Pressemitteilung
Nr. 19/1999
Physiker fordern nationalen Energieplan für wirksamen Klimaschutz
Die Lösung von Energie- und Klimaproblemen der Zukunft ist nur auf internationaler Ebene möglich. Auf der aktuellen Jahrestagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in Heidelberg (15.3. - 19.3.99) haben führende Physiker eine Einbeziehung von solarthermischen Kraftwerken im europäischen Süden in einen nationalen Energieplan gefordert.
Wie Professor Alex Bradshaw, Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), ausführte, ist der Strom aus photovoltaischen Solarzellen keine ausreichende Alternative zu den derzeit eingesetzten Energiequellen. Dieser zwar saubere Strom ist mindestens um den Faktor 10 teurer und kann nur 5 bis 10 Prozent der Energieversorgung Deutschlands decken. Nach Meinung der deutschen Physiker müssen verstärkt Gelder in die Erforschung aller erneuerbarer Energiequellen fließen. Allerdings darf die nukleare Sicherheitstechnik auch nicht vernachlässigt werden. Für die effizientere Nutzung erneuerbarer Energien werden die wesentlichen Innovationen aus der Physik kommen.
Vor dem Hintergrund sinkender Studentenzahlen in der Physik sieht die DPG einen erheblichen Physikermangel und damit eine wissenschaftliche Entwicklungslücke auf uns zukommen. Die DPG wird ihre Öffentlichkeitsarbeit mit dem Slogan "Physik ist Zukunft" erheblich verstärken, um insbesondere junge Leute für das Fach zu gewinnen.
Auf der gleichen Tagung forderte Dr. Uwe Thomas, Staatsskretär im Bundesforschungsministerium, die Physiker auf, sich stärker als bisher in der Politik zu engagieren. Das Know-how der Physiker ist seiner Meinung nach für die Lösung auch politischer Aufgaben unverzichtbar.
