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Pressemitteilung

der Deutschen Physikalischen Gesellschaft

Nr. 24/2012 (15.11.2012)

Die Physik-Preisträger 2013 - Auszeichnungen der Deutschen Physikalischen Gesellschaft

Bad Honnef, 15. November 2012 - Die beiden wichtigsten Auszeichnungen der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) gehen nach Irland und in die Schweiz. Sie beinhalten jeweils eine Goldmedaille sowie eine Urkunde und sind undotiert: Werner Nahm (63) vom Dublin Institute for Advanced Studies erhält die „Max-Planck-Medaille für theoretische Physik“ für seine grundlegenden Arbeiten zur Quantenfeldtheorie. Insbesondere gelang es ihm, mehrere grundlegende mathematische Aspekte zu klären, die später für die Entwicklung von Stringtheorien wichtig wurden. Die „Stern-Gerlach-Medaille für experimentelle Physik“ geht an Dieter W. Pohl (74), Zürich. Mit seinen bahnbrechenden Arbeiten bei der Entwicklung des Nahfeldmikroskops konnte er bereits 1981 zeigen, dass es möglich ist, die Grenzen der klassischen Optik zu durchbrechen. Damit begründete er das Feld der Nanooptik, der Plasmonik und der optischen Antennen.

Insgesamt hat die DPG 21 Preisträgerinnen und Preisträger benannt, die nächstes Jahr auf der 77. Jahrestagung der DPG in Dresden ausgezeichnet werden. Aus der Reihe der Nachwuchspreise geht der mit 7.500 Euro dotierte „Gustav-Hertz-Preis“ an Eleftherios Goulielmakis (37) vom MPI für Quantenoptik in Garching. Er wird für seine herausragenden Beiträge auf dem Feld der Attosekunden-Physik ausgezeichnet. Kerstin Tackmann (34) vom DESY in Hamburg erhält den mit 3.000 Euro dotierten „Hertha-Sponer-Preis“ für ihre herausragenden Arbeiten auf dem Weg zum Nachweis des Higgs-Bosons am Large-Hadron-Collider (LHC) am CERN.



Preisträgerinnen und Preisträger 2013

Max-Planck-Medaille 2013

höchste DPG-Auszeichnung für Theoretische Physik

Prof. Dr. Werner Nahm
Dublin Institute for Advanced Studies (Irland)


„Für seine wichtigen Arbeiten über magnetische Monopol-Lösungen in Yang-Mills-Theorien und seine Klassifizierung der für die String-Theorien wichtigen modularen Partitionsfunktionen und der Super-Lie-Algebren.“

Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Nahm

Werner Nahm hat auf dem Gebiet der Quantenfeldtheorie herausragende Leistungen vollbracht. Grundlegend waren seine Arbeiten zur Klassifikation der Super-Lie-Algebra, die Klassifikation der magnetischen Monopol-Lösungen in Yang-Mills-Theorien, und die in diesem Zusammenhang aufgestellten, nach ihm benannten „Nahm-Gleichungen“. Nahm hat Pionierarbeit bei der Entwicklung der so genannten „heterotischen Stringtheorie“ geleistet. Diese Theorie bildet heute die Basis für die Mehrzahl der gegenwärtig diskutierten phänomenologischen Anwendungen der Superstringtheorie.

Werner Nahm wurde 1972 in Bonn promoviert. Von dort wechselte er ans CERN, arbeitete am Max Planck Institut für Mathematik in Bonn und ging 1986 als Associate Professor an die University of California (UC Davis). 1989 wurde er auf einen Lehrstuhl nach Bonn berufen, folgte aber 2002 einem Ruf als „Senior Professor“ an das Dublin Institute for Advanced Studies. Nahm zeichnet sich durch ein breites wissenschaftliches Interesse aus, das von der Mitarbeit im Arbeitskreis Energie der DPG bis zur Linguistik und Altertumswissenschaft reicht.

Die Auszeichnung besteht aus einer Goldmedaille, die im März 2013 während der DPG-Jahrestagung in Dresden überreicht wird.


Stern-Gerlach-Medaille 2013

höchste DPG-Auszeichnung für Experimentelle Physik

Prof. Dr. Dieter Pohl
Zürich


„Für die Entwicklung der optischen Nahfeldmikroskopie. Damit gelang es erstmals, bei mikroskopischen Abbildungen eine räumliche Auflösung weit unterhalb der Beugungsgrenze zu erhalten. Mit diesen Arbeiten hat er das Forschungsgebiet der Nahfeldoptik und die daraus hervorgegangenen Gebiete der Nanooptik, der Plasmonik und der optischen Antennen begründet.“

Bild: http://corporate.zeiss.com/innovation-and-technology/de_de/forschungspreistraeger.html#inpagetabs-8

Dieter Pohl hat entscheidende Pionierarbeit bei der Entwicklung der Nahfeldmikroskopie geleistet. Damit gelang es ihm zu zeigen, dass es möglich ist, die Grenzen der klassischen Optik zu durchbrechen und die klassische Beugungsgrenze umgangen werden kann. Er hat schon früh die Analogie zwischen der Nahfeldoptik und der traditionellen Antennentheorie erkannt. Seine Arbeiten haben Forscherinnen und Forscher auch über das Gebiet der Nahfeldoptik hinaus inspiriert, die moderne Optik und Photonik wesentlich beeinflusst und neue Forschungsgebiete erschlossen.

Dieter Pohl studierte an der Universität Stuttgart, wo er unter Leitung von Prof. W. Kaiser eine der ersten Laser in Deutschland entwickelte. Nach seiner Promotion und Habilitation an der TU München verbrachte er den größten Teil seiner wissenschaftlichen Karriere am IBM Forschungslabor in Rüschlikon, Schweiz, wo er im Gebiet der Laserphysik, der nichtlinearen Optik, der optischen Datenspeicherung, und der Rasterprobenmikroskopie herausragende Ergebnisse erzielte. 1998 wechselte er an die Universität Basel, wo er die Arbeiten in der Nahfeldoptik für weitere 10 Jahre fortsetzte.

Die Auszeichnung besteht aus einer Goldmedaille, die im März 2013 während der DPG-Jahrestagung in Dresden überreicht wird.


Gustav-Hertz-Preis 2013

für junge Physikerinnen und Physiker

Dr. Eleftherios Goulielmakis
MPI für Quantenoptik, Garching


„In Würdigung seiner herausragenden Beiträge auf dem Feld der Attosekunden-Physik, insbesondere für seine eigenständigen Experimente der jüngsten Zeit zur Erzeugung der kürzesten Pulse weicher Röntgenstrahlung, ihre Anwendung zur zeitaufgelösten Messung von Elektronendynamik und die Attosekunden-Kontrolle von Lichtfeldern. Diese Arbeiten eröffnen neue Wege zur Kontrolle der Materie auf nanoskopischer Skala mit unvorhergegangener Präzision.“

Bild: http://www.mpq.mpg.de/cms/mpq/news/awards/archiv/2010/10_11_30.html

Zu den wichtigsten Beiträgen von Eleftherios Goulielmakis auf dem Gebiet der Ultrakurzzeitwissenschaft zählen die Erzeugung des bis dato kürzesten isolierten elektromagnetischen Wellenzugs von einer Dauer von nur 80 Attosekunden im Jahr 2008, sowie die Verwendung solcher Lichtpulse zur Verfolgung der Bewegung von Elektronen auf der Valenzschale von Ionen in Echtzeit im Jahr 2010. Außerdem hat er mit seiner Forschungsgruppe den weltweit ersten Lichtwellensynthesizer entwickelt. Damit lassen sich extrem breitbandige Lichtpulse erzeugen. Die Lichtkraft kann mit Attosekundenpräzision kontrolliert werden. Solche Lichttransienten eröffnen neue Perspektiven für die Kontrolle von Elektronen mit Hilfe von Licht und neue Wege, den Mikrokosmos mit bisher unerreichter Präzision zu beeinflussen. Dies kann nachhaltige Auswirkungen auf andere Gebiete, z.B. die Photonik, Chemie und Nanotechnologie, haben.

Der 37 Jahre alte Eleftherios Goulielmakis wurde 2005 an der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert. In seiner Doktorarbeit konzentrierte er sich auf die Entwicklung einer Technik, die mittels ultraschneller Feldveränderungen von Lichtpulsen die Erfassung schneller elektronischer Erscheinungen des Mikrokosmos ermöglicht (Attosekunden Streaking). Heute leitet Goulielmakis eine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching.

Die Auszeichnung wird im März 2013 während der DPG-Jahrestagung in Dresden überreicht.


Walter-Schottky-Preis 2013

für Beiträge zur Physik der kondensierten Materie

Prof. Dr. Claus Ropers
Courant Forschungszentrum Georg-August-Universität Göttingen


„Für seine herausragenden Arbeiten zur Photoemission aus Nanostrukturen in starken optischen Feldern. In seinen Arbeiten gelang es ihm, die Grenzen der Multiphoton-Photoemission zu überschreiten und in den Bereich der Starkfeld-Photoemission vorzudringen. Diese Ergebnisse zeigen eine neuartige Elektronendynamik, die exklusiv an Nanostrukturen auftritt.“

Bild: http://www.uni-goettingen.de/de/107482.html

Im Jahr 1905 konnte Albert Einstein den Photoelektrischen Effekt erklären, indem er annahm, dass Licht quantisiert sei. Im „Starkfeldregime“, bei sehr hohen Lichtintensitäten verliert die Photoemission aber scheinbar wieder ihren Quantencharakter und entspricht in vielem den klassischen Erwartungen. Claus Ropers und seine Mitautoren konnten mittels ultrakurzen Laserpulsen zeigen, dass bei metallischen Nanostrukturen ein Übergang von der Multiphotonen-Absorption zu einem Starkfeldregime beobachtet werden kann. Sie haben damit Neuland im Bereich der hochgradig nichtlinearen Licht-Materie-Wechselwirkung in Nanostrukturen betreten.

Claus Ropers hat in Göttingen studiert und wurde dort nach Aufenthalten in Berkeley und Berlin 2008 auch Leiter einer Nachwuchsgruppe und Juniorprofessor. Bemerkenswert ist die wissenschaftliche Breite des erst 35-jährigen Preisträgers, der unter anderem herausragende Arbeiten zur Ladungsträgerdynamik in Graphit und Fluktuationen bei der optischen Superkontinuumserzeugung publiziert hat.

Die Auszeichnung wird im März 2013 während der DPG-Frühjahrstagung in Regensburg überreicht.


Robert-Wichard-Pohl-Preis 2013

für Beiträge zur Physik von interdisziplinärer Bedeutung

Prof. Dr. Michael Vollmer
FH Brandenburg


„Für seine außergewöhnlichen Leistungen in der Verbreitung von neuer, physikalischer Erkenntnis. Aufbauend auf seinen langjährigen Erfahrungen auf dem Gebiet der Laserspektroskopie, hat sich Herr Vollmer in dem Forschungsgebiet der atmosphärischen Optik und der Infrarotthermographie zu einem herausragenden Wissenschaftler entwickelt. Mit dem Preis wird sein hohes persönliches Engagement und der Erfolg bei zahlreichen Vorträgen für die Öffentlichkeit und der Organisation von vielen Lehrerfortbildungen auf nationaler und internationaler Ebene gewürdigt.“

Bild: http://idw-online.de/pages/de/newsimage?id=35816&size;=screen

Michael Vollmer zeichnet sich durch ein herausragendes Engagement zur aktiven Verbreitung von wissenschaftlicher Erkenntnis in der Lehre, im Unterricht und in der Didaktik der Physik aus. Neben seinen Veröffentlichungen zur Physik in der Lehre und im Unterricht sind vor allem seine Leistungen bei der Organisation und Durchführung von einer Vielzahl von Lehrerfortbildungen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene hervorzuheben. Vollmer hat damit einen wichtigen Beitrag nicht nur zur Popularisierung der Physik in der Gesellschaft, sondern auch zur Verbreitung moderner physikalischer Erkenntnisse im naturwissenschaftlichen Unterricht geleistet.

Seit 1994 ist Michael Vollmer Professor für Experimentalphysik an der Fachhochschule Brandenburg und arbeitet dort seit 2011 auf einer Forschungsprofessur. Schwerpunkte seiner Forschungstätigkeit sind die atmosphärische Optik, die angewandte Infrarottechnik und die fachlich orientierte Didaktik der Physik.

Die Auszeichnung wird im März 2013 während der DPG-Jahrestagung in Dresden überreicht.


Herbert-Walther-Preis 2013

deutsch-amerikanische Auszeichnung für Beiträge zur Quantenoptik und Atomphysik

Prof. Dr. H. Jeff Kimble
California Institute of Technology (USA)


„For pioneering experimental contributions to quantum optics, cavity quantum electrodynamics, and quantum information science.“

Bild: http://www.pma.caltech.edu/GSR/facresearch.html

Jeff Kimble hat in den letzten 30 Jahren sowohl in der experimentellen als auch in der theoretischen Physik eine Vielzahl an Pionierleistungen vollbracht und die oben genannten Gebiete wesentlich beeinflusst. Zu seinen wissenschaftlichen Durchbrüchen zählen das „Photon-Antibunching“, die Demonstration eines Quanten-Phasengatters für die Quantenlogik, das Arbeiten im Bereich der nicht-linearen Optik für einzelne Atome im Feld eines Photons, der Ein-Atom-Laser im Regime der starken Kopplung, Ein-Photonenquellen „auf Knopfdruck“ basierend auf einem Atom im Resonator und nicht zuletzt die Verschränkung zwischen atomaren Ensembles. Darüber hinaus lieferte er entscheidende Beiträge zum „Squeezing“ von Licht und damit der Überwindung von Quantenlimitierungen bei Präzisionsmessungen, zum Einstein-Podolsky-Rosen-Gedankenexperiment, zur Quanten-Teleportation, zum Austausch von Quantenzuständen zwischen Licht und Materie mit hoher Genauigkeit und zu Quanten-Repeatern. In jüngster Zeit beschäftigt er sich auch mit der „Opto-Nanomechanik“, insbesondere mit mechanischen Membranen in optischen Resonatoren extrem hoher Güte.

Seit 1989 hat Jeff Kimble einen Lehrstuhl am California Institute of Technology. Neben seiner Forschungstätigkeit hat er als akademischer Lehrer eine ganze Generation von Schülerinnen und Schülern geprägt.

Die wissenschaftlichen Arbeiten von Jeff Kimble betreffen wesentlich das Verhalten einzelner Quantensysteme. Für Beiträge zu ganz ähnlichen Themen wurde der Herbert-Walther-Preis 2009 an David J. Wineland und 2010 an Serge Haroche verliehen. Beide bekamen vor wenigen Wochen auch den Nobelpreis für Physik 2012 zugesprochen.

Die Auszeichnung wird gemeinsam von der Optical Society of America und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft auf der LASER World of PHOTONICS-Tagung in München im Mai 2013 überreicht.


Hertha-Sponer-Preis 2013

für Physikerinnen

Dr. Kerstin Tackmann
DESY


„Für ihre herausragenden Arbeiten auf dem Weg zum Nachweis des Higgs-Bosons am Large-Hadron-Collider (LHC) am CERN. Als führende Wissenschaftlerin hat sie entscheidend zum Nachweis eines neuen Teilchens beim Zerfall in zwei Photonen beigetragen. Dieses neue Teilchen ist ein vielversprechender Kandidat für das Higgs-Boson, mit dem das bestehende Standardmodell der Elementarteilchenphysik komplettiert würde.“

Bild: http://www.desy.de/~kerstin/index.html

Die Suche nach dem Higgs-Boson ist eine der wissenschaftlichen Prioritäten des LHC am CERN. Ein vielversprechender Kanal für die Suche nach dem Higgs-Boson ist der Zerfall in zwei Photonen. Kerstin Tackmann hat detaillierte Studien zur Photonidentifikation durchgeführt und Algorithmen optimiert, um die nötigen Effizienzen und Reinheiten zu erreichen. Ihre Arbeit bildete eine essenzielle Voraussetzung für die Entdeckung eines neuen Teilchens mit einer Masse von etwa 125 GeV/c2 im zwei-Photon Kanal bei ATLAS, welches ein vielversprechender Kandidat für das Higgs-Boson ist. Damit ist die Teilchenphysik kurz davor, ein nun fast 50 Jahre altes Rätsel zu lösen und Kerstin Tackmann hat dazu einen wesentlichen Beitrag geleistet.

Kerstin Tackmann studierte Physik in Dresden und schloss dort 2004 mit dem Diplom ab. Sie promovierte 2008 an der University of California in Berkeley. Während eines Postdoc Aufenthalts am CERN in Genf schloss sie sich der ATLAS Kollaboration am LHC an. Seit 2011 leitet sie eine Helmholtz-Nachwuchsgruppe am DESY. Mit ihrer Gruppe arbeitete sie an der Suche und des Higgs-Bosons und beteiligt sich an Entwicklungen zum Ausbau des ATLAS Detektors.

Die Auszeichnung wird im März 2013 während der DPG-Jahrestagung in Dresden überreicht.


Georg-Kerschensteiner-Preis 2013

für Beiträge zur Didaktik und Schulphysik

Joachim Lerch
Förderverein Science und Technologie, Tenningen


„In Würdigung seiner Aktivitäten in dem von ihm gegründeten Förderverein Science und Technologie, der seit dem Jahre 2000 umfassende Maßnahmen zur Popularisierung physikalischen Wissens für Kinder, Jugendliche und Erwachsene durchführt. Mit außerordentlich großer Publikumsresonanz werden jährlich „Science Days“ und „Science Days für Kinder“ in einem Freizeitpark in Rust veranstaltet, die auf einer Ausstellungsfläche von mehreren tausend Quadratmetern die Besucher und Besucherinnen mit physikalischen Phänomenen vertraut machen, die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Alltagslebens vermitteln und die aktive Teilnahme an wissenschaftlichen Experimenten ermöglichen. Seit einiger Zeit wird dies noch ergänzt durch regelmäßige Aktivitäten in Kinderkrankenhäusern.“

Bild: http://www.badische-zeitung.de/rust/thema-farbe-steht-fuer-emotionen-und-wahrnehmungen--64187129.html

Joachim Lerch war lange Zeit Lehrer an einer Realschule, Dozent in der Lehrerfortbildung und im Kultusministerium Baden-Württemberg für den Bereich „Science Centers“ zuständig. Er setzt sich mit großem Engagement und Ideenreichtum für seine Projekte zur Förderung kindlicher Neugier und interaktivem Lernen ein. Mit seiner besonderen fachlichen, pädagogischen und organisatorischen Kompetenz, mit Fleiß, Geduld und Zähigkeit beim Verfolgen seiner Ideale, und mit seiner Fähigkeit Sponsoren-Netzwerke aufzubauen hat er sich große Verdienste um die naturwissenschaftlich-technische Bildung der jüngeren aber auch der älteren Generation erworben.

Die Auszeichnung wird im März 2013 während der DPG-Jahrestagung in Dresden überreicht.


Max-Born-Preis 2013

deutsch-britische Auszeichnung

Prof. Dr. Max Klein
University of Liverpool (UK)


„Für fundamentale experimentelle Beiträge zur Aufklärung der Struktur des Protons mittels tief inelastischer Streuung.“

Bild: http://www.liv.ac.uk/innovation/environment/max-klein.htm

Max Klein hat sich in den vergangenen 40 Jahren insbesondere der Erforschung der inneren Struktur des Protons angenommen. In den neunziger Jahren war er maßgeblich an der Entdeckung einer überraschend großen Gluon-Komponente als Bestandteil des Protons beteiligt. Diese Gluonen spielen bei der Erzeugung von Higgs-Bosonen eine wichtige Rolle, für die kürzlich am CERN ein vielversprechender Kandidat gefunden wurde.

Nach anfänglichen Experimenten in Dubna schloss sich Klein bereits in den achtziger Jahren Experimenten am DESY in Hamburg und am CERN an. Seit 1985 ist er Mitglied der H1 Kollaboration am HERA Speicherring des DESY. Von 2002 bis 2006 leitete Klein die H1-Kollaboration und führte dieses Projekt in eine neue Ära von Präzisionsmessungen zur Protonstruktur und zum Test des Standardmodells der Elementarteilchenphysik. Seit 2006 arbeitet Klein in England, wo er den Chair for Particle Physics der University of Liverpool innehat. Während seiner gesamten Karriere war Klein ein unermüdlicher Wegbereiter im Bereich der Lepton-Nukleon-Streuung. Auch gegenwärtig ist er international führend an der Planung eines Streuexperiments der nächsten Generation beteiligt.

Die Auszeichnung wird im März 2013 während der DPG-Jahrestagung in Dresden überreicht.


Gentner-Kastler-Preis 2013

deutsch-französische Auszeichnung

Prof. Dr. Peter Wölfle
KIT, Karlsruhe


„In Anerkennung seiner herausragenden Beiträge zur Theorie von Systemen der kondensierten Materie, insbesondere für Suprafluide und Supraleiter, ungeordnete Elektronensysteme und Transport in Nanostrukturen.“

Bild: http://www-tkm.physik.uni-karlsruhe.de/personal/woelfle/woelfle.gif

Wölfles Ergebnisse haben die moderne Quantentheorie der kondensierten Materie nachhaltig beeinflusst. Insbesondere seine Arbeiten zur Suprafluidität und Supraleitung, zur Physik ungeordneter Quantensysteme und zum Transport in stark korrelierten Elektronensystemen sind richtungsweisend für das gesamte Gebiet. Unmittelbar nach der Entdeckung der Suprafluidität in Helium 3 entwickelte Wölfle 1972-73 die Theorie der kollektiven Moden in dieser Quantenflüssigkeit und leistete damit einen wesentlichen Beitrag zur Identifizierung der suprafluiden Phasen von Helium 3.

Peter Wölfle ist weiterhin bekannt für seine bahnbrechenden Leistungen auf dem Gebiet der ungeordneten Systeme. Seine selbstkonsistente Theorie der Anderson-Lokalisierung, die er in Zusammenarbeit mit Dieter Vollhardt entwickelte, war erstmals in der Lage, Quanteninterferenzprozesse so kontrolliert zu beschreiben, so dass wichtige Transportgrößen wie die elektrische Leitfähigkeit sowohl in der metallischen als auch in der isolatorischen Phase quantitativ berechnet werden konnten.

Er ist ferner bekannt für seine tiefgründigen Beiträge zum Verständnis stark korrelierter Elektronensysteme. Peter Wölfle betreibt weiterhin aktive Forschung auf dem Gebiet der korrelierten und nanoskopischen Elektronensysteme. Peter Wölfle bearbeitete in den vergangenen 40 Jahren eine Vielzahl von Problemen, die seine beeindruckende Kreativität dokumentieren.

Peter Wölfle wurde 1969 in München promoviert. Anschließend forschte er an verschiedenen Max-Planck-Instituten bevor er 1986 einem Ruf als Full Professor an die University of Florida, USA, folgte. Im Jahr 1989 ging er an die Universität Karlsruhe und war dort bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2010 Professor für die Theorie der kondensierten Materie. Wölfle bekleidete zahlreiche Funktionen und Ämter im Dienste der wissenschaftlichen Gemeinschaft.

Der Preis wird 2013 in Frankreich verliehen.


Marian-Smoluchowski-Emil-Warburg-Preis 2013

deutsch-polnische Auszeichnung

Prof. Dr. Krzysztof Redlich
Wroclaw University (PL)


„Für seine fundamentalen Beiträge zur Theorie der Kernmaterie bei sehr hohen Temperaturen, die wichtige Impulse für die Interpretation hochenergetischer Schwerionen-Kollision gegeben haben.“

Bild: http://www.ae-info.org/ae/User/Redlich_Krzysztof

Die Arbeiten von Krzysztof Redlich konzentrieren sich auf die Erforschung stark wechselwirkender Materie bei hohen Temperaturen, wie sie etwa 10 Mikrosekunden nach dem Urknall vorgelegen hat. Unter solch extremen Bedingungen befindet sich die Materie vermutlich im Zustand eines Plasmas aus Quarks und Gluonen. Theoretisch kann dies mit Hilfe der Quantenchromodynamik (QCD), der Theorie der starken Wechselwirkung, beschrieben werden. Redlich hat das theoretische Verständnis für die Übergänge zwischen verschiedenen Zustandsformen von stark wechselwirkender Materie kontinuierlich vorangetrieben. Insbesondere hat er in der Zusammenarbeit mit experimentell arbeitenden Kollegen völlig neue Ansätze für die Interpretation der Messdaten eröffnet.

Krzystof Redlich lehrt seit 1981 an der Universität Breslau. Seit 1995 ist er dort ordentlicher Professor für theoretische Physik. Seit 2000 ist er außerdem Mitglied des ALICE-Experiments am CERN. Durch seine Arbeit in nationalen und internationalen Gremien ist er wesentlich in die weitere Ausgestaltung des Forschungsfeldes eingebunden. Als Mitglied des Wissenschaftlichen Rates von FAIR und EMMI (GSI Darmstadt) engagiert er sich maßgeblich für das zukünftige Forschungsprogramm in Deutschland.

Die Auszeichnung wird im März 2013 während der DPG-Jahrestagung in Dresden überreicht.


Georg-Simon-Ohm-Preis 2013

für physikalische Technik

Magdalena Rohrbeck, M.Sc.
RheinAhrCampus der Hochschule Koblenz

„Für ihre Masterarbeit „Ein neues Konzept für einen stark segmentierten Neutronendetektor“, im Studiengang „Applied Physics“ am Rhein-Ahr-Campus Remagen der Hochschule Koblenz, durchgeführt am Institut für Kernphysik der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Frau Rohrbeck hat einen modularsegmentierten Neutronendetektor konzipiert, als Prototypen aufgebaut und erfolgreich getestet.“

Bild: http://www.uni-koblenz-landau.de/koblenz/fb3/ifin/physik/mitarbeiter/rohrbeck/rohrbeck

Aufgrund der geringen Wechselwirkungswahrscheinlichkeiten sind Fortschritte in der Entwicklung von Neutronendetektoren unerlässlich für die kernphysikalische Grundlagenforschung und den Einsatz Neutronen-basierter Methoden in angewandter Forschung und Festkörperphysik. Verbesserungen bei der Neutronendetektion sind nur durch eine Erhöhung des Detektorvolumens und eine Steigerung der Nachweiseffizienz zu erreichen. Gleichzeitig gilt es, die für größere und empfindlichere Detektoren aufzuwendenden Kosten im Auge zu behalten. Zusätzliche Randbedingungen sind die Möglichkeit zur schnellen Kalibrierung und eine einfache Wartung. Innerhalb ihrer Arbeit gelang es Rohrbeck einen modularsegmentierten Neutronendetektor zu konzipieren, als Prototyp aufzubauen und erfolgreich zu testen. Der neuartige und kostengünstige Detektor wurde unter realistischen Bedingungen am Mainzer Mikrotron (MAMI) getestet. Der Detektor besitzt eine Nachweiseffizienz nahe bei 100% und soll später in der kernphysikalischen Grundlagenforschung eingesetzt werden.

Magdalena Rohrbeck ist Absolventin des Studiengangs „Applied Physics“ am Rhein-Ahr-Campus Remagen der Hochschule Koblenz, Sie erhält den Georg-Simon-Ohm Preis 2013 für ihre Masterarbeit mit dem Titel „Ein neues Konzept für einen stark segmentierten Neutronendetektor“.

Die Auszeichnung wird im März 2013 während der DPG-Jahrestagung in Dresden überreicht.


Medaille für Naturwissenschaftliche Publizistik

Verliehen von der DPG für publizistische Leistungen, die zur Verbreitung naturwissenschaftlich-physikalischen Denkens im deutschsprachigen Raum in hervorragender Weise beitragen.

Dr. Thomas BührkeDipl.-Phys. Roland Wengenmayr Dr. Thomas Bührke und
Dipl.-Phys. Roland Wengenmayr


"Für ihre herausragenden Verdienste, die Physik in ihrer Vielfalt einem breiten Publikum darzustellen. Über Jahre hinweg haben sie es hervorragend verstanden, als Herausgeber von "Physik in unserer Zeit" sowie in einer herausragenden Zahl an eigenen Beiträgen in anderen Publikationsorganen die Neugier auf grundlegendes Wissen und hochaktuelle Entwicklungen zu wecken. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch hohes wissenschaftliches Niveau aus und richten sich insbesondere auch an die Öffentlichkeit. Dadurch haben sie maßgeblich dazu beigetragen, naturwissenschaftlich-physikalisches Denken im deutschsprachigen Raum zu verbreiten."

Bilder: Privat

Thomas Bührke studierte in Göttingen und Heidelberg Physik und wurde 1986 am Max-Planck-Institut für Astronomie promoviert. Nach zweijähriger Postdoc-Zeit entschied er sich für eine Laufbahn im Bereich der Popularisierung naturwissenschaftlich-technischer Themen in Printmedien. 1992 wechselte er zu Physik in unserer Zeit, die er bis heute (seit 2001 zusammen mit Roland Wengenmayr) redaktionell betreut. Neben dieser Redakteurstätigkeit betätigt sich Thomas Bührke als freiberuflicher Wissenschaftsjournalist. Für Tageszeitungen sowie für populärwissenschaftliche Magazine hat er innerhalb von knapp 25 Jahren weit mehr als 1000 Artikel veröffentlicht. Darin behandelte er fast ausschließlich Themen aus der Astrophysik, Raumfahrt sowie Technik und Physik.

Roland Wengenmayr studierte in Darmstadt Physik, zeitweilig war er für die GSI am CERN. 1988 schloss er mit Diplom ab, entschied sich gegen eine Promotion und wurde Ingenieur im Chemieanlagenbau. Da er den Kontakt zur Physik vermisste, wurde er 1993 Physiklektor bei VCH (heute WileyVCH). Seit 2001 ist er freiberuflicher Wissenschaftsjournalist und Redakteur von Physik in unserer Zeit. Er schreibt regelmäßig für MaxPlanckForschung. Seine Themenschwerpunkte sind dabei Physik, darunter Quantenphysik, Festkörperphysik und Nanowissenschaften sowie Medizinphysik. Die sachliche Darstellung von Energiethemen, vor allem Erneuerbare Energie, ist ihm ebenfalls wichtig.

Die undotierte Auszeichnung beinhaltet eine Silbermedaille sowie eine Urkunde, die im November 2013 während des "Tag der DPG" überreicht wird.


Schülerinnen- und Schülerpreis der DPG 2013

für herausragende Leistungen bei internationalen Physik-Wettbewerben

Dieser Preis wird in zwei Kategorien verliehen und geht an insgesamt zehn Schülerinnen und Schüler, die jeweils 500 Euro Preisgeld erhalten. Darunter sind auch Jugendliche, die ihre Schulzeit inzwischen abgeschlossen haben. Die Auszeichnung wird im März 2013 während der DPG-Jahrestagung in Dresden überreicht.

Internationale Physikolympiade

Die Preisträger:

Georg Krause, Marin-Andersen-Nexö-Gymnasium (Sachsen),
Qiao Gu, Johann-Vanotti-Gymnasium in Ehingen (Baden-Württemberg),
Vu Phan Thanh, Dr.-Wilhelm-Meyer-Gymnasium (Niedersachsen),
Lorenz Eberhardt, Kant-Gymnasium Weil am Rhein (Baden-Württemberg),
Sebastian Linß, Carl-Zeiss-Gymnasium in Jena (Thüringen)

„Die Verleihung erfolgt in Würdigung der Leistungen, die sie als Mitglied der deutschen Mannschaft bei der 43. Internationalen Physikolympiade in Thallin & Tartu, Estland, erreicht haben.“

Bild: http://www.ipn.uni-kiel.de/projekte/ipho/images/fotos_klein/43_IPhO_2012_Tallinn_Team_Germany.jpg


Die Auszeichnung wird im März 2013 während der DPG-Jahrestagung in Dresden überreicht.



International Young Physicists' Tournament

Die Preisträger:

Paul Hege, Wilhelmsgymnasium Kassel-Wilhelmshöhe (Hessen)
Lars Dehlwes, Ohm-Gymnasium Erlangen (Bayern)
Clemens Borys, Friedrichgymnasium Kassel (Hessen)
Tobias Schemmelmann, Hans-Thoma-Gymnasium Lörrach (Baden-Würthemberg)
Michael Kern, Wieland-Gymnasium Biberach (Baden-Würthemberg)


„Die Verleihung erfolgt in Würdigung der Leistungen, die sie als Mitglied des deutschen Teams beim 25th International Young Physicists' Tournament (IYPT) in Bad Saulgau erreicht haben.“

Bild: http://iypt.de/?p=1083⟨=de


Die Auszeichnung wird im März 2013 während der DPG-Jahrestagung in Dresden überreicht.



Dissertationspreis der Sektion Atome, Moleküle, Quantenoptik und Plasmen der DPG (Sektion-AMOP)

Die in der Sektion AMOP zusammengeschlossenen Fachverbände der DPG schreiben einen Dissertationspreis aus. Ziel des Preises ist die Anerkennung herausragender wissenschaftlicher Arbeit und deren exzellenter Darstellung in einem Vortrag.

Sven Sturm


Der SAMOP-Dissertations-Preis 2013 geht an Dr. Sven Sturm für seine Dissertation und den Vortrag mit dem Titel „The Standard Model under Extreme Conditions: The g-Factor of Highly Charged Ions“


Bild: DPG



Dissertationspreis der Sektion kondensierte Materie (SKM)

Die in der SKM zusammengeschlossenen Fachverbände der DPG schreiben einen Dissertationspreis aus. Ziel des Preises ist die Anerkennung herausragender wissenschaftlicher Arbeit und deren exzellenter Darstellung in einem Vortrag.

Volker Schaller


Der SKM-Dissertations-Preis 2013 geht an Dr. Volker Schaller für seine Dissertation und den Vortrag mit dem Titel „Structure Formation in Reconstituted Active Systems”, die an der TU München angefertigt wurde.


Bild: privat



Dissertationspreis der Fachverbände Gravitation und Relativitätstheorie, Physik der Hadronen und Kerne, Teilchenphysik

Die genannten Fachverbände der DPG schreiben einen Dissertationspreis aus. Ziel des Preises ist die Anerkennung herausragender wissenschaftlicher Arbeit und deren exzellenter Darstellung in einem Vortrag.

Anna Henrichs


Frau Dr. Anna Henrichs erhält den Dissertationspreis der Fachverbände der Deutschen Physikalischen Gesellschaft Gravitations und Relativitätstheorie, Hadronen und Kerne sowie Teilchenphysik für ihre Doktorarbeit "Precision Measurements of the Top Quark Pair Production Cross Section in the Single Lepton Channel with the ATLAS Experiment".

Bild: DPG


Jacopo Ghiglieri


Herr Dr. Jacopo Ghiglieri erhält den Dissertationspreis der Fachverbände der Deutschen Physikalischen Gesellschaft Gravitations und Relativitätstheorie, Hadronen und Kerne sowie Teilchenphysik für seine Doktorarbeit "Effective Field Theories of QCD for Heavy Quarkonia at Finite Temperature", die an der TU München angefertigt wurde.

Bild: privat




Weitere Informationen über die Preise der DPG ...

Die Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. (DPG), deren Tradition bis in das Jahr 1845 zurückreicht, ist die älteste nationale und mit über 62.000 Mitgliedern auch größte physikalische Fachgesellschaft der Welt. Als gemeinnütziger Verein verfolgt sie keine wirtschaftlichen Interessen. Die DPG fördert mit Tagungen, Veranstaltungen und Publikationen den Wissenstransfer innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft und möchte allen Neugierigen ein Fenster zur Physik öffnen. Besondere Schwerpunkte sind die Förderung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses und der Chancengleichheit. Sitz der DPG ist Bad Honnef am Rhein. Hauptstadtrepräsentanz ist das Magnus-Haus Berlin. Website: www.dpg-physik.de

 
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