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Preisträgerinnen und Preisträger 2015

Max-Planck-Medaille 2015

höchste DPG-Auszeichnung für Theoretische Physik

Prof. Dr. Viatcheslav F. Mukhanov
Ludwig-Maximilians-Universität München


„In Würdigung seiner grundlegenden Beiträge zur Kosmologie und insbesondere zur Strukturbildung aufgrund von Quantenfluktuationen im frühen Universum.“

Bild: privat

Viatcheslav F. Mukhanov hat in den 80er Jahren vorhergesagt, dass während einer Phase sehr schneller Ausdehnung des frühen Universums Quantenfluktuationen angeregt wurden, die schließlich zu klassischen Dichtefluktuationen führten. Insbesondere hat er das Spektrum und die Statistik dieser Fluktuationen berechnet und die Hypothese aufgestellt, dass sie die Anfangsstörungen für die Bildung der großräumigen Strukturen im Universum darstellen. Die Vorhersage, dass kleinste Quantenfluktuationen der Ursprung der größten Strukturen im Universum sind, war kühn. Sie wurde aber inzwischen durch Messungen der Fluktuationen der kosmischen Mikrowellenstrahlung nachdrücklich bestätigt – zuerst durch den COBE Satellit der NASA und am genauesten durch das Planck-Weltraumteleskop der ESA. Diese Voraussage über die Inflation des frühen Universums ist die einzige, die durch Beobachtungen bestätigt wurde, und sie ist somit ihre wichtigste Stütze.

Auch auf anderen Gebieten der Kosmologie ist V. Mukhanov ein sehr aktiver und einflussreicher Forscher. Er hat unter anderem Inflations-Modelle entwickelt („k-Inflation“, „Vektor-Inflation“) und sich mit Problemen der Quanteninformation im Zusammenhang mit schwarzen Löchern sowie der dunklen Energie beschäftigt.

Mukhanov studierte von 1973 bis 1979 am Institute for Physics and Technology in Moskau und promovierte dort 1982 in Physik und Mathematik bei Vitaly Ginzburg. Nach Anstellungen am Institute for Nuclear Research in Moskau war Mukhanov von 1992 bis 1997 Dozent mit Lehrauftrag an der ETH Zürich (Schweiz). Seit 1997 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Kosmologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. In Anerkennung seiner Leistungen wurde Mukhanov bereits mehrfach ausgezeichnet.

Die Auszeichnung besteht aus einer Goldmedaille, die im März 2015 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht wird.


Stern-Gerlach-Medaille 2015

höchste DPG-Auszeichnung für Experimentelle Physik

Prof. Dr. Karl Jakobs
Universität Freiburg


„Für seine herausragende Rolle und seinen immensen Einsatz, die zu der epochalen Entdeckung des Higgs-Teilchens führten. Seine Beiträge zur Entwicklung von Detektoren für hochenergetische Teilchenkollisionen sowie seine richtungsweisenden Ideen zu Experimentiertechniken und Analysestrategien bei der Higgs-Suche spielten eine Schlüsselrolle für den überzeugenden Nachweis dieses fundamentalen Teilchens. Diese Entdeckung ist ein Meilenstein für das Verständnis des Aufbaus der Materie.“

Bild: Universität Freiburg

Die Entdeckung des Higgs-Bosons am Large Hadron Collider (LHC) des CERN im Jahre 2012 ist eines der wichtigsten Ergebnisse der heutigen Physik. Mit seinen Ideen und seinem Engagement hat Karl Jakobs in den vergangenen zwanzig Jahren seine gesamte Forschungskraft darauf ausgerichtet, eines der großen Experimente – ATLAS – am Beschleunigerzentrum aufzubauen und die physikalischen Ziele zu definieren. In den Jahren 1997 bis 2002 war er Leiter der Higgs-Arbeitsgruppe der ATLAS-Kollaboration. Seine Berechnungen waren wesentlich für die Ausrichtung der Suche nach dem letzten fehlenden Element des Standardmodells der Teilchenphysik und trugen entscheidend zum Auffinden dieses Teilchen bei. Von 2006 bis 2008 war Karl Jakobs Koordinator der physikalischen Analyse der im Experiment gewonnenen Daten, die im Jahre 2011 zu ersten Anzeichen für die Existenz des Higgs-Bosons und im Jahr 2012 – zeitgleich mit dem CMS-Experiment – zu seiner endgültigen Entdeckung führten.

Karl Jakobs hat in Bonn und Heidelberg Physik studiert. Nach der Promotion 1988 über die Erzeugung geladener W-Bosonen im UA2-Experiment am europäischen Teilchenbeschleunigerzentrum CERN bei Genf war er dort bis 1991 Fellow. Nach fünf Jahren als Post-Doc am Max-Planck-Institut für Physik in München wurde er 1996 Professor an der Universität Mainz und im Jahr 2003 an die Universität Freiburg berufen.

Die Auszeichnung besteht aus einer Goldmedaille, die im März 2015 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht wird.

Mitschnitt des Vortrags


Gustav-Hertz-Preis 2015

für junge Physikerinnen und Physiker

Dr. Thomas Bretz, ETH Zürich, jetzt RWTH Aachen
Dr. Daniela Dorner, Universität Würzburg


„Für ihre mutige und entschlossene Arbeit am erfolgreichen „First Geiger-Mode Avalanche Photodiode Cherenkov Telescope“ (FACT) Projekt, durch die sie einen originellen und zukunftsweisenden Impuls für die Weiterentwicklung der Astroteilchenphysik gegeben und einer neuen Technologie zum Durchbruch verholfen haben. Damit haben sie ein Fenster zur kontinuierlichen Beobachtung der Variabilität der Gammastrahlung von aktiven Galaxienkernen geöffnet.“

Bilder: Peter Winandy, Winandy Fotografie / privat

Für ihre hervorragende Arbeit auf dem Gebiet der experimentellen Astroteilchenphysik hat die DPG den Gustav-Hertz Preis 2015 an Thomas Bretz, jetzt an der RWTH Aachen, und Daniela Dorner von der Universität Würzburg verliehen. Durch ihre Beiträge zum deutsch-schweizerischen Projekt „First Geiger-Mode Avalanche Photodiode Cherenkov Telescope“ (FACT), an dem auch Wissenschaftler der TU Dortmund, der ETH Zürich und der Universität Genf beteiligt sind, haben sie einen originellen und zukunftsweisenden Impuls für die Weiterentwicklung der Astroteilchenphysik gegeben.
Tscherenkow-Teleskope für die bodengebundene Beobachtung kosmischer Gammastrahlung beruhten bislang auf dem Einzelphotonennachweis mithilfe von Photomultiplier-Röhren (PMTs). Die PMT Kameras bilden das Tscherenkowlicht von Luftschauern ab, die beim Eindringen kosmischer Strahlung in die Erdatmosphäre ausgelöst werden. Da die PMTs während heller Mondphasen überlasten und abgeschaltet werden müssen, entstehen regelmäßig Datenlücken bei der Beobachtung von helligkeitsveränderlichen Objekten wie den aktiven Galaxienkernen. In deren Variabilität liegt aber der Schlüssel zum Verständnis der Teilchenbeschleunigung in der Umgebung Schwarzer Löcher.
Die FACT Kollaboration griff eine Idee von Eckart Lorenz vom Max-Planck-Institut für Physik in München auf und entwickelte erstmals ein Tscherenkow-Teleskop mit siliziumbasierten Photosensoren. Die Kamera verfügt über 1440 Bildelemente bestehend aus Arrays von Avalanche Photodioden im Geiger-Betrieb, sogenannten Silicon Photomultipliers (SiPMs), und einer DRS4 Ausleseelektronik vom Paul-Scherrer-Institut. Thomas Bretz gelang es, das Kamera- und Triggerdesign mithilfe einer Simulationskette zu optimieren, so dass eine Empfindlichkeitssteigerung des Instruments und eine Verbesserung der Datenqualität gegenüber den bisher eingesetzten PMTs erreicht werden konnte. Die aus der Digitalisierung der Pulsformen resultierende hohe Datenrate konnte Daniela Dorner durch eine Verknüpfung der Datenpipeline mit Datenbanken zähmen. Akribisch untersuchten sie die Performanz der Kamera, bis sie durch ein ausgeklügeltes Rückkopplungsystem eine gleichbleibend hohe Konsistenz der Daten erreichten. Softwareseitig bereiteten sie einen reibungslosen Betrieb des Teleskops von der Inbetriebnahme bis zu den regelmäßigen Beobachtungen vor. Während sich das Observatorium auf der Kanareninsel La Palma in 2200 Metern Höhe über dem Meeresspiegel befindet, werden die Beobachtungen über das Internet ferngesteuert und die Ergebnisse in Realzeit auf einer Webseite öffentlich zugänglich gemacht. Dies schafft optimale Bedingungen für die Durchführung von Target of Opportunity Beobachtungen und Multifrequenzkampagnen. Die hohe Datenqualität lädt zu zukunftsweisenden Ansätzen für die automatisierten Datenanalyse ein, wie sie heute an der TU Dortmund gemeinsam mit Informatikern entwickelt werden.
Was ursprünglich einmal als Jux der beiden Preisträger gedacht war, wurde Wirklichkeit: Beobachtungen mit FACT werden zuverlässig über ein Smartphone-Interface ausgeführt. Bretz und Dorner haben es geschafft die komplexe Funktionalität von FACT wie bei einem Schweizer Taschenmesser einzukapseln und zu automatisieren. SiPM-Kameras gehören dank FACT inzwischen zur „proven technology“, die auch bei zukünftigen Großgeräten wie dem Cherenkov Telescope Array (CTA) eingesetzt werden wird. Vielleicht kann damit eines Tages auch noch die Vision umgesetzt werden, die die beiden Preisträger gemeinsam mit Michael Backes, damals Doktorand an der TU Dortmund, schon vor vielen Jahren umtrieb, nämlich durch ein Netzwerk von weltweit verteilten Tscherenkow-Teleskopen die durch die Erdrotation bedingten verbliebenen Datenlücken zu schließen.

Thomas Bretz studierte Physik an der TU München. Erste Erfahrungen mit der Grundlagenforschung sammelte er als Mitglied der HADES Kollaboration an der Gesellschaft für Schwerionenforschung GSI in Darmstadt. Dort fertigte er auch seine Diplomarbeit an. Nach Promotion im Jahr 2006 arbeitete Bretz bis 2009 als Post-Doc am Lehrstuhl für Astronomie der Universität Würzburg, bis er eine Stelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ecole Polytechnique Lausanne in der Schweiz annahm. Von September 2012 bis September 2014 war er an er ETH Zürich tätig. Seit Oktober 2014 ist Bretz Juniorprofessor für Experimentelle Astroteilchenphysik der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften der RWTH Aachen.

Daniela Dorner arbeitet seit zwölf Jahren in der Astroteilchenphysik an der Entwicklung von Simulationen, der schnellen Datenanalyse sowie zu Methoden des Ausgleichs atmosphärischer Effekte. 2008 stellt sie ihre Doktorarbeit über Beobachtungen des aktiven Galaxienkerns PG 1553+113 sowie über den Einfluss von atmosphärischen Bedingungen auf die Datennahme fertig. Als Postdoktorandin wechselte sie an das ISDC Data Centre for Astrophysics in Genf. Ihre dort gewonnenen Erfahrungen brachte sie anschließend in die Forschung in Würzburg ein.

Die Auszeichnung wird im März 2015 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.


Walter-Schottky-Preis 2015

für Beiträge zur Physik der kondensierten Materie

Dr. Frank Pollmann
Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme, Dresden


„Für das Konzept symmetriegeschützter topologischer Zustände.“

Bild: Rene Gaens/MPI-PKS

Dr. Andreas Schnyder
Max-Planck-Institut für Festkörperforschung, Stuttgart


„Für die Klassifizierung topologischer Isolatoren und Supraleiter.“

Bild: Carmen Müller

In den letzten Jahren hat das Feld topologischer Quantenzustände weltweit eine rasante Entwicklung genommen. Durch wegweisende Arbeiten haben Frank Pollmann und Andreas Schnyder mit ihren Ko-Autoren maßgeblich dazu beigetragen, die Vielfalt topologischer Systeme und Phänomene zu erkennen und an Hand von Symmetrieüberlegungen zu systematisieren. Andreas Schnyder gelang die Klassifizierung topologischer Isolatoren, Supraleiter und Halbmetalle. Frank Pollmann hat das Konzept symmetriegeschützter topologischer Ordnung entwickelt.

Andreas Schnyder hat an der ETH Zürich Physik studiert und bei M. Sigrist (ETH Zürich) und C. Mudry (Paul Scherrer-Institut Villigen) zu einer Thematik aus der Hochtemperatur-Supraleitung promoviert. Nach einem zweijährigen Postdoc-Aufenthalt an der University of California in Santa Barbara leitet Herr Schnyder seit 2009 eine Nachwuchsgruppe am MPI für Festkörperforschung in Stuttgart.

Nach seiner Diplomarbeit bei G. Zwicknagl (TU Braunschweig) erhielt Frank Pollmann für seine Promotionsarbeit bei E. Runge (TU Ilmenau) und P. Fulde (MPI für Physik komplexer Systeme, Dresden) die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft. In seiner Zeit als Postdoc forschte er an der University of California in Berkeley sowie der Academia Sinica in Taipei. Seit 2011 ist er Leiter der Forschungsgruppe “Topology and Correlations in Condensed Matter” am MPI-PKS.

Die Auszeichnung wird im März 2015 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.


Robert-Wichard-Pohl-Preis 2015

für Beiträge zur Physik von interdisziplinärer Bedeutung

PD Dr. Robert Moshammer, Max-Planck-Institut for Nuclear Physics Heidelberg
Prof. Dr. Reinhard Dörner, Goethe-Universität Frankfurt


„Für die Entwicklung einer neuen Messmethode und bahnbrechende Arbeiten in der Atom- und Molekülphysik. Das COLTRIMS-Reaktionsmikroskop hat nicht nur für die Physik, sondern auch für die Chemie und andere benachbarte Forschungsgebiete völlig neue Forschungsziele eröffnet. Ihr individueller und didaktisch ansprechender Vortragsstil ist unverwechselbar und überträgt ihren Enthusiasmus auf Mitarbeiter und Studenten bis hin zu fachfremdem Publikum.“

Bilder: privat

Die Entwicklung des COLTRIMS-Reaktionsmikroskopes hat entscheidend dazu beigetragen, dass man heute die Mehrteilchenreaktionsdynamik in Atomen und Molekülen auf der Attosekundenskala durch Multikoinzidenzmessungen visualisieren kann. Zur Entwicklung dieses Reaktionsmikroskopes haben Herr Dörner und Herr Moshammer entscheidende Beiträge geleistet. Mit dieser Technik haben beide in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Vielteilchendynamik in Quantensystemen in umfassender Breite mit beeindruckenden wissenschaftlichen Ergebnissen untersucht und auf diesem Gebiet herausragende Pionierarbeiten publiziert.

Robert Moshammer hat 1991 an der TU Darmstadt promoviert. Von 1991 bis 1997 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Frankfurt am Main, an der Kansas State University und bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung GSI in Darmstadt. 1998 wechselte er an die Uni Freiburg, wo er sich im Jahre 2000 habilitierte. Seit 2001 ist er Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg. Im Jahre 2006 wurde er für die Entwicklung des Reaktionsmikroskops mit dem Philip-Morris-Preis ausgezeichnet.

Reinhard Dörner hat 1991 an der Universität Frankfurt am Main promoviert und sich dort 1998 habilitiert. Von 1995 bis 2002 war er als Feodor-Lynen- und Heisenberg-Stipendiat in Berkeley und an der Universität Freiburg tätig. 2002 wurde er als Professor an die Universität Frankfurt (Main) berufen, wo er bis heute tätig ist. Er wurde u.a. mit dem Adolph-Messer-Preis, dem Kosseleck-Award und dem "Scientist of the year"-Award der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main ausgezeichnet.

Die Auszeichnung wird im März 2015 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.


Herbert-Walther-Preis 2015

deutsch-amerikanische Auszeichnung für Beiträge zur Quantenoptik und Atomphysik

Prof. Dr. Peter E. Toschek
Institut für Laser-Physik, Universität Hamburg


„Für seine „Pionierarbeiten auf den Gebieten der Laserkühlung und Speicherung einzelner Ionen sowie seine grundlegenden Beiträge zu den Prinzipien der Laserspektroskopie und der Atomphysik.“

Bild: privat

Peter Toschek ist einer der Pioniere laserspektroskopischer Methoden und der Erforschung ihrer physikalischen Grundlagen. Hierzu zählten z.B. Dopplerfreie Spektroskopie und Resonator-interne Absorptionsspektroskopie. Er zeigte mit seinen Mitarbeitern 1978 erstmalig Laserkühlung und 1980 die Darstellung eines einzelnen gespeicherten und gekühlten Ions. 1986 gelang ihnen erstmals der Nachweis der Existenz von Bohrs „Quantensprüngen“ und im Jahre 2000 wiesen sie das Quanten-Zeno-Paradoxon nach.

Peter E. Toschek, geb. in Hindenburg (Oberschlesien), studierte Physik an der Universität Bonn, und promovierte dort (1961) bei Wolfgang Paul. Nach seiner ersten Professur in Heidelberg (1972) folgte er 1981 einem Ruf (C4) an die Universität Hamburg. Längere Auslandsaufenthalte erfolgten an der Stanford University (1972), dem Laboratoire Aimé Cotton (1978/79) und am JILA, Boulder Colorado (1986/87).

Die Auszeichnung wird gemeinsam von der Optical Society of America und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft auf der LASER World of PHOTONICS-Tagung in München im Juni 2015 überreicht.


Hertha-Sponer-Preis 2015

für Physikerinnen

Dr. Ilaria Zardo
Technische Universiteit Eindhoven


„Für herausragende Arbeiten zum Verständnis der Gitterdynamik und elektronischer Bandstrukturen von Halbleiternanodrähten mit Wurtzit- und Zinkblende-Kristallstrukturen. Ihre wegweisende Forschung leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung komplexer Halbleiter-Nanostrukturen für thermoelektrische Anwendungen.“

Bild: privat

Neuartige Heteronanodrähte: Frau Dr. Ilaria Zardo erhält den Hertha-Sponer-Preis 2015 für ihre wegweisende Forschung zum Verständnis der veränderten Bandstruktur komplexer Halbleiter-Nanostrukturen in Form von Zinkblende und Wurtzit-Nanodrähten. Insbesondere hat Frau Dr. Zardo die ortsaufgelöste resonante Ramanspektroskopie weiterentwickelt und damit unterscheidende Eigenschaften dieser neuartigen Materialien bezüglich Energielücken, Verspannungen, Wärmeleitfähigkeiten, Phononen und elektronischen Anregungen untersucht. So werden zukünftige Anwendungen in der Nanophotonik und thermoelektrischer Art ermöglicht.

Frau Dr. Zardo ist eine herausragende junge Wissenschaftlerin, die an der Universita di Rome „Sapienzia“ Physik studierte und mit einer exzellenten Masterarbeit abschloss. Von Juni 2007 bis September 2010 fertigte sie eine gemeinsame Doktorarbeit an der TU München und an der Universität Rom zum Thema „Growth and Raman spectroscopy studies of gold-free catalyzed semiconductor nanowires“ mit dem Prädikat „Summa cum laude“ an. Dafür erhielt sie den „Best Thesis Award“ der Universität Rom. Zurzeit arbeitet sie als Postdoc an einem europäischen Projekt zu „Thermoelectric properties of single semiconductor nanowires“ an der TU Eindhoven. Frau Dr. Zardo wurde innerhalb kurzer Zeit in ihrer wissenschaftlichen Community durch einschlägige Publikationen bekannt und hat sich als Postdoc bereits als eigenständige Wissenschaftlerin etabliert.

Die Auszeichnung wird im März 2015 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.


Georg-Kerschensteiner-Preis 2015

für Beiträge zur Didaktik und Schulphysik

Dr. Elmar Breuer, Pädagogische Hochschule Heidelberg/Gymnasium Englisches Institut Heidelberg
Prof. Dr. Manuela Welzel-Breuer, Pädagogische Hochschule Heidelberg


„Für das Projekt „Physik für Straßenkinder“ in Kolumbien. Im Zusammenhang mit “Patio 13: Schule für Straßenkinder“ gestalteten Frau Welzel-Breuer und Herr Breuer eine Lernumgebung für Straßenkinder, die unter Berücksichtigung der besonderen (Lebens-)Erfahrungen experimentelle Möglichkeiten bereitstellt, mit denen Kinder und Jugendliche sich auf einen Weg von der Beobachtung bis hin zu einer theoretischen Erklärung im Bereich der Physik machen können. Die Straßenkinder erhalten in sogenannten Patios Bildungsangebote, die sie dazu befähigen sollen, sich in die Gesellschaft zu integrieren und einen eigenen Beitrag für ihre Zukunft leisten zu können.“

Bild: privat

Manuela Welzel-Breuer und ihr Mann, Elmar Breuer, engagieren sich für Kinder in Kolumbien. Seit 2001 reist das Ehepaar regelmäßig in das südamerikanische Land. Mit im Gepäck: Experimentiermaterialien und Ideen für inhaltliche Lernangebote. Dort unterrichten Welzel-Breuer und ihr Mann Straßenkinder in so genannten „Patios“ (Schutzräumen). Unterstützt werden sie dabei von Lehrkräften, die das Ehepaar selbst ausgebildet hat. Manuela Welzel-Breuer und ihr Mann tragen dabei stets der besonderen Situation der Straßenkinder Rechnung. Meist arbeitet das Ehepaar mit leicht zu beschaffenden Materialien. Zudem ist es bestrebt, das die Angebote nachhaltig sind. Mit ihrem speziellen Unterricht verschaffen sie den kolumbianischen Kindern neue Zugänge zum Lernen und zur Physik. Systematisch sucht das Paar Anlässe aus der Lebenswirklichkeit der Kinder, anhand derer sich fundamentale physikalische Prinzipien entwickeln und erfahren lassen, beispielsweise aus der Optik, Mechanik oder Elektrizitätslehre. Dabei brechen die beiden bewusst mit dem Frontalunterricht. Die Straßenkinder sollen ein intuitives Verständnis von Physik entwickeln und einen empirischen Zugang zur Welt erhalten. Zugleich soll der Unterricht neugierig machen und zum eigenständigen Erkunden anregen, wenn Welzel-Breuer und ihr Mann einmal nicht vor Ort sind.

Manuela Welzel-Breuer ist Professorin für Physik und Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Nach Promotion 1994 der Universität Bremen war sie dort bis 1999 Wissenschaftliche Assistentin am Institut für Didaktik der Physik, Universität Bremen. Davor war die Lehrerin für Physik, Astronomie und Mathematik sowie Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bremen.

Elmar Breuer studierte Physik an den Universitäten Köln und Oldenburg. Zwischen 1992 bis 1994 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Didaktik der Physik der Universität Bremen. Dort promovierte er 1994 in Didaktik der Physik. 2002 hat er zusammen mit seiner Frau das Projekt „Physik für Straßenkinder“ ins Leben gerufen. Beide geben Seminare zur Physik für Straßenkinder und haben an der Neugestaltung des Physik-Anfängerpraktikums für Lehramtsstudenten an der Universität Heidelberg mitgewirkt.

Die Auszeichnung wird im März 2015 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.


Max-Born-Preis 2015

deutsch-britische Auszeichnung

Prof. Dr. Andrea Cavalleri
Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter
and University of Oxford


„Für seine zeitaufgelösten Messungen photoinduzierter Phasenübergänge in elektronisch korrelierten Materialien.“

Bild: http://qcmd.mpsd.mpg.de/index.php/people.html

Andrea Cavalleri ist ein Pionier der Kurzzeit-Spektroskopie von Materialien mit stark korrelierten Elektronen. Durch synchronisierte Laser- und Röntgenpulse gewann er neue Einsichten in die Dynamik von Metall-Isolator-Übergängen auf der Femtosekunden-Zeitskala. In den letzten Jahren entwickelte er innovative Techniken zur optischen Kontrolle magnetischer und supraleitender Phasenübergänge durch gezielte Anregung einzelner Gitterschwingungen mit intensiven THz-Lichtpulsen.

Andrea Cavalleri studierte Physik in Italien und wurde 1998 an der Universität Essen promoviert. Nach einer Tätigkeit am Lawrence Berkeley Laboratory wurde er 2005 auf eine Professur an der Oxford University berufen. 2008 wurde er Leiter einer Forschungsgruppe der Max-Planck-Gesellschaft an der Universität Hamburg und ist dort seit 2013 Direktor am neuen Max-Planck-Institut für Strukturelle Dynamik.

Die Auszeichnung wird im März 2015 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.


Gentner-Kastler-Preis 2015

deutsch-französische Auszeichnung

Prof. Dr. Tilman Pfau
Universität Stuttgart


„Für seine bahnbrechenden Arbeiten über ultrakalte, dipolare und Rydberg-Gase.“

Bild: privat

Tilman Pfau hat bahnbrechende Beiträge zu ultrakalten Gasen mit dipolarer Wechselwirkung und zum kollektiven Verhalten von Rydberg-Atomen geleistet. Die Bose-Einstein-Kondensation von Chrom-Atomen mit einer starken magnetischen Dipol-Wechselwirkung und seine grundlegenden Arbeiten zur Rydberg-Blockade in dichten Ensembles ultrakalter Rydberg-Atome haben jeweils neue Forschungsgebiete eröffnet, deren Bedeutung von der Atom- und Molekülphysik über Vielteilchenphänomene bis hin zu Anwendungen in der Quanteninformationsverarbeitung reicht.

Tilman Pfau hat In Konstanz studiert und wurde dort 1994 mit einer Arbeit über Atomoptik promoviert. Für die daraus resultierenden Beiträge erhielt er 1998 den Rudolf Kaiser-Preis. Nach Aufenthalten als Postdoc in Paris bei Cohen-Tannoudji und als Gastwissenschaftler am MIT in der Gruppe von Wolfgang Ketterle wurde er 2000 auf einen Lehrstuhl an der Universität Stuttgart berufen. Er war als Gastprofessor in Helsinki, Bejing, Toronto und Boulder.

Der Preis wird 2015 in Frankreich verliehen.


Marian-Smoluchowski-Emil-Warburg-Preis 2015

deutsch-polnische Auszeichnung

Prof. Dr. Werner Hofmann
Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg


„Für seine bahnbrechenden Leistungen in der Gammastrahlenastronomie am Erdboden, insbesondere für seine Entwicklung stereoskopischer Beobachtungsmethoden für Cherenkov-Strahlung, die von Gammastrahlen induziert wird und die Erdatmosphäre durchdringt. Diese Ergebnisse haben auch für mehrere polnische Arbeitsgruppen neue Forschungsfelder eröffnet.“

Bild: MPI für Kernphysik

Prof. Hofmann ist einer der geistigen Väter der bodengebundenen Gammastrahlungs-Astronomie, die sich in den letzten 20 Jahren zu einem eigenständigen Gebiet entwickelt hat und uns ein neues Fenster zum Hochenergie-Universum eröffnet. Beim HEGRA-Experiment war er einer der Pioniere der stereoskopischen Beobachtungtechnik, die sich als Schlüssel für den späteren Durchbruch erwies. Er war einer der Gründer und langjähriger Sprecher des preisgekrönten H.E.S.S.-Experiments, mit dem der Übergang zu einer systematischen Astronomie im Bereich höchster Energien gelang. Dabei entpuppte sich der Gammastrahlungshimmel als unerwartet stark besiedelt. Viele spektakuläre Resultate und die Entdeckung völlig neuer Quellklassen machten H.E.S.S. zu einem historischen Experiment und etablierten Prof. Hofmann als einen der weltweit führenden Astroteilchenphysiker.

Heute ist Prof. Hofmann Sprecher des CTA-Konsortiums, einem globalen Zusammenschluss von Astroteilchenphysikern, mit dem Ziel ein neues, aus mehr als 100 Teleskopen verschiedener Größen bestehendes Observatorium zu schaffen. Wieder ist er geistiger Vater des Gesamtdesigns und einer der Hauptakteure bei vielen innovativen apparativen Entwicklungen. CTA ist derzeit eines der wichtigsten Projekte in nationalen und internationalen Strategieplanungen.

Prof. Hofmann ist der Astroteilchenphysik in Polen eng verbunden. Unter seiner Führung wurden polnische Gruppen in die H.E.S.S.-Kollaboration aufgenommen. Sie gehören heute bei H.E.S.S. und beim CTA-Projekt zu den wichtigsten Partnern.

Die Auszeichnung wird im Sommer 2015 während der Jahrestagung der Physikerinnen und Physiker in Polen überreicht.


Georg-Simon-Ohm-Preis 2015

für physikalische Technik

Dipl.-Ing. (FH) Maik Schönfeld
Westsächsische Hochschule Zwickau

„Für seine Abschlussarbeit im Masterstudiengang Nano- und Oberflächentechnologien. Mit seinem Thema „Theoretische Beschreibung des Trocknungsverhaltens dicker Photoresistschichten und des beladungsinduzierten Eigenfrequenzshifts von MEMS-Komponenten“ leistet er einen wichtigen Beitrag zum tieferen Verständnis für die Resisttrocknung mit hohem Anwendungspotenzial in der Mikrosystemtechnik.“

Bild: privat

In seiner Masterarbeit gibt Herr Schönfeld eine exzellente theoretische Beschreibung des infra-rot-gestützten Trocknungsprozesses dicker Fotolackschichten auf der Basis von Diffusionsprozessen und unter Berücksichtigung experimenteller Messdaten der Polymermatrix, wodurch eine verbesserte Prozesssteuerung und Reproduzierbarkeit industrieller Lithographie- und Abformprozesse möglich wird. Seine Arbeit macht den Weg frei für innovative Dickschicht-Fotoresist-Applikationen.

Seit mehreren Jahren arbeitet Herr Schönfeld aktiv und engagiert in Drittmittelprojekten der Westsächsischen Hochschule Zwickau mit und stärkt damit direkt den Forschungsschwerpunkt Mikrosystemtechnik. Besonders hervorzuheben ist, dass er im dualen Studium praxisnah ausgezeichnete Ergebnisse erzielen konnte, die in 13 wissenschaftlichen Beiträgen dokumentiert sind und unter anderem als Best Poster Award eine internationale Auszeichnung erhielten.

Die Auszeichnung wird im März 2015 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.


Medaille für Naturwissenschaftliche Publizistik 2015

Verliehen von der DPG für publizistische Leistungen, die zur Verbreitung naturwissenschaftlich-physikalischen Denkens im deutschsprachigen Raum in hervorragender Weise beitragen.

Stefan Jorda Dr. Stefan Jorda

„Die Deutsche Physikalische Gesellschaft verleiht Dr. Stefan Jorda die Medaille für Naturwissenschaftliche Publizistik für seine herausragenden Leistungen als langjähriger Redakteur und Chefredakteur des Physik Journal. Es ist Stefan Jorda mit weitem fachlichem Überblick, größter Umsicht und diplomatischem Geschick gelungen, die moderne Physik in ihrer ganzen Breite auf allgemein verständliche, dabei inhaltlich unbestechliche Weise im Physik Journal abzubilden. Dabei hat er zunächst die Physikalischen Blätter, dann das Physik Journal mehrfach in Form und Inhalt modernisiert und neue Publikationsformate entwickelt.“

Bild: privat

Über zwanzig Jahre hinweg prägte Stefan Jorda höchst erfolgreich das Physik Journal, die Mitgliederzeitschrift der DPG. In dieser Zeit leistete er Herausragendes für die verständliche Darstellung der modernen Physik. So entwickelte er die Physikalischen Blätter sowohl inhaltlich wie konzeptionell zum Physik Journal von heute weiter und ergänzte das reine Print-Produkt kontinuierlich um Online-Angebote.

Jorda studierte Physik in Darmstadt und in Rio de Janeiro. Im Jahr 1992 wurde er mit einer Arbeit zur theoretischen Halbleiterphysik in Regensburg promoviert. Am Institut für Theoretische Physik der Universität Regensburg arbeitete er über Strukturen in quantenmechanischen Potentialtöpfen, insbesondere über exzitonische Polaritonen und ihre Dispersionsrelationen. Im Jahr 1995 trat er der Redaktion der Physikalischen Blätter bei. Von 1998 bis 2015 war Jorda Chefredakteur des Physik Journals. Seit 1. Oktober 2015 gehört Jorda der Geschäftsstelle der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung an.

Die Auszeichnung wird im März 2016 während der DPG-Jahrestagung in Regensburg überreicht.


Schülerinnen- und Schülerpreis der DPG 2015

für herausragende Leistungen bei internationalen Physik-Wettbewerben

Dieser Preis wird in zwei Kategorien verliehen und geht an insgesamt zehn Schülerinnen und Schüler, die jeweils 500 Euro Preisgeld erhalten. Darunter sind auch Jugendliche, die ihre Schulzeit inzwischen abgeschlossen haben. Die Auszeichnung wird im März 2015 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.

Internationale Physikolympiade

Die Preisträger:

Maximilian Keitel, Wilhelm-Ostwald-Schule Leipzig
Lars Dehlwes, Ohm-Gymnasium Erlangen
Morian Sonnet, Gymnasium Himmelsthür Hildesheim
Markus Helbig, Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium Frankfurt/Oder
Lingyun Li, Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium Wuppertal

„Die Verleihung erfolgt in Würdigung der Leistungen, die sie als Mitglied der deutschen Mannschaft bei der 45. Internationalen Physikolympiade in Astana, Kasachstan erreicht haben.“

Bild: http://wettbewerbe.ipn.uni-kiel.de/ipho/teilnehmer.html


Die Auszeichnung wird im März 2015 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.



International Young Physicists' Tournament

Die Preisträger:

Tobias Gerbracht, Carl-Fuhlrott-Gymnasium Wuppertal
Felix Wechsler, Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium Windsbach
Vincent Stimper, Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium Chemnitz
Jonas Landgraf, Augustinus-Gymnasium Weiden
Arne Hensel, Bundespräsident-Theodor-Heuss-Schule Homberg


„Die Verleihung erfolgt in Würdigung der Leistungen, die sie als Mitglied des deutschen Teams beim 27th International Young Physicists' Tournament (IYPT) in Shrewsbury, Großbritannien erreicht haben.“

Bild: GYPT/Jan Binder


Die Auszeichnung wird im März 2015 während der DPG-Jahrestagung in Berlin überreicht.



Dissertationspreis der Sektion Atome, Moleküle, Quantenoptik und Plasmen der DPG (Sektion-AMOP)

Die in der Sektion AMOP zusammengeschlossenen Fachverbände der DPG schreiben einen Dissertationspreis aus. Ziel des Preises ist die Anerkennung herausragender wissenschaftlicher Arbeit und deren exzellenter Darstellung in einem Vortrag.

Daniela Rupp

erhält den SAMOP-Dissertations-Preis 2015 für ihre Dissertation und den Vortrag mit dem Titel „Ionization and plasma dynamics of single large xenon clusters in superintense XUV pulses“.



Bild: Tilo Riolo

Sie erhält den Preis für ihre erfolgreichen Arbeiten auf dem Gebiet der Wechselwirkung höchstintensiver Röntgenpulse mit Materie und direkt damit verknüpft der Abbildung von einzelnen Nanoteilchen und ihrer ultraschnellen Dynamik. Daniela Rupp hat in ihrer Dissertation (Betreuer: Prof. Dr. Thomas Möller) mit Flugzeitspektroskopie und Lichtstreuung die Ionisationsdynamik in Xenonclustern untersucht und durch Simulation ganz wesentlich zum Verständnis der Wechselwirkung intensiver Pulse kurzwelliger Strahlung mit Materie beigetragen. Es gelang ihr erstmals, aus der Gasphase Nanoteilchen im Bereich von 100 bis zu einigen 1000 Nanometern Radius herzustellen und den Mechanismus für ihre Bildung aufzuklären.



Dissertationspreis der Sektion kondensierte Materie (SKM)

Die in der SKM zusammengeschlossenen Fachverbände der DPG schreiben einen Dissertationspreis aus. Ziel des Preises ist die Anerkennung herausragender wissenschaftlicher Arbeit und deren exzellenter Darstellung in einem Vortrag.

Johannes Knolle

Der SKM-Dissertations-Preis 2015 geht an Dr. Johannes Knolle für seine Dissertation und den Vortrag mit dem Titel „Dynamics of a Quantum Spin Liquid”.



Bild: privat

Die numerisch exakte Evaluierung des dynamischen Strukturfaktors einer fraktionierten Quantenspinflüssigkeit stellt einen Durchbruch für unser Verständnis topologischer Magnete in zwei Dimensionen dar. Sie ist von Bedeutung für die Suche nach topologischen Materialien, für die Methodik der Vielteilchentheorie, sowie als Beispiel eines lokalen Quantenquenches.


David P. Rosin

Der SKM-Dissertations-Preis 2015 geht an Dr. David P. Rosin für seine Dissertation und den Vortrag mit dem Titel „Dynamics of Complex Autonomous Boolean Networks”.



Bild: Linda Ballentin

Rosin fertigte seine Doktorarbeit in einer Kooperation des Sonderforschungsbereichs 910 an der Technischen Universität Berlin (Betreuer: Prof. Dr. Eckehard Schöll) und der Duke University, NC, USA (Betreuer: Prof. Dr. Daniel Gauthier) an. Er schuf erstmalig in einem Labor große, komplexe Netzwerke und erzielte signifikante neue Ergebnisse zu deren nichtlinearer Dynamik, die nicht nur vom Grundlagenstandpunkt aus wichtig sind (Langzeitverhalten von Chimera-Zuständen), sondern auch relevante neuartige Anwendungen versprechen, z. B. einen ultraschnellen Hardware-Zufallszahlgenerator mit einer Rate von 12.8 Gbit/s und künstliche Neuronen, die tausendmal schneller als die besten bisher etablierten künstlichen Neuronen sind.




Dissertationspreis der Fachverbände Gravitation und Relativitätstheorie, Physik der Hadronen und Kerne, Teilchenphysik

Die genannten Fachverbände der DPG schreiben einen Dissertationspreis aus. Ziel des Preises ist die Anerkennung herausragender wissenschaftlicher Arbeit und deren exzellenter Darstellung in einem Vortrag.

Sebastian König

erhält den Dissertationspreis der Fachverbände Gravitation und Relativitätstheorie, Physik der Hadronen und Kerne, Teilchenphysik für seine Dissertation und den Vortrag mit dem Titel "Effective quantum theories with short- and long-range forces".



Bild: privat

König erhielt den Preis für seine herausragenden Arbeiten zur Physik gebundener Zustände im endlichen Volumen, die wichtige Anwendungen in Gittersimulationen haben sowie zum Verständnis der Effekte der langreichweitigen Coulomb-Wechselwirkung im Zusammenspiel mit der starken Wechselwirkung beitragen.





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