
Deutsche Physikalische Gesellschaft e.V.
Einstein und Co.
Die Deutsche Physikalische Gesellschaft e.V. (DPG), deren
Tradition bis in das Jahr 1845 zurückreicht, ist mit mehr als 58.000 Mitgliedern die größte physikalische
Fachgesellschaft weltweit. Sie versteht sich als Forum
und Sprachrohr der Physik und verfolgt als gemeinnütziger
Verein keine wirtschaftlichen Interessen. Die DPG unterstützt
den Gedankenaustausch innerhalb der wissenschaftlichen
Gemeinschaft, fördert den Physik-Unterricht und möchte darüber
hinaus allen Neugierigen ein Fenster zur Physik öffnen.
In der DPG sind Professorinnen und Professoren, Studierende,
Lehrerinnen und Lehrer, in der Industrie tätige oder einfach nur
an Physik interessierte Personen ebenso vertreten wie Wissenschaftsjournalisten
und Patentanwälte. Gegenwärtig hat die DPG
neun Nobelpreisträger in ihren Reihen. Weltberühmte Mitglieder
hatte die DPG immer schon. So waren Albert Einstein, Hermann
von Helmholtz und Max Planck einst Präsidenten der DPG.
Die DPG finanziert sich im Wesentlichen aus Mitgliedsbeiträgen.
Ihre Aktivitäten werden außerdem von Bundes- und Landesseite
sowie von gemeinnützigen Organisationen gefördert. Besonders
eng kooperiert die DPG mit der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung.
Tagungen und Nachwuchsförderung
Die DPG betreibt selbst keine physikalische Forschung, mit Kongressen fördert sie jedoch den Informationsaustausch über neueste physikalische Erkenntnisse. So treffen sich zu den traditionellen „Frühjahrstagungen“ der DPG, die Jahr für Jahr über die ganze Bundesrepublik verteilt stattfinden, rund 9.000 Fachleute aus dem In- und Ausland. Zu diesen Tagungen zählt regelmäßig der größte Physikkongress in Europa. Die Nachwuchsförderung ist ein weiteres zentrales Anliegen der DPG und so sind ihre Tagungen eine Plattform insbesondere für die junge Generation: Hier können Studierende auch mit namhaften Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern persönlich ins Gespräch kommen. Überdies existiert innerhalb der DPG ein bundesweites Netzwerk für Physik-Studierende: die „junge DPG“. Ein eigenes Forum gibt es auch für die Frauen in der Physik: die „Deutsche Physikerinnentagung“, die alljährlich stattfindet.
Preise und Schulprojekte
Die DPG würdigt physikalische Spitzenleistungen mit Auszeichnungen
von internationalem Renommee. Die beiden wichtigsten
sind die „Max-Planck-Medaille für Theoretische Physik“ und
die „Stern-Gerlach-Medaille für Experimentelle Physik“. Manche
Auszeichnungen – wie der „Gustav-Hertz-Preis für junge Physikerinnen
und Physiker“ – dienen der Nachwuchsförderung,
andere – wie der „Otto-Hahn-Preis“ – werden von der DPG in
Kooperation mit Organisationen aus dem In- und Ausland verliehen.
Mit der„Medaille für naturwissenschaftliche Publizistik“
ehrt die DPG Persönlichkeiten, die sich besonders darum verdient
gemacht haben, naturwissenschaftliche Sachverhalte in der
Öffentlichkeit darzustellen. Darüber hinaus zeichnet die DPG
bundesweit Abiturienten für herausragende Physikleistungen aus.
Sie unterstützt Schülerwettbewerbe wie „Jugend forscht“, fördert
innovative Schulprojekte und organisiert Fortbildungen für
Lehrerinnen und Lehrer.
Zeitschriften und Publikationen
Aus dem Hause der DPG kommen diverse Veröffentlichungen: So berichtet die Mitgliederzeitschrift – das „Physik Journal“ – über Neuigkeiten aus der Physik und der DPG. Des Weiteren gibt die DPG, gemeinsam mit dem britischen Institute of Physics, ein elektronisches Fachmagazin heraus: das „New Journal of Physics“. Alle Artikel dieser Open-Access-Zeitschrift können kostenfrei gelesen und heruntergeladen werden. Die hier publizierten Artikel haben ein strenges Prüfverfahren („Peer-Review“) durchlaufen, denn das „New Journal of Physics“ setzt auf höchste wissenschaftliche Qualität. Überdies erscheint unter dem Namen „Verhandlungen“ das Tagungsprogramm der DPG, das Jahr für Jahr die Abstracts von rund 8.000 Fachvorträgen auflistet. Und beim Webportal „Welt der Physik“, das die DPG gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung betreibt, werden auch Nicht-Fachleute fündig, die sich über Physik informieren wollen.

Physik und Öffentlichkeit
Mit populärwissenschaftlichen Publikationen und öffentlichen Veranstaltungen beteiligt sich die DPG aktiv am Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Zu diesen Aktivitäten gehören auch die „Highlights der Physik“. Dieses jährliche Physikfestival, das die DPG gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung organisiert, zählt Jahr für Jahr rund 20.000 Besucher. Damit ist es das größte seiner Art in Deutschland.
Studien und gesellschaftliches Engagement
Die DPG engagiert sich in der gesellschaftspolitischen Diskussion mit Pressemitteilungen, Studien, Stellungnahmen und parlamentarischen Abenden. Dabei behandelt sie aktuelle Angelegenheiten wie Nachwuchsförderung, Klimaschutz, Energieversorgung oder Rüstungskontrolle bis hin zu wissenschafts- und kulturhistorischen Themen. In ganz besonderem Maße setzt sich die DPG für die Gleichstellung von Frauen und Männern und für die Förderung von Frauen in den Naturwissenschaften ein.
An Rhein und Spree
Die DPG-Geschäftsstelle hat ihren Sitz im Physikzentrum Bad Honnef in unmittelbarer Nähe zur Universitäts- und Bundesstadt Bonn. Das Physikzentrum ist nicht nur ein Begegnungs- und Diskussionsforum von herausragender Bedeutung für die Physik in Deutschland, sondern auch Markenzeichen der Physik auf internationalem Niveau. Hier treffen sich Studierende und Spitzenwissenschaftler bis hin zum Nobelpreisträger zum wissenschaftlichen Gedankenaustausch. Auch Lehrerinnen und Lehrer reisen immer wieder gerne nach Bad Honnef, um sich in den Seminaren der DPG fachlich und didaktisch fortzubilden. In der Bundeshauptstadt ist die DPG ebenfalls präsent. Denn seit ihrer Vereinigung mit der Physikalischen Gesellschaft der DDR im Jahre 1990 unterhält sie das Berliner Magnus-Haus. Dieses 1760 vollendete Stadtpalais, das den Namen des Naturforschers Gustav Magnus trägt, ist eng mit der Geschichte der DPG verbunden: Aus einem Gelehrtentreffen, das hier regelmäßig stattfand, ging im Jahre 1845 die „Physikalische Gesellschaft zu Berlin“, später die DPG hervor. Heute finden hier Kolloquien und Vorträge zu physikalischen und gesellschaftspolitischen Themen statt. Gleichzeitig befindet sich im Magnus-Haus auch das historische Archiv der DPG.
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