DPG
Mitgliedschaft
Veranstaltungen
Programme
Preise
Veröffentlichungen
Presse
Service
 
Druckversion
Position: www.dpg-physik.de  >  dpg  >  gliederung  >  junge  >  programm  >  archiv  >  2006  >  nr06  >  nr_jdpg_2006_006.html

Experiment geglückt!

Exkursion der jungen DPG 2006 nach Berlin

Berlin, September 2006 - Im Sommer 2006 fand die erste Exkursion der jungen DPG statt. Die einwöchige Reise durch die Wissenschaftsregion Berlin/Potsdam begeisterte die knapp 30 Teilnehmer aus ganz Deutschland.

Wie es dazu kam

Präsentation der neu gegründeten jDPG zusammen mit der Ankündigung einer ersten gemeinsamen Exkursion im Physik-Journal und Internet haben dazu geführt, dass sich Mitte September 29 junge Physikerinnen und Physiker aus ganz Deutschland in Berlin zu einem aufregenden Streifzug durch die Welt der Forschung und Entwicklung getroffen haben. Vom angehenden Physikstudenten vor Beginn seines ersten Semesters bis hin zum Diplomanden waren junge DPG-Mitglieder aus allen Ecken Deutschlands vertreten. Sie waren wohl hauptsächlich aus Neugier nach Berlin gereist, da sich bei den meisten unter ihnen die Auswirkungen ihrer Mitgliedschaft in der DPG bisher auf den regelmäßigen Bezug des Physik-Journals beschränkt hatten.

Das Abenteuer beginnt

Nach einem Empfang im Magnus-Haus der DPG durch Herrn Professor Kaindl und einer kontroversen Diskussion mit Professoren der Berliner Universitäten zum aktuell umstrittenen Thema der Umstellung auf Bachelor/Master-Studiengänge, ging es aus dem studentischen Alltag für fünf Tage auf Entdeckungstour durch die wissenschaftliche Landschaft Berlins.

Es wurden neben vier reinen Forschungsinstituten auch eine industrielle Entwicklungs- und Produktionsstätte – das Rolls-Royce-Turbinenwerk – besichtigt. So entstand ein breit gefächertes Angebot und gab uns einen realistischen Einblick in die Berufswelten von Physikern. Hierbei zeigte sich, dass uns das Prädikat “DPG” stets Tür und Tor zu sehr freundlichem Empfang öffnete. Selbst dann noch, als sich unsere Gruppe – verwirrt durch die Existenz zweier Berliner Standorte ein und desselben Instituts – prompt am falschen einfand und somit erst mit einstündiger Verspätung vor Ort war. Dort angelangt, am Hahn-Meitner-Institut, wurden wir mit einer Mischung aus Fachvorträgen, englische wie deutsche, und Laborführungen auf den neuesten Stand der Forschung gebracht: In Sachen Dünnschichtsolarzellen, die sich schon bald in jede beliebige Form biegen lassen sollen (bei einem Wirkungsgrad von 25 Prozent) sowie über die Arbeit an der Neutronen-Tomographie, zu deren Zweck das HMI einen eigenen kleinen Forschungsreaktor betreibt. Später machte uns das Max-Born-Institut mit nichtlinearer Optik vertraut und beeindruckte uns mit komplexen Aufbauten für Hochenergielaser zur Kurzzeitspektroskopie, eingesetzt etwa zur Erforschung des menschlichen Genoms in fächerübergreifender Zusammenarbeit mit Biologen und Chemikern.

Im MPI

Als besondere Herausforderung an die Auffassungsgabe und das physikalische Verständnis der jungen Physiker zeigte sich der Besuch des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik in Potsdam, dessen Wissenschaftler der staunenden Zuhörerschaft und deren noch so eindringlichen Fragen zum Thema Loop-Quanten-Gravitation einen ganzen Nachmittag lang Rede und Antwort standen . Hier hatten wir auch das besondere Glück einen Kolloquiumsvortrag des renommierten Professors Anton Zeilinger aus Wien über die aktuellen Themen Quantencomputer und Quantenkryptographie hören zu können. Am nächsten Tag wurde der hochmoderne Berliner Speicherring für Synchrotronstrahlung (BESSY) besichtigt – ein international gefragter “Forschungsdienstleister”, der mit physikalisch-technischem Know-How die Voraussetzung für Untersuchen an der Feinstruktur der Materie schafft und derzeit über 20 Experimenten und den dazugehörigen Wissenschaftlern aus aller Herren Länder ein vorübergehendes Zuhause bietet (s. Physik Journal, Juni 2006, S.6.ff). Den Abschluss des offiziellen Programms bildete dann ein Besuch der TU-Berlin mit einem Vortrag über Laserspektroskopie an Grünpflanzen.

Summa Summarum

Insgesamt gaben die Vorträge, Besichtigungen und vorallem die Gespräche mit den Wissenschaftlern einen nachhaltigen Eindruck sowohl von der Faszination und der Begeisterung an Forschung und Entwicklung, als auch von der harten Realität im Kampf um finanzielle Mittel und dem enormen Druck, rasch verwertbare Ergebnisse zu erzielen – insbesondere bei der so wichtigen, aber langwierigen Grundlagenforschung.

Ein lebhafter Austausch zwischen uns Studenten kam bei der Exkursion natürlich auch zustande: Innerhalb dieser einen Woche, die von René Pfitzner organisiert wurde, haben wir viele neue Kontakte knüpfen und Menschen kennenlernen dürfen, die alle eine ähnliche Begeisterung für die Physik mitbrachten; der eine oder andere mag sogar neue Freundschaften geschlossen haben.

Nachdem die Exkursion also ein voller Erfolg war und den Keim der jungen DPG zu weiteren Zellteilungen veranlasst hat, ist die Hoffnung groß, diese neu geschaffene “Institution” jDPG in naher Zukunft mit noch mehr Leben zu füllen; naheliegenderweise durch weitere solcher Events und Treffen junger Physiker auch in anderen Städten Deutschlands. Treffen, die den Horizont erweitern und einer noch größeren Anzahl an Teilnehmern die Möglichkeit bieten, zusammen mit Gleichgesinnten ein paar Tage lang durch die Physik zu streifen. Aber in diesem Sinne sind auch neue, kreative Ideen stets willkommen – selbstverständlich ebenso, wie neue, engagierte Mitglieder!


Marcel Wunram
Alexander Heinrich
Omar Abdel Rahman

weiteres zur Exkursion siehe auch:
Von Spinketten Strings und Purer Leidenschaft
Hier spielt die Physik
 
© Deutsche Physikalische Gesellschaft | letzte Änderung 31.10.2011, 16:49 | Impressum | Kontakt | Bearbeiten