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jDPG HD - Veranstaltungen

Exkursion in das Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg

Am 30. Juni 2008 hat die Regionalgruppe der Jungen Deutschen Physikalischen Gesellschaft aus Heidelberg erneut eine Exkursion organisiert. Diesmal ging es zum Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Thema waren unter anderem die vielfältigen Möglichkeiten für Physiker am DKFZ Arbeit zu finden. Außerdem gab es eine Besichtigung des Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrums (HIT).

Treffpunkt war um 13 Uhr vor dem DKFZ Gebäude im Technologiepark Uni-Heidelberg im Neuenheimer Feld. Mit einer Gruppenstärke von ca. 20 an Medizin interessierten Physikern und auch an Physik interessierten Medizinern mittleren Semesters ging es zunächst in einen der Seminarräume des Forschungszentrums. Frau Dr. Michaela Knapp-Mohammady, eine Physikerin am DKFZ, hatte sich dazu Bereit erklärt (hierfür sei Ihr an dieser Stelle noch einmal herzlichst gedankt) einen Vortrag über die verschiedenen Aufgaben von Physikern am Krebsforschungszentrum zu halten. Zum Beispiel gibt es die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Wolfgang Schlegel Abteilung Medizinische Physik in der Strahlentherapie die auch am HIT beteiligt ist, oder die Gruppe Molekulare Biophysik von Prof. Dr. Sandor Suhai.

Nach knapp einer Stunde folgte die Besichtigung des Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrums. Das HIT ist ein Gemeinschaftsprojekt mit den Pilot-Projektpartnern: Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg, DKFZ, Gesellschaft für Schwerionenforschung und das Forschungszentrum Rossendorf. In dem Neubau der allein für die Ionenbestrahlungsanlage errichtet wurde und unterirdisch an die Kopfklinik Heidelberg angeschlossen ist gab es zunächst eine kurze Einführung in die physikalischen Hintergründe der Ionenstrahlentherapie. Bei dieser Art der Krebsbehandlung werden hoch-ionisierte Atome wie Kohlenstoff oder Sauerstoff mit einem Synchrotron auf ca. 1 GeV pro Nukleon beschleunigt und als konzentrierter Strahl auf den Tumor gerichtet. Da die Schwerionen ihre für die DNA destruktive Wirkung erst in einer bestimmten Tiefe des bestrahlten Gewebes entfalten, kann so gezielt nur der Tumor bestrahlt und umliegendes gesundes Gewebe geschont werden.

Im Anschluss führte uns ein Mitarbeiter des HIT durch die Beschleunigeranlagen, unter anderem durch die Ionen-Einspeisekammer, durch die die Schwerionen oder auch Protonen in den Beschleunigerring gelangen, sowie die Hauptbeschleunigeranlage in der die Atome mit starken Magnetfeldern auf einer Kreisbahn gehalten werden.

Zu einer weltweit einzigartigen Einrichtung macht das HIT aber erst seine Behandlungseinrichtungen. Neben zwei normalen Bestrahlungskammern in denen die Patienten nur von einer horizontalen Achse aus bestrahlt werden können, gibt es noch eine zusätzliche Kammer, vor der der Ionenstrahl mit einer so genannten Gantry gedreht werden kann, was eine Bestrahlung aus jedem Raumwinkel ermöglicht. Die Gantry ist besonders spektakulär - es handelt sich dabei um eine riesige Stahlkonstruktion die einen 90 Tonnen schweren Strahlführungsmagneten um 360° drehen kann. Das HIT wird einmal 1300 Patienten im Jahr behandeln können und seine Baukosten von 100 M€ werden zur Hälfte von Bund und Universität getragen.

  • Eine Auflistung aller Arbeitsgruppen findet sich hier.
  • Informationen zum Beschleuniger finden sich u.a. in der Infobroschüre des HIT.

Der Bericht wurde verfasst von Christoph Orth

 
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