Exkursion nach Berlin 2011

Die jDPG-Regionalgruppe Bielefeld besichtigt vom 9. bis zum 10. Juni 2011 unter der Begleitung von Prof. Jürgen Schnack auf einer zweitägigen Exkursion das BESSY II und das BER II in Berlin, welche Teil des Hemholtz-Zentrums sind. Es gibt zahlreiche Vorträge, Führungen und wissenschaftliche Diskussionen, aber auch Zeit für Kultur, gemütliche Gesprächsrunden und Eindrücke vom Berliner Studentenleben. Nach den zwei Tagen steht fest, dass viele neue Kontakte geknüpft und interessante Eindrücke gewonnen wurden. Die Exkursion war ein voller Erfolg!



Dank Professor Schnack ist es uns gelungen eine Exkursion zu einem der größten deutschen Elektronenspeicherringe, dem BESSY II, und zu einem von zwei deutschen Forschungsreaktoren, dem BER II im Helmholtz-Zentrum Berlin, zu organisieren.

Am 9. Juni starten wir in aller Frühe vom Bielefelder Hauptbahnhof in Richtung Berlin. Trotz der Studenten-unfreundlichen Uhrzeit sind alle bester Stimmung und auf die kommenden zwei Tag in der Hauptstadt gespannt!

Das BESSY II befindet sich nahe des Campus der Humboldt-Universität Berlin und bildet mit seinem Elektronenspeicherring einen wichtigen Baustein in der Materialforschung. Es gehört mittlerweile zur Helmholtz-Gesellschaft und ist damit für alle Forschergruppen in Deutschland zugänglich. Unsere Führung durch die Großanlage beginnt mit einem Vortrag über die allgemeine Funktionsweise eines Synchrotrons und einer kurzen Einführung in die Messung molekularen Magnetismus mittels Synchrotronstrahlung. Nach einer wissenschaftlichen Diskussion geht es in die Experimentierhalle, welche kreisförmig um den Speicherring angeordnet ist und viele Großaufbauten enthält. Wir bekommen zahlreiche Erläuterungen, es werden Fragen gestellt und interessante Diskussionen mit den experimentierenden Wissenschaftlern geführt. Zum Abschluss der Führung werden wir sehr freundlich verabschiedet und die Frage ob man nicht auch seine Abschlussarbeit am BESSY II schreiben könne, wird mit einem eindeutigen "Ja, sehr gerne! Junge Wissenschaftler sind uns immer willkommen!" beantwortet.



Im Anschluss an dieses ausgiebige Führung begeben wir uns zurück nach Berlin Mitte. Vor allem aufgrund der langen Anreise und der weiten Wege innerhalb Berlins und natürlich auch nicht zu letzt wegen des studentischen Nachtlebens ist eine Übernachtung eingeplant. Dadurch bleibt an diesem Tag neben reichlich Physik und interessanten Führungen auch noch Zeit für etwas Kultur und eine gemütliche Runde mit Herrn Schnack, der uns bei dem ein oder anderen Getränk einen Einblick in seine Berliner Kindheitstage gibt. Standesgemäß lauschen wir ihm in einer Studentenkneipe in Berlin Friedrichshain.





Am nächsten Tag geht es mit der S-Bahn in Richtung Wannsee. Dort erwartet uns das nächste interessante Forschungszentrum. Nach einem kurzen Blick auf das Wasser geht es auch direkt durch die Sicherheitsschleuse des Helmholtz-Zentrum-Berlin (HEB) und wir stehen nur noch wenige Meter vom Berliner Forschungsreaktor zur Neutronenerzeugung entfernt. Im Anschluss an die Sicherheitsunterweisung und Erklärung des Geräts geht es in die Neutronenleiterhalle. Dort sind zahlreiche Experimente aufgebaut, welche Neutronen und deren Streuverhalten nutzen um Informationen über die Eigenschaften des untersuchten Materials zu erhalten. All dies geschieht selbstverständlich unter größten Sicherheitsvorkehrungen, da hierbei radioaktive Zerfallsprodukte und Gammastrahlen entstehen. Dennoch wird uns ein sehr großer Teil der Experimente erklärt und aus der Nähe gezeigt. Vor allem ein riesiger im Aufbau befindlicher Magnet wird ausgiebig begutachtet. Nach einem reichhaltigen Mittagessen in der Kantine des HZB bekommen wir noch eine Einführung in die Untersuchung magnetischer Materialen, wie beispielsweise Spin Ice.



Nach diesem langen Tag voller physikalischer Diskussionen, Vorträgen und Theorie beschließen alle, dass sie den Tag in der Hauptstadt in Berlin Mitte ausklingen lassen wollen um dann um 19 Uhr den Zug vom Berliner Hauptbahnhof in Richtung Bielefeld zu nehmen. So bleibt zumindest noch etwas Zeit vor der Abreise das Regierungsviertel oder den Kurfürstendamm zu erkunden.

Gegen Mitternacht erreichen wir Bielefeld, wo sich alle müde aber zufrieden auf den Heimweg begeben. Es wird beschlossen ein Nachtreffen durchzuführen und Fotos auszutauschen.

Wir danken allen die uns bei dieser großartigen Exkursion unterstütz und die Reise erst möglich gemacht haben. Vor allem danken möchten wir Herrn Prof. Jürgen Schnack, der alle Kontakte zu den Forschungseinrichtungen in Berlin aufgebaut hat und Lars Helmich, der sich um die Finanzierung, Bahnfahrt und Buchung gekümmert hat.

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