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09. Juli 2008 - Vortrag Prof. Dr. Christoph Strunk

Der Supra-Isolator: Ein neuer Zustand der Materie


65 Zuhörer
Ort: H34
Zeit: 15:45 Uhr

Zur Entdeckung von Supraisolatoren und diesen selbst organisierte die Regionalgruppe am 9. Juli 08 einen Fachvortrag von Prof. Dr. Christoph Strunk an der Universität Regensburg. Mit insgesamt 65, nicht nur studentischen, Zuhörern kam das Angebot sehr gut an.

Da der Vortrag die erste Veranstaltung der Regionalgruppe an der Universität war, wurde in einer kurzen Präsentation zunächst die jDPG, deren Geschichte, Organisation und Angebote sowie die Regionalgruppe selbst und deren bisherige Aktivitäten vorgestellt.

Es folgte ein interessanter Vortrag von Prof. Strunk, dessen Arbeitsgruppe zusammen mit Forschern der Universität Bochum, aus Novosibirsk (Russland), aus Argonne (USA) und aus Leuven (Belgien) den supraisolierenden Zustand als neuartigen Zustand der Materie entdeckte:

Der gewöhnliche supraleitende Zustand beruht auf der Bildung von Cooper-Paaren und kann über die BCS-Theorie beschrieben werden. Wie Experimente zeigen, bewirken in sehr dünnen supraleitenden Metallschichten (<5nm) aus Titannitrid bei sehr tiefen, aber endlichen Temperaturen dieselben Cooper-Paare das exakte Gegenteil. Es entsteht ein supraisolierender Zustand mit unmessbar kleiner Leitfähigkeit. Eine mögliche Erklärung des Phänomens gelingt über die Ausbildung kleiner supraleitender Inseln in den dünnen Schichten. Bei einigen hundertstel Grad über dem absoluten Nullpunkt erfordert das Fließen eines elektrischen Stromes ähnlich dem Josephson-Effekt ein synchrones Hüpfen vieler Cooper-Paare entlang von Inselketten. Dies sorgt für den Aufbau einer hohen Ladungsenergie, die den elektrischen Strom schließlich vollständig unterdrückt.

Der Vortrag wurde abgeschlossen mit einer Diskussionsrunde in der Prof. Strunk ausführlich Fragen beantwortete. Neben der Ausweitung des Effekts auf andere Materialien wurde auch eine mögliche Anwendung von Supraisolatoren in der Praxis angesprochen.



 
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