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Position: www.dpg-physik.de  >  dpg  >  profil  >  jahr  >  jb1999.html
Jahresberichte 1999

Inhalt

Präsident
Vizepräsident
Schatzmeister
Wissenschaftliche Programme und Preise
Informationswesen und Presse
Bildung und Ausbildung
Berufsfragen und wissenschaftlicher Nachwuchs
Schule
Geschäftsführung, Mitgliederversammlung

Veranstaltungen im Physikzentrum Bad Honnef
Veranstaltungen im Magnus-Haus Berlin


Präsident

Als ich vor 12 Monaten meinen Beitrag zum Jahresbericht 1998 schrieb, stand die groß angelegte Aktion "2000: Das Jahr der Physik" noch nicht einmal als Konzept da. Erst im Mai letzten Jahres hatte ich anläßlich einer Sitzung in Karlsruhe Herrn Dr. Hermann-Friedrich Wagner, Referatsleiter Naturwissenschaftliche Grundlagenforschung im BMBF getroffen. Er schlug vor, die DPG möchte vielleicht an einer besonderen Kampagne im Sinne von "Public Understanding of Science" im Jahr 2000 denken. Er könne sich vorstellen, daß sich Frau Bundesministerin Bulmahn dafür sehr interessieren würde, da sie große Defizite in Deutschland im Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft sehe. In einer rasanten Entwicklung hatte "2000: Das Jahr der Physik" bereits im Herbst ein festes Programm mit fünf geplanten Hauptveranstaltungen in Berlin und Bonn. Eine Bezuschussung erfolgte durch das BMBF und hat u.a. eine sehr gelungene PR-Initiative ermöglicht (die Agentur Iser & Putscher, die ohnehin bereits für die DPG tätig war, hat dies übernommen). Glücklicherweise konnte der Vorstand Herrn Prof. Heiner Müller-Krumbhaar, Jülich als Beauftragten der DPG für diese gemeinsame Initiative BMBF/DPG gewinnen. Ziel des Jahres der Physik ist es, das allgemeine Verständnis für die Physik sowie das Verstehen der Physik in der Öffentlichkeit zu fördern. Mittlerweile gibt es eine mehrjährige Aktion des BMBF, "Wissenschaft im Dialog", bei der andere naturwissenschaftliche Disziplinen Jahr für Jahr schwerpunktmäßig herausgestellt werden. Auf der einführenden Pressekonferenz ("launching") am 06. Dezember, sowie anläßlich der Auftaktveranstaltung am 18. Januar konnte ich Frau Ministerin Bulmahn für ihr Engagement danken und unsere Freude zum Ausdruck bringen, daß sie uns die Vorreiterrolle bei "Wissenschaft im Dialog" überlassen hat. Von den geplanten fünf zentralen Veranstaltungen mit Ausstellungen und Vorträgen für Schulklassen und interessierte Erwachsene haben die ersten beiden "Jenseits der Milchstraße" zur Astrophysik im Januar und "Reise zum Urknall" zur Elementarteilchen- und Kernphysik im April diesen Jahres in Berlin inzwischen stattgefunden. Trotz anfänglicher Zurückhaltung fand die regionale und überregionale Presse sehr schnell anerkennenden Worte für die Bemühungen der DPG, die Physik der Öffentlichkeit wirklich näher zu bringen. Die Veranstaltung im April übertraf mit insgesamt 15.000 Besuchern in fünf Tagen alle Erwartungen, nicht zuletzt auch wegen des zündenden Erfolgs der vorausgegangenen Astrophysikveranstaltung. Anläßlich der Aprilveranstaltung gab es auch Gespräche zwischen einer Delegation der DPG und den Mitgliedern des Bundestagsausschusses für Bildung und Forschung sowie mit Herrn Bundestagspräsident Thierse und Herrn Staatssekretär Catenhusen. Neben den Hauptveranstaltungen wird es über 100 dezentrale Veranstaltungen bundesweit geben, so z.B. in Bonn im Juni und September die Veranstaltungen "Gebändigtes Licht" zur Quantenoptik, Atom- Molekül- und Plasmaphysik bzw. "Stein der Weisen" zur Physik der kondensierten Materie. Zum Jahresende finden dann unter dem Zeichen "Entdeckung des Zufalls" die Feierlichkeiten zum 100jährigen Jubiläum der Quantentheorie statt. Wie ich im letzten Jahr berichten konnte, plant die DPG am 14. Dezember 2000 eine Festveranstaltung im Berliner Schauspielhaus. An diesem Tag jährt sich zum 100sten Mal der Vortrag von Max Planck vor der Deutschen Physikalischen Gesellschaft im Hörsaal des damaligen Physikalischen Instituts der Berliner Universität über sein Strahlungsgesetz. Das Ereignis wird nicht nur durch die Festveranstaltung sondern auch im Rahmen einer Jubiläumswoche mit einer Ausstellung, vier Symposien und verschiedenen öffentlichen Vorträgen gewürdigt (örtlicher Tagungsleiter: Prof. Christian Thomsen, Berlin). Für die Ausstellung zeichnen Dr. Jost Lemmerich und Dr. Dieter Hoffmann, beide Berlin verantwortlich. Am Ende der Jubiläumswoche findet die World Conference of Physical Societies in Zusammenarbeit mit der European Physical Society statt (Verantwortlich: Prof. Rudolf Klein, Konstanz). Die Jubiläumswoche wird durch eine großzügige Förderung der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung unterstützt, wofür die DPG sehr dankbar ist. Zum Jahresende wird eine Denkschrift zum Thema "Physik! Bedeutung und Perspektiven physikalischer Forschung" erscheinen. Diese wird dankenswerterweise von einer Kommission unter der Leitung meines Vorgängers, Herrn Prof. Markus Schwoerer gegenwärtig vorbereitet. Das Jahr der Physik ist international einzigartig; die Physiker in anderen Ländern beneiden uns um diese Chance. Ich bin sicher, die Idee wird Schule machen.

Nach dem kleinen Mitgliederschwund in 1998, der mir im letztjährigen Bericht zu denken gegeben hat, erfolgte 1999 wieder eine Zunahme von 318 Mitgliedern, wovon 41 Lehrer waren. Obwohl dies sehr erfreulich ist, muß damit gerechnet werden, daß der allgemeine Rückgang der Physikstudenten zu einer stagnierenden, wenn nicht sogar doch abnehmenden Mitgliederzahl in den nächsten Jahren führt. Auf längere Sicht hoffen wir natürlich, daß das Jahr der Physik eine positive Wirkung haben wird und daß in Zukunft mehr junge Leute sich für die Physik interessieren und entsprechende Leistungskurse in Gymnasien und Gesamtschulen Belegen werden. Wie in meiner Rede auf der diesjährigen Physikertagung in Dresden berichtet habe, gibt es starke regionale Variationen bei der Belegung von Physik-Leistungskursen. Wenn prozentual so viele Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen Physik-Leistungskurse auswählen würden wie in Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt, dann könnten wir vielleicht die Zahl der Physikstudenten fast verdoppeln!

Im Berichtszeitraum (01. April 1999 bis 31. März 2000) hat der Vorstand viermal und der Vorstandsrat zweimal getagt. Der Vorstandsrat kam am 12. und 13. November 1999 anläßlich des Tages der DPG in Bad Honnef sowie am 19. März anläßlich der 64. Physikertagung in Dresden zusammen. Ebenfalls in Dresden fand die ordentliche Mitgliederversammlung statt. Thema des Tags der DPG war "Physiker und Unternehmertum". Die Wissenschaftsministerin von Nordrhein-Westfalen, Frau Gabriele Behler hat vor Beginn der Podiumsdiskussion eine Ansprache gehalten; Podiumsteilnehmer waren Prof. Dieter Roess, Vorsitzender der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung, (Diskussionsleiter), Dr. ??? Hultzsch?, Deutsche Telekom AG, ( jemand von SAP ), Dr. Dirk Basting, Lambda-Physik und designierter DPG-Präsident, ....(siehe Physikalische Blätter....). Erfreulicherweise kann ich berichten, daß die DPG zwei neue Ehrenmitglieder hat: Prof. Heinz Bethge, Halle und Prof. Klaus von Klitzing, Stuttgart wurden in der Vorstandsratssitzung in Bad Honnef ernannt. Herrn Bethge habe ich die Urkunde während der Festsitzung in Dresden überreicht, konnte aber bereits anläßlich des Festkolloquiums zu seinem 80. Geburtstags im November 1999 diese Auszeichnung ankündigen. Herrn von Klitzing erhielt seine Urkunde eine Woche nach der Haupttagung auf der Frühjahrstagung des Arbeitskreises Festkörperphysik in Regensburg. Der Vorstandsrat hat ebenfalls in Bad Honnef bei den Wahlen zum Vorstand Dr. Jens-Egon Mosch zum Schatzmeister für eine dritte (und letzte) Amtszeit wiedergewählt. Gleichzeitig wurden Dr. Helmut Krauth, Prof. Roland Sauerbrey und Prof. Klaus Wandelt für eine zweite (und ebenfalls letzte) Amtszeit als Vorstandsmitglieder für Berufsfragen und wissenschaftlicher Nachwuchs, wissenschaftliche Programme und Preise bzw. Informationswesen und Presse wiedergewählt. Von der im vorigen Jahr verabschiedeten Satzungsänderung machte der Vorstandsrat Gebrauch, indem er den neuen Vorstandsbereich Schule eingerichtet hat. Der bisherige Beauftragte des Vorstandes für den Bereich Schule Dr. Gerhard Sauer, Giessen wurde in dieses Amt gewählt. Der Vorstand hat Prof. Dr. Gerd. Marowsky zum Beauftragten für die Kooperation zwischen Hochschule und Industrie sowie - wie oben bereits erwähnt - Prof. Heiner Müller-Krumbhaar zum Beauftragten für die Aktion "2000: das Jahr der Physik" ernannt. Als Gäste mit beratender Stimme sind zu den Vorstandsratsitzungen Prof. Iven Pockrand, FH Wedel Sprecher des Fachbereichstages Physikalische Technik und Dr. Ernst Dreisigacker, Geschäftsführer der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung eingeladen.

Vorstand und Vorstandsrat haben sich in den letzten zwölf Monaten mit zwei Hauptthemen, nämlich unserer Mitgliederzeitschrift, sowie mit der Öffentlichkeitsarbeit befaßt. Nach Beschlüssen des Vorstandsrates 1998 in Bad Honnef sowie 1999 in Heidelberg, über die Herr Wandelt an dieser Stelle vor einem Jahr berichtet hat, wurde ein Auftrag an die Agentur Iser & Putscher für die Öffentlichkeitsarbeit der DPG erteilt. Herrn Wandelt berichtet hier über die Erfahrungen und Lehren der letzten zwölf Monate. Dagegen möchte ich mich aber mit dem ersten Thema "Mitgliederzeitschrift" detailliert befassen. In den letzten Märztagen hat die DPG eine Vereinbarung mit WILEY-VCH über die Herausgabe einer neuen Mitgliederzeitschrift ab Januar 2002 unter dem Arbeitstitel physik aktuell abgeschlossen.

Aus gegebenem Anlaß versucht der Vorstand seit einiger Zeit Wege zu finden, für die DPG in den Besitz ihrer Mitgliederzeitschrift, der Physikalischen Blätter, zu kommen. Bekanntlich gehören die Titelrechte der Physikalischen Blätter dem Physik-Verlag, die wiederum mehrheitlich dem amerikanischen Verlagshaus WILEY-VCH gehört. Nachdem im Sommer 1999 die Verhandlungen mit WILEY-VCH über den Erwerb der Titelrechte an dem von WILEY-VCH verlangten extrem hohen Preis gescheitert waren, beschloß der Vorstandsrat im November in Bad Honnef (auf Anraten des Vorstands und nach Konsultation mit den Herausgebern) Folgendes: "Die DPG als älteste, Europas größte und der Welt zweitgrößte Physikalische Gesellschaft muß das Eigentum ihres Gesellschaftsorgans besitzen und dieses zu wettbewerbsfähigen Konditionen herausgeben. Dazu werden folgende Schritte empfohlen:

  1. Ab 01. 01.2002 wird es ein neues Gesellschaftsorgan geben; Arbeitstitel physik aktuell. Die Physikalischen Blätter werden zum 21.12.2001 als Verbandsorgan eingestellt.
  2. Die "Vereinbarung über die Zeitschrift Physikalische Blätter" zwischen DPG und WILEY-VCH wird ordentlich vor dem 31. 12.1999 zum 31.12.2001 gekündigt.
  3. Ergänzend wird der Vertrag vom 28.12.1988 zwischen DPG und Physik-Verlag aus "wichtigem Grund, nämlich der Neugründung des Gesellschaftsorgans" gekündigt.
  4. Vertragsverhandlungen zur Herausgabe von physik aktuell werden zügig mit dem besten Anbieter aus der Gruppe der wissenschaftlichen Fachverlage aufgenommen. Der zweitbeste Anbieter verbleibt in Wartestellung.
  5. Die Redaktion/Anzeigenakquisition ist vom neuen Verlag zu übernehmen.
  6. Herausgabe des Gesellschaftsorgans in Eigenregie, in Redaktionsgemeinschaft oder durch nicht-wissenschaftliche Verlage/Verlagsbüros ist nicht vorgesehen.
  7. Kooperation/Fusion mit Gesellschaftsorganen anderer europäischer physikalischer Gesellschaften wird zurückgestellt.

Als Folge einer begrenzten Ausschreibung unter zehn Verlagen hat der Hauptgeschäftsführer Vorverhandlungen mit drei Verlagen - darunter auch WILEY-VCH - aufgenommen. Nach sorgfältiger Prüfung dieser drei Angebote, empfahl der Vorstand, dem Abschluß mit WILEY-VCH den Vorzug zu geben und bat den Hauptgeschäftsführer, nach Klärung einiger noch offener Punkte, eine entsprechende Vereinbarung abzuschließen. Das Ergebnis: Die DPG wird nunmehr Eigentümerin ihrer eigenen Mitgliederzeitschrift und wird ab 2002 jährliche Mehrerlöse von etwa 500.000,-- DM erzielen.

Ich bin in letzter Zeit häufig gefragt worden, warum - wenn wir ohnehin bei WILEY-VCH bleiben - die Mitgliederzeitschrift nicht weiterhin Physikalische Blätter heißen kann. Die Antwort ist ganz eindeutig, die Titelrechte für die Physikalischen Blätter gehören - wie oben bereits erwähnt - dem Verlag WILEY-VCH und er diktiert den Preis. Bei einer neuen Mitgliederzeitschrift dagegen, werden die Karten neu gemischt! Der Verlust des Titels Physikalische Blätter, der ohnehin für viele, vor allem jüngere Mitglieder nicht besonders zeitgemäß klingt, ist ein relativ bescheidener Preis, so meine ich, den wir für unsere Unabhängigkeit bezahlen müssen. Auch die Mehrerlöse von jährlich einer halben Million DM, mit denen die DPG neue Projekte starten bzw. den Mitgliedsbeitrag auf längere Zeit konstant halten kann, sind ein unbestreitbarer Gewinn.

In einem zweiten Gespräch mit den Fachhochschulen - genauer gesagt mit einer Gruppe von engagierten Fachhochschulprofessoren - ist beschlossen worden, eine Kommission einzusetzen, um die Zusammenarbeit zwischen der DPG und den Fachhochschulen näher zu betrachten, in besonderen Hinblick auf die Gründung eines Arbeitskreises Fachhochschulen bzw. Physikalische Technik. Eine Anregung der Fachhochschullehrer hat der Vorstand und der Vorstandsrat bereits aufgenommen und einen neuen Preis, den Georg Simon Ohm-Preis für die beste Diplomarbeit von einer Fachhochschule gegründet. Ein Vorschlag vom Arbeitskreis Chancengleichheit für einen Preis für Physikerinnen wurde ebenfalls vom Vorstandsrat positiv aufgenommen, obwohl noch kein endgültiger Beschluß vorliegt. Der Vorstandsrat hat beschlossen, eine Kommission "DPG im 3. Reich" einzuberufen und Mittel für deren Arbeit reserviert. Herr Prof. Theo Mayer-Kuckuk hat sich dankenswerterweise bereit erklärt, dieses Projekt zu betreuen. Auf politischer Ebene hat der Vorstandsrat die Arbeit des Fachverbandes Umweltphysik unterstützt und eine Stellungnahme zum Atomteststoppvertrag verabschiedet (s. Physikalische Blätter ...). Ebenfalls im Bereich der "Außenbeziehungen" der DPG hat der Vorstand über die assoziierten Gesellschaften nachgedacht und verschiedene Modelle betrachtet, bei denen eine engere Assoziation kleinerer, der Physik nahen Fachgesellschaften realisiert werden könnte. Ein mögliches Modell wäre ein Dachverband wie das American Institute of Physics (AIP) in dem neben der American Physical Society (APS) Gesellschaften wie z.B. Optical Society of America und American Vacuum Society zusammengeschlossen sind. Anzumerken ist vielleicht die Tatsache, daß AIP und nicht APS Physics Today herausgibt.

Über den Erfolg des New Journal of Physics berichtet an dieser Stelle Herr Sauerbrey. Hinzufügend möchte ich anmerken, daß sich das britische IOP, die französische SFP und die DPG auf zwei informellen Treffen einigten, langfristig eine gemeinsame Strategie für die Publikation von Fachzeitschriften zu finden. In einer gemeinsamen Erklärung haben sie ihre Meinung kundgetan, das Verlegen von physikalischen Zeitschriften ist primär eine Angelegenheit der Fachgesellschaften. Sie vereinbarten, es soll über zunächst punktuelle Zusammenarbeit bei Zeitschriftenprojekten zu einer echten europäischen Physikzeitschrift führen. Die Angelegenheit ist durch die Zusammenarbeit eines kommerziellen Verlages - nämlich Springer (Bertelsmann) - mit der SFP bei The European Physical Journal (EPJ) erschwert. Außerdem wurde an eine Zusammenarbeit auf der redaktionellen Ebene zwischen den Mitgliederzeitschriften gedacht, bei der ein mögliches Endziel eine gemeinsame europäische Mitgliederzeitschrift entstünde. Oft wird gefragt, warum die DPG nicht Sponsor von EPJ werden könne. Vor zwei bis drei Jahren wurden diesbezüglich Gespräche mit dem Springer Verlag sogar geführt. Diese blieben jedoch ergebnislos, weil Springer nicht bereit war, gemeinsam mit der DPG eine Lösung für die anhaltende Krise des Zeitschriftenwesens - nämlich der explodierenden Preise - zu suchen. Auch stört die Bezeichnung European im Titel der Zeitschrift: schließlich ist die Physik international. Ausschlaggebend aber für den Mißerfolg war jedoch die Weigerung vom Springer Verlag der DPG eine echte Mitwirkung, ja sogar mit finanzieller Beteiligung zuzugestehen. Man wollte einfach den Namen DPG als Qualitätszeichen für das Titelblatt haben ohne jede Gegenleistung!

Zum Schluß möchte ich zum Ende meiner Amtszeit allen Mitgliedern, die in der DPG Aufgaben im Vorstand, Vorstandsrat, Kommissionen, Arbeitskreisen, Fachverbänden, Tagungen und in sonstiger ehrenamtlicher Tätigkeit für unsere Community übernommen haben, sehr herzlich danken. Sie haben meine Amtszeit nach Kräften unterstützt, genau wie unser äußerst effizienter Mitarbeiterstab in der Geschäftsstelle im Physikzentrum sowie im Magnus-Haus, den ich in meinen Dank mit einschließe.

Prof. Dr. Alexander M. Bradshaw
Präsident

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Vizepräsident

Das Deutsche Nationale Komitee (DNK) der IUPAP hat erstmalig seit langer Zeit wieder getagt. Im Jahre 2002 wird die 24th General Assembly der IUPAP auf Einladung der DPG stattfinden. Herr Prof. Dr. Jürgen Sahm in Berlin ist der örtliche Tagungsleiter. Ich bitte um gute Unterstützung seiner Arbeit. Insbesondere sollten alle Möglichkeiten genutzt werden, die Gäste aus aller Welt vor oder nach der Tagung in deutsche Forschungsstätten einzuladen. Die DPG kann sich damit Ansehen und Freunde in aller Welt verschaffen.

Das Magnus-Haus unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Theo Mayer-Kuckuk bietet hervorragende Veranstaltungen. Die Auslastung entwickelt sich sehr gut. Durch eine steigende Anzahl physikalischer und nichtphysikalischer Veranstaltungen hat sich das Magnus-Haus neben dem Physikzentrum zu einem zweiten Zentrum und Markenzeichen der DPG entwickelt. (Inzwischen hat der neugewählte Präsident der Alexander von Humboldt-Universität, Herr Prof. Dr. Jürgen Mlynek, versichert, dass auch er versuchen wird, das Magnus-Haus intensiv zu nutzen.)

Die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung ist mit ihrer Unterstützung der Physik und der Physiker fast allgegenwärtig in der DPG. Vorstand, Vorstandsrat und die Mitglieder der DPG sind der Stiftung außerordentlich dankbar für die erheblichen Mittel, die alljährlich zur Förderung der Physik in Deutschland und des Kontakts mit Physikern in anderen Ländern bewilligt werden. Herausragende Projekte, die von der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung gefördert werden, sind neben den WE-Heraeus-Seminaren und -Sommerschulen die Konferenz "100 Jahre Quantentheorie" im Dezember 2000 in Berlin und der "DPG Buchpreis 2000", der allen Gymnasien in Deutschland zur Verleihung an den jeweils besten Abiturienten oder die beste Abiturientin im Fach Physik angeboten werden konnte. Durch ihre intensive Förderung der Physik in Schulen trägt die Stiftung auch wesentlich zu dem gemeinsamen Versuch bei, die Zahl der Studierenden im Fach Physik wieder zu erhöhen.

Der Vorstandsrat hat beschlossen, zum Jahr der Physik eine Denkschrift herauszugeben. Dazu wurde einer Kommission das Mandat erteilt, diese Denkschrift zu verfassen und sie dem Vorstandsrat im November 2000 vorzulegen. Sie wird das Thema: "Physik - ein Bericht an Gesellschaft, Politik und Industrie" haben und exemplarisch Themen, Bedeutung und Perspektiven physikalischer Forschung behandeln. Die Artikel sollen vor allem die Faszination spüren lassen, die von der physikalischen Forschung ausgeht, und sie werden auch interdisziplinäre Zusammenhänge herausstellen.

Prof. Dr. Markus Schwoerer
Vizepräsident

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Schatzmeister

(siehe dazu Jahresabschluß)

Die finanziellen Verpflichtungen der Physikalischen Gesellschaft können bedient werden. Die erforderlichen Rückstellungen wurden vorgenommen. Die finanzielle Gesamtsituation erscheint gut konsolidiert. Im Berichtsjahr gibt es im Haushalt der Gesellschaft bei den Einnahmen mit 106.000 DM einen leichten Überschuß gegenüber dem Ansatz. Der Überschuß ist zum großen Teil auf die Gewinnzuführungen unserer DPG GmbH zurückzuführen. Die Kosten für die Geschäftsstelle blieben im vorgegebenen Rahmen. In den Zeilen 220 bis 699 der nebenstehenden Haushaltsübersicht sind die finanziellen Aufwendungen für die Aktivitäten der Gesellschaft erfaßt mit Ausnahme der Publikationen und des Informationswesens. Dort ist zu erkennen, daß die meisten Titel mehr oder weniger erwartungsgemäß in Anspruch genommen wurden. Bei den Tagungen wurde aber ein unerwartet großer Überschuß erwirtschaftet. Notwendig werdende Unterstützungen für physikalische Gesellschaften aus Osteuropa kosteten hingegen zusätzliches Geld (Zeile 696). Insgesamt wurden in dieser Abteilung 40 000DM weniger ausgegeben als veranschlagt.

Erhebliche Einsparungen ergaben sich bei den Publikationen. Für die Physikalischen Blätter und für das New Journal of Physics wurden insgesamt gut 450.000 DM weniger benötigt, als angesetzt war. Das ist weiteren Erfolgen bei der Anzeigenwerbung, aber auch noch effektiverem Management der Redaktionen zu verdanken.

Die Minderausgaben im Haushaltsjahr 1999 führten zu einem fast ausgeglichenem Ergebnis im ordentlichen Haushalt. In der Zeile 910 wird aus Gutschriften für Zahlungen im Jahr 1998 an die Physikalischen Blätter und an das New Journal of Physics ein außerordentlicher Ertrag in Höhe von 215.000 DM ausgewiesen. Damit ergibt sich für das Jahr 1999 ein Gesamtüberschuß von 218.000 DM (Zeile 990). Dieser wurde auf Beschluß des Vorstandsrates in die Rücklagen eingestellt.

Im Plan für das Jahr 2000 ändern sich die Ansätze gegenüber dem Ergebnis des Jahres 1999 doch so, daß wieder eine erhebliche Deckungslücke in Höhe von 515.000 DM entsteht(Zeile 1990 ). Das liegt einmal an den vorsichtigen Ansätzen für die Finanzierung der Publikationen. Zum anderen ist nicht mehr mit Überschüssen bei den Tagungen zu rechnen. Ich möchte aber auch auf drei neue Positionen hinweisen, die deutliche Mehrausgaben erfordern. Die besondere Unterstützung des "Jahres der Physik" durch die DPG wird 70.000 DM kosten, für den Otto-Hahn-Preis sind zusätzliche 50.000 DM erforderlich und für die Erforschung der Geschichte der Physikalischen Gesellschaft im Dritten Reich wurden 50.000 DM eingesetzt. Für das laufende und das nächste Jahr gibt es aber trotz der jetzt ausgewiesenen hohen Unterdeckung keinen Anlaß zur Besorgnis. Wegen des durchaus konservativen Planansatzes, der alle Risiken berücksichtigt, ist zu erwarten, daß die erforderliche Deckung aus dem Bestand nach den Erfahrungen der letzten Jahre geringer ausfallen wird, als im Plan veranschlagt werden muß.

Dr. Jens-Egon Mosch

Schatzmeister

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Wissenschaftliche Programme und Preise

Die 63. Physikertagung fand in Heidelberg statt. Die Kombination der Tagungsräume auf dem Neuenheimer Feld und der Heidelberger Altstadt ergaben eine technisch und organisatorisch hervorragend durchgeführte Tagung mit dem Flair einer traditionsreichen Universitätsstadt. In Heidelberg tagten die Fachverbände Atomphysik, Geschichte der Physik, Gravitation und Relativitätstheorie, Kurzzeitphysik, Kybernetik, Massenspektrometrie, Molekülphysik, Plasmaphysik, Quantenoptik, Strahlenwirkung und Strahlenschutz, Teilchenphysik, Theoretische und Mathematische Grundlagen der Physik und Umweltphysik, außerdem die Arbeitskreise Atome, Moleküle, Quantenoptik und Plasmen, Chancengleichheit (erstmals) Energie und Physik und Abrüstung. Zusätzlich fand ein Lehrertag statt. Immer beliebter werden die Sondersymposien auf den Frühjahrstagungen. In Heidelberg fanden solche Symposien für Angewandte Optik, Laserkühlung und Bose-Einstein-Kondensation, Cluster und Fullerene, Wechselwirkung in starken Laserfeldern, Quanteninformationsverarbeitung sowie Umwelt und Spektroskopie statt.

Die Tagung wurde in sehr kompetenter Weise von Prof. Dr. Karlheinz Meier als örtlichen Tagungsleiter sowie Herrn Dr. Hermann Hinsch als Tagungsgeschäftsführer organisiert. Höhepunkte der Festsitzung in Heidelberg waren die Ansprache von Staatssekretär Dr.Uwe Thomas vom Bundesministerium für Forschung und Bildung, die Ansprache des Präsidenten der DPG Prof. Dr. Alexander Bradshaw sowie der Festvortrag von Herrn Prof. Dr. Siegfried Hunklinger, dem Preisträger der Stern-Gerlach-Medaille 1999 über Quantenphänomene in Gläsern. Allen, die am Zustandekommen der sehr erfolgreichen Heidelberger Tagung wesentlichen Anteil hatten, einschließlich der Hauptgeschäftsstelle der DPG in Bad Honnef, sei hiermit herzlich gedankt.

Für alle Frühjahrstagungen unterstützte die WE-Heraeus-Stiftung finanziell die Teilnahme junger Physikerinnen und Physiker. Dafür sei der Stiftung, ihrem Vorstand und dem Wissenschaftlichen Beirat ebenso gedankt wie für die Finanzierung der Forschungsseminare, vornehmlich in Bad Honnef, über die in den Physikalischen Blättern regelmäßig berichtet wurde.

Die DPG hat 1998 zusammen mit dem Institute of Physics (IOP) eine elektronische Zeitschrift, das "New Journal of Physics" gegründet. Über den Fortschritt dieser neuen elektronischen Publikation wurde im Vorstandsrat und den Mitgliederversammlungen regelmäßig berichtet. Im Jahr 1999 lief die aktive Publikationstätigkeit dieser neuen elektronischen Zeitschrift an. Bis zum Ende 1999 waren in "New Journal of Physics" mehr als 20 Artikel von sehr hoher Qualität publiziert. Besonders interessant ist die Möglichkeit, in "New Journal of Physics" auch aufwendige Graphiken, bewegte Bilder und Simulationen zu publizieren. Einige Artikel machen davon auch Gebrauch. Alle Mitglieder der DPG sind aufgerufen, ihre besten Artikel zukünftig auch und vor allem in "New Journal of Physics" elektronisch zu publizieren. Das Journal ist zugänglich unter www.njp.org.

Im Jahr 1999 wurden von der DPG die im folgenden angegebenen Medaillen und Preise verliehen. Die Laudationes sind in den Physikalischen Blättern 55 (1999) Heft 3, S. 61 veröffentlicht.

Max-Planck-Medaille
(höchste Auszeichnung der DPG für einen im Bereich der theoretischen Physik arbeitenden Physiker)
Prof. Dr. Pierre Hohenberg, Yale University, New Haven/USA

Stern-Gerlach-Medaille
(höchste Auszeichnung der DPG für einen im Bereich der experimentellen Physik arbeitenden Physiker)
Prof. Dr. Siegfried Hunklinger, Universität Heidelberg

Gustav-Hertz-Preis
Frau Dr. Elke Scheer, Universität Karlsruhe

Robert-Wichard-Pohl-Preis
Prof. Dr. Herbert Welling, Universität Hannover

Walter-Schottky-Preis
(vom Hause Siemens gestiftet und 1972 konstituiert)
Dr. Thomas Hermannsdörfer, Universität Bayreuth

Max-Born-Preis
(gemeinsam mit dem Institute of Physics, London)
Prof. John Bourke Dainton, University of Liverpool

Gentner-Kastler-Preis
(gemeinsam mit der Sociéte Francaise de Physique, Paris)
Prof. Dr. Dietrich Stauffer, Universität Köln

Smoluchowski-Warburg-Preis
(gemeinsam mit der Polnischen Physikalischen Gesellschaft)
Prof. Dr. Ludger Wöste, Freie Universität Berlin

Gaede-Preis
(vergeben von der Deutschen Vakuumgesellschaft)
Dr. Udo Schwarz, Universität Hamburg

Rudolf-Kaiser-Preis
(verwaltet und vergeben vom Stifterverband für Deutsche Wissenschaft)
Dr. Tilman Pfau, Universität Konstanz

Schülerpreis
Martin Fahr, Melchior Grützmann, Max Hofheinz, Mathias Kobylko, Florian Leder

Die Preise der DPG werden regelmäßig im April-Heft der Physikalischen Blätter ausgeschrieben. Es sei an alle Mitglieder der DPG appelliert, Kandidaten für die Preise zu nominieren, um eine gute Auswahl zu ermöglichen. Allen Mitglieder der Preiskomitees, deren Namen in der jährlichen Organisationsübersicht im Juli/August-Heft publiziert sind und besonders ihren Vorsitzenden, sei für ihre verantwortungsbewußte und zeitaufwendige Mitwirkung bei der Auswahl der Preisträger herzlich gedankt.

Prof. Dr. Roland Sauerbrey
Vorstandsmitglied

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Informationswesen und Presse

Im abgelaufenen Berichtsjahr erschienen die Physikalischen Blätter mit neuem Layout und ihr WWW-Auftritt wurde verbessert. So wird die Homepage der Zeitschrift monatlich etwa 40.000 mal besucht und es gibt thematische Web-Specials, z.B. zur "Quantentheorie" und zum Thema "Physiker im Beruf". Von EMNID wurde eine Leserbefragung durchgeführt, deren Ergebnisse in Kürze in den Physikalischen Blättern veröffentlicht werden. Des weiteren wurde per Fax eine begrenzte Befragung zum Ranking der besten Panoramaartikel durchgeführt. Es ist geplant, diese Aktion durch einen Befragungsbogen im Dezemberheft auf den gesamten jeweiligen Jahrgang auszudehnen und die Autoren des besten Artikels mit einem Preis auszuzeichnen. Es wird auch überlegt, in näherer Zukunft eine englische Version herauszugeben, die in Zusammenarbeit mit dem DAAD dem Ziel dienen soll, Deutschland als Studienstandort besser darzustellen. Auch im Zusammenhang mit der intensivierten Öffentlichkeitsarbeit der DPG (s.u.) wird das Medium "Physikalische Blätter" eingesetzt: Auf zwei Sonderseiten pro Heft berichtet die von der DPG unter Vertrag genommene Agentur (s.u.) über die kontinuierliche Pressearbeit sowie über die Aktivitäten im Rahmen "2000 - Das Jahr der Physik". Des weiteren wird eine Anzahl Wissenschaftsjournalisten die Physikalischen Blätter kostenlos erhalten.

Wie im Bericht des Präsidenten aufgeführt, wurde der Vertrag zwischen DPG und Wiley-VCH zur Herausgabe der Physikalischen Blätter zum 31.12.1999 mit Wirkung 31.12.2001 gekündigt, um den Weg freizumachen für Verhandlung über eine neue Mitgliederzeitschrift, deren Titelrechte die DPG vollständig selbst besitzt. Die Strategie "Gründung einer neuen Zeitschrift, Kündigung der Physikalischen Blätter und Aushandlung eines Vertrages für die neue Zeitschrift" ging wesentlich auf eine Empfehlung der Herausgeber zurück. Wie ebenfalls vom Präsidenten berichtet, ist diese Strategie noch kurz vor Ende des Berichtszeitraumes erfolgreich umgesetzt und ein Vertrag über die Herausgabe der neuen Mitgliederzeitschrift ab 1.1.2002 (wieder in Zusammenarbeit mit Wiley-VCH) abgeschlossen worden.

Bei den Herausgebern wurde Herr Großmann (Marburg) für eine weitere Amtsperiode wiedergewählt. Herr Laun (BASF) bat um vorzeitige Entbindung von seinem Amt als Kurator der Physikalischen Blätter. Somit waren insgesamt fünf Kuratoren neu zu bestimmen. Die Herren Binder (Mainz), Rieger (BASF), Sackmann (München), Theis (Siemens) und Wagner (BMBF) wurden einstimmig gewählt.

Bei der Gesellschafterversammlung konnte für die DPG ein deutlich verbesserter Anteil am Anzeigenumsatz der Physikalischen Blätter ausgehandelt werden.

Mit der Zukunft des wissenschaftlichen Publikationswesen wird sich eine Strategiekommission der DPG befassen, der die Herren Hänggi (Augsburg), Kramer (Hamburg), Sauerbrey (Jena) und Wandelt (Bonn, Vorsitz) sowie Herr Mittler von der Universitätsbibliothek Göttingen angehören.

Als Nachfolger von Herrn Haarer (Bayreuth) wurde Herr Meiwes-Broer (Rostock) zum Herausgeber der Europhysics News gewählt.

Seit Beginn dieses Berichtszeitraumes (1.4.99) hat die DPG die Agentur Iser & Putscher für professionelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit unter Vertrag. Der hierfür vorgesehene Jahresetat von 500 TDM wurde zum einen für kontinuierliche Pressearbeit und zum anderen für Projekte eingesetzt. Im gesamten Jahr 1999 wurden über 30 und im ersten Quartal 2000 bereits 10 weitere Pressemitteilungen von der neuen DPG-Pressestelle herausgebracht, die auch alle auf dem DPG-Server abrufbar sind. Die Wirkung der Pressemitteilung wird über eine regelmäßige Medienresonanzanalyse sowie die Gesamtarbeit der Agentur bei einem monatlich stattfindenden "Jour Fix" analysiert und überwacht. Besonders herausragende Erfolge der professionellen Medienarbeit waren im Berichtszeitraum die begleitende Pressearbeit zum International Young Physicists Tournament (IYPT), die Übernahme der Schirmherrschaft der DPG über das "Wissenschaftsfestival: Region Bonn" und vor allem die Tatsache, dass das BMBF die Agentur der DPG mit Planung und Durchführung der Öffentlichkeitsarbeit zur Initiative "2000 - Das Jahr der Physik" beauftragt hat, weil die Agentur/Pressestelle der DPG durch ihre bisherige Arbeit überzeugen konnte. Schließlich wurde durch die Pressestelle die mediale Begleitung der Frühjahrstagungen 2000 erstmals langfristig und professionell durch einheitliche Konferenzplakate, die Erstellung einer Pressemappe, Pressemitteilungen etc. vorbereitet und durchgeführt, was bei den Tagungsleitern große Anerkennung fand. Insgesamt hat die professionelle Form der Pressearbeit zu einer explosionsartigen Ausweitung und zu einer erheblichen Steigerung der "Ranges" der Kontakte zu Journalisten und Medien geführt. Hochwertige "Medienbündnisse" zwischen DPG auf der einen und Presse, Funk und Fernsehen auf der anderen Seite bahnen sich an.

Im Bereich der Projekte wurden im Berichtszeitraum ein sog. Lehrer-Flyer und die DPG-Broschüre "Physik ist Zukunft" fertiggestellt. Der Lehrer-Flyer dient zur Mitgliederwerbung unter Physik-Lehrern an Schulen. Die DPG-Broschüre stellt die "Faszination" der Physik dar, gibt ein breites Spektrum an Berufsprofilen junger Physiker wieder und beleuchtet Rolle und Aufgaben der DPG. Die Resonanz auf die Broschüre ist außerordentlich positiv. Anläßlich der ersten Kernveranstaltungen zum Jahr der Physik und der DPG-Frühjahrstagungen sind bereits etwa 10.000 Exemplare verteilt worden. Eine zweite Auflage ist bereits gedruckt worden, von der die Pressestelle von DESY, Hamburg, 10.000 Exemplare gegen Kostenerstattung abgenommen hat. DESY wird diese Exemplare u.a. bei seinen Aktivitäten im Rahmen der EXPO 2000 verteilen. Weitere Möglichkeiten zur Verbreitung der Broschüre, wie eventuell in der Bundesbahn, werden derzeit angedacht.

Überzeugt durch diese erfolgreiche Arbeit der DPG-Pressestelle/Agentur hat der Vorstandsrat bei seiner Sitzung anläßlich der diesjährigen Physiker-Tagung in Dresden einstimmig beschlossen "die Öffentlichkeitsarbeit mit professioneller Unterstützung mindestens im bisherigen Umfang" auch in Zukunft fortzusetzen. Offen blieben im abgelaufenen Berichtszeitraum die Frage nach der Erstellung eines allgemeinen Mitgliederverzeichnisses der DPG, die Benennung von Kandidaten der DPG für den Aufsichtsrat und den wissenschaftlichen Beirat des FIZ, Karlsruhe, sowie die Gründung eines Arbeitskreises "Physik und Kunst (Arbeitstitel)". Es muß auch eingeräumt werden, dass die Erneuerung der DPG-Homepage nicht ohne Kritik geblieben ist. Die neue Version ist zu aufwendig geraten und von vielen Besuchern nicht einfach lesbar. An einer vereinfachten "fall back" Version wird bereits gearbeitet.

Prof. Dr. Klaus Wandelt
Vorstandsmitglied

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Bildung und Ausbildung

Die weiterhin abnehmenden Zahlen der Studienanfänger im Fach Physik war das dominierende Thema auch dieses Jahr. Aus diesem Grund war auch dieses Jahr der Schwerpunkt der Arbeit: durch die Unterstützung der Hochschulen und Schulen wieder eine größere Akzeptanz von Naturwissenschaft und Technik bei den Schülern und in der Gesellschaft allgemein zu erreichen. Um diesen Aktivitäten ein noch größeres Gewicht zu geben, wurde der Vorstand um ein Vorstandsmitglied (Dr. Sauer) mit dem Bereich "Schule" vergrößert. Daher werden die Aktivitäten zwischen der DPG und den Schulen in dem Bericht von Dr. Sauer näher vorgestellt. Über eine Arbeitsgruppe soll zwischen DPG und Fachhochschulen eine engere Beziehung geknüpft werden, um mehr Fachhochschullehrer für die DPG zu gewinnen.

Studentenzahlen
Die neueste Erhebung der Studentenzahlen durch die Konferenz der Fachbereiche (KFP) wurde erstmalig getrennt nach männlich (m) und weiblich (w) durchgeführt. Leider lagen bei Abschluss dieses Berichtes die Zahlen noch nicht von allen Universitäten vor, so dass die Angaben noch als vorläufig angesehen werden müssen. Danach beträgt die Zahl der Studienanfänger für das Diplom in Physik im WS 99/2000 3055 (m) und 549 (w) und im SS 2000 782 (m) und 115 (w). Die entsprechenden Zahlen für das Lehramt betragen 448 (m) und 146 (w) im WS 99/2000 sowie 91 (m) und 6 (w) im SS 2000. Damit ergeben sich insgesamt für das WS 99/2000 und das SS 2000 für das Physik-Diplom 4501 und das Lehramt 691 Anfänger. Die Vergleichszahlen vom Vorjahr 98/99 betragen 4244 Anfänger für das Diplom in Physik und 903 Anfänger für das Lehramt. Damit wird deutlich, dass sich erste Erfolge der von der DPG und der Heraeus-Stiftung unterstützten Aktivitäten der Fachbereiche für Schüler abzeichnen, dass die Anfängerzahl für das Diplom in Physik nicht weiter gesunken ist. Die Zahl der Studierenden im 3. Fachsemester Physik (Diplom) betragen 2085 (m), 311 (w) im WS 99/2000 sowie 678 (m) und 74 (w) im SS 2000. Damit liegt auch die Gesamtzahl der Studierenden im 3. Semester mit 3148 nicht unter der von 98/99 mit 3000. Allerdings geben die folgenden Zahlen für Vordiplom, Diplom und Promotion weiterhin Anlass zu größter Sorge. Die Zahl der Vordiplomabschlüsse beträgt 1212 in 99/2000 zu 1498 in 98/99, die der Diplomabschlüsse beträgt 1786 in 99/2000 im Vergleich zu 2602 in 98/99 und die der Promotionen 1282 99/2000 im Vergleich zu 1553 98/99. Diese Zahlen weisen noch einmal deutlich darauf hin - insbesondere die geringe Zahl an Vordiplomen (1232) in 99/2000 - dass in den kommenden Jahren mit einem gravierenden Mangel an Physikern zu rechnen ist.

DPG und Hochschulen (KFP)
Zentrale Themen für die KFP und somit auch für die DPG waren letztes Jahr und werden es auch noch in den nächsten Jahren sein

  • Das Ranking durch das CHE
  • Bachelor/Master in Physik
  • Leistungsorientierte Finanzierung der Hochschulen (und auch über die "Programmsteuerung" der Großforschungseinrichtungen).

Alle 3 Jahre führt das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) im Auftrag der HRK ein Ranking der Hochschulen für die verschiedenen Fachrichtungen durch. Anfang 1999 fand dies auch für die Physikfachrichtungen statt und führte zu massiver Kritik aus den Hochschulen. In ihrer Sitzung am 26./27. Mai wird sich die KFP mit diesem Problem beschäftigen und vermutlich ein Beratungsgremium bilden. Bisher hat sich die KFP geschlossen hinter den Beschluss gestellt: in Physik keinen 1. berufsqualifizierenden Abschluss in Form des "Bachelors" einzuführen. Die KFP wird sich erneut intensiv mit dieser Frage am 26./27. Mai befassen. Die "Leistungsorientierte Finanzierung" der Hochschulen, wird von den Landesministerien mit dem Ziel eingeführt, um bei mehr Eigenverantwortlichkeit der Hochschulen deren Effizienz zu steigern (und dabei noch Geld zu sparen). Der Teufel steckt jedoch im Detail, so wird auch dieses Thema die KFP ganz wesentlich beschäftigen.

Fortbildungskurse
In Bad Honnef fanden ebenfalls wieder zwei Fortbildungskurse für Lehrer statt. Der erste Kurs "Die Physik der Elementarteilchen" fand vom 21.06. bis 25.06.1999 statt. Leiter des Kurses waren Prof. Dr. B. Schoch, Universität Bonn und Prof. Dr. H. Hilscher, Universität Augsburg. Der zweite Kurs "Physik des Sports" fand vom 28.06. bis 02.07.1999 statt. Leiter dieses Kurses waren Prof. Dr. L. Mathelitsch, Universität Graz und Prof. Dr. H.J. Schlichting, Universität/GH Essen. Dem Organisator in Bad Honnef, Dr. J. Debrus, und den Vortragenden dieser Kurse danke ich im Namen der DPG.

Die WE-Heraeus-Stiftung hat auch 1999 wieder fünf Ferienkurse an Universitäten der neuen Länder finanziert, an denen sich Diplomanden und Doktoranden rege beteiligten. Diese Kurse fanden statt: "Physik technologisch relevanter Defekte in Halbleitern" in Halle (Saale) vom 13. - 24. September, Kursleiter: Prof. Dr. H.-R. Höche, PD Dr. R. Krause-Rehberg und Dr. H.S. Leipner (Universität Halle). "Moderne Fernfeld- und Nahfeld-Mikroskopien" in Chemnitz vom 20. September - 1. Oktober, Kursleiter: Profs. Dr. Ch. v. Borczyskowski und M. Hietschold (TU Chemnitz). "Neue Halbleiter für die Optoelektronik: Quantenpunkte und Nitride für IR bis UV" in Magdeburg vom 20. September - 1. Oktober, Kursleiter: Profs. Dr. J. Christen und Dr. A. Krost (Universität Magdeburg). "Festkörperspektroskopie: Grundlagen und aktuelle Anwendungen" in Dresden vom 28. September - 8. Oktober, Kursleiter: Dr. J. Fink, Dr. L. Laubschat, Dr. K. Leo, Dr. M. Loewenhaupt und Dr. R. Schmidt (alle TU Dresden) sowie "Materie unter extremen Bedingungen - Quantenstatistik in Plasma- und Astrophysik" in Rostock vom 3. - 16. Oktober, Kursleiter: Profs. Dr. Blaschke, Dr. G. Röpke (beide Universität Rostock) und Dr. J. Wambach (TU Darmstadt).

Prof. Dr. Rainer Kassing
Vorstandsmitglied

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Berufsfragen und wissenschaftlicher Nachwuchs

Die seit einigen Jahren zu beobachtenden Veränderungen am Arbeitsmarkt für Physikerinnen und Physiker haben sich 1999 weiter verstärkt. Aus der Anfang der 90er Jahre entstandenen Beschäftigungskrise ist inzwischen ein schnell zunehmender Nachwuchsmangel geworden. In der Statistik zeigt sich dies darin, daß bereits 1998, bei damals noch sehr hohen Absolventenzahlen, die Zahl der arbeitslosen Hochschulabgänger so niedrig war wie seit 15 Jahren nicht mehr. Daß trotzdem die Gesamtzahl der arbeitslosen Physiker immer noch über 2800 lag (gegenüber etwa 4000 auf dem Höhepunkt der Krise 1994) liegt im wesentlichen daran, daß arbeitslos gewordene Physiker im Alter von über 45 Jahren, ähnlich wie in anderen Berufsgruppen auch, in der veränderten Arbeitsumwelt nur noch schwer eine neue Anstellung finden. Ihr Anteil beträgt inzwischen über 50 % der Arbeitslosenzahl, und dieser Sockelbetrag wird nur langsam abgebaut werden (Näheres siehe Phys. Bl. 55 (1999) 11, S. 26).

Demgegenüber werden zur Zeit die Hochschulabsolventen durch die aktuellen Wachstumsbranchen Software und Informationstechnologien, Unternehmensberatungen, den Finanzsektor und auch die Halbleiterindustrie geradezu abgesaugt. Der Bedarf steigt und die Absolventenzahlen werden in Zukunft beträchtlich (auf ca. 50 %) abnehmen. Die Aussichten für junge Physikerinnen und Physiker am Arbeitsmarkt werden daher auf absehbare Zeit ausgezeichnet sein. Ähnliches gilt für die meisten anderen Naturwissenschaftler und für Ingenieure. Häufig werden aber bei Stellenausschreibungen dieser Wachstumsbranchen wegen der breiten Ausbildung und der im Laufe des Physikstudiums erworbenen Fähigkeiten und Methoden explizit Physiker gesucht.

Mit dieser Entwicklung verändert sich natürlich auch das Berufsbild des Physikers in Industrie und Wirtschaft. Zusatzinteressen und -qualifikationen und interdisziplinäres Arbeiten sind häufig wichtiger als ein tiefgehendes Spezialwissen in Physik. Dies gilt im übrigen auch für die traditionellen physik-näheren Industriebereiche.

Verschiedene Veranstaltungen der DPG waren diesen aktuellen Themen gewidmet. Eine hohe Resonanz fand z. B. eine Diskussionsveranstaltung auf der Physikertagung 2000 in Dresden mit namhaften Vertretern aus den genannten Wachstumsbranchen sowie der traditionellen Industrie (Anlagentechnik, Medizintechnik). Der große Bedarf an Physikern spiegelte sich in den Jobbörsen wider, die von einigen Firmen auf der Frühjahrstagung in Regensburg veranstaltet wurden und regen Zuspruch fanden. Der Beratende Ausschuß der Industriephysiker (BAI) führte ebenfalls in Regensburg einen Industrietag durch, der sich mit Physik und Biotechnologie sowie Firmengründungen auf diesem Gebiet befaßte. Wie in jedem Jahr fand auch 1999 das mehrtägige Seminar "Forschungsmanagement" in Bad Honnef statt. Die veränderte Arbeitsmarktsituation führte hier wie auch beim Laborbesichtigungs-Programm zu stark reduziertem Interesse. Geeignete Maßnahmen zur Erhöhung der Attraktivität beider Veranstaltungen unter den gegenwärtigen Randbedingungen wurden ergriffen bzw. diskutiert.

Die aktuelle Arbeitsmarktsituation sowie die absehbare weitere Entwicklung erfordert dringende Aktivitäten und Maßnahmen in Öffentlichkeit und im Bereich Schule. Die Ergebnisse der internationalen Physikwettbewerbe haben bestätigt, daß im Spitzenbereich eine hohe Leistungsfähigkeit vorliegt. Die auch vom BAI mitgeförderte Physikolympiade war auch 1999 in allen Stufen eine erfreuliche Angelegenheit. Wichtigste Zukunftsaufgabe ist es, den naturwissenschaftlichen Unterricht für mehr Schüler wieder attraktiver zu machen. Von großer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang auch die Untersuchungen des Arbeitskreises Chancengleichheit (AKC), die auch darauf ausgerichtet sind, das Potential physik-begabter Mädchen und Frauen besser zu nutzen.

Dr. Helmut Krauth
Vorstandsmitglied

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Schule

Der Vorstandsbereich Schule wurde auf Vorschlag des Vorstands durch Beschluss des Vorstandsrats in seiner Herbstsitzung beim Tag der DPG im November 1999 geschaffen.

Die DPG hatte in den vergangenen Jahren im Haushalt Mittel zur Förderung von besonderen Aktivitäten, um das Fach den Schülerinnen und Schülern attraktiv zu präsentieren. eingestellt. Im Herbst 1999 hat die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung beschlossen, mit der DPG ein gemeinsames Förderprogramm "Physik für Schüler und Schülerinnen" aufzulegen. Gefördert werden sowohl Vorhaben der Fachbereiche, die sich direkt an Schülerinnen und Schüler richten als auch Projekte in Schulen, die das Bild des Fach zu verbessern helfen. Das Programm wird inzwischen rege nachgefragt. Die Mittel werden von der DPG verwaltet, die Bewilligung der Mittel erfolgt z. T. in einem standardisierten Verfahren wie auch durch eine Auswahlkommission.

Die DPG hat 1999 zum erstenmal einen DPG-Buchpreis an die besten Abiturienten im Fach Physik vergeben. Diese Aktion lief als Pilotphase 1999 in Hessen, Oberfranken und Thüringen, wobei sich mehr als die Hälfte der in Frage kommenden Schulen beteiligt haben, es wurden insgesamt etwa 200 Preise vergeben. (Unabhängig davon hat auch die DPG zu Berlin eine ähnliche Buchpreisaktion durchgeführt.) Der Buchpreis wurde im Jahr 2000 auf alle Bundesländer ausgedehnt. Voraussetzung dafür ist einmal die Unterstützung durch die Heraeus- Stiftung, die Mittel zur Finanzierung des Buchpreises für zwei Jahre bewilligt hat, zum anderen die Bereitschaft von DPG-Mitgliedern, als Länderbeauftragte tätig zu werden. Es werden im Jahr 2000 etwa 2100 DPG-Buchpreise vergeben, die damit etwas mehr als 50% der Schulen mit Abitur erreichen. Mit der Buchpreisaktion soll auch versucht werden, einen engeren Kontakt zu Schulen mit aktiven Physiklehrkräften zu gewinnen. Auch hierbei ist die Gewinnung von Mitgliedern bei den Lehrkräften wie den Abiturienten ein wichtiges Ziel. Die Amtschefs der Ministerien in den Bundesländern wurden durch ein Schreiben des DPG Präsidenten informiert und um Unterstützung gebeten. Der Buchpreis hat zu einer sehr positiven Reaktion aus den Ministerien geführt. Es ist zu hoffen, dass die Preisverleihung an die Schülerinnen und Schüler wie 1999 nunmehr auch bundesweit ein Echo in lokalen Medien finden wird.

Die Physiklehrkräfte stellen eine sehr kleine Gruppe (ca. 1.6%) von Mitgliedern in der DPG, die DPG-Mitglieder wiederum sind noch ein sehr kleiner Teil der das Fach Physik unterrichtenden Lehrkräfte. Die Wahrnehmung der DPG in der Lehrerschaft ist dementsprechend gering. Diese Situation ist der DPG seit langem bekannt, die stärkere Zuwendung auf den Bereich Schule hat diese schwäche in den Vordergrund treten lassen. Bei den geringen Mitgliederzahlen in der Lehrerschaft fehlt auch eine für diesen Bereich spezifisch einsetzbare Infrastruktur. Die DPG, insbesondere der neu gebildete Vorstandsbereich Schule, muss sich vorrangig auf die Mitgliederwerbung in der Lehrerschaft und die Aktivierung von Mitgliedern, die in der Schule tätig sind, für die Arbeit in der Gesellschaft konzentrieren. In Zusammenarbeit mit der DPG Pressestelle wurde ein Werbeflyer für Physiklehrkräfte gestaltet, der über die eigenen Mitglieder aber inzwischen auch bei verschiedenen anderen Gelegenheiten gezielt als Werbematerial eingesetzt wurde. Da nicht einmal genau bekannt ist, welche Mitglieder tatsächlich unterrichten, wurde versucht in Rundschreiben an Mitglieder des FV Didaktik Physiklehrkräfte als solche auszumachen. Tatsächlich ist die Mitgliederzahl im Bereich Schule steigend, wenngleich ein echtes Eindringen in die Lehrerschaft noch lange nicht gelungen ist. Es wird versucht, eine gewisse Infrastruktur im Schulbereich, möglichst bezogen auf die Bundesländer zu schaffen.

Der Arbeitskreis Schule wurde vom Vorstand 1997 eingerichtet, um die im Schulbereich ausgemachten Defizite zu bearbeiten und Vorschläge zur Verbesserung zu machen. Der Arbeitskreis tagte im Berichtszeitraum dreimal, er dient auch der Pflege der Zusammenarbeit mit dem Förderverein und dem FV Didaktik. Der AK hat die Inhalte des Lehrerflyer konzipiert, er bereitet auch eine Präsenz "DPG und Schule" im Internet auf dem DPG Server vor.

Im Herbst 1999 wurde von CERN, ESO und ESA eine Initiative "Physics on Stage" gestartet mit dem Ziel, innovative, effektive und aufregende Wege der Vermittlung von Physik zu fördern und die Defizite in der Darstellung von Physik in den Medien und der allgemeinen Öffentlichkeit voranzubringen. Die DPG arbeitet im nationalen Organisationskomitee mit MNU, EAAE und einzelnen Physikern unter Federführung von M. Kobel, Bonn mit. Zentrales Ereignis von Physics on Stage ist ein, national vorbereitetes, "Festival" vom 6.11.-10.11.2000 im CERN.

Die DPG hat schon immer eine enge Zusammenarbeit mit dem Verein zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts MNU gesucht. Der Förderverein stellt allein schon wegen der bislang geringen Präsenz der DPG in der Lehrerschaft eine wichtige Brücke in die Schule dar. Die DPG wurde durch den Vorstandsbereich Schule beim Kongress der MNU vom 16.04.-20.04.00 in Stuttgart vertreten. Auf Einladung der MNU arbeite ich als DPG-Vertreter an der Vorbereitung und Durchführung einer Tagung zu Rahmenempfehlungen für Lehrpläne im Fach Physik mit.

Die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte GDNÄ hat 1997 eine Kommission gebildet, die Empfehlungen für naturwissenschaftliche Rahmenpläne erarbeitet. Die Rahmenplanempfehlungen sollen die Grundlage für Curricula bilden, die einerseits den allgemeinbildenden Charakter der Naturwissenschaften stärker betonen, gleichzeitig aber am gefächerten Unterricht festhalten. Der Diskussionsstand wird den Vertretern der Kultusministerien im Mai vorgestellt und die Ergebnisse werden bei der Tagung der GDNÄ im September vorgelegt. In dieser Kommission arbeite ich als Vertreter der DPG mit.

Die EPS hatte vom 2.09.-5.09.99 zu einem Seminar "Securing the Future of Physics" ins englische Malvern-College eingeladen. Ausgangspunkt des Seminars war das überall zu beobachtende, manchmal dramatische Ausmaße annehmende Sinken der Studienanfängerzahlen, die schwache Präsenz und Akzeptanz der Physik in Medien und Öffentlichkeit, Ziel waren Empfehlungen für Maßnahmen in den europäischen Ländern und den Mitgliedsgesellschaften, um dieser Entwicklung gegenzusteuern. Bei diesem Seminar waren viele europäische Physik-Gesellschaften durch Präsidenten vertreten, was die Bedeutung signalisiert, welche die europäischen physikalischen Gesellschaften dem Problem beimessen. Die DPG war durch den Präsidenten, mich und M. Voller, FV Didaktik sowie Prof. Reinecker vertreten und an der Ausarbeitung der Recommendations beteiligt.

Aus der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände kam 1999 eine Initiative zum Aufbau eines Netzwerks von Excellence-Centers für Mathematik und Naturwissenschaften an Gymnasien zustande, die im März zur Gründung eines Vereins zur Förderung von Leistungszentren geführt hat. Die DPG ist, mit Zustimmung des Vorstandsrates, diesem Verein als Gründungsmitglied beigetreten.

Dr. Gerhard Sauer
Vorstandsmitglied

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Geschäftsführung, Mitgliederversammlung

Im Jahre 1999 hat die Mitgliederzahl erfreulicherweise wieder um 318 zugenommen.. Ob dies nun die Trendwende zu weiterhin steigenden Mitgliederzahlen ist, muss sich noch erweisen.. Die Gesamtzahl der Mitglieder liegt jetzt über 30.500. Das Durchschnittsalter aller Mitglieder beträgt 38,4 Jahre (etwas gestiegen), das der Neueintritte nur 27,7 Jahre.

Die Geschäftsstelle, Frau F. Frömbgen (Mitgliederbetreuung), Frau E. Wüsthoff (Finanzwesen) und Herr Dr. Ch. Baehr in Bad Honnef und Frau G. Tschäge (Veranstaltungen) und Herr M. Holzinger (Hauswart) im Magnus-Haus in Berlin sowie der Hauptgeschäftsführer, hat wiederum alle anstehenden Arbeiten durch gute Organisation und effektive Arbeitsabläufe reibungslos bewältigt.

Die Anzahl der Veranstaltungen im Magnus-Haus ist erneut auf 177 gestiegen. Eine weitere Steigerung der Veranstaltungszahl ist aufgrund der eingeschränkten Personalressourcen nur möglich, wenn zeitweilig Fremdpersonal eingesetzt wird. Die kostenpflichtigen Veranstaltungen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zu den Betriebskosten des Hauses und haben die Größe des Vorjahres 1998 halten können.

Die Verhandlungen zu den Frühjahrstagungen 2000 wurden pünktlich ausgeliefert. Kosten für Erstellung und Versand konnten diesmal um etwa 4% gesenkt werden.. Im Vergleich zum Jahre 1994 sind die jährlichen Kosten um 43% reduziert worden. Der Service der Geschäftsstelle für die ehrenamtlichen Tagungsleitungen und die Autoren bei der Erstellung der Abstracts wurde verbessert und soll weiter verbessert werden.

Die Bewerberliste in den Physikalischen Blättern und auf dem www-Server erfreut sich weiterhin guter Beliebtheit. Auf der Geschäftsstelle werden alle Vorgänge tagesfertig erledigt.

Die Ordentliche Mitgliederversammlung 2000 fand anlässlich der 64. Physikertagung am 22. März 2000 in Dresden statt. Die Niederschrift der Versammlung ist in den Physikalischen Blättern 56 (2000) Heft 7/8 abgedruckt. Nach der Erstattung der Berichte von Vorstand und Rechnungsprüfern erteilte die Mitgliederversammlung Vorstand, Vorstandsrat und Hauptgeschäftsführer einstimmig uneingeschränkte Entlastung für das Jahr 1999 und dankte für die geleistete Arbeit.

Dr. Volker Häselbarth
Hauptgeschäftsführer

 
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