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Preisträgerinnen und Preisträger 2005

Max-Planck-Medaille

Herr Prof. Dr. Peter Zoller, Universität Innsbruck
für seine bedeutenden Beiträge auf dem Gebiet der Quantenoptik, insbesondere der Wechselwirkung von Laserlicht mit Atomen. Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die Arbeiten des Österreichers zum ultrakalten Bosonengas im optischen Gitter sowie zur Erreichung langer Kohärenzzeiten in Quantencomputern. Ein von Zoller und Cirac vorgeschlagenes Modell eines solchen Superrechners basiert auf der Wechselwirkung von Lasern mit kalten, in einer elektromagnetischen Falle gespeicherten Ionen und gilt als wichtiger Schritt hin zur tatsächlichen Realisierung von Quantencomputern. Im Gegensatz zu den Bits herkömmlicher PCs, für die nur die Zustände 0 oder 1 möglich sind, können die Qubits eines Quantencomputers 0 und 1 gleichzeitig sein. Dies ermöglicht es, eine große Zahl von Berechnungen parallel auszuführen. Quantenrechner könnten so Aufgaben in Sekunden erledigen, für die heutige Computer Tage benötigen.

Weitere Informationen: http://bozon.uibk.ac.at/qo/zoller/


Stern-Gerlach-Medaille

Herr Prof. (em.) Dr. Bogdan Povh , Universität Heidelberg und Max-Planck-Institut für Kernphysik (Heidelberg)
für seine hervorragenden Arbeiten zur starken Wechselwirkung in der komplexen Umgebung von Atom-kernen, insbesondere zur Spektroskopie der Hyperkerne. Povh und seine Mitarbeiter entwickelten die wegweisende Methode der rückstoßfreien Produktion von Hyperonen. Einmal im Atomkern gebunden, können diese Teilchen als "Sonden" zur Untersuchung der Kernbausteine genutzt werden. Povhs Beiträge haben über die Hyperkern-Spektroskopie hinaus in vielfältiger Weise zur Entwicklung der Kern- und Teilchenphysik der vergangenen vierzig Jahre beigetragen.

Weitere Informationen: http://www.physik.uni-heidelberg.de/ und http://www.mpi-hd.mpg.de/


Gustav-Hertz-Preis

Herr Priv.-Doz. Dr. Markus Drescher, Universität Bielefeld
für seine bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der Erzeugung und Charakterisierung von Attosekunden-Strahlungspulsen und deren Anwendung in der Elektronenspektroskopie. Drescher entwickelte ein Messverfahren, bei dem die Elektronenemissionen eines atomaren Augerzerfalls mithilfe eines Laserpulses abgetastet werden. Wie ein Diskobesucher auf der Tanzfläche werden die Elektronen durch den Laser stroboskopisch "angeblitzt". Die Verschlusszeiten dieser atomaren Kamera liegen dabei im Attosekunden-Bereich (Attosekunde = trillionstel Sekunde) und ermöglichen eine zeitliche Verfolgung der Elektronenbewegung.

Weitere Informationen: http://www.physik.uni-bielefeld.de/experi/d4/personen/drescher.htm und http://www.photonics.com/spectra/research/XQ/ASP/preaid.54/QX/read.htm


Robert-Wichard-Pohl-Preis

Herr Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Dose , Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (Garching)
für seine herausragenden interdisziplinären Beiträge zur Physik des atomaren und molekularen Wasserstoffs, zur Elektronenbandstruktur des Festkörpers sowie zur Bayes'schen Wahrscheinlichkeitstheorie. Diese ermöglicht als Werkzeug der Datenanalyse die Interpretation selbst fehlerhafter und unvollständiger Informationen. "Eine Anwendung des gesunden Menschenverstands mithilfe geeigneter Rechenvorschriften", so Dose, der in zahlreichen Arbeiten die Methoden der Bayes'schen Statistik auf ein breites Spektrum unterschiedlichster Problembereiche angewandt hat. Diese reichen von der Plasmaphysik über die Röntgenastronomie bis hin zur Klimaforschung.

Weitere Informationen: http://www.ipp.mpg.de/ippcms/de/pr/institut/organigramm/leitung/dose.html


Walter-Schottky-Preis

Herr Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Belzig , Universität Basel
für seine hervorragenden Verdienste um die theoretische Beschreibung des elektronischen Quantentransports in mesoskopischen Systemen. Der von Belzig entwickelte Formalismus zur Zählstatistik des Elektronentransports kann auf Hybridstrukturen aus normalen Metallen, magnetischen Materialien und Supraleitern angewandt werden, wie sie u. a. für die Magnetoelektronik interessant sind. Angesiedelt zwischen unserer makroskopischen Umwelt und der atomaren und subatomaren Mikrowelt gehört die mesoskopische Physik zu den zentralen Forschungsgebieten der modernen Festkörperphysik und liefert einen direkten Zugang zu quantenmechanischen Effekten.

Weitere Informationen: http://theorie5.physik.unibas.ch/belzig/


Schülerinnen- und Schülerpreis

Internationalen Physikolympiade

von links nach rechts:
Prof. Dr. Gunter Lind, Falk Tandetzky, Axel Keller, Igor Gotlibovych, Torsten Karzig, Felipe Gerhard und Dr. Gunnar Friege
Bei der Physikolympiade, die im Sommer 2004 in Pohang (Korea) stattfand, belegte diese Gruppe den 15. Platz unter 71 Nationen. Der gebürtige Ukrainer Igor Gotlibovych, Mitglied der deutschen Delegation, gewann eine Goldmedaille. Die Physikolympiade ist ein Einzelwettbewerb und besteht aus zwei mehrstündigen Klausuren, einer theoretischen und einer experimentellen.
Betreuer:
Herr Prof. Dr. Gunter Lind, Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften an der Universität Kiel
und
Herr Dr. Gunnar Friege, Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften an der Universität Kiel

Weitere Informationen: http://www.ipn.uni-kiel.de/projekte/ipho/start.htm


Schülerinnen- und Schülerpreis

Young Physicists' Tournament

von links nach rechts:
Igor Gotlibovych, Matthias Müller, Renate Landig, Markus Helmer, Christoph Tavan
Im Sommer 2004 wurde dieses Team Vizemeister beim 17. IYPT im australischen Brisbane. Der so genannte "Physik-Weltcup" ist ein Mannschaftswettbewerb, an dem sich Jugendliche aus aller Welt beteiligen. Vor dem Turnier haben die Teams mehrere Monate Zeit, um 17 physikalisch-technische Probleme zu bearbeiten. So entstehen richtige Forschungsprojekte, deren Ergebnisse beim eigentlichen Wettkampf vorgestellt werden.
Betreuer:
Herr StD Bernd Kretschmer, Hans-Thoma-Gymnasium, Lörrach
und
Herr StD Rudolf Lehn, Schülerforschungszentrum e.V., Bad Saulgau

Weitere Informationen: http://www.sfz-bw.de/iypt/iypt.html


Georg-Simon-Ohm-Preis

Frau Dipl.-Ing. (FH) Liane Herbst, FH Coburg und Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (Braunschweig)
für die Entwicklung eines Schnellverfahrens zur Bestimmung des Schadstoffgehalts in Abgasen von Dieselmotoren. Die Untersuchungen, die Herbst im Rahmen ihrer Diplomarbeit durchführte, konzentrierten sich auf so genannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Angelagert an Rußpartikel gelangen diese "huckepack" mit dem Abgas in die Umwelt und über die Atemwege in den menschlichen Körper. Als krebserregende Stoffe eingestuft, ist die präzise Bestimmung ihrer Konzentration im Abgas ein wesentlicher Beitrag zur toxikologischen Bewertung von nachwachsenden Treibstoffen wie z.B. Biodiesel. Herbst promoviert zurzeit an der TU Braunschweig zum Themenkreis Nachhaltige Mobilität.

Weitere Informationen: http://www.fh-coburg.de/ und http://www.fal.de/


Hertha-Sponer-Preis

Frau Dr. Elena Vedmedenko (42), Universität Hamburg
für ihre herausragenden theoretischen Arbeiten auf dem Gebiet des Magnetismus von Nanostrukturen. Das Verständnis der magnetischen Eigenschaften auf der Nanometerskala spielt eine Schlüsselrolle für die Entwicklung extrem hoher Speicherdichten in der magnetischen Aufzeichnungstechnik. So sind die Fragestellungen des Nanomagnetismus von großer technologischer Bedeutung für Arbeitsfelder wie die "Spintronik" oder "Magnetoelektronik", in denen neueste Konzepte für RAMs und Transistoren untersucht werden.

Weitere Informationen: http://www.physnet.uni-hamburg.de/iap/group_g/de/forschung.htm


Max-Born-Preis

Herr Prof. Dr. Michael William Finnis, Queen's University Belfast
für seine herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der interatomaren Kräfte sowie der Grenzflächenphysik. Mit seinen Beiträgen hat Finnis die Entwicklung der Materialwissenschaften während der letzten Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt.

Weitere Informationen: http://titus.phy.qub.ac.uk/group/Mike/Mike.html


Marian-Smoluchowski-Emil-Warburg-Preis

Herr Prof. Dr. Andrzej Warczak, Jagiellonian University (Krakau)
für seine bedeutenden Arbeiten zu Stoßprozessen zwischen schweren Ionen und Atomen sowie für seine Beiträge zur Aufklärung der dabei auftretenden physikalischen Vorgänge. Besonders gewürdigt wird sein Engagement beim Aufbau der deutsch-polnischen Kollaborationen bei Experimenten an der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt.

Weitere Informationen: http://www.if.uj.edu.pl/index_en.html und http://www.gsi.de
 
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