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Pressemitteilung

Nr. 25/2008 (20.11.2008)

Die Physik-Preisträger 2009

Auszeichnungen der Deutschen Physikalischen Gesellschaft

Bad Honnef, 20. November 2008 – Die beiden wichtigsten Preise der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) gehen ins Ruhrgebiet und an die Ostsee: Robert Graham (66), emeritierter Physikprofessor an der Universität Duisburg-Essen, erhält die „Max-Planck-Medaille für theoretische Physik“ für bedeutende Beiträge zur Quantenphysik und Statistischen Mechanik. Die „Stern-Gerlach-Medaille für experimentelle Physik“ geht an Prof. Dr. Friedrich Wagner (65), Kernfusionsforscher am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald. Beide Auszeichnungen sind undotiert.

Insgesamt hat die DPG 21 Preisträgerinnen und Preisträger benannt, die nächstes Jahr ausgezeichnet werden. Aus der Reihe der Nachwuchspreise geht der mit 7.500 Euro dotierte „Gustav-Hertz-Preis“ an Privatdozent Dr. Roland Wester (37) von der Universität Freiburg: Wester hat den Ablauf chemischer Reaktionen untersucht und dabei einen neuen Reaktionsmechanismus gefunden. Die Quantenphysikerin Dr. Corinna Kollath (32) – sie forscht an der Pariser École Polytechnique – erhält den mit 3.000 Euro dotierten „Hertha-Sponer-Preis“.


Max-Planck-Medaille 2009

höchste DPG-Auszeichnung für theoretische Physik

Prof. Dr. Dr. h. c. Robert Graham (66), emeritiert
Universität Duisburg-Essen, Fachbereich Physik


„Prof. Graham hat sehr bedeutende Beiträge zu den Gebieten der Quantenoptik geliefert, der Statistischen Mechanik offener stationärer Systeme außerhalb des thermodynamischen Gleichgewichts, der Quantenflüssigkeiten und Quantengase sowie des Quantenchaos. Darüber hinaus hat er auch Quantenaspekte der Kosmologie behandelt.“


Bild: Uni Duisburg-Essen

Zwischen Quantentheorie und statistischen Phänomenen: Professor Robert Graham erhält die „Max-Planck-Medaille“, die wichtigste Auszeichnung der DPG für theoretische Physik, für seine umfassenden Beiträge zur Statistischen Mechanik und verschiedensten Gebieten der Quantenphysik. Das Themenspektrum seiner Arbeit reicht von Studien über Phasenübergänge, chaotische Dynamik und Laserphänomene bis hin zu kosmologischen Fragestellungen und Beiträgen zum Gebiet der „Quantengase“.

Bei letzteren handelt es sich um ultrakalte Teilchenwolken, die im Labor künstlich hergestellt werden. Ihre Bedeutung liegt darin, dass sie sich als Versuchsobjekte eignen, mit denen technologisch interessante Quantenphänomene wie die „Supraleitung“ – der Stromfluss ohne Widerstand – erklärt werden können. Graham hat mit seiner Arbeit maßgeblich zur Theorie der Quantengase beigetragen.

Die Auszeichnung ist undotiert und besteht aus einer Goldmedaille, die im März 2009 überreicht wird.


Stern-Gerlach-Medaille 2009

höchste DPG-Auszeichnung für experimentelle Physik

Prof. Dr. Friedrich Wagner (65)
Direktor am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, Standort Greifswald


„Damit sollen seine Arbeiten in der Hochtemperaturplasmaphysik und Fusionsforschung, vor allem die Entdeckung selbstorganisierender Transportbarrieren (H-Mode) gewürdigt werden, die wegweisend für die Beherrschung von Fusionsplasmen sind.“


Bild: MPI für Plasmaphysik

Künstliches Sonnenfeuer: Professor Friedrich Wagner erhält die „Stern-Gerlach-Medaille“, die wichtigste Auszeichnung der DPG für experimentelle Physik, für seine Beiträge zur Plasma- und Fusionsforschung. Diese Arbeiten drehen sich um die Zielstellung, die auf der Sonne stattfindende Kernfusion in einem Kraftwerk nachzuahmen und als Energiequelle zu nutzen. Mit der „H-Mode“ entdeckte Wagner einen Betriebsmodus, der wesentlich ist, um das künstliche Sonnenfeuer in Gang zu halten. Sein Befund machte nicht nur den Testreaktor ITER möglich, sondern lässt auch künftige Fusionskraftwerke realistisch erscheinen.

Unsere Sonne ist ein riesiger Feuerball, dessen Leuchtkraft durch die Verschmelzung von Atomkernen in Gang gehalten wird. Diese Methode der Energiegewinnung auf technischem Wege nutzbar zu machen, ist das Ziel der Fusionsforscher. Zum Zünden des künstlichen Sternenfeuers muss der Brennstoff – ein gasähnliches, „Plasma“ genanntes Gemisch aus elektrisch geladenen Teilchen – mittels Magnetfeldern eingeschlossen und auf viele Millionen Grad Celsius erhitzt werden. Diese Aufgabe ist zwar prinzipiell gelöst. Ein zentrales Problem bleibt jedoch, dass der eingeschlossene Feuerball über seinen Rand Wärme verliert, wodurch die Brennbedingungen nur kurzzeitig bestehen bleiben. Hier setzen die Arbeiten von Friedrich Wagner an: Mit der „High-confinement Mode“ (kurz „H-Mode“) stieß er 1982 auf einen Plasmazustand mit einem besonders günstigen Energieeinschluss. Dabei entstehen durch Strömungen im Plasma „selbstorganisierende Transportbarrieren“, die den unerwünschten Wärmeverlust unterdrücken.

Anfang der 1980er Jahre war die Fusionsforschung ins Stocken geraten. Wagners Entdeckung brachte in dieser kritischen Phase einen neuen Aufschwung. Erst damit gelang es Ende der 1990er Jahre in der europäischen Versuchsanlage JET, eine nennenswerte Fusionsleistung zu erzeugen. Und auch der internationale Testreaktor ITER, der nun in Frankreich entsteht, beruht auf dem Betriebszustand der „H-Mode“.

Friedrich Wagner ist Professor an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Direktor am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik und seit April 2007 auch Präsident der Europäischen Physikalischen Gesellschaft (EPS).

Die Auszeichnung ist undotiert und besteht aus einer Goldmedaille, die im März 2009 während der DPG-Jahrestagung in Hamburg überreicht wird.


Gustav-Hertz-Preis 2009

fur junge Physikerinnen und Physiker

Privatdozent Dr. Roland Wester (37)
Universität Freiburg, Physikalisches Institut


„Für die Abbildung der Dynamik bei Ionen-Molekül-Reaktionen. Mit der kinematisch vollständigen Bestimmung des Ablaufs der nukleophilen Substitution ist ihm ein Durchbruch im Verständnis der physikalischen Prozesse von chemischen Reaktionen gelungen. Hierbei hat er zudem einen neuen dynamischen Reaktionskanal entdeckt.“


Bild: Uni Freiburg

Billard mit Teilchen: Der Physiker Roland Wester erhält den mit 7.500 Euro dotierten „Gustav-Hertz-Preis“ für seine Arbeiten über den Ablauf chemischer Reaktionen in der Gasphase, die in ähnlicher Form bei der Synthese komplexer Moleküle und im Stoffwechsel lebender Zellen eine wichtige Rolle spielen. Dank einer eigens konstruierten Apparatur konnte Wester den Hergang solcher Reaktionen mit zuvor unerreichter Genauigkeit verfolgen, wobei er auf einen bislang unbekannten Reaktionsmechanismus stieß. Seine Arbeiten sind ein Durchbruch im Verständnis der Dynamik chemischer Reaktionen.

Im Fokus seiner Arbeiten steht die Wechselwirkung zwischen Molekülen und elektrisch geladenen Atomteilchen (Ionen) in Gestalt der „nukleophilen Substitution“. Bei dieser Reaktion werden Teile des Ausgangsmoleküls durch neue Atomgruppen ausgetauscht. Wester untersuchte diesen Vorgang mit einer Messapparatur, in der chemische Reaktionen wie bei einem Billardspiel beobachtet werden können. Zunächst bewegen sich die Ausgangsstoffe in Teilchenstrahlen mit kontrollierter Geschwindigkeit aufeinander zu. Schließlich treffen sie zusammen und reagieren miteinander, woraufhin Geschwindigkeit und Flugrichtung der Reaktionsprodukte gemessen werden. Aus den Messdaten von eingehenden und ausgehenden Teilchen lässt sich nun ableiten, was im Augenblick der Reaktion geschieht – ob sich beispielsweise Zwischenprodukte bilden oder die Reaktionspartner in Schwingung versetzt werden. Auf diese Weise werden die Bewegungen aller beteiligten Teilchen – die so genannte Kinematik – während des gesamten Reaktionsvorgangs erfasst.

Die Auszeichnung wird im März 2009 während der DPG-Jahrestagung in Hamburg überreicht.


Walter-Schottky-Preis 2009

für Beiträge zur Physik der kondensierten Materie

Dr. Florian Marquardt (34)
Ludwig-Maximilians-Universität München, Arnold-Sommerfeld-Zentrum für Theoretische Physik


„Für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Theorie optomechanischer Systeme“


Bild: privat

An der Schwelle zur Quantenwelt: Der Physiker Florian Marquardt erhält den mit 15.000 Euro dotierten „Walter-Schottky-Preis“ für seine theoretischen Arbeiten über die Manipulation mikroskopischer Objekte mit Hilfe von Licht. Dieses kann nämlich auf sehr kleine Objekte mechanische Kräfte ausüben, deren Temperatur beeinflussen und dabei sogar eine kühlende Wirkung haben. Die von Marquardt untersuchten „optomechanischen Systeme“ eröffnen die Möglichkeit, den Übergang zwischen Quanten- und Makrowelt auszuloten, weshalb sie für die Grundlagenforschung von prinzipiellem Interesse sind. Hintergrund ist die Frage, wann kleine Objekte ihre Quanteneigenschaften einbüßen und sich bei großen Objekten Quantenphänomene bemerkbar machen. Florian Marquardt hat bedeutende Beiträge zu diesem neuen Forschungsgebiet geleistet. Am Münchner Arnold-Sommerfeld-Zentrum für Theoretische Physik leitet er eine Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe.

In optomechanischen Systemen kommt es durch das Zusammenspiel von Licht und Materie zur engen Kopplung zwischen elektromagnetischen und mechanischen Eigenschaften. Ein Beispiel für derlei Systeme ist ein „optischer Resonator“, in dem das Licht zwischen zwei Spiegeln hin- und herläuft. Ist einer der Spiegel auf einem filigranen Hebel beweglich montiert, kann der Strahlungsdruck des Lichtes dessen Bewegungen beeinflussen. Weltweit arbeiten Forschergruppen fieberhaft daran, derlei Systeme per Lichteinwirkung noch weitergehend zu manipulieren, um sie in einen Quantenzustand zu versetzen: Objekte, die zwar sehr klein sind, aber immer noch aus Billionen von Atomen bestehen – beispielsweise ein filigraner „Nanohebel“ – würden ihre Bewegungen dann nicht mehr nach den Gesetzen der klassischen Mechanik vollführen, sondern der Choreographie der Quantenmechanik folgen. Damit hätte ein eigentlich makroskopisches Objekt die Schwelle zur Quantenwelt überschritten.

Die Auszeichnung wird im März 2009 während der DPG-Tagung in Dresden überreicht.


Robert-Wichard-Pohl-Preis 2009

für Beiträge zur Physik von interdisziplinärer Bedeutung

Prof. Dr. Harald Rose (73), emeritiert
Technische Universität Darmstadt, Institut für Angewandte Physik


„Für seine herausragenden Verdienste in der Entwicklung aberrationskorrigierter Elektronenmikroskope“


Bild: privat

Sehhilfe für Mikroskope: Der Physiker Harald Rose erhält den mit 5.000 Euro dotierten „Robert-Wichard-Pohl-Preis“. Rose hat die theoretische Grundlage für eine ganze Reihe experimenteller und technischer Durchbrüche im Bereich der Elektronenmikroskopie geliefert. So basiert die neueste Generation kommerzieller Elektronenmikroskope auf seinem Konzept der „aberrationskorrigierten Elektronenoptik“. Dieses Verfahren wirkt ähnlich einer Brille, die die Sehschärfe verbessert. Derartige Elektronenmikroskope erzielen eine zuvor unerreichte Präzision und machen erstmals sogar einzelne Atome sichtbar.

Diese Entwicklung ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass Elektronenmikroskope zum Schlüsselinstrumentarium der modernen Wissenschaft zählen: Ihr Einsatzgebiet reicht von der Materialforschung bis zur Biologie.

Die Auszeichnung wird im März 2009 während der DPG-Tagung in Dresden überreicht.


Herbert-Walther-Preis 2009

deutsch-amerikanische Auszeichnung für Beiträge zur Quantenoptik und Atomphysik

Dr. David J. Wineland
National Institute of Standards and Technology (NIST), Boulder (USA)


„Für seine herausragenden Beiträge zur Physik der Quanteninformation und Metrologie sowie zur Entwicklung von Techniken der Ionenspeicherung für Anwendungen im Bereich grundlegender Quantenphänomene, der Plasmaphysik und optischer Uhren“


Bild: NIST

Präzision im Quantenbereich: Der US-Amerikaner David Wineland erhält den mit 5.000 Euro dotierten „Herbert-Walther-Preis“ für seine Beiträge zur experimentellen Atomphysik und Quantenoptik. Wineland hat zur Entwicklung von Atomuhren und zum Fortschritt der Quanteninformationsverarbeitung entscheidend beigetragen. Im Zuge seiner Laufbahn hat er am National Institute of Standards and Technology eine herausragende Forschergruppe etabliert und viele der heute weltweit führenden Fachleute ausgebildet.

Wineland gilt als ein Pionier der „Ionenfallen“, die Präzisionsmessungen an einzelnen, elektrisch geladenen Atomteilchen (Ionen) ermöglichen. Hierzu werden die Teilchen von elektromagnetischen Feldern eingeschlossen und mit Hilfe von Laserstrahlen immer weiter abgebremst. Diese Arbeiten führten zur Entwicklung optisch gekühlter Atomuhren, den zurzeit genauesten ihrer Art.

Ein weiteres Feld, auf dem der US-Amerikaner eine führende Rolle spielt, ist die Quanteninformationsverarbeitung, zu der auch der Quantencomputer zählt. So war Winelands Arbeitsgruppe die erste, die mit dem „Quantengatter“ eine wesentliche Funktionseinheit eines Quantencomputers experimentell verwirklichte. Die Hardware eines solchen Quantengatters sind in einer Ionenfalle gespeicherte Teilchen. Die Bedeutung dieser Leistung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, da zum damaligen Zeitpunkt die Quanteninformationsverarbeitung ein rein theoretisches Spielfeld war. Erst die Experimente in Winelands Labor führten zur seitdem anhaltenden Expansion dieses Forschungsgebietes.

Darüber hinaus gilt David Wineland als Vorreiter auf dem Gebiet der Plasmaphysik. „Plasmen“ sind gasähnliche Gemische aus elektrisch geladenen Teilchen, die sich unter geeigneten Bedingungen zu einer regelmäßigen Struktur anordnen. Solche Experimente sind von fachübergreifendem Interesse, weil sie Parallelen zur Kristallbildung in Festkörpern zeigen.

Die Auszeichnung wird gemeinsam von der Optical Society of America und der DPG erstmals verliehen. Benannt ist der Preis nach dem 2006 verstorbenen, deutschen Physiker Herbert Walther, der das Gebiet der Quantenoptik maßgeblich geprägt hat.


Hertha-Sponer-Preis 2009

für Physikerinnen

Dr. Corinna Kollath (32)
École Polytechnique, Centre de Physique Théorique, Paris


„Für ihre herausragenden theoretischen Untersuchungen von Nichtgleichgewichtszuständen ultrakalter bosonischer und fermionischer Atomgase“


Bild: privat

Korrelierte Quantensysteme: Die Physikerin Corinna Kollath erhält den mit 3.000 Euro dotierten „Hertha-Sponer-Preis“ für ihre Beiträge zur Theorie von Quantensystemen wie den ultrakalten Atomgasen. Hierbei handelt es sich um extrem kalte Teilchenwolken, die im Labor künstlich hergestellt werden. Deren Bedeutung liegt darin, dass sie sich als Versuchsobjekte eignen, mit denen technologisch interessante Quantenphänomene wie die „Supraleitung“ – der Stromfluss ohne Widerstand – erforscht werden können. Zur Beschreibung derlei „stark korrelierter“ Quantensysteme hat Corinna Kollath effiziente mathematische Methoden entwickelt.

Corinna Kollath studierte in Köln und Glasgow. Sie promovierte an der RWTH Aachen. Nach einem Postdoc-Aufenthalt in Genf ist sie inzwischen Inhaberin eines Junior Researchs Chairs an der École Polytechnique in Paris.

Die Auszeichnung wird im März 2009 während der DPG-Jahrestagung in Hamburg überreicht.


Georg-Kerschensteiner-Preis 2009

für Beiträge zur Didaktik und Schulphysik

Prof. Otto Lührs (69)
Früherer Leiter des Berliner Science Center SPECTRUM


„Für seine Verdienste um die Entwicklung und Realisation neuer Konzepte und Medien für das außerschulische Lernen von Physik. Er war bis zum Jahr 2004 Leiter des von ihm initiierten, aufgebauten und außerordentlich erfolgreichen SPECTRUMs am Deutschen Technikmuseum in Berlin.“


Bild: Science on Stage

Wissenschaft zum Anfassen: Der Physiker Otto Lührs erhält den mit 3.000 Euro dotierten „Georg-Kerschensteiner-Preis“ für den Aufbau des ersten deutschen Science Centers SPECTRUM. Dieses Museum mit interaktiven Wissenschaftsexponaten ist dem Deutschen Technikmuseum in Berlin angegliedert und zählt Jahr für Jahr rund 200.000 Besucher. Besonders Schülerinnen und Schüler sind von den Experimenten begeistert und erhalten in der Ausstellung viele Anregungen, sich mit Physik und anderen naturwissenschaftlichen Themen zu beschäftigen.

Inspiriert von einem Studienaufenthalt am „Exploratorium“ in San Francisco, startete Otto Lührs 1982 mit dem Aufbau des Berliner SPECTRUM, das er bis zum Jahr 2004 leitete. Lührs arbeitete auch als Berater für das Wolfsburger „phaeno“ und ist zurzeit Vorsitzender des Vereins „Science on Stage“, der sich in der Lehrerfortbildung engagiert.

Die Auszeichnung wird im März 2009 während der DPG-Tagung in Bochum überreicht.


Max-Born-Preis 2009

deutsch-britische Auszeichnung

Prof. Dr. Robin C.E. Devenish (66)
University of Oxford


„Für seine Schlüsselrolle bei der Bestimmung der Strukturfunktion des Protons und der Herleitung der Quark- und Gluonendichten bei kleinem Partonenimpuls, was zu erheblichen Fortschritten beim Verständnis der Quantenchromodynamik führte“


Bild: University of Oxford

Kernphysik: Der Brite Robin Devenish erhält den mit 3.000 Euro dotierten „Max-Born-Preis“. Devenish hat mit seinen Arbeiten maßgeblich zum Verständnis der inneren Struktur von Kernteilchen beitragen. Dies betrifft insbesondere den Aufbau des Protons.

Dieser Preis wird gemeinsam von der DPG und dem britischen Institute of Physics im jährlichen Wechsel an deutsche beziehungsweise an britische Physikerinnen und Physiker verliehen. Die Auszeichnung wird im März 2009 während der DPG-Tagung in München überreicht.


Marian-Smoluchowski-Emil-Warburg-Physikpreis 2009

deutsch-polnische Auszeichnung

Prof. Dr. Andrzej L. Sobolewski (57)
Polnische Akademie der Wissenschaften, Warschau


„Für seine bedeutenden Beiträge zur Theorie photoreaktiver molekularer Systeme“


Bild: privat

Vom Licht geschützt: Der polnische Physiker Andrzej Sobolewski erhält den mit 3.000 Euro dotierten „Marian-Smoluchowski-Emil-Warburg-Physikpreis“ für seine Beiträge zur Theorie photochemischer Reaktionen auf molekularer Ebene. In diesem Zusammenhang hat Sobolewski herausgefunden, dass Wasserstoffbrücken-Bindungen Form und Funktion von Biomolekülen unter dem energiereichen Bombardement des Lichts gewährleisten, indem sie die absorbierte Energie über Bindungsschwingungen blitzschnell ableiten. Diese Bindungen – in Proteinen und der Erbsubstanz DNS zahlreich vertreten – leisten somit einen wichtigen Beitrag zur „Photostabilität“ lebender Materie, die seit jeher der Sonnenstrahlung ausgesetzt ist.

Dieser Preis wird gemeinsam von der DPG und der Polnischen Physikalischen Gesellschaft alle zwei Jahre abwechselnd an deutsche beziehungsweise an polnische Physikerinnen und Physiker verliehen. Die Auszeichnung wird im März 2009 während der DPG-Jahrestagung in Hamburg überreicht.


Georg-Simon-Ohm-Preis 2009

für physikalische Technik

Christoph Gerhard (31), Dipl.-Ing. (FH)
LINOS Photonics, Göttingen / Absolvent der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK)


„Für seine Entwicklung einer diodengepumpten Kurzpulslaserquelle zur Materialbearbeitung“


Bild: privat

Materialbearbeitung per Laserstrahl: Der Diplom-Ingenieur Christoph Gerhard erhält den mit 1.500 Euro dotierten „Georg-Simon-Ohm-Preis“: Gerhard entwickelte im Rahmen seiner Diplomarbeit ein neuartiges Lasersystem zur Materialbearbeitung, das ultrakurze Laserpulse von hoher Energie und Pulsrate aussendet.

Gerhard studierte physikalische Technik an der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst, wobei er seine Abschlussarbeit an der Pariser Institut d’Optique Graduate School anfertigte. Inzwischen arbeitet er als Produktmanager bei LINOS in Göttingen, einem Unternehmen der feinoptischen Industrie, und absolviert ein berufsbegleitendes Masterstudium.

Die Auszeichnung wird im März 2009 während der DPG-Jahrestagung in Hamburg überreicht.


Schülerinnen- und Schülerpreis der DPG 2009

für herausragende Leistungen bei internationalen Physik-Wettbewerben

Dieser Preis wird in zwei Kategorien verliehen und geht an insgesamt zehn Schülerinnen und Schüler, die jeweils 500 Euro Preisgeld erhalten. Darunter sind auch Jugendliche, die ihre Schulzeit inzwischen abgeschlossen haben. Die Auszeichnung wird im März 2009 während der DPG-Jahrestagung in Hamburg überreicht.

Internationale Physikolympiade

Die Preisträger von links nach rechts (Bild: IPN Kiel):

Pavel Zorin-Kranich, Gymnasium Hechingen (Baden-Württemberg)
Jessica Fintzen, Elsensee-Gymnasium Quickborn (Schleswig-Holstein)
Georg Schröter, St.-Benno-Gymnasium in Dresden (Sachsen)
Martin Lüders, Max-Steenbeck-Gymnasium in Cottbus (Brandenburg)
Chang Liu, Gymnasium Ehingen (Baden-Württemberg)

„Die Verleihung erfolgt in Würdigung der Leistungen, die sie als Mitglied der deutschen Mannschaft bei der 39. Internationalen Physikolympiade in Hanoi (Vietnam) erreicht haben.“

Physik als olympische Disziplin: Der „Schülerinnen- und Schülerpreis der DPG“ geht an die fünf Mitglieder des deutschen Delegation für ihre erfolgreiche Teilnahme an der 39. Internationalen Physikolympiade. Bei diesem Wettbewerb, der im Juli 2008 im Vietnam stattfand, gewannen alle deutschen Teilnehmer eine Medaille: Pavel Zorin-Kranich holte Gold, Georg Schröter Silber, ihre Mannschaftskollegen je eine Bronze-Medaille. 82 Länder nahmen an der Physikolympiade teil, wobei Deutschland in der inoffiziellen Mannschaftswertung Platz 14 belegte.

Die internationale Physikolympiade ist ein jährlich stattfindender Einzelwettbewerb, der eine theoretische Klausur und eine Prüfung mit experimentellen Aufgaben umfasst. In diesem Jahr mussten sich die Teilnehmer unter anderem mit Solarzellen und der Schadstoffbelastung durch Motorroller befassen.

Betreut wurden die Gruppe von Fachleuten des Kieler Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und des Werner-Heisenberg-Gymnasiums in Heide.

International Young Physicists' Tournament

Die Preisträger von links nach rechts (Bild: SFZ Südwürttemberg):

Florian Ostermaier, Gymnasium Wilhelmsdorf (Baden-Württemberg)
Andreas Landig, Mannschaftskapitän, Störck-Gymnasium, Bad Saulgau (Baden-Württemberg)
Vera Schäfer, Wieland-Gymnasium, Biberach (Baden-Württemberg)
Jan Binder, Wieland-Gymnasium, Biberach (Baden-Württemberg)
Uli Beitinger, Hans-Thoma-Gymnasium, Lörrach (Baden-Württemberg)

„Die Verleihung erfolgt in Würdigung der Leistungen, die sie als Mitglied des deutschen Teams beim 21th International Young Physicists' Tournament (IYPT 2008) in Trogir (Kroatien) erbracht haben.“

Forschung im Teamverband: Der „Schülerinnen- und Schülerpreis der DPG“ geht an fünf Jugendliche aus Baden-Württenberg. Sie hatten im Mai 2008 den „Physik-Weltcup“ im kroatischen Trogir gewonnen und sich damit gegen 23 weitere Teams aus Europa und Übersee durchgesetzt.

Der „Physik-Weltcup“, auch als „International Young Physicists’ Tournament“ bekannt, findet jedes Jahr statt und ist im Unterschied zur Physikolympiade ein Teamwettbewerb. Vor dem Turnier haben die Teilnehmer rund ein halbes Jahr Zeit, um 17 physikalische Fragestellungen zu bearbeiten. Ihre Ergebnisse präsentieren sie während des Turniers. In diesem Jahr ging es dabei unter anderem um das Fließverhalten von Shampoo und um die Flugeigenschaften des propellerförmigen Ahornsamens.

Die Aufgaben sind jedes Jahr anspruchsvoll, Lösungen „von der Stange“ gibt es nicht. Die monatelange Vorbereitung wird von den Teilnehmern deshalb für Experimente und Computersimulationen genutzt. In Teamarbeit entstehen so regelrechte Forschungsprojekte, die beim Turnier vorgestellt werden. Hier diskutieren die Kontrahenten ihre Ergebnisse miteinander und vor den Augen einer Fachjury. Wettkampfsprache bei diesen „Physics Fights“ ist Englisch. Insofern benötigen die Nachwuchsforscher nicht nur fachliches Know-how, sondern auch sprachliches Geschick.

Betreut wurden das Team von Fachleuten des „Schülerforschungszentrums Südwürttemberg“ in Bad Saulgau und des „Schülerforschungszentrums Lörrach-Dreiländereck“ in Lörrach. In diesen Zentren hatte die Gruppe auch geforscht und sich auf das Turnier vorbereitet.



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