Exkursion zum ISL
Auch im Wintersemester 2009/2010 lud die jDPG-Regionalgruppe Erlangen wieder zu einer Exkursion ein, diesmal zum ISL - Forschungszentrum für Sicherheit und Verteidigung - im französischen Saint-Louis, nahe Weil am Rhein. Am 5. Februar um 6 Uhr startete die Gruppe mit neun Personen – sieben Physikstudenten, einem Maschinenbaustudent und einem Mathematiker in zwei Mietwagen.
Nach 450 km und 4,5 Sunden Fahrt begann das Besuchsprogramm am ISL mit einer Besichtigung der Abteilung für Akustik und Gehörschutz. Hier wird beispielsweise an aktivem und passivem Gehörschutz sowie an Systemen zur akustischen Ortung von Scharfschützen geforscht.
Anschließend stand der Bereich „Nachtsicht“ auf dem Programm, hier wurde uns insbesondere „gated viewing“ vorgestellt, ein System zur dreidimensionalen optischen Aufklärung insbesondere unter schwierigen Bedingungen wie Nebel oder Rauch, was auch für Feuerwehren und Rettungskräfte interessant ist.
Nach dem Mittagessen in der Kantine folgte eine Vorstellung des seit 1945 bestehenden und seit 1959 in deutsch-französischer Zusammenarbeit betriebenen ISL. Anschließend ging es zu dem ursprünglichen Aufhänger unseres Besuchs: den elektromagnetischen Beschleunigern, bekannter unter dem Namen Railgun. Neben militärischen Anwendungen ist auch die Verwendung für den Start von Kleinsatelliten angedacht. Die Railguns am ISL sind die am weitesten entwickelten in Europa. Gerade in den letzten Jahren konnten auf diesem Gebiet, auf dem schon seit ca. 100 Jahren gearbeitet wird, gute Fortschritte in Richtung Einsatztauglichkeit erzielt werden.
Auch die nächste Station beschäftigte sich mit elektrischen Phänomenen: SiC-Schalter für Anwendungen mit hohen Pulsleistungen. Hier wird beispielsweise an Hochleistungthyristoren gearbeitet.
Abgeschlossen wurde die Besichtigung durch den Programmpunkt „Stoßrohre“. Mit diesen können für wenige Millisekunden extreme Strömungsbedingungen (Machzahlen bis ca. Mach 15 bei geringem Druck) erzeugt werden - laut dem Ingenieur, der uns die Anlage vorstellte, lassen sich Stoßrohre für fast alle Anwendungen einsetzen. Da auch mit Wasserstoff unter hohem Druck gearbeitet wird, verfügt das Gebäude über beeindruckende Wände und ca. 2 Tonnen schwere Panzertüren – der sicherste Ort in Saint-Louis.
Gegen 16.30 machten wir uns dann nach einem sehr interessanten Tag wieder auf ins heimatliche Franken. Wir bedanken uns bei den Mitarbeitern des ISL für den interessanten Tag und die vielen spannenden Einblicke in die Forschungsgebiete des Instituts!
Johannes Hölzl
