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Jahresberichte 2000

Inhalt

Präsident
Vizepräsident
Schatzmeister
Wissenschaftliche Programme und Preise
Informationswesen und Presse
Bildung und Ausbildung
Berufsfragen und wissenschaftlicher Nachwuchs
Schule
Geschäftsführung, Mitgliederversammlung

Veranstaltungen im Physikzentrum Bad Honnef
Veranstaltungen im Magnus-Haus Berlin


Präsident

Das vergangene Jahr stand für die Deutsche Physikalische Gesellschaft vor allem im Zeichen des Dialogs mit der Öffentlichkeit. Die Bilanz des "Jahres der Physik" ist beeindruckend: In fünf großen zentralen Veranstaltungen in Berlin und Bonn sowie über 200 Satellitenveranstaltungen landauf, landab wurden unmittelbar rund 200.000 Menschen erreicht. Das Jahr der Physik war ein großer Erfolg, der ohne die konsequente Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung nicht möglich gewesen wäre. Ich möchte daher der Bundesministerin, Frau Edelgard Bulmahn, sowie den Staatssekretären Dr. Thomas und Dr. Catenhusen sowie Ministerialrat Dr. Wagner im Namen der DPG herzlich danken. Unser Dank gilt auch meinem Amtsvorgänger Prof. Alexander Bradshaw sowie dem DPG-Beauftragten für das Jahr der Physik, Prof. Heiner Müller-Krumbhaar, für ihren Enthusiasmus und ihr Engagement.

Über die direkten Veranstaltungsbesucher hinaus wurde dank der exzellenten Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die Herr Prof. Klaus Wandelt mit der Agentur Iser&Putscher; abgestimmt hat, ein Vielfaches an Menschen erreicht. Höhepunkt der Veranstaltungen war die Jubiläumswoche "100 Jahre Quantentheorie" im Dezember in Berlin, wo am 14. Dezember, dem Jahrestag von Plancks Vortrag über das Strahlungsgesetz, ein Festakt mit Bundesministerin Bulmahn im vollbesetzten Schauspielhaus stattfand. Die Jubiläumswoche wurde in großzügiger Weise von der Wilhelm- und Else-Heraeus-Stiftung unterstützt, der sowohl hierfür als auch für die Unterstützung vieler anderer Projekte ein besonderer Dank gilt. Ein Überblick über die Veranstaltungen zum Jahr der Physik sowie die erzielte Medienresonanz ist in einer Sonderbeilage der Physikalischen Blätter im März 2001 erschienen.

Nun ist das Jahr der Physik zwar vorbei, der Schwung muss aber erhalten bleiben, die Initiative darf nicht als einmaliges Strohfeuer wieder in Vergessenheit geraten. Die Initiatoren vieler Satellitenveranstaltungen sind voller Elan und werden in diesem Jahr den eingeschlagenen Weg weitergehen. Auch die DPG beschreitet neue Wege und hat zum Beispiel in den ICE-Zügen der Deutschen Bahn einen Monat lang die Broschüre "Physik ist Zukunft" auslegen lassen. Gemeinsam mit dem BMBF werden wir auch in diesem und den kommenden Jahren je eine große Veranstaltung auf die Beine stellen. Unter dem neuen Slogan "Highlights der Physik" wird im Herbst 2001 im Deutschen Museum in München eine große Veranstaltung stattfinden, die inspiriert vom aktuellen Jahr der Lebenswissenschaften unter dem Motto "Physik und Leben" - Physik trifft Biologie - stehen wird.

Über die direkten Publikumsveranstaltungen hinausgehend, hat eine Kommission unter dem Vorsitz meines Vor-Vorgängers Prof. Markus Schwoerer zum Abschluss des Jahres der Physik eine Denkschrift mit dem Titel "Physik: Themen, Bedeutung und Perspektiven physikalischer Forschung" herausgegeben, die den Bogen von der Grundlagenforschung zur Anwendung, von der Politik zur Kultur spannt. Die Denkschrift wurde in kurzer Zeit zu einem wahren Bestseller: Zwei Auflagen mit insgesamt 30.000 Exemplaren wurden seit letztem November verteilt: an Entscheidungsträger in Politik und Wissenschaft, darunter alle Abgeordnete des Bundestages und der Landtage, alle Wissenschafts- und Kultusminister sowie die Vorstände großer Unternehmen. Aber auch alle Gymnasien in Deutschland erhielten ein Exemplar. Der Schule gilt unser besonderes Augenmerk, da in ihr die Weichen für die spätere Grundeinstellung zur Physik gestellt werden. Die DPG möchte an der Schwelle von der Schule zum Studium ein Zeichen setzen und hat daher den Buchpreis für die besten Abiturienten - mit finanzieller Unterstützung der Wilhelm- und Else-Heraeus-Stiftung - im vergangenen Jahr erstmals bundesweit im Rahmen der Abiturfeierlichkeiten an über 2.000 Schüler vergeben. Daneben hat die DPG im vergangenen Jahr an ca. 2.000 Gymnasien jeweils die zwei bis drei besten Schüler im Fach Physik mit einer kostenlosen Mitgliedschaft für ein Jahr ausgezeichnet. Dadurch konnten 5448 Abiturienten als neue Mitglieder gewonnen werden, wodurch sich die Mitgliederzahl auf über 35.000 erhöht hat. Der "Sonderpreis Physik" ist unser Beitrag zum Wettbewerb "Schule macht Zukunft", eine Initiative vom Bundesverband der Deutschen Industrie, dem Nachrichtenmagazin Focus, dem Deutschen Verband Technisch-Naturwissenschaftlicher Vereine und anderer. Damit hat die DPG im vergangenen Jahr einer Schulklasse die Teilnahme an den Veranstaltungen zu "100 Jahre Quantentheorie" in Berlin ermöglicht.

Die Studentenzahlen sind unverändert besorgniserregend niedrig (s. Bericht von Rainer Kassing). Zugleich werden die Absolventen derzeit vom Arbeitsmarkt gleichsam "aufgesaugt". Angesichts der Tatsache, dass vier von fünf Absolventen wenige Jahre nach dem Abschluss die Forschung an Universitäten und Forschungsinstituten verlassen haben, müssen wir uns der Frage stellen, ob das Physikstudium in seiner jetzigen Form noch zeitgerecht ist. Diese Frage wurde mit einem hochkarätig besetzten Podium am Tag der DPG im vergangenen November diskutiert, worüber in den Physikalischen Blättern (Februar 2001) ein ausführlicher Bericht erschienen ist.

Es gibt sicherlich keine einfachen Patentlösungen, um das Studium wieder attraktiver und generell das Interesse an der Physik wieder zu verstärken. Hierzu bedarf es einer gemeinsamen Anstrengung von allen Beteiligten, von Schulen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Politik und Wirtschaft. Wir müssen an allen Schrauben drehen, auf die Kultusminister zugehen, den Dialog mit der Politik führen und sind auf starke Partner in Politik und Wirtschaft angewiesen. Der Besuch einer DPG-Delegation beim Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung im Frühjahr 2000 - übrigens der erste Besuch einer wissenschaftlichen Fachgesellschaft bei diesem Ausschuss - war ein erster Schritt. Das Magnus-Haus in Berlin, sozusagen im Zentrum der Macht gelegen, entwickelt sich erfreulicherweise zu einem Treffpunkt für regelmäßige Begegnungen mit Parlamentariern. Als aus der Industrie kommender Präsident liegt mir das Engagement der Kollegen aus Industrie und Wirtschaft sowie der Dialog zwischen Wissenschaft und Wirtschaft besonders am Herzen. Die im vergangenen Jahr durchgeführte Leserbefragung der Physikalischen Blätter hat zutage gefördert, dass der Anteil der DPG-Mitglieder, die in der Wirtschaft tätig sind, offenbar höher ist als bislang in der DPG-Statistik ausgewiesen. Wir wollen daher unsere Aktivitäten und unsere Präsenz in der Wirtschaft verstärken, um die DPG auch für diese Mitglieder attraktiver zu machen. Der Arbeitskreis Industrie und Wirtschaft (AIW), früher Beratender Ausschuss der Industriephysiker (BAI), hat sich dies zum Ziel gesetzt. In einem persönlichen Schreiben habe ich mich an alle DPG-Mitglieder gewendet, von denen uns bekannt ist, dass diese in Industrie und Wirtschaft tätig sind, und habe sie zur Werbung von neuen Mitgliedern aus ihrem beruflichen und persönlichen Umfeld aufgerufen. Jedem Interessierten wollen wir ein Exemplar der Denkschrift kostenlos überlassen.

Bei der Vorstandsratssitzung am 21. Tag der DPG im November wurde Prof. Roland Sauerbrey, derzeit DPG-Vorstandsmitglied für Wissenschaftliche Programme und Preise, zum designierten Präsidenten gewählt, der sein Amt im April 2002 antreten wird. Prof. Rainer Kassing wurde für eine zweite Amtszeit als Vorstandsmitglied für Bildung und Ausbildung wiedergewählt.

Außerdem hat der Vorstandsrat den künftigen Namen der Mitgliederzeitschrift festgelegt. Die Physikalischen Blätter werden ab 2002 Physik Journal heißen. Bei dieser Entscheidung, die in Übereinstimmung mit dem Vorstand getroffen wurde, hat sich der Vorstandsrat davon leiten lassen, dass der neue Name nicht nur Jahre, sondern Jahrzehnte überdauern und zugleich international verständlich sein soll.

Als neuer Preis zur Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen wurde der Hertha-Sponer-Preis für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Physik ins Leben gerufen. Ziel dieses Preises ist es, mehr Frauen für die Physik zu gewinnen. Bei der Sitzung des Vorstandsrats auf der Physikertagung 2001 in Hamburg wurde der Georg-Kerschensteiner-Preis für hervorragende Leistungen in der Lehre ins Leben gerufen. Außerdem wurde der Arbeitskreis "Physik sozio-ökonomischer Systeme" gegründet, der sich mit der Anwendung und Weiterentwicklung von Methoden der Physik zur Analyse, Modellierung, Simulation und Optimierung von sozio-ökonomischen Systemen befassen soll.

Ich danke allen Mitgliedern, die sich ehrenamtlich zum Wohle unserer Gesellschaft engagieren, z. B. in den verschiedenen Gremien der DPG oder bei der Organisation der Tagungen. Daneben möchte ich im Namen aller Mitglieder auch dem Chefredakteur der Physikalischen Blätter, Dr. Stefan Jorda, und seinem Team in Weinheim, sowie dem Hauptgeschäftsführer, Dr. Volker Häselbarth, und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Geschäftsstelle und im Magnus-Haus, für ihre ausgezeichnete Arbeit danken.

Dr. Dirk Basting
Präsident

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Vizepräsident

Die PR-Aktion "2000: Das Jahr der Physik" wurde von Frau Bundesministerin Edelgard Bulmahn am 18. Januar 2000 in Berlin eröffnet. Sie wurde von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam initiiert und durchgeführt. Dabei hat das Ministerium die fünf Zentralveranstaltungen sowie die Herausgabe einer Denkschrift großzügig gefördert. Beauftragter des Vorstandes für das Jahr der Physik war Herr Professor Heiner Müller-Krumbhaar, Jülich, dessen umfangreiche Koordinierungs- und Organisationsarbeiten wesentlich für den Erfolg des Jahres verantwortlich waren. Ebenfalls gebührt Herrn Dr. Hermann-Friedrich Wagner vom BMBF für seine starke Unterstützung großer Dank. Wichtige Teile der Organisation der Zentralveranstaltungen wurden der Agentur Iser und Putscher übertragen, sehr viele der damit verbundenen Aktivitäten ruhten allerdings auf den Schultern einiger Hundert DPG-Mitglieder. In fünf Zentralveranstaltungen (Januar: Jenseits der Milchstraße, Berlin, April: Reise zum Urknall, Berlin, Juni: Gebändigtes Licht, Bonn, September: Stein der Weisen, Bonn, Dezember: Entdeckung des Zufalls, Berlin) wurden insgesamt über 60.000 Besucher, davon 15.000 Schüler, gezählt und über 50 Vorträge gehalten. Zu den Ausstellungen während der Zentralveranstaltungen wurden jeweils 5.000 - 7.500 Exemplare der Themenhefte gedruckt und verteilt. Wegen der hohen Nachfrage wurden Nachdrucke in erheblicher Höhe angefertigt. Die Themenhefte sowie die Sammlung der Vorträge sind inzwischen als Bücher erschienen ("... und Er würfelt doch!" sowie "Was die Welt zusammenhält"; beide erschienen bei Wiley-VCH, Berlin, 2001). Insgesamt fanden ebenfalls im Jahr der Physik an den Universitäten und Forschungsinstituten der Bundesrepublik ca. 200 dezentrale Veranstaltungen statt. Die Gesamtzahl der Besucher bei den zentralen und dezentralen Veranstaltungen wird auf über 200.000 geschätzt. Die Medienresonanzanalyse deutet auf eine Reichweite von 37 Millionen Personen (verkaufte Auflage, Hörer, Zuschauer). Zum Ende des Jahres der Physik hat die DPG eine Denkschrift veröffentlicht: Themen, Bedeutung und Perspektiven physikalischer Forschung. Sie wurde verfasst von zahlreichen DPG-Mitgliedern und koordiniert von einer 14-köpfigen Kommission unter dem Vorsitz von Herrn Professor Markus Schwoerer, Bayreuth. 30.000 Exemplare sind bereits verteilt bzw. verkauft worden. Am 5. April 2000 fand im Reichstagsgebäude in Berlin eine Sitzung des Bundestagsausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung mit dem einzigen Tagesordnungspunkt "Gespräch mit Vertretern der DPG" statt; eine derartige Sitzung des Forschungsausschusses ist bisher einmalig gewesen.

Krönung des Jahres der Physik war die Jubiläumswoche "100 Jahre Quantentheorie", die an den Vortrag von Max Planck am 14. Dezember 1900 vor der Deutschen Physikalischen Gesellschaft erinnerte, der als Geburtsstunde der Quantentheorie gilt. Die Jubiläumswoche bildete den wesentlichen Teil der Zentralveranstaltung "Entdeckung des Zufalls" und wurde von der DPG mit Hilfe einer großzügigen Spende der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung veranstaltet. Die Jubiläumswoche erzielte eine große öffentliche Wirkung, die weit über die üblichen Fachkreise hinausging. Artikel zu dem Thema erschienen in vielen nationalen und internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Nachrichtenmagazinen. An der Festsitzung am 14. Dezember im Berliner Schauspielhaus redeten die Bundesforschungsministerin, Frau Bulmahn, der Vizepräsident der französischen Akademie der Wissenschaften, Hubert Curien (per Videolink nach Paris) sowie die Nobelpreisträger Klaus von Klitzing und Claude Cohen-Tannoudji. Das Schauspielhaus war mit 1.500 Gästen voll besetzt. Die wissenschaftlichen Symposien zur Jubiläumswoche waren mit 740 Teilnehmern ebenfalls ein großer Erfolg. Die Vorträge sind größtenteils in den Annalen für Physik in zwei Bänden veröffentlicht. Die von Herrn Dr. Dieter Hoffmann und Dr. Jost Lemmerich vorbereitete Ausstellung in der Staatsbibliothek/Kulturforum wurde sehr positiv aufgenommen. Ein Ausstellungskatalog stand sowohl auf deutsch als auch in englischer Sprache zur Verfügung. Die Ausstellungseröffnung mit Hauptredner Professor Dieter Simon, Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, erfreute sich 600 Teilnehmer. Ein großer Teil der Ausstellung wurde ab Anfang April in der Aula der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien ausgestellt. Am Ende der Jubiläumswoche fanden sich 89 Teilnehmer aus 51 Nationen für den World Congress of Physical Societies im Magnus-Haus zusammen. Gastgeber waren gemeinsam die Deutsche Physikalische Gesellschaft und die European Physical Society. In der Abschlusssitzung wurden zu den drei Schwerpunktthemen (The Public Understanding of Physics, Raising the Profile of Physics in Schools und The Strenthening of National Physical Societies) Resolutionen verabschiedet, die die Teilnehmer an die zuständigen nationalen wie internationalen Gremien und Organe weiterleiten (siehe Phys. Bl. 57 (2000), Nr. 3, S. 80). Die ausgezeichnete Organisation der Jubiläumswoche hatten dankenswerterweise Professor Christian Thomsen und Dr. Jens Viefhaus inne.

Das Deutsche Nationale Komitee (DNK) der IUPAP hat am 18. November 2000 in Mainz getagt und u. a. die Wahlen für die 24. General Assembly vorbereitet. Da Letztere in Berlin unter der örtlichen Leitung von Herrn Professor Jürgen Sahm stattfindet, wurde hier ebenfalls über das Rahmenprogramm und andere Details diskutiert. Das Komitee bat die DPG, die General Assembly mit einem namhaften Geldbetrag zu bezuschussen. Ebenfalls war das Komitee der Meinung, dass der Arbeitskreis Chancengleichheit an der IUPAP-Tagung "Women in Physics" im Frühjahr 2002 stark vertreten sein sollte.

Das Magnus-Haus unter der wissenschaftlichen Leitung von Herrn Professor Theo Mayer-Kuckuk bietet nach wie vor ein herausragendes Programm wissenschaftlicher Veranstaltungen. Das Magnus-Haus hat sich in den letzten Jahren zu einem Schwerpunkt des wissenschaftlichen und kulturellen Lebens Berlin entwickelt.

Auf der Sitzung des EPS-Councils im April 2000 in Dublin ist Professor Martial Ducloy, Paris, Frankreich, zum designierten Präsidenten der European Physical Society gewählt worden.

Neben der sehr generösen Unterstützung der Jubiläumswoche "100 Jahre Quantentheorie" hat die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung verschiedene andere Projekte der DPG im Jahr 2000 stark gefördert. Dazu gehören die WE-Heraeus-Seminare und -Sommerschulen, das sogenannte Kommunikationsprogramm, das den Besuch an DPG- und EPS-Tagungen durch Nachwuchswissenschaftler bezuschusst, das Osteuropaprogramm, das den Besuch mittel- und osteuropäischer Physiker an Tagungen in Deutschland fördert sowie der DPG-Buchpreis 2000, der allen Gymnasien in Deutschland zur Verleihung an den jeweils besten Abiturienten oder die beste Abiturientin im Fach Physik angeboten werden konnte. Die Deutsche Physikalische Gesellschaft ist der Stiftung für ihre Hilfe für die Physik in Deutschland nach wie vor außerordentlich dankbar.

Prof. Dr. Alexander M. Bradshaw
Vizepräsident

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Schatzmeister

(siehe dazu Jahresabschluß)

Der Haushalt hat die großen Veranstaltungen zum Jahr der Physik und zum 100jährigen Jubiläum der Quantenphysik relativ gut überstanden. Dennoch gelang es nicht, das Budget ausgeglichen zu gestalten. Die Bilanz des Jahres 2000 schließt mit einer Unterdeckung von fast 118.000 DM . Bei der Aufstellung des Haushaltsplanes im Jahr 1999 drohte uns aber ein Defizit von 585.000 DM. Dieses konnte zwei positive Entwicklungen vermindert werden. Zum einen wuchsen die Einnahmen stärker als ursprünglich veranschlagt war. Der Zuwachs betrug hier 193.000 DM. Zum anderen fiel der erforderliche Aufwand für die Erstellung unserer Publikationen um etwa 396.000 DM geringer aus als vorgesehen und das ohne Qualitätsverlust oder Abstriche bei den Produkten in Kauf nehmen zu müssen.

Die nebenstehende Zusammenfassung der Zahlen für den Haushaltsplan des Jahres 2000 ( Plan 2000) und für den tatsächlichen Verlauf des vergangenen Jahres (Ist 12.00) wird in die fünf Gruppen unterteilt: Erträge, Geschäftsstelle, Gliederungen, Mitgliedschaften und Publikationen.

Bei den Erträgen liegen alle sieben Positionen über dem Plan. Bemerkenswert sind zusätzliche 59 000 DM aus den Wertpapiererträgen und der Jahresgewinn der DPG GmbH in Höhe von 87.000, der bei den Beteiligungen (Kz. 170) aufgeführt wird. Der Zuwachs bei den Mitgliedsbeiträgen hat sich in den letzten Jahren ständig verringert. Das setzt sich fort. Mit nur 25 000 DM erreichte dieser Zuwachs im Jahr 2000 ein neues Minimum. Die Kosten für die Geschäftsstelle und die von dieser betreuten Aktivitäten waren im Berichtsjahr 206.000 Mark höher als ursprünglich geplant. Darin schlagen so unterschiedliche Positionen wie eine Veränderung der Sterbetafeln (Pensionsrückstellungen) und Werbemaßnahmen an den Schulen zu Buche. Die Einnahmen in dieser Gruppe stammen fast ausschließlich aus Unkostenbeiträgen der DPG GmbH, die damit für die Inanspruchnahme von Einrichtungen des DPG e.V. zahlt.

Unter der Bezeichnung Gliederungen verbergen sich wesentliche Aktivitäten der Gesellschaft. Hier findet sich z. B. (Kz. 545) das finanzielle Ergebnis der wissenschaftlichen Tagungen. Die Tagungen konnten danach im Jahre 2000 mit einer sehr positiven Bilanz abgeschlossen werden, ein Ergebnis, das so nicht zu erwarten war. Diese Abteilung enthält in erheblichem Umfang auch Mittel Dritter zur Finanzierung unserer Aktivitäten. Besonders möchte ich auf die Beiträge der Heraeus Stiftung hinweisen, die uns im letzten Jahr sehr geholfen hat, verschiedene wichtige Aktivitäten zu finanzieren. Auch der Zuschuß Landes Nordrhein-Westfalen zum Betrieb des Physikzentrums in Bad Honnef soll an dieser Stelle einmal erwähnt werden. Das finanzielle Engagement der Bundesministerin für Bildung und Forschung hat ganz wesentlich zum Erfolg der neuen Denkschrift der DPG beigetragen.

Bei den Beiträgen zu nationalen oder internationalen Organisationen dominiert mit 270 000 DM der Beitrag zur europäischen Physikalischen Gesellschaft, der nach der Zahl der Mitglieder der nationalen Gesellschaft bemessen wird.

Die fünfte Gruppe, die in den Positionen 811 bis 819 die Kosten unserer Publikationsaktivitäten zeigt, ist hauptsächlich für die starke Verringerung des ursprünglich erwarteten Haushaltdefizits verantwortlich. Mit Ersparnissen von fast 260.000 DM tragen die Physikalischen Blätter den Löwenanteil zu den Einsparungen bei.

Die Kassenprüfer haben in Ihrem Prüfungsbericht die korrekte Buchführung und die Richtigkeit der Jahresrechnung bestätigt. Der Vorstandsrat hat beschlossen, das Defizit des Jahres 2000 in Höhe von 117.073,38 DM aus den Rücklagen zu decken.

Ich danke der Geschäftsstelle, insbesondere Frau Wüsthoff und Herrn Dr. Häselbarth, sehr für Ihre ausgezeichnete Arbeit bei der praktischen Führung des Haushaltes..

Dr. Jens-Egon Mosch

Schatzmeister

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Wissenschaftliche Programme und Preise

Die 64. Physikertagung fand in Dresden statt. Es war das erste Mal, daß sich die Physikerinnen und Physiker Deutschlands zu ihrer jährlichen Hauptveranstaltung in Dresden trafen. Die in unmittelbarer Nähe zum Zentrum gelegenen Räume der Universität boten ein nahezu ideales Umfeld für eine organisatorisch hervorragend durchgeführte Tagung. Das interessante Spannungsfeld zwischen der traditionsreichen Residenzstadt einerseits und der vorwärtsgewandten Wissenschafts- und Industriestadt Dresden wurde dabei für die Tagungsteilnehmer spürbar. In Dresden tagten die Fachverbände Gravitation und Relativitätstheorie, Physik der Hadronen und Kerne, Teilchenphysik, Theoretische und Mathematische Grundlagen der Physik, Didaktik der Physik sowie Strahlenphysik und Strahlenwirkung, außerdem die Arbeitskreise Chancengleichheit, Energie sowie Physik und Abrüstung. Auch diesmal fanden die auf Frühjahrstagungen immer beliebter werdenden Symposien statt, die diesmal den Themen Computational Physics, Symmetriebrechung, Quantenfeldtheorie, mathematische Aspekte dynamischer Systeme und der Plutoniumproblematik gewidmet waren. Außerdem bot die Dresdener Tagung ein umfangreiches Lehrerfortbildungsprogramm.

Die Tagung wurde in höchst kompetenter Weise von Prof. Dr. Hartwig Freiesleben als örtlichem Tagungsleiter sowie Herrn Dr. Walther Keller als Tagungsgeschäftsführer organisiert. Höhepunkte der Festsitzung in Dresden waren die Ansprachen des Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen, Prof. Kurt Biedenkopf sowie die Ansprache des Präsidenten der DPG, Prof. Alexander Bradshaw. Ein brillanter Festvortrag von Herrn Prof. Theodor Hänsch, dem Träger der Stern-Gerlach-Medaille 2000, hatte die Präzisionsspektroskopie mit ultrakurzen Laserpulsen zum Thema. Erstmals wurde auf der Festsitzung in Dresden der Max-von-Laue-Vortrag, der das Eintreten Max-von-Laues für die Menschenrechte auch in politisch schwieriger Zeit aus heutiger Perspektive beleuchten soll, von Prof. Joel Lebowitz gehalten. Allen, die am Zustandekommen der sehr erfolgreichen Heidelberger Tagung wesentlichen Anteil hatten, einschließlich der Hauptgeschäftsstelle der DPG in Bad Honnef, sei hiermit herzlich gedankt.

Die anderen Tagungen der DPG fanden im Jahr 2000 in Bonn, Bremen, Potsdam und Regensburg statt. Für alle Frühjahrstagungen unterstützte die Heraeus-Stiftung finanziell die Teilnahme junger Physikerinnen und Physiker. Dafür sei der Stiftung, ihrem Vorstand und dem Wissenschaftlichen Beirat ebenso gedankt wie für die Finanzierung der Forschungsseminare, vornehmlich in Bad Honnef, über die in den Physikalischen Blättern regelmäßig berichtet wurde.

Die DPG hat 1998 zusammen mit dem Institute of Physics (IOP) eine elektronische Zeitschrift, das "New Journal of Physics" gegründet. Über den Fortschritt dieser neuen elektronischen Publikation wurde im Vorstandsrat und den Mitgliederversammlungen regelmäßig berichtet. Das Jahr 2000 war das zweite Jahr aktiver Publikationstätigkeit dieser neuen elektronischen Zeitschrift an. Im Jahr 2000 wurden 32 Artikel sehr hoher Qualität in "New Journal of Physics" publiziert. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem ersten Jahr der Publikation 1999, der allerdings trotzdem etwas hinter den Erwartungen zurückbleibt. Besonders interessant ist die Möglichkeit, in "New Journal of Physics" auch aufwendige Graphiken, bewegte Bilder und Simulationen zu publizieren, wovon auch einige Artikel Gebrauch machen. Alle Mitglieder der DPG sind erneut aufgerufen, ihre besten Artikel zukünftig auch und vor allem in "New Journal of Physics" elektronisch zu publizieren.Das Journal ist zugänglich unter www.njp.org.

Im Jahr 2000 wurden zwei neue Preise der DPG eingerichtet. Dies waren der Georg-Simon-Ohm-Preis, mit dem hervorragende Abschlußarbeiten an Fachhochschulen ausgezeichnet werden sollen sowie der Hertha-Sponer-Preis, der für herausragende wissenschaftliche Leistungen von Physikerinnen verliehen werden soll. Außerdem wurde die Satzung des Schülerpreises in der Weise verändert, daß in Zukunft neben den Mitgliedern des Physikolympiadeteams auch die Mitglieder einer erfolgreichen Mannschaft, die am International Young Physicists Tournament teilgenommen hat, ausgezeichnet werden können. Das Preisgeld des Gustav-Hertz-Preises wurde angehoben, um eine bessere Symmetrie mit dem Walter-Schottky-Preises zu erreichen.

Im Jahr 2000 wurden von der DPG die im folgenden angegebenen Medaillen und Preise verliehen. Die Laudationes sind in den Physikalischen Blättern 56 (2000) Heft 3, S. 78 ff. veröffentlicht.

Max-Planck-Medaille
(höchste Auszeichnung der DPG für einen im Bereich der theoretischen Physik arbeitenden Physiker)
Prof. Dr. Martin Lüscher, DESY Deutsches Elektronen-Synchrotron, Hamburg

Stern-Gerlach-Medaille
(höchste Auszeichnung der DPG für einen im Bereich der experimentellen Physik arbeitenden Physiker)
Prof. Dr. Theodor W. Hänsch, MPI für Quantenoptik, Garching

Gustav-Hertz-Preis
Dr. Gunter M. Schütz, Institut für Festkörperforschung, Forschungszentrum Jülich

Robert-Wichard-Pohl-Preis
Prof. Dr. Dietrich Menzel, TU München

Walter-Schottky-Preis
(vom Hause Siemens gestiftet und 1972 konstituiert)
Dr. Clemens Bechinger, Konstanz

Max-Born-Preis
(gemeinsam mit dem Institute of Physics, London)
Prof. Dr. Rolf-Dieter Felst, Hamburg

Gentner-Kastler-Preis
(gemeinsam mit der Sociéte Francaise de Physique, Paris)
Prof. Dr. Michel Broyer, Laboratoire de Spectrométrie Ionique et Moléculaire, Université des Lyon 1

Gaede-Preis
(vergeben von der Deutschen Vakuumgesellschaft)
Dr. Thomas Michely, Jülich/Aachen

Rudolf-Kaiser-Preis
(verwaltet und vergeben vom Stifterverband für Deutsche Wissenschaft)
Dr. Lutz Schweikhard, Inst. f. Physik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Schülerpreis I
Martin Eckstein, Frank Freimuth, Andreas Lochmann, Stefan Menzel, Simon Rößner

Schülerpreis II
Falk von Dincklage, Franziska Hausmann, Karsten Schnitter, Jan Theofel, Thorsten Zitterell

Die Preise der DPG werden regelmäßig im April-Heft der Physikalischen Blätter ausgeschrieben. Es wird an alle Mitglieder der DPG appelliert, Kandidaten für die Preise zu nominieren, um eine gute Auswahl zu ermöglichen. Allen Mitglieder der Preiskomitees, deren Namen in der jährlichen Organisationsübersicht im Juli/August-Heft publiziert sind und besonders ihren Vorsitzenden, sei für ihre verantwortungsbewußte und zeitaufwendige Mitwirkung bei der Auswahl der Preisträger herzlich gedankt.

Prof. Dr. Roland Sauerbrey
Vorstandsmitglied

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Informationswesen und Presse

Beim Tag der DPG wurde Herrn Prof. K. Urban (Jülich) die Medaille für naturwissenschaftliche Publizistik der DPG verliehen. Er erhielt diese Auszeichnung "für sein außerordentlich fruchtbares Wirken, die Bedeutung und Faszination der Physik einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln".

Auf seiner Sitzung am 25.3.01 beschloss der Vorstandsrat die Einrichtung eines Arbeitskreises "Physik und Kunst" für zunächst 3 Jahre.

Mitgliederzeitschrift

Nach der im Vorjahr beschlossenen und zum 31.12.99 mit Wirkung zum 31.12.2001 erfolgten Kündigung des Vertrages zwischen DPG und Wiley-VCH zur Herausgabe der Physikalischen Blätter sowie nach Abschluss eines neuen Vertrages zwischen DPG und Wiley-VCH über die Herausgabe einer neuen Mitgliederzeitschrift der DPG ab 1.1.2002 (ursprünglicher Arbeitstitel "Physik aktuell") galt es zunächst über einen neuen Namen für dieses zukünftige Organ zu entscheiden. Nach einem Aufruf in den Physikalischen Blättern gingen rund zwei Dutzend Namensvorschläge aus der Community ein. Unter Zugrundelegung der Kriterien "Verfügbarkeit der Titelrechte" sowie "zeitgemäßer und international verständlicher Name" zogen die Herausgeber der Physikalischen Blätter auf ihrer Sitzung am 2.10.2000 die Titel "Physik Journal", "Physix" und "Physik exPress" in die engere Wahl. Nach ausdrücklicher Einbeziehung des vorherigen Arbeitstitels "Physik aktuell" durch den Vorstandsrat entschied dieser auf seiner Sitzung am 10.11.2000 mehrheitlich zugunsten des Namens "Physik Journal". Die erforderlichen Satzungsänderungen wurden ebenfalls beschlossen.

Somit wird die Mitgliederzeitschrift der DPG ab 1.1.2002 "Physik Journal" heißen und die äußerst erfolgreiche Tradition ihrer Vorgängerin fortsetzen. Denn die Physikalischen Blätter "sind gut und werden immer besser". Auf ihren Sitzungen haben Herausgeber und Kuratorium über weitere Verbesserungen am Inhaltsverzeichnis, an der Gliederung in Rubriken und am Layout diskutiert und entschieden sowie Themen für Übersichtsartikel und Schwerpunktshefte gesammelt. Grundlage hierfür waren auch die endgültigen Ergebnisse der von EMNID durchgeführten Leserbefragung, die neben einer hohen Zufriedenheit v.a. eine deutliche Verschiebung im Spektrum der Leserschaft zu Tage gefördert hat; es gibt einen sehr viel größeren Leseranteil aus der Industrie als vorher angenommen.

In einer sehr ansprechenden Sonderbeilage "Physikalische Blätter Spezial" wurde im März positive Bilanz der Initiative "2000 - Das Jahr der Physik" gezogen und zur intensiven Fortsetzung solcher Aktionen aufgerufen.

Erstmals wurden Ende 2000 per Umfrage die besten, in den Physikalischen Blättern erschienenen Artikel ermittelt und prämiert.

Folgende personelle Veränderungen im Zusammenhang mit den Physikalischen Blättern sind zu vermelden: Die Herren Lehn (Leiter des Schülerforschungszentrums Saulgau) und Luther (Fraunhofer-Institut ISE, Freiburg) sind neue Mitglieder des Kuratoriums; Herr Genzel ist auf eigenen Wunsch ausgeschieden und Herr Hensel, dessen Amtszeit ausgelaufen wäre, ist verstorben. In der Redaktion arbeitet sei November 2000 Herr Holger Kock als Trainee mit, und Nachfolger des langjährigen Leiters der Anzeigen-Abteilung, Herr Schwöbel, ist Herr Blömke.

Physik-Portal

Eine weitere personelle Veränderung steht im Zusammenhang mit der Übereinkunft von DPG und Wiley-VCH, ein Physik-Portal im Internet aufzubauen: Die Redaktion der Physikalischen Blätter wird um die Stelle eines Web-Redakteurs erweitert. Das geplante Physik-Portal soll letztendlich ein "single point access" zu allen Physik-relevanten Informationen sowohl für Fachleute als auch für die interessierte Öffentlichkeit werden. Erste "content provider" werden die Physikalischen Blätter, die DPG-Pressestelle, die DPG-Homepage sowie bestehende Angebote beim FIZ-Karlsruhe und aus der Community sein.

Als ihre Vertreter in den Gremien des FIZ hat die DPG die Herren Trebin (Stuttgart) für den Aufsichtsrat und Herrn Hilf (Oldenburg) für den wissenschaftlichen Beirat benannt.

Öffentlichkeitsarbeit

Die von der DPG Anfang 1999 begonnene professionelle Öffentlichkeitsarbeit in Form regelmäßiger Pressearbeit und Zielgruppen-orientierter öffentlichkeitswirksamer Projekte durch die Agentur Iser & Putscher (jetzt iserundschmidt) zeitigt außerordentlich positive Ergebnisse. Insbesondere die Synergie aus diesen Aktivitäten und denen des "Jahres der Physik", die ebenfalls von Iser & Putscher betreut wurden, haben die Physik wieder zu einem Thema in den Medien gemacht. Über alle Physik-Aktivitäten der Agentur und DPG-Pressestelle ist in den Physikalischen Blättern des Jahres 2000 ausführlich berichtet worden. Wie bereits oben erwähnt, ist eine ganze Sonderbeilage im März Heft 2001 der Physikalischen Blätter der positiven Bilanz über die Aktivitäten "2000 - Das Jahr der Physik" gewidmet worden.

Regelmäßige Medienresonanzanalysen belegen die großen Erfolge. Während die Medienveröffentlichungen allein über die DPG-Frühjahrstagungen in 1999 6,5 Mio Menschen "erreichten" waren es in 2000 (ohne "Jahr der Physik") bereits knapp 17 Mio, insbesondere weil sich mehr überregionale Zeitungen sowie andere Medien wie Funk, Fernsehen und Internet des Themas "Physik" annahmen. Insgesamt wurden in 2000 30 Pressemitteilungen veröffentlicht. Für die DPG-Tagungen wurde ein umfassendes Medien-Konzept entwickelt und angewendet, indem u.a. branchenübliche Einladungen zu Pressekonferenzen, Pressemitteilungen und ausführliche Pressemappen verteilt wurden und durch ein einheitliches Design von Mappen, Plakaten etc. ein besserer "Wiedererkennungsgrad" (Corporate Design) erzielt wurde. Für den World Congress of Physical Societies am 15. Dez. 2000 in Berlin wurde ein 6-seitiger Folder in englischer Sprache erstellt, der mittlerweile auch vielhundertfach in alle Welt verteilt wurde.

5000 Exemplare der Broschüre "Physik ist Zukunft" wurden in IC/ICE-Zügen der Deutschen Bahn ausgehängt und waren binnen 14 Tagen vergriffen. Die Broschüre enthielt auch ein Antragsformular auf Aufnahme in die DPG sowie ein physikalisches Quiz "Fit in Physik?". Aus mehreren Hundert richtigen Einsendungen wurde der Gewinner einer 2-Tagessreise für 2 Personen nach Helgoland gezogen, wo er sich (u.a.) den Heisenberg-Gedenkstein ansehen kann. Die Broschüre warb auch für die Druckerzeugnisse des "Jahres der Physik" wie die Themenhefte und die Denkschrift. Insgesamt entwickelt sich die DPG zu einem respektablen Medienpartner. Der Deutschland-Funk sendete ein Interview zur Prime-Time, das "Magazin" des Wissenschaftszentrums Düsseldorf veröffentlichte einen DPG-Artikel (des hier Unterzeichnenden) zum Thema "Grundlagenforschung und Öffentlichkeit", und von der SPD liegt eine Einladung vor, bei ihrem Parteitag im Oktober in Nürnberg eine "Physik-Ausstellung" zu organisieren.

Diese erfolgreiche - weil professionell unterstützte - Öffentlichkeitsarbeit muss fortgesetzt werden, denn ein wesentlicher Aspekt für ihren langfristigen Erfolg liegt auch in der Kontinuität. Der Vertrag mit der Agentur iserundschmidt ist deshalb bis 30.6.2002 verlängert worden. Der Partner für die folgenden Jahre soll (branchenüblich) durch eine Neuausschreibung des Auftrages bestimmt werden. Um weiterhin die Arbeit noch mehr zu intensivieren, hat der Vorstandsrat auf Vorschlag des Vorstandes bei seiner letzten Sitzung in Hamburg beschlossen, das bisherige Vorstandsamt "Informationswesen und Presse" in zwei Vorstandsämter "Öffentlichkeitsarbeit" und "Zeitschriften" zu teilen.

Prof. Dr. Klaus Wandelt
Vorstandsmitglied

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Bildung und Ausbildung

Das Jahr 2000 stand ganz im Zeichen des "Jahres der Physik". Das dominierende Thema war daher insbesondere dieses Jahr, die Bedeutung der Physik für unsere Gesellschaft deutlich zu machen, um eine größere Akzeptanz von Naturwissenschaft und Technik in der Gesellschaft und insbesondere bei Schülerinnen und Schülern zu erreichen. Denn der Mangel an Physikern wird uns noch die nächsten Jahre beschäftigen, insbesondere deswegen, weil die Anfängerzahl im Bereich Physik-Diplom nur sehr geringfügig um ca. 5 % zugenommen hat.

Studentenzahlen
Machten 1995/1996 noch eine Zahl von 3590 Studentinnen und Studenten ihr Diplom in Physik, so waren es 1999/2000 nur noch 2055. Berücksichtigt man, dass wie in den letzten Jahren etwa 43 % der Diplomabsolventinnen und -absolventen promovieren, kommt man bei einer mittleren Dauer von 4 Jahren für die Promotion zu einer Zahl von 883 Promotionen im Jahre 2003. Dabei wurde noch nicht berücksichtigt, dass diese Zahl an Promotionen bei den zurzeit attraktiven Angeboten der Industrie an die Diplomphysikerinnen und -physiker weiter abnehmen wird, so dass sich der Mangel an Physikerinnen und Physikern in den nächsten Jahren weiter verschärfen dürfte.

Vor diesem Hintergrund ist es zwar erfreulich, dass die Anfängerzahlen für das Fach Physik-Diplom wieder anzusteigen scheinen, wenn auch nur geringfügig um knapp 5 %. Allerdings werden wir erst in ca. 6 Jahren davon profitieren können, da die mittlere Studiendauer bis zum Diplom zurzeit 12 Semester beträgt.

Nach meiner neuesten Erhebung der Studentenzahlen über die Konferenz der Fachbereiche Physik (KFP) stieg die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger für das Fach Physik-Diplom von 3686 im WS 1999/2000 auf 3855 für das WS 2000/2001. Das ist eine Zunahme von knapp 4,6 %. Betrachtet man die Zahlen einschließlich der SS so erhält man einen Zuwachs von knapp 5,2 %, nämlich von 4694 im SS 1999 + WS 1999/2000 auf 4937 im SS 2000 + WS 2000/2001.

Bei den Lehramtsstudenten hingegen ist deren Zahl im WS 2000/2001 nur um 1,4 % von 654 im WS 1999/2000 auf 663 angestiegen. Nimmt man die jeweiligen SS hinzu, so ist die Gesamtzahl von 810 im SS 1999 + WS 1999/2000 um 3,9 % auf 778 im SS 2000 und WS 2000/2001 gefallen.

Diese Zahlen zusammen mit den Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden machen deutlich, dass die Berufsaussichten ein entscheidender, vermutlich der entscheidendste Faktor für die Studienwahl sind. Die Zahl der Schulabgänger mit allgemeiner Hochschulreife ist von 1994 (216.327) bis 1999 (254.311) und 2000 (ca. 257.000) um 17,6 % von 1994 bis 1999 plus 1,1 % von 1999 bis 2000, also um fast 20 % angewachsen. In dieser Zeit hat die Zahl der Anfänger mit Physik-Diplom und Lehramt von 6.965 im Jahre 1993/1994 auf 5.449 im Jahre 1999/2000 - also um ca. 22 % - abgenommen, und zwar als Folge der Botschaft "es werden nicht mehr soviel Physiker gebraucht".

Die Botschaft "es werden wieder Physiker gebraucht" sowie die Aktivitäten der DPG unterstützt durch das BMBF und der Heraeus-Stiftung und die Aktivitäten der einzelnen Hochschulen unterstützt durch die Heraeus-Stiftung beginnen jedoch zu wirken.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf die Botschaft hinweisen, die für mich von der hervorragend organisierten und in dieser Hinsicht sehr aussagestarken Podiumsdiskussion des Arbeitskreises Industrie und Wirtschaft, AIW, auf der Frühjahrstagung in Hamburg, März 2001 ausging, an der namhafte Vertreter der Autoindustrie teilnahmen. Diese Botschaft lässt sich wie folgt zusammenfassen: Es werden zunehmend Physiker benötigt. Von denen wird eine solide Grundausbildung (kein Bachelor!!) und die Fähigkeit, im System (für das Automobil als Ganzes) denken zu können, erwartet.

Die zurzeit große Nachfrage der Industrie nach Physikern (Greencard für Physiker) ist sicherlich die bedeutendste Botschaft an die Studierwilligen. Jedoch sieht man auch an der Entwicklung der Anfängerzahlen an den einzelnen Hochschulen die Bedeutung der Werbung für das Fach, (s. zukünftige Statistik im Septemberheft 2001 der Physikalischen Blätter).

Die verschiedensten Aktivitäten im Zusammenhang der Wechselwirkung Schule - Hochschule - insbesondere die Teilnahme an der Podiumsdiskussion in München (von der Süddeutschen Zeitung organisiert, s. SZ Samstag, Sonntag 10./11.02.2001) - haben mich jedoch davon überzeugt, dass eine langfristig positive Wirkung nur über die Schule zu erreichen ist.

DPG und Hochschulen (KFP)
Zentrale Themen für die Hochschulen und Großforschungszentren sind die Neuerungen in deren Finanzierung, der Globalhaushalt für die Hochschulen bzw. die Programmsteuerung für die Großforschungszentren. Wenngleich in beiden Neuerungen auch Chancen gesehen werden können, so steckt doch der "Teufel im Detail".

Die KFP hat in ihrer Sitzung am 26./27.05.2000 erneut beschlossen, keinen Bachelor als 1. berufsqualifizierenden Abschluss in Physik einzuführen. Sie wird inzwischen auch durch namhafte Industrievertreter darin unterstützt, die auf eine solide Grundausbildung als entscheidendes Qualifizierungsmerkmal für Physiker hinweisen.

Diese Meinung haben wir auch auf der Tagung des DAAD und der HRK am 29./30.05.2000 vertreten, s. Band 39: Bachelor und Master in Mathematik und Naturwissenschaften. DAAD. HRK, S. 285 ff.

Da die Physik jedoch Grundlage für die gesamten Naturwissenschaften ist, wird sich die DPG an einer Akkreditierungsagentur für Naturwissenschaften, Mathematik, Informatik beteiligen. Alle Fachverbände arbeiten zurzeit an einer entsprechenden gemeinsamen Satzung.

Anlässlich der Tatsache, dass einige führende Universitäten beim letzten "Ranking" welches das Centrum für Hochschulentwicklung, CHE im Auftrag der HRK alle 3 Jahre durchführt, schlecht abgeschnitten haben, wurde von der KFP eine Kommission eingesetzt, die sich bisher im Gespräch mit dem CHE erfolgreich dafür einsetzten konnte, dass die Indikatoren der Bewertung neu überdacht werden und dass eine zuverlässige Endkontrolle der veröffentlichten Daten an den jeweiligen Hochschulen stattfinden kann.

Um die Kollegen aus den Fachhochschulen stärker an die DPG zu binden, ist ein Fachausschuss "Fachhochschulen" in Gründung.

Fortbildungskurse
In Bad Honnef fanden ebenfalls wieder zwei Fortbildungskurse für Lehrer statt. Der erste Kurs "Physik und Musik" fand vom 26.06. bis 30.06.2000 statt. Leiter des Kurses waren Prof. Dr. M. Vollmer, Fachhochschule Brandenburg und Prof. Dr. H.-J. Schlichting, Universität Münster.
Der zweite Kurs "100 Jahre Quantenoptik" fand vom 21.08. bis 25.08.2000 statt. Leiter dieses Kurses waren Prof. Dr. H. Fischler, Freie Universität Berlin und Prof. Dr. D. Meschede, Universität Bonn. Dem Organisator in Bad Honnef, Dr. J. Debrus, den wissenschaftlichen Organisatoren und den Vortragenden dieser Kurse danke ich im Namen der DPG.

Die WE-Heraeus-Stiftung hat auch 2000 wieder fünf Ferienkurse an Universitäten der neuen Länder finanziert, an denen sich Diplomanden und Doktoranden rege beteiligten. Diese Kurse fanden statt: "Nichtlineare Dynamik in der Physik der Umwelt" in Potsdam vom 4. September - 15. September 2000, Kursleiter: Dr. habil. Ulrike Feudel, Prof. Dr. Jürgen Kurths (Universität Potsdam), Prof. Dr. Fritz Busse (Universität Bayreuth). "Symmetrie und Symmetriebrechung" in Halle (Saale) vom 4. September - 15. September 2000, Kursleiter: Prof. Dr. Dr. Gunnar Berg (Universität Halle), Dr. Wolfgang Kuch (MPI Halle). "Wechselwirkung intensiver Laserfelder mit Materie" in Jena vom 11. September - 22. September 2000, Kursleiter: Prof. Dr. Roland Sauerbrey, Dr. Heinrich Schwoerer, Dr. Paul Gibbon (Universität Jena). "Nanophysik" in Dresden vom 19. September - 29. September 2000, Kursleiter: Prof. Dr. Lukas Eng, Prof. Dr. Karl Leo, Prof. Dr. Rüdiger Schmidt (Technische Universität Dresden). "Vom Billardtisch bis Monte Carlo - Spielfelder der Statistischen Physik" in Chemnitz vom 24. September - 6. Oktober 2000, Kursleiter: Prof. Dr. Karl Heinz Hoffmann, Prof. Dr. Michael Schreiber (Technische Universität Chemnitz).

Prof. Dr. Rainer Kassing
Vorstandsmitglied

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Berufsfragen und wissenschaftlicher Nachwuchs

Aus Sicht der Physikerinnen und Physiker hat sich die Situation am Arbeitsmarkt weiter verbessert. Die Hochschulabsolventen werden von Industrie und Wirtschaft unmittelbar nach dem Abschluß in das Berufsleben übernommen. Am Stichtag Ende September 2000 gab es nur 50 arbeitslos gemeldete Universitätsabsolventen bei immer noch ca. 2000 Diplomen und 1500 Promotionen in den vergangenen 12 Monaten. Ähnlich gut sah es bei Fachhochschulabsolventen aus. Auch bei den älteren Jahrgängen hat sich die Lage weiter entspannt. Diese Arbeitsmarktlage führt dazu, daß die Bewerber zwischen mehreren Angeboten auswählen können, insbesondere da bei den meisten anderen matematisch-naturwissentschaftlichen und ingenieurswissenschaftlichen Fächern ähnlicher Mangel herrscht. In den nächsten Jahren wird es deshalb, auch bei gedämpfter wirtschaftlicher Entwicklung, schwierig, wenn nicht unmöglich sein, den Bedarf an Physikerinnen und Physikern in Deutschland aus dem eigenen Nachwuchs heraus zu decken.

Hierbei hat sich das Berufsbild des Physikers weiter in Richtung auf Tätigkeiten bei Dienstleistungsfirmen und bei Softwareherstellern verschoben. Um diese Aussage zu quantifizieren wurde im März 2001 eine neue Berufsumfrage durchgeführt. Eine erste Auswertung der Ergebnisse zeigt, daß, über alle Altersgruppen gemittelt, bereits über ¼ aller DPG-Mitglieder in diesen Berufsfeldern arbeitet. Neben der Berufsbildermittlung hat die Umfrage auch zum Ziel ein Meinungsbild zur gegenwärtigen Physikausbildung und zum Leistungsspektrum der DPG für die Physiker in Industrie und Wirtschaft zu erhalten. Die Auswertung der Umfrage wird Mitte 2001 abgeschlossen sein und in den Phys. Blättern veröffentlicht werden. Die Umfrage hat auch bestätigt, daß der Anteil der DPG-Mitglieder aus Industrie und Wirtschaft bei über 30 % liegt, also etwa doppelt so hoch ist wie bisher auf Basis der Mitgliederunterlagen angenommen wurde. Auch aus diesem Grund erscheint es angebracht, das Leistungsspektrum der DPG für die Mitglieder aus Industrie und Wirtschaft zu überdenken. Die notwendigen Maßnahmen hierzu wurden zwischen Präsident, Vorstand und dem Beratenden Ausschuß der Industriephysiker (BAI) diskutiert. Als äußeres Zeichen des Veränderten Berufsbildes und der erweiterten Aufgabenstellung des BAI wurde dieser nach Zustimmung durch den Vorstandsrat in "Ausschuß Industrie und Wirtschaft" (AIW) umbenannt. Vordringliche Aufgaben sieht der AIW darin einerseits das Leistungsspektrum von DPG und des AIW für Physiker in Industrie und Wirtschaft zu erweitern und andererseits die Anforderungen von Industrie und Wirtschaft an die Ausbildung der Physiker klarer zu definieren.

Sehr erfolgreich war der Industrietag auf der Physikertagung im März 2001 in Hamburg, der unter dem Motto "Physik und Automobil" stand. Darüber hinaus beteiligte sich der AIW wie jedes Jahr an Veranstaltungen und der Förderung der Physikolympiade und trug mit Beiträgen zu den Phys. Blättern bei. Enttäuschend war die Resonanz zu berufsorientierten Veranstaltungen wie dem Seminar "Physikmanagement" in Bad Honnef. Hier wirkte sich die veränderte Arbeitsmarktsituation aus, die sich umgekehrt an der verstärkten Präsenz von Industriefirmen mit Jobbörsen z.B. auch auf de DPG-Frühjahrstagungen manifestiert.

Dr. Helmut Krauth
Vorstandsmitglied

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Schule

Das Jubiläum einhundert Jahre Quantentheorie war der Anlass dafür, eine der beiden Lehrerfortbildungskurse der DPG zum Thema "Quantenphysik" im Physikzentrum durchzuführen. Im zweiten Kurs wurde das Thema "Physik und Musik" behandelt. Beide Kurse waren gut besucht. Der Vorstand möchte die Lehrerfortbildung auf regionaler Ebene ausweiten, wobei die Zusammenarbeit mit der Förderverein MNU und die Aktivitäten der Fachbereiche im Mittelpunkt stehen werden. Der Vorstand hat dazu auch Kontakte mit Kultusministerien aufgenommen.

Das von der Wilhelm und Else-Heraeus-Stiftung und der DPG gemeinsam eingerichtete Förderprogramm "Physik für Schüler und Schülerinnen" wurde von Physik-Fachbereichen, Schulen und einzelnen Lehrkräften im Jahr 2000 mit über 100 Anträgen nachgefragt. Insgesamt konnten der Jahresrahmen von 150 TM fast ausgeschöpft werden. Der DPG-Buchpreis zur Auszeichnung der besten Abiturienten im Fach Physik, der 1999 zu ersten Mal in Thüringen, Hessen und Oberfranken vergeben wurde, konnte im Jahr 2000 auf ganz Deutschland ausgedehnt werden. In jedem Bundesland konnten Beauftragte der DPG für den Buchpreis gewonnen werden, deren Aktivitäten es zu verdanken war, dass sich fast 2000 Schulen beteiligten. Auf Initiative des Hauptgeschäftsführers hat die DPG den Preis erweitert, in dem den Buchpreisträgern eine Mitgliedschaft angeboten wurde, die für ein Jahr beitragsfrei ist. Die Schulen erhielten darüber hinaus die Möglichkeit, weitere Schülerinnen und Schüler dieses Abiturjahrgangs für eine Mitgliedschaft vorzuschlagen. Die Aktion ist sehr gut angenommen worden und hat der DPG eine große Zahl von neuen Mitgliedern beschert, von denen, wie wir hoffen, ein erheblicher Teil der Gesellschaft treu bleiben werden. Als Dank an die beteiligten Lehrkräfte wurden zehn, zufällig ausgewählten Schulen eingeladen, mit einer Lehrkraft an der Jubiläumsveranstaltung "Die Entdeckung des Zufalls" in Berlin teilzunehmen. Der Buchpreis war einerseits ein großer Erfolg, hat andererseits den beteiligten Länderbeauftragten viel Organisationsarbeit abgefordert. Die Geschäftsstelle hat deswegen die Buchpreisaktion 2001 auf eine "professionelle" Basis gestellt und regelt die Organisation und Logistik nunmehr selbst.

Die Bemühungen, mehr Mitglieder unter den Physiklehrkräften zu gewinnen, zeigen Erfolge - wir werden hoffentlich bald 1000 Mitglieder mit der Arbeitsstelle Schule registrieren können - der Vorstand wird dies weiter intensivieren, um in den Schulen besser wirken zu können. Die Zusammenarbeit mit dem Förderverein MNU wurde durch ständigen Austausch und Zusammenarbeit bei Tagungen verstärkt fortgesetzt, ein Programm zur Förderung der Doppelmitgliedschaft MNU/DPG soll beide Vereine in der Lehrerschaft stärken. In einer Arbeitsgruppe zum fachübergreifenden Fachunterricht in den Naturwissenschaften unter der Federführung der GdNÄ wurde ein umfangreiches Rahmenkonzept zu naturwissenschaftlichen Curricula erarbeitet und auf einem Symposion bei der Jahrestagung der GdNÄ von den beteiligten Verbänden vorgestellt. Ziel dieser "Wittenberger Initiative" ist die Konzentration auf Kernbereiche einer naturwissenschaftlichen Bildung und die bessere Abstimmung zwischen den Fächern.

Von den europäischen Organisationen CERN, ESA, ESO wurde ein Wissenschaftsfestival "Physics on Stage" im November 2000 in Genf initiiert, an dem sich die DPG mit anderen nationalen Organisationen im deutschen "steering commitee" beteiligte. Mit etwa 40 Projekten mit interessanten Physikpräsentationen von Lehrkräften und Fachdidaktikern, die sich an einer nationalen Ausschreibung beteiligt hatten, war Deutschland in Genf präsent. Aus den deutschen Delegierten hat sich eine Gruppe gebildet, die ein bundesweites Projekt eines über das Web vernetzten Labors von aktiven Schulen unter dem Dach der DPG vorbereitet. Einen ersten Schritt, um sich stärker in naturwissenschaftlichen Wettbewerben präsent zu zeigen, hat die DPG mit dem Focus-Wettbewerb "Physik ist Zukunft" durch die Vergabe des DPG-Sonderpreises 2000 gemacht, der im September in Berlin durch J. Treusch (Jülich) öffentlichkeitswirksam überreicht werden konnte.

Die "Division on Education" der EPS wurde in eine universitäre und eine voruniversitäre Sektion aufgeteilt, zu denen jeweils kleine Komitees unter dem Vorsitz von G. Tibell bzw. U. Titulaer gebildet wurden. Die DPG ist dabei durch G.Sauer und M. Vollmer (schulische bzw. universitäre Ausbildung) vertreten. Das "preuniversitary commitee" hat u. a. Konferenzen der EPS zur "science education at the primary level" (2002) und zur Lehrerausbildung (2003) geplant.

Dr. Gerhard Sauer
Vorstandsmitglied

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Geschäftsführung, Mitgliederversammlung

Im Jahre 2000 wurde die Aktion "DPG-Buchpreis und einjährige kostenlose Mitgliedschaft" erstmalig bundesweit durchgeführt. Über 5.400 Abiturienten/innen und weitere 1.800 Mitglieder traten der DPG bei, so dass etwa 7.200 Neuaufnahmen zu verzeichnen waren. Die Mitgliederzahl betrug zu Jahresbeginn 2001 nach Bereinigung um die ausgetretenen Mitglieder genau 36.365. Das Durchschnittsalter aller Mitglieder beträgt 36,0 Jahre (gesunken), das der Neueintritte nur 21,7 Jahre (stark gesunken).

Zusätzlich zu dieser "Schulaktion" war die "DPG-Denkschrift" die zweite große Herausforderung für die Geschäftsstelle. Die Denkschrift wurde von einer Kommission unter Leitung von Prof. Dr. Markus Schwoerer im November 2000 fertiggestellt, musste gedruckt und versandt werden. Die 1. Auflage von 15.380 Exemplare war am 6. Dezember 2000 vergriffen, so dass umgehend eine 2. Auflage in Auftrag gegeben wurde. Deren 15.560 Exemplare waren mit Erscheinen am 1. März 2001 bereits wieder vergriffen. Da die Denkschrift zugleich der DPG-Buchpreis 2001 ist, müssen ausreichend Exemplare zur Bedienung der Preisträger/innen bereit gehalten werden.

Die Anzahl der Veranstaltungen im Magnus-Haus ist erneut gestiegen. Die weitere Steigerung der Veranstaltungszahl konnte nur durch Einsatz externen Personals ermöglicht werden. Die kostenpflichtigen Veranstaltungen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zu den Betriebskosten des Hauses und haben die Größe des Vorjahres 1999 etwas übertreffen können.

Die Verhandlungen zu den Frühjahrstagungen 2001 wurden pünktlich ausgeliefert. Kosten für Erstellung und Versand sind aufgrund gestiegner Preise diesmal gestiegen. Der Service der Geschäftsstelle für die ehrenamtlichen Tagungsleitungen und die Autoren bei der Erstellung der Abstracts wurde verbessert und soll weiter verbessert werden. Hier gilt der Dank Herrn Dr. Christoph Baehr, der zum 31. März 2001 die Geschäftsstelle verlassen hat.

Die Geschäftsstelle hat mit ihren Partnern ComPC in Windhagen und Druck- und Werbegesellschaft in Bonn alle anstehenden Arbeiten durch gute Organisation und effektive Arbeitsabläufe reibungslos bewältigt. Ich möchte Ihnen nun das gesamte Team "bildlich" vorstellen, damit Sie sich über Personen und Arbeitsverteilung selbst ein Vorstellung machen können. Herr Debald hat von Herrn Baehr die Aufgabe der E-Verhandlungen übernommen. Persönlich bedanke ich mich bei allen abgebildeten Personen und Herrn Baehr für die ausgezeichneten Leistungen, die dieses "virtuelle Unternehmen" in der Vergangenheit und besonders im Jahre 2000 erbracht hat. Dies ist die

Geschäftstelle mit Zukunft 2001
Stefan Debald, Dipl.-Phys. / Hamburg / E-Verhandlungen
Anne Friedrich / Bad Honnef / DPG-GmbH
Felisa Frömbgen / Bad Honnef / Nachfuchsförderung
Dr. Volker Häselbarth / Bad Honnef / Geschäftsführer
Manfred Holzinger / Berlin Magnus-Haus / Hauswart
Christine Löbach / Bad Honnef / Auszubildende
Gerhard Rieger / Berlin Magnus-Haus
Michaela Roth / Bad Honnef / Mitgliederbetreuung
Gisela Tschäge, Dipl.-Wiss.Org / Berlin Magnus-Haus / Office Leiterin
Elfriede Wüsthoff / Bad Honnef / Finanzwesen

ComPC, Windhagen
Johannes Köhn / Unternehmensberatung

Druck- und Werbegesellschaft, Bonn
Gabi Altenrath
Frank Litterscheid / Versand
Ulrike Litterscheid / Layout
Werner Litterscheid / Druck
Regina Schaaf

Dr. Volker Häselbarth
Hauptgeschäftsführer

 
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