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Sir Joseph John Thomson

Sir Joseph John Thomson

1856 - 1940, englischer Physiker


Sir Joseph John Thomson im Labor

Sir Joseph John Thomson wurde am 18. Dezember 1856 in Cheetham Hill, einem Vorort von Manchester, geboren.

1870 schrieb Thomson sich am 'Owens College' in Manchester ein. Nach dem Ende seines Studiums ging er 1876 als Nachwuchswissenschaftler an das 'Trinity College' in Cambridge. 1884 erhielt Thomson die Cavendish-Professur für Experimentalphysik in Cambridge und wurde damit Nachfolger von Lord Rayleigh. Diesen Posten hatte er bis 1918 inne.

Mit seinen Experimenten konnte Thomson 1895 beweisen, daß Kathodenstrahlen aus einem Strom von kleinen Teilchen, den 'Korpuskeln' (Elektronen) beszehen, die von Atomen abgegeben werden. In vorherigen Theorien wurden Kathodenstrahlen als Welle und nicht als Teilchen angesehen. Thomson erkannte, daß die von verschiedenen Materialien ausgehenden 'Korpuskel' identische Eigenschaften haben und schloß daraus, daß es nur eine Sorte dieser 'Korpuskel' gibt, die in jedem Material enthalten sind. In letzter Konsquenz ergab sich aus dieser Erkenntnis Thomsons berühmtes 'Thomson-Modell' ('Rosinenkuchenmodell') des Atomaufbaus. Er gilt als einer der Mitbegründer der Atomphysik.

Für seine Erkenntnise zu den Kathodenstrahlen wurde Joseph John Thomson 1906 mit dem Nobelpreis für Physik ('In recognition of the great merits of his theoretical and experimental investigations on the conduction of electricity by gases') geehrt, zwei Jahre später wurde er zum Ritter geschlagen.

In der Folgezeit beschäftigte sich Thomson mit positiv geladenen Ionen. Er baute das erste Massenspektrometer ('Thomsonscher Parabelversuch') und konnte mit diesem Gerät nachweisen, daß Neongas ein Gemisch aus zwei verschiedenen Teilchensorten ist, die sich in Masse und/oder Ladung unterscheiden. Damit war der Beweis erbracht, daß auch nichtradioaktive Elemente in der Natur in verschiedenen Isotopen vorkommen.

1906 beschäftigte er sich mit der Wechselwirkung von Photonen mit Elektronen: Das oszillierende elektrische Feld des Lichts bringt die Elektronen zum Schwingen. Die Elektronen geben die Schwingungsenergie als elektromagnetische Welle mit geringerer Frequenz in alle Raumrichtungen gleichmäßig verteilt ab ('Thomson-Streuung').

Sir Joseph John Thomson war ein außerordentlich begabter Lehrer. Er schrieb viele Lehrbücher und wurde mehrfach nach Amerika eingeladen, um Vorlesungen zu halten. Insgesamt sieben Wissenschaftler, die für ihn als Assistenten gearbeitet hatten, bekamen später selber einen Nobelpreis. Einer dieser sieben war sein eigener Sohn, George Thomson. Nachdem Joseph John Thomson den Teilchencharakter des Elektrons nachgewiesen hatte, bewies George Thomson 1927 den Wellencharakter des Elektrons und erhielt dafür 1937 den Nobelpreis.

Sir Joseph John Thomson starb am 30. August 1940 in Cambridge und wurde in der Westminister Abbey bestattet.

 
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