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Preisträgerinnen und Preisträger 2018

Max-Planck-Medaille 2018

höchste DPG-Auszeichnung für Theoretische Physik

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. J. Ignacio Cirac
Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching und Technische Universität München


„...für seine herausragenden Beiträge auf dem Gebiet der Quanteninformationstheorie und Quantenoptik.“

Bild: Thorsten Näser/MPQ

J. Ignacio Cirac hat grundlegende Beiträge zur Quanteninformation und Quantenoptik geleistet. Seine Forschungsarbeiten umfassen ein breites wissenschaftliches Spektrum, das von theoretisch-mathematischen Themen der Quanteninformation und Quantenvielteilchenphysik bis hin zu Fragen der Implementierung durch quantenoptische Systeme reicht. Hierzu gehören insbesondere seine Vorschläge eines Quantencomputers mithilfe gespeicherter Ionen, zu Quantensimulatoren mit kalten Atomen in optischen Gittern und zu Quantenkommunikation in quantenoptischen Netzwerken. Seine theoretischen Arbeiten waren wegweisend für experimentelle Entwicklungen in der Atomphysik und Quantenoptik.

J. Ignacio Cirac, Jahrgang 1965, studierte an der Universidad Complutense de Madrid (Spanien) und wurde dort im Jahr 1991 promoviert. Von 1991 bis 1996 war er „Profesor Titular de Universidad“ an der Universität in Castilla-La Mancha (Spanien) und von 1996 bis 2001 Professor für Theoretische Physik an der Universität Innsbruck (Österreich). Seit 2001 ist er Direktor der Theorie-Abteilung des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik in Garching und seit 2002 zusätzlich Honorarprofessor am Physik-Department der Technischen Universität München. Er wurde für seine wissenschaftlichen Leistungen bereits mehrfach mit hohen Preisen ausgezeichnet – unter anderem mit dem 6th International Quantum Communication Award (2006), dem Carl Zeiss Research Award (2009), der Benjamin Franklin Medal (2010), der Niels Bohr Institute Medal of Honor (2013) und dem Wolf-Preis (2013).

Die Auszeichnung ist undotiert und besteht aus einer Goldmedaille und einer auf Pergament handgeschriebenen Urkunde, die im März 2018 während der DPG-Jahrestagung in Erlangen überreicht werden.

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Stern-Gerlach-Medaille 2018

höchste DPG-Auszeichnung für Experimentelle Physik

Prof. Dr. Karsten Danzmann
Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik und Leibniz Universität Hannover


„...für seine entscheidenden Beiträge zur Entwicklung von Gravitationswellendetektoren. Seine bahnbrechenden Arbeiten haben den direkten Nachweis von Gravitationswellen ermöglicht und damit eine neue Ära astrophysikalischer Forschung eingeleitet.“

Bild: F. Vinken/MPG

Karsten Danzmann wird für seine entscheidenden Beiträge zum erstmaligen direkten Nachweis von Gravitationswellen geehrt. Dieser Nachweis ist ein gemeinsamer Erfolg der einschlägigen Forschergemeinde weltweit. Seine Pionierarbeiten zu signalverstärkenden Interferometersystemen mit hoch stabilen Laserquellen und ultragenauen Laserspiegeln schufen die experimentellen Voraussetzungen dafür, dass die LIGO-Detektoren in den USA am 14. September 2015 erstmals Gravitationswellen direkt nachweisen konnten.

Karsten Danzmann studierte Physik in Clausthal und Hannover und wurde im Jahr 1980 promoviert. Nach Tätigkeiten an der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, der Stanford University als Assistant Professor und ab 1990 als Leiter der Gruppe am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching, die das Ziel hatte, Gravitationswellen nachzuweisen, wurde er 1993 Professor in Hannover. Seit 2002 ist er dort Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik.

Die Auszeichnung ist undotiert und besteht aus einer Goldmedaille und einer auf Pergament handgeschriebenen Urkunde, die im März 2018 während der DPG-Jahrestagung in Erlangen überreicht werden.

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Gustav-Hertz-Preis 2018

für junge Physikerinnen und Physiker

Dr. Lavinia Heisenberg
Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich


„...für ihre bahnbrechenden Beiträge zur Entwicklung von Gravitationstheorien.
Mit ihren Arbeiten insbesondere zu einer Proca-ähnlichen Lagrangedichte für Vektorfelder und zu deren kosmologischer Relevanz hat sie eine neue Richtung für die Gravitationsforschung eröffnet. “


Bild: FotoPro GANZ

Lavinia Heisenberg wird für ihre bahnbrechenden Beiträge zur Entwicklung von Gravitationstheorien mit dem Gustav-Hertz-Preis ausgezeichnet. Mit ihren Arbeiten insbesondere zu einer verallgemeinerten, Proca-ähnlichen Lagrangedichte für Vektorfelder auf gekrümmten Raumzeiten und zu deren kosmologischer Relevanz hat sie eine neue Richtung für die Gravitationsforschung eröffnet. Darüber hinaus bearbeitet sie ein weites Spektrum kosmologischer und gravitationstheoretischer Probleme.

Lavinia Heisenberg studierte Physik an der Universität Heidelberg und wurde 2014 an der Universität Genf mit einer mehrfach ausgezeichneten Dissertation über alternative Gravitationstheorien promoviert. Von Genf aus ging sie zunächst als Postdoc an das Nordic Institute for Theoretical Physics (Nordita) und das Oskar Klein Centre in Stockholm und wechselte als Nominated Junior Fellow an das Institute for Theoretical Studies der ETH Zürich.

Die Auszeichnung wird im März 2018 während der DPG-Jahrestagung in Erlangen überreicht.


Walter-Schottky-Preis 2018

für Beiträge zur Physik der kondensierten Materie

Prof. Dr. Sascha Schäfer
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg


„...für seine grundlegenden Arbeiten zur Entwicklung zeitaufgelöster Elektronenmikroskopie und -beugung. In diesem Zusammenhang ist die Erzeugung räumlich kohärenter Elektronenpulse der entscheidende Schlüssel zur Umsetzung ultraschneller Transmissionselektronenmikroskopie, die es erlaubt, eine extreme räumliche Auflösung mit einer zeitlichen Auflösung im Bereich von wenigen hundert Femtosekunden zu kombinieren.“

Bild: Susanne Wintzenburg

Sascha Schäfer hat herausragende Leistungen in der Weiterentwicklung der zeitaufgelösten Elektronenmikroskopie erbracht. Insbesondere hat er wesentlich zur Entwicklung des ersten ultraschnellen Transmissionselektronenmikroskops auf der Basis lasergetriebener Feldemitter beigetragen. Die besonderen Kohärenzeigenschaften nanoskaliger Photokathoden stellen hierbei eine Schlüsseltechnologie für die Kombination ultraschneller zeitlicher und hoher räumlicher Auflösung dar.

Sascha Schäfer studierte Chemie an der Technischen Universität Darmstadt und wurde dort 2008 bei Rolf Schäfer promoviert. Als Postdoc war er 2009 - 2012 bei Nobelpreisträger Ahmed H. Zewail am Caltech im Bereich ultraschnelle Elektronenbeugung tätig. Ab 2012 arbeitete er an der Georg-August-Universität Göttingen als Habilitand bei Claus Ropers an der Entwicklung ultraschneller Elektronenmikroskopie. Seit September 2017 ist er Lichtenberg-Professor an der Universität Oldenburg.

Die Auszeichnung wird im März 2018 während der DPG-Frühjahrstagung in Berlin überreicht.


Gaede-Preis 2018

für Beiträge auf dem Gebiet der Vakuumwissenschaft und -technik, gestiftet durch Dr. Manfred Dunkel

Assoc. Prof. Gareth S. Parkinson , PhD
Institut für Angewandte Physik, Technische Universität Wien


„...für seine exzellenten experimentellen Arbeiten zu Eisenoxidoberflächen als Modellsysteme für Einzelatomkatalyse.“

Bild: privat

Gareth S. Parkinson erhält den Gaede-Preis 2018 für seine exzellenten experimentellen Arbeiten zu Eisenoxidoberflächen und Einzelatomkatalyse. In seinen Arbeiten konnte er zeigen, dass anders als erwartet aufgedampfte Metalle wie Gold auf Eisenoxidoberflächen als einzelne, isolierte Atome zu beobachten sind. Er nutzt diese als Modellsysteme für die Einzelatomkatalyse. Er setzt ein breites Spektrum an oberflächensensitiven Methoden ein, um die chemischen Prozesse auf atomarer Skala zu verstehen.

Gareth S. Parkinson studierte Physik an der University of Warwick, Großbritannien, promovierte dort bei Phil Woodruff zu Oberflächenuntersuchungen mittels Medium Energy Ion Scattering. Es folgten Postdoc-Aufenthalte am Pacific Northwest National Laboratory und der Tulane Universität. Seit 2010 arbeitet er an der Technischen Universität Wien und ist dort seit 2015 Associate Professor(Habilitation 2016).

Die Auszeichnung wird im März 2018 während der DPG-Frühjahrstagung in Berlin überreicht.


Robert-Wichard-Pohl-Preis 2018

für Beiträge zur Physik von interdisziplinärer Bedeutung

Prof. Dr. Dr. Hartmut Wiesner
Ludwigs-Maximilians-Universität München


„...für seine herausragenden Verdienste um die physikdidaktische Forschung und Entwicklung während der letzten 40 Jahre. Neben seinen hochkarätigen, solide empirisch belegten Forschungsergebnissen, die alle Schulstufen bis hin zur Hochschuldidaktik betreffen, hat er ein besonderes Augenmerk auf die Erstellung von praxisrelevantem Unterrichtsmaterial gelegt und damit den Physikunterricht nachhaltig und didaktisch sinnvoll bereichert.“

Bild: privat

Hartmut Wiesner hat wie kaum ein anderer die vergangenen 40 Jahre der physikdidaktischen Forschung und Entwicklung in Deutschland geprägt. Neben seinen hochkarätigen, solide empirisch belegten Forschungsergebnissen, die alle Schulstufen bis hin zur Hochschuldidaktik betreffen, hat er ein besonderes Augenmerk auf die Erstellung von praxisrelevantem Unterrichtsmaterial gelegt und damit den Physikunterricht nachhaltig bereichert.

Nach einer Lehre als Betonbauer studierte Hartmut Wiesner Physik an den Universitäten in Leipzig, Marburg und Frankfurt am Main. Er wurde in Theoretischer Physik (1975) und in Erziehungswissenschaften (1988) promoviert. 1993 habilitierte er in Didaktik der Physik. Seit 1994 ist Wiesner Professor für Didaktik der Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Die Auszeichnung wird im März 2018 während der DPG-Jahrestagung in Erlangen überreicht.


Herbert-Walther-Preis 2018

deutsch-amerikanische Auszeichnung für Beiträge zur Quantenoptik und Atomphysik

Prof. Dr. Gerd Leuchs
Lehrstuhl für Optik am Physikalischen Institut der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts


„...for pioneering and widespread scientific contributions ranging from ultrasmall focii of light to nonlinear optics, squeezed states of light and their application in metrology and quantum information, as well as for a continuing commitment to the physics community, quantum optics and his students and team members.“

Bild: Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts

Gerd Leuchs zeichnet sich durch ein großes Spektrum wissenschaftlicher Arbeiten aus. Es reicht von der klassischen Optik zur Quantenoptik, von der Untersuchung von Solitonen in Glasfasern, Mehrphotonenionisationsprozessen, ultrakleiner Fokusse und der Kopplung einzelner Atome und Ionen über nichtklassische, gequetschte Zustände des Lichts für hochpräzise Messungen und sichere Quantenkommunikation zu neuen Anwendungen der Quanteninformation. Darüber hinaus unterstützt er unermüdlich wissenschaftliche Gesellschaften und initiiert nationale und internationale Kooperationen und Netzwerke.

Gerd Leuchs folgte für seine Doktorarbeit seinem Mentor Herbert Walther von der Universität zu Köln an die Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er sich nach einem Postdoc-Aufenthalt in Boulder, USA, auch habilitierte. Nach einem Wechsel in die Industrie wurde er 1994 an die Universität Erlangen berufen und konnte 2009 als neuer Direktor das Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts gründen.

Die Auszeichnung wird gemeinsam von der Optical Society of America und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft im März 2018 während der DPG-Jahrestagung in Erlangen überreicht.


Hertha-Sponer-Preis 2018

für Physikerinnen

Dr. Karin Everschor-Sitte
Johannes Gutenberg-Universität Mainz


„... für ihre wegweisende Forschung zum theoretischen Verständnis von topologisch geschützten magnetischen Strukturen, den Skyrmionen. Insbesondere entwickelt sie innovative Ansätze zur gezielten Erzeugung von Skyrmionen, die zum Beispiel durch homogene Gleichströme kontrolliert werden können. So werden zukünftige Anwendungen in der Spintronik ermöglicht.“

Bild: City-Foto / Köln

Karin Everschor-Sitte hat in einer Reihe von Pionierarbeiten theoretisch untersucht, wie man winzige magnetische Wirbel, sogenannte Skyrmionen, erzeugen und bewegen kann. Ähnlich einem Knoten sind Skyrmionen topologisch stabil. Everschor-Sitte konnte zeigen, wie man sie trotzdem durch einen homogenen elektrischen Strom generieren kann, wenn man die magnetische Anisotropie lokal gezielt verringert. Diese Idee könnte in neuartigen magnetischen Speicherelementen verwendet werden.

Karin Everschor-Sitte hat an der Universität zu Köln Physik und Mathematik studiert und wurde dort 2012 „mit Auszeichnung“ in theoretischer Physik promoviert. Nach einer kurzen Anstellung in München ging sie für zwei Jahre als Postdoc nach Austin (Texas). Seit 2015 ist sie als Postdoc in Mainz und leitet seit Ende 2016 eine Emmy-Noether-Gruppe, die magnetische Skyrmionen und ihr Anwendungspotential untersucht.



Die Auszeichnung wird im März 2018 während der DPG-Jahrestagung in Erlangen überreicht.


Georg-Kerschensteiner-Preis 2018

für Beiträge zur Didaktik und Schulphysik

Lutz Schäfer
Gesamtschule Gießen-Ost, Gießen


„...für seine vielfältigen und kreativen Projekte, die Schülerinnen und Schüler für Physik begeistern. Dies gelingt ihm, indem er sie durch spannende und unkonventionelle Fragestellungen zu besonderen Leistungen motiviert. Mit Formaten wie der Gameshow „X3-GameZ“ erreichten er und seine Schülerinnen und Schüler ein breites Publikum.“

Bild: Rolf K. Wegst

Lutz Schäfer versteht es in außerordentlicher Weise, durch seine vielfältigen, kreativen Projekte Schülerinnen und Schüler für Physik zu begeistern. Dies gelingt ihm in sehr heterogenen Klassen, indem er sie durch spannende, unkonventionelle Fragestellungen zu besonderen Leistungen motiviert. Mit Formaten wie der Gameshow „X3-GameZ“ erreichten er und seine Lernenden ein breites Publikum. Er arbeitet interdisziplinär und kooperiert zudem mit Universitäten, Verbänden und Unternehmen.

Lutz Schäfer ist seit 1997 Lehrer für Physik und Mathematik an der integrierten Gesamtschule Gießen-Ost mit gymnasialer Oberstufe. Seit 2007 ist er zudem Ausbilder für Physik, innovative Lehr-und Lernkultur und Microteaching am Studienseminar für Gymnasien in Gießen. 2008 erhielt er den MINT- Award. Er war als Jury-Mitglied und im Backstageteam bei Science on Stage international aktiv.

Die Auszeichnung wird im März 2018 während der DPG-Jahrestagung in Erlangen überreicht.


Max-Born-Preis 2018

deutsch-britische Auszeichnung

Prof. Dr. Angel Rubio
Max-Planck-Institute for the Structure and Dynamics of Matter und Universität Hamburg


„...für seine nachhaltige Führungsrolle in der computergestützten Festkörperphysik und für seine Vorhersagen von Materialeigenschaften bei Nanometer-Längenskalen und in niedrigen Dimensionen.“

Bild: privat

Angel Rubio hat vielfältige Beiträge zur computergestützten Festkörpertheorie geleistet. Insbesondere seine Arbeiten zu den Eigenschaften von Materialien auf Nanoskalen wie Nanoröhren aus Kohlenstoff sind herausragend. Darüber hinaus hat er weitläufig publiziert, sowohl in Grundlagen als auch angewandter Forschung, in so unterschiedlichen Bereichen wie der Theorie von Clustern, komplexer Materialien sowie Chromophoren in biologischen Systemen. Außerdem hat Rubio sich darum verdient gemacht, Computercodes für Arbeiten in Dichtefunktionaltheorie weitläufig zugänglich zu machen. Hier sei insbesondere das open-source Projekt Octopus zur Untersuchung angeregter Elektron-Ionenzustände genannt.

Angel Rubio ist wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und Direktor am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie; gleichzeitig ist er Professor an der Universität Hamburg. Zu Studium sowie Promotion war er an der Universität Valladolid in Spanien. Mit dem Land ist er weiterhin eng wissenschaftlich verbunden.

Die Auszeichnung wird im Jahr 2018 in London überreicht.


Gentner-Kastler-Preis 2018

Deutsch-französische Auszeichnung

Dr. Luc Bergé
Director of Research - Commissariat à l'Energie Atomique
CEA-DAM/ Ile de France - 91297 Arpajon, France


„für seine herausragenden Beiträge zur Modellierung der nichtlinearen Wellenausbreitung und der Laserfilamentierung sowie für sein langjähriges und anhaltendes Engagement für die europäische und insbesondere deutsch-französische Zusammenarbeit. Die Laserfilamentierung ist sowohl für die Einführung einer neuen Art der Fernerkundung von Substanzen in der Atmosphäre entscheidend als auch für die lasergesteuerte Terahertz-Wellenerzeugung durch ultrakurze Lichtpulse.“

Bild: Marc Villeroy

Luc Bergé, Physiker am CEA Frankreich, ist ein Pionier in der Theorie der nichtlinearen Wellenausbreitung und der Femtosekunden-Laserfilamentierung. Dieses Feld ist sehr wichtig für die Charakterisierung der Atmosphäre und die Messung umweltrelevanter Parameter. Durch Kombination von Plasmadynamik und der Dynamik nichtlinearer Licht-Materie-Wechselwirkungen hat er dieses neue Feld implementiert. Seine Entdeckung wird in vielen Labors genutzt, beispielsweise zur Erzeugung von optischen Oberschwingungen sowie Terahertzwellen durch Umwandlung ultrakurzer Laserpulse in nichtlinearen Medien. Als hervorragender Redner wird er zu vielen internationalen Konferenzen eingeladen. Er ist Leiter und Forscher in vielen Programmen, die von der Europäischen Union gefördert werden. Seit Jahren hat Luc Bergé enge wissenschaftliche Kontakte nach Deutschland. Er studierte Physik an der Université Paris-Sud in Orsay, Frankreich, wo er 1989 mit einer theoretischen Arbeit zur Plasmaphysik promovierte. Von 2002 bis 2007 leitete er eine Gruppe für nichtlineare Photonik am CEA-DAM. Seit 2008 ist er Forschungsdirektor am CEA-DIF Department for Theoretical and Applied Physics und leitet seit 2011 das CEA-DAM Laboratory of Radiation-Matter Interaction.

Die Auszeichnung wird ihm am Tag der DPG im November 2018 im Physikzentrum Bad Honnef überreicht.


Georg-Simon-Ohm-Preis 2018

für physikalische Technik

Toni Hache, M. Sc.
Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf


„...für die herausragende Abschlussarbeit im Master-Studiengang Nanotechnologie mit dem Titel „Herstellung und Charakterisierung von Spin-Hall Effekt-basierten Nano-Mikrowellenoszillatoren“. Zentrale Bedeutung kommt dabei nanostrukturierten ferromagnetischen Spinwellen-Bauelementen zu. Die Frequenzmodulierbarkeit, Miniaturisierung und niedrige Herstellungskosten stehen für ein hohes Anwendungspotential in Kommunikationstechnologie und Sensorik.“

Bild: Helmut Schultheiß

Toni Hache leistete einen herausragenden Beitrag auf dem Gebiet der Spintronik. Nanostrukturierte ferromagnetische Spinwellen-Bauelemente wandeln effizient elektrische Gleichströme in Mikrowellenschwingungen um. Ein hohes Anwendungspotential ergibt sich aufgrund der Frequenzmodifizierbarkeit, Miniaturisierung und niedriger Herstellungskosten in der Kommunikationstechnologie und Sensorik von Magnetfeldern.

Toni Hache absolvierte an der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) den Bachelorstudiengang Physikalische Technik und unmittelbar danach den Masterstudiengang Nanotechnologie, jeweils mit Auszeichnung. Er erhielt dreimal ein Deutschlandstipendium. Die Ergebnisse der unter der Betreuung von Wieland Zahn (WHZ) und Helmut Schultheiß (Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf) durchgeführten Masterarbeit wurden bereits in zwei Konferenzbeiträgen dargestellt.

Die Auszeichnung wird im März 2018 während der DPG-Jahrestagung in Erlangen überreicht.


Medaille für Naturwissenschaftliche Publizistik 2018

Verliehen von der DPG für publizistische Leistungen, die zur Verbreitung naturwissenschaftlich-physikalischen Denkens im deutschsprachigen Raum in hervorragender Weise beitragen.

Dr. Alexander Gerst

„für seine herausragenden Beiträge zur Verbreitung naturwissenschaftlichen Wissens. Als Astronaut der ESA nutzt er seine mediale Präsenz, um insbesondere junge Menschen für Wissenschaft und Technik zu begeistern. Dazu setzt er neben Printmedien auch die Sozialen Medien und das Fernsehen ein.“

Bild: WDR/Klaus Görgen/Lindlahr

Der 1976 in Künzelsau, Baden-Württemberg, geborene Geo-Physiker und ESA-Astronaut lässt einen hautnah an seinem Leben als Wissenschaftler im All teilhaben. Als @Astro_Alex bedient sich Gerst vor allem moderner Kommunikationsformen wie Twitter oder Instagram, um ein breites Publikum für die Naturwissenschaften zu begeistern. Zudem wirkt Gerst an zahlreichen Publikationen mit, die eine große Leserschaft erreichen. Wie schon bei seiner ersten Mission auf der Internationalen Raumstation ISS im Jahr 2014 beantwortet Gerst darüber hinaus auch auf seiner aktuellen zweiten Mission in der überaus beliebten und reichweitenstarken „Sendung mit der Maus“ regelmäßig All-Tags-Fragen von Kindern. Mit seinem Engagement stärkt er damit das gesellschaftliche Bewusstsein für die Wichtigkeit von Forschung.

Da sich Alexander Gerst derzeit im All befindet, wird ihm die Auszeichnung im November 2018 im Rahmen des "Tag der DPG" symbolisch im Physikzentrum Bad Honnef überreicht.

⇒ Alexander Gerst im Interview zu Physikerinnen und Physikern im Beruf (DPG YouTube-Kanal)


Schülerinnen- und Schülerpreis der DPG 2018

für herausragende Leistungen bei internationalen Physik-Wettbewerben

Dieser Preis wird in zwei Kategorien verliehen und geht an insgesamt zehn Schülerinnen und Schüler, die jeweils 500 Euro Preisgeld erhalten. Darunter sind auch Jugendliche, die ihre Schulzeit inzwischen abgeschlossen haben.

Internationale Physikolympiade

Die Preisträger:

Konstantin Schwark, Carl-Zeiss-Gymnasium, Jena
Maurice Zeuner, Carl-Zeiss-Gymnasium, Jena
Pascal Reeck, Wilhelm-Oswald-Schule, Leipzig
Christian Schmidt, Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium, Dresden
Markus Zetto, Leipzig-Gymnasium, Rottweil

„Die Verleihung erfolgt in Würdigung der Leistungen, die sie als Mitglieder des deutschen Teams bei der 48. Internationalen Physikolympiade in Yogyakarta, Indonesien, erreicht haben.“

Bild: Petersen

Die Auszeichnung wird im März 2018 während der DPG-Jahrestagung in Erlangen überreicht.


International Young Physicists' Tournament

Die Preisträgerin und die Preisträger:

Birk Magnussen, Wilhelmsgymnasium, Kassel
Raymond Mason, Europäische Schule, München
Auguste Medert, Robert-Bosch-Gymnasium, Langenau
Sebastian Friedl, Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium, Bayreuth
Waleed El-Kishawi, Märkisches Gymnasium, Schwelm

„Die Verleihung erfolgt in Würdigung der Leistungen, die sie als Mitglieder des deutschen Teams beim 30th International Young Physicists' Tournament (IYPT) in Singapur erreicht haben.“

Bild: DPG / Löfken

Die Auszeichnung wird im März 2018 während der DPG-Jahrestagung in Erlangen überreicht.



Dissertationspreis der Sektion Atome, Moleküle, Quantenoptik und Plasmen der DPG (Sektion-AMOP)

Die in der Sektion AMOP zusammengeschlossenen Fachverbände der DPG schreiben einen Dissertationspreis aus. Ziel des Preises ist die Anerkennung herausragender wissenschaftlicher Arbeit und deren exzellenter Darstellung in einem Vortrag.

Dr. Nick Fläschner

für seine Dissertation und den Vortrag mit dem Titel „Engineering and probing topological bands with ultracold atoms”.

Herrn Dr. Nick Fläschner wird der Preis für seine herausragenden Arbeiten zur vollständigen Zustandstomographie von fermionischen Atomen in einem optischen Gitter verliehen. Die von ihm entwickelte Methode erlaubt es unter anderem auch, die Berry-Krümmung zu bestimmen, die Auskunft über topologische Eigenschaften des Systems gibt.

Bild: Manuel Geiger (geiger-images.com)


Dissertationspreis der Sektion kondensierte Materie (SKM)

Die in der SKM zusammengeschlossenen Fachverbände der DPG schreiben einen Dissertationspreis aus. Ziel des Preises ist die Anerkennung herausragender wissenschaftlicher Arbeit und deren exzellenter Darstellung in einem Vortrag.

Dr. Lutz Waldecker

für seine Dissertation und den Vortrag mit dem Titel „Electron-Lattice Interactions and Ultrafast Structural Dynamics of Solids“

Dr. Lutz Waldecker befasste sich in seiner Dissertation mit der ultraschnellen Phononen-Dynamik in kristallinen Festkörpern. Durch den komplementären Einsatz von zeitaufgelöster Beugung und optischer Spektroskopie konnte er erstmals den Verlauf von strukturellen Phasenübergängen und parallel die Änderung der optischen Eigenschaften prototypischer Kristalle mit Femtosekunden-Zeitauflösung erfolgreich verfolgen.

Bild: Privat



Dissertationspreis der Sektion Materie und Kosmos (SMuK)

Die genannten Fachverbände der DPG schreiben einen Dissertationspreis aus. Ziel des Preises ist die Anerkennung herausragender wissenschaftlicher Arbeit und deren exzellenter Darstellung in einem Vortrag.

Dr. Lars von der Wense

für seine Dissertation und den Vortrag mit dem Titel „Milestone toward a nuclear clock: On the direct detection of 229mTh.”

Herr Lars von der Wense erhält den Dissertationspreis der Sektion SMuK für den erstmaligen experimentellen Nachweis des Signals der Abregung eines angeregten Zustands des Atomkerns 229 Thorium, was einen Durchbruch darstellt basierend auf diesem Übergang eine hochgenaue Atomuhr aufzubauen.

Bild: Privat / Dahmer

⇒ Weitere Informationen über die Preise der DPG ...
 
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