Bachelor-Arbeit wurde in Kooperation der TH Wildau [FH] mit der Abteilung Planetare Sensorsysteme des Instituts für Planetenforschung am DLR durchgeführt und von den Herren Prof. Dr. T. Goldmann (Wildau) und Dr.-Ing. H. Michaelis (DLR) betreut.

Die Auszeichnung wird im März 2014 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.


Schülerinnen- und Schülerpreis der DPG 2014

für herausragende Leistungen bei internationalen Physik-Wettbewerben

Dieser Preis wird in zwei Kategorien verliehen und geht an insgesamt zehn Schülerinnen und Schüler, die jeweils 500 Euro Preisgeld erhalten. Darunter sind auch Jugendliche, die ihre Schulzeit inzwischen abgeschlossen haben.

Internationale Physikolympiade

Die Preisträger:

Michael Sonner, Landesgymnasium für Hochbegabte Fichtenberg (Baden-Württemberg),
Sascha Lill, Gymnasium „Werner von Siemens“ Wolmirstedt (Sachsen-Anhalt),
David Schmidt, Stiftsgymnasium Xanten (Nordrhein-Westfalen),
Lucas Rettenmeier, Hariolf-Gymnasium Ellwangen (Baden-Württemberg),
Lars Dehlwes, Ohm-Gymnasium Erlangen (Bayern).

„Die Verleihung erfolgt in Würdigung der Leistungen, die sie als Mitglied der deutschen Mannschaft bei der 44. Internationalen Physikolympiade in Kopenhagen, Dänemark erreicht haben.“

Bild: IPN Kiel

Die Auszeichnung wird im März 2014 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.


International Young Physicists' Tournament

Die Preisträger:

Mats Ole Ellenberg, Sächsisches Landesgymnasium Sankt Afra Meißen (Sachsen),
Lars Dehlwes, Ohm-Gymnasium Erlangen (Bayern),
Yiyang Huang, Herder-Gymnasium Berlin-Charlottenburg (Berlin),
Michael Kern, Wieland-Gymnasium Biberach (Baden-Württemberg),
Marcel Neidinger, Hans-Thoma-Gymnasium Lörrach (Baden-Württemberg).

„Die Verleihung erfolgt in Würdigung der Leistungen, die sie als Mitglied des deutschen Teams beim 26th International Young Physicists' Tournament (IYPT) in Taiwan erreicht haben.“

Bild: Das deutsche IYPT-Team 2013: v.l.n.r.: Lars Dehlwes, Yiyang Huang, Mats Ellenberg, Michael Kern (Captain), Marcel Neidinger mit Betreuern Michael Steck und Florian Ostermaier (http://iypt2013.wordpress.com/2013/07/19/teamfoto/)

Die Auszeichnung wird im März 2014 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.



Dissertationspreis der Sektion Atome, Moleküle, Quantenoptik und Plasmen der DPG (Sektion-AMOP)

Die in der Sektion AMOP zusammengeschlossenen Fachverbände der DPG schreiben einen Dissertationspreis aus. Ziel des Preises ist die Anerkennung herausragender wissenschaftlicher Arbeit und deren exzellenter Darstellung in einem Vortrag.

Alexander Streltsov

erhält den SAMOP-Dissertations-Preis 2014 für seine Dissertation und den Vortrag mit dem Titel „One step beyond entanglement: general quantum correlations and their role in quantum information theory“.

Er fertigte seine Doktorarbeit an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf unter der Betreuung von Prof. Dr. Dagmar Bruss an.

Bild: privat



Dissertationspreis der Sektion kondensierte Materie (SKM)

Die in der SKM zusammengeschlossenen Fachverbände der DPG schreiben einen Dissertationspreis aus. Ziel des Preises ist die Anerkennung herausragender wissenschaftlicher Arbeit und deren exzellenter Darstellung in einem Vortrag.

Bernhard Endres

erhält den SKM-Dissertations-Preis 2014 für seine Dissertation und den Vortrag mit dem Titel „Spin injection intoGaAs – the spin solar cell and spin photodiode”.

Er fertigte seine Doktorarbeit an der Universität Regensburg unter der Betreuung von Prof. Dr. Günther Bayreuther und Prof. Dr. Dominique Bougeard an.

Bild: privat



Dissertationspreis der Fachverbände Gravitation und Relativitätstheorie, Physik der Hadronen und Kerne, Teilchenphysik

Die genannten Fachverbände der DPG schreiben einen Dissertationspreis aus. Ziel des Preises ist die Anerkennung herausragender wissenschaftlicher Arbeit und deren exzellenter Darstellung in einem Vortrag.

John Antoniadis

erhält den Dissertationspreis der Fachverbände Gravitation und Relativitätstheorie, Physik der Hadronen und Kerne, Teilchenphysik für seine Dissertation und den Vortrag mit dem Titel "Multi-Wavelength Studies of Pulsars and their Companions".

Er fertigte seine Doktorarbeit an der Rheinischen Friedrich–Wilhelms–Universität, Bonn unter der Betreuung von Prof. Dr. Michael Kramer und Prof. Dr. Norbert Langer an.

Bild: privat




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Die Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. (DPG), deren Tradition bis in das Jahr 1845 zurückreicht, ist die älteste nationale und mit über 62.000 Mitgliedern auch größte physikalische Fachgesellschaft der Welt. Als gemeinnütziger Verein verfolgt sie keine wirtschaftlichen Interessen. Die DPG fördert mit Tagungen, Veranstaltungen und Publikationen den Wissenstransfer innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft und möchte allen Neugierigen ein Fenster zur Physik öffnen. Besondere Schwerpunkte sind die Förderung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses und der Chancengleichheit. Sitz der DPG ist Bad Honnef am Rhein. Hauptstadtrepräsentanz ist das Magnus-Haus Berlin. Website: www.dpg-physik.de

 
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