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Sir John Sealy Edward Townsend

Sir John Sealy Edward Townsend

1868 - 1957, britischer Physiker


Glimmentladung mit Lawineneffekt nach Townsend

John Sealy Edward Townsend wurde am 7. Juni 1868 in Galway auf Irland geboren. Sein Vater war Professor für Bauwesen am Queen´s College in Galway.

John Townsend studierte am Trinity College in Dublin. Nach seinem Bachelorabschluß ging er 1885 an die Universität Cambridge und arbeitete dort zusammen mit Ernest Rutherford am Cavendish-Labor unter der Leitung von Joseph John Thomson. Thomson hatte kurz zuvor den Teilchencharakter des Elektrons nachgewiesen. Er ermutigte Townsend, sich mit den elektrischen Eigenschaften von Gasen zu beschäftigen. Townsend gelang es 1898, mit der von ihm entwickelten Tröpfchenmethode, die später im Millikan-Versuch verfeinert wurde, die Ladung des Elektrons (Elementarladung) quantitativ zu bestimmen. Für die Elementarladung erhielt er den Wert 1 * 10-19 C, der nahe am korrekten Wert 1.6 * 10-19 C liegt.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erkannten die Verantwortlichen der Universität Oxford, daß ihr Institut in der Physik gegenüber Cambrige zurücklag. Als Reaktion wurde der Wykeham-Lehrstuhl für Physik gegründet, zu dem John Townsend im Jahr 1900 berufen wurde. Dort setzte er seine Forschungen an Gasentladungen fort. In den ersten Jahren arbeiteten Townsend und seine Studenten in geliehenen Räumlichkeiten, die über die gesamte Universität verteilt waren, bis ein eigenes Gebäude für den Lehrstuhl errichtet wurde.

1915 veröffentlichte Townsend das bekannte Buch 'Electicity in Gases', welches die Ergebnisse seiner bisherigen Forschungen zusammenfasst: In dem Buch stellt Townsend unter anderem eine Theorie zur Stoßionisation vor. Er zeigte, daß die Bewegung eines Elektrons im elektrischen Feld die Erzeugung weiterer Elektronen durch Stoßionisation und somit letztlich eine Multiplikation der Ladung durch den sogenannten 'Lawineneffekt' zur Folge hat. Dieser Effekt findet in einer besonderen Art von Niederdruckentladung statt, der Glimmentladung, die auch als 'Townsend-Entladung' bezeichnet wird. Zur Beschreibung der Ladungsträgergewinnung dienen die sogenannten 'Townsend-Koeffizienten'.

Im Jahre 1941 wurde John Townsend zum Ritter geschlagen. Im gleichen Jahr zog er sich auch aus von seinen Tätigkeiten an der Universität zurück, hielt allerdings noch für eine kurze Zeit Vorlesungen an der Winchester School.

John Edward Townsend starb am 16. Februar 1957 in Oxford.

 
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