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Meghnad Saha1893 - 1956, indischer Astrophysiker |
Meghnad Saha wurde am 6. Oktober 1893 in Sheoratali geboren. Diese Ortschaft liegt im Distrikt Dacca, welcher heute zu Bangladesh gehört.
Saha lebte während seiner Jugend in ärmlichen Verhältnissen. Während seiner Grundschulzeit mußte er im elterlichen Laden aushelfen, als er später auf die Mittelschule ging mußte er sich seinen Lebensunterhalt selber verdienen. Dennoch schloß er die Mittelschule als Klassenbester ab und konnte auf die 'Dhaka Collegiate School' gehen. Aufgrund seines politischen Engagements gegen die von der englischen Kolonialmacht geplante Teilung von Bengalen mußte er die Schule für einige Zeit verlassen, durfte aufgrund seiner exzellenten Leistungen kurz darauf wieder zurückkehren. Er beendete seine Schulzeit mit dem drittbesten Examen des Jahrgangs (Das beste Examen schrieb übrigens ein anderer berühmter Physiker, Satyendranath Bose).
Im Jahre 1911 begann Meghnad Saha sein Studium an der Universität Kalkutta. Dort hatte er berühmte Lehrer wie Jagadishchandra Bose und Prafulla Chandra Roy. Nach seiner Zeit an der Universität beschloß Saha, sich der Physik und angewandten Mathematik zu widmen. Da an der Universität Kalkutta keine Infrastruktur vorhanden war, um weitergehende Forschungen in diesen Gebieten durchzuführen, folgte Saha 1916 einem Ruf an das 'Science College', wo er Vorlesungen in Quantemechanik hielt. Im Laufe seiner Zeit an dem College spezialisierte sich Saha auf die Astrophysik. Er machte sich recht schnell einen Namen als einer der führenden Astrophysiker. 1920, im Alter von 25 Jahren, hatte er seine berühmte Theorie über Ionen in Sternen entwickelt ('On Ionization in the Solar Chromosphere', Philosophical Magazine, 40 1920, 472). Kernstück dieser Theorie ist die Gleichung, mit der sich die Besetzung verschiedener Ionisationsstufen eines Atoms oder Moleküls berechnen läßt. Die von ihm so genannte 'Gleichung der Reaktions-Isobare für Ionisierung' wird heute als Saha-Eggert-Gleichung oder Saha-Gleichung bezeichnet.
Saha verbrachte ein Jahr am Imperial College London und ging 1921 nach Berlin an das Nerst'sche Institut um dort an Labormessungen teilzunehmen, die seine theoretischen Vorhersagen bestätigen sollten. Dort verfasste er seine berühmte Arbeit 'Versuch einer Theorie der physikalischen Erscheinungen bei hohen Temperaturen mit Anwendungen auf die Astrophysik' (Zeitschrift für Physik 6 1921, 40). Zurück in Indien wurde Saha Professor an der Universität Allahabad. 1927 wurde Saha zum 'fellow' der London Royal Socienty gewählt. 1938 ging er als Professor an die Universität Kalkutta.
Meghnad Saha erkannte früh die enorme Bedeutung der Kernphysik. Er führte an der Universität Kalkutta Vorlesungen in Kernphysik ein und gründete 1947 das 'Institute of Nuclear Physics', welches später ihm zu Ehren in 'Saha Institute of Nuclear Physics' umbenannt wurde.
Neben seiner Tätigkeit als Physiker war Saha auch sehr in antiker indischer Geschichte und Geologie interessiert. Er engagierte sich sehr stark in verschiedenen wissenschaftlichen Organisationen Indiens und unterstützte 1950 den Bau des ersten Zyklotrons Indiens. Da er auch sehr an der Verbesserung der Lebensverhältnisse seiner Mitbürger interessiert war, ging er in die Politik und wurde 1951 in das indische Parlament gewählt. Meghnad Saha starb 16. Februar 1956 in Dehli.
